Hecking

Hecking hält die Spannung hoch - bis zum Schluss

Es gehört eigentlich schon auf den Index, über gute Trainingseinheiten zu berichten. „Da war richtig Zug drin“, konnte man in den letzten Jahren immer wieder konstatieren - und musste am Spieltag darauf feststellen, dass es mal wieder nicht gereicht hat. Insofern waren Trainingseindrücke nur selten zuverlässige Indizien für das, was am folgenden Spieltag auf dem Platz zu sehen war. „Im Training gibt es eigentlich nie groß etwas zu bemängeln“, sagte heute auch HSV-Trainer Dieter Hecking, der beim Abschlusstraining, das noch mal vor einer sehr ordentlichen Kulisse von - für das ungemütliche Herbstwetter recht vielen - Zuschauern stattfand. Hecking zuvor bei der Pressekonferenz: „Die Jungs sind willig, versuchen Dinge direkt umzusetzen und zu zeigen. Die schwere Gyamerah-Verletzung war unser großes Thema, das müssen wir abschütteln - und das werden wir auch abschütteln.“

Die Anspannung steigt - nur bei Hecking nicht

Er ist gut drauf. Sehr gut sogar. Ralf Becker bekommt die Zeit ohne HSV offenbar gut. Er genießt die Zeit, die er mit seiner Familie nachholen kann. und er genießt die Freiheit, selbst zu entscheiden, wann er welches Fußballspiel sieht. Zum Stadtderby beispielsweise geht er nicht. Wobei das nicht daran liegt, dass das Spiel nicht interessant ist. Auch Tickets hätte er sicher bekommen. Nein, Becker genießt den Abstand zur Pflicht. Und auch wenn er es so nicht zugeben wird, glaube ich, dass er so recht noch nicht weg ist vom HSV. Zumindest hatte ich heute beim Interview (siehe Video) genau diesen Eindruck.

Jetzt spricht Jatta

Oha, manchmal wird es dann auch des Guten etwas viel. Gerade in den letzten Wochen wurde der HSV für sein soziales verhalten gegenüber seinem Spieler Bakery Jatta bundesweit über den grünen Klee gelobt - einzig in Nürnberg, Bochum und Karlsruhe gab es hier abweichende Haltungen zu verzeichnen. Von daher hätte ich mir dieses Thema heutebiund in den nächsten tagen eigentlich ausgespart. Aber: Weil er sich zuletzt stets zurückgehalten und wir ihn aus Respekt vor seiner schwierigen Situation auch komplett in Ruhe gelassen hatten, möchte ich den heutigen Blog mit den ersten Worten von Bakery Jatta beginnen, die er seit dem Wirbel und dem ersten Artikel um seine Identität heute veröffentlicht hat. Via Instagram schrieb der Angreifer heute einleitend auf deutsch: „Moin Moin. Auch wenn ich jeden Tag Deutsch lerne, werde ich das, was ich jetzt sage, auf Englisch tun.“, um dann auf englisch fortzusetzen: 

Der Gyamerah-Schock

Das Beste vorweg: Jan Gyamerah hat die schwierige Operation bereits hinter sich. Der schwer verunfallte Rechtsverteidiger wurde im Universitätsklinikum Eppendorf gleich am heutigen Nachmittag operiert. Die Diagnose: Bruch des linken Wadenbeines. „Die Verletzung ist ein großer Schock für uns alle. Es tut uns unglaublich leid für Jan, der sich menschlich und spielerisch großartig bei uns integriert hat und nach kurzer Zeit ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft wurde“, sagte Sportvorstand Jonas Boldt heute via Vereinswebsite.

Der Moderator

Manchmal reicht eine kurze Ansage. Zumindest schien es fast so, als gäbe es einen Zusammenhang zwischen den Worten des Trainers am Vormittag und der Leistung des Spielers am nachmittag. „Wichtig ist, dass er jetzt Spielzeit bekommt“, hatte Trainer Dieter Hecking über Xavier Amaechi gesagt, der beim HSV trotz großer Vorschusslorbeeren bislang nicht durchstarten konnte. Weder in den Spielen  - noch in den Trainingseinheiten. Mit Ausnahmen selbstverständlich. Und die beiden heutigen Trainingseinheiten zähle ich dazu, denn sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag wusste der junge Engländer (mir) zu gefallen. Dennoch, das machte Hecking deutlich, wird das Toptalent vom FC Arsenal in den kommenden Wochen wohl mehr bei Regionalligaspielen zu sehen sein als in der Zweiten Liga. „Gut möglich, dass er dort Spielpraxis bekommt“, so Hecking.

Diesmal gelingt der Balanceakt

Es ist so ein wenig die Ruhe vor dem Sturm. In sieben Tagen trifft der HSV am Millerntor auf den FC St. Pauli. Und nachdem heute Laktattests anstanden, geht es auch erst morgen wieder auf den Trainingsplatz. Zweimal wird öffentlich trainiert. Es sind die ersten beiden von insgesamt sechs Einheiten bis zum Stadtderby. Zum Vergleich: Der FC St. Pauli trainiert achtmal - wobei die zwei Einheiten mehr heute stattfanden, wo der HSV seine Laktattests machte. Insofern: Kein Grund zur Sorge für diejenigen, die mehr Training auch immer mit besserer Leistung verbinden. Im Gegenteil: Beide Trainer geben ihrer Mannschaft sogar am Donnerstag noch einen freien Tag, da das Spiel erst am Montag ist. Viel mehr Grund zur Sorge besteht ohnehin für die Zeit danach. Denn die letzten beiden Derbysieger (St. Pauli 2011) und der HSV im März kollabierten jeweils im Anschluss an die Derbysiege. Der FC St. Pauli stieg damals in die Zweite Liga ab - der HSV gab seinerseits die Tabellenführung noch ab und rutschte am Ende sogar aus den Aufstiegsrängen der Zweiten Liga.

Papadopoulos ist unzufrieden - und wird das wohl auch bleiben

Er ist zufrieden, das ist zu sehen. Und zu hören. Dieter Hecking wusste dem Remis in Wolfsburg und dem bevorstehenden freien Wochenende viel Positives abzugewinnen. Sportlich vor allem, weil sich einige Spieler, die zuletzt weniger zum Einsatz gekommen waren,  mal wieder bzw. überhaupt einmal im Spiel präsentieren konnten. Einer von denen war auch Kyriakos Papadopoulos, der kämpferisch stark (Hecking: „Ich weiß nicht, ob man das in einem Freundschaftsspiel immer so lösen muss – aber das war okay“) spielte und sich damit für weitere Einsätze empfehlen wollte. Er machte es auch gut.

Hecking spricht Klartext - und Harnik trifft

Wer sich schon mal über die B4 von Hamburg aus in Richtung Wolfsburg aufgemacht hat, wird wissen, was ich meine, wenn ich sage: Was für ein schöner Ausflug! Um 16 Uhr war Anpfiff zum Testspiel des HSV beim VfL Wolfsburg – und das im schmucken Amateurstadion neben der Volkswagen-Arena. Immerhin 2189 Fans zog es in eben dieses AOK-Stadion – darunter mehr als die Hafte mit HSV-Utensilien.

„St. Pauli hat bei mir nie eine Rolle gespielt“

Es ist wie eine Rückkehr, ohne dass er hier jemals Profifußball gespeilt hat. Weder für den HSV noch für den FC St. Pauli war er bislang aktiv.  Und obwohl er aus Hamburg nach Bremen und 13 Jahre später nach einigen Zwischenstationen aus der hier von Fanseite verhassten Stadt Bremen zurück nach Hamburg wechselte, nennt Martin Harnik das Ganze „Rückkehr in die Heimat“.

Größe kann man nicht lernen

Der Tag der Entscheidung, der D-Day - oder einfacher formuliert: Der letzte Tag der Transferperiode. Der heutige 2. September hatte auch beim HSV noch einmal Nachrichten parat. Zum einen die Wechsel auf Leihbasis von Berkay Özcan zu Besaksehir Istanbul (ein Jahr zzgl. Kaufoption über 4 Mio. Euro) und Manuel Wintzheimer (für ein Jahr zum VfL Bochum, ohne Kaufoption). Und zum  anderen den 12. Neuzugang in diesem Sommer: Martin Harnik wechselt auf Leihbasis für ein Jahr von Werder Bremen zum HSV. Im gefühlt 20. Anlauf hat es also doch noch mit Harnik und dem HSV hingehauen.

HSV: Dominant gegen Hannover 96

Hamburg steht stabil! Dieses Fazit lässt sich vor der ersten Länderspiel-Pause der jungen Saison ziehen. Drei Gegentore musste das Team von Dieter Hecking erst hinnehmen, in drei von fünf Partien blieb der HSV ohne Gegentreffer. Auch gegen Aufstiegskonkurrent Hannover 96 legte die stabile Defensive den Grundstein für den ungefährdeten 3:0-Erfolg. Aber auch die Abteilung Attacke verstand es, die gegnerischen Schwächen auszunutzen.

Ein Sieg für Jatta

„Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey – hey“, schallte es von den Rängen, als sich die HSV-Mannschaft geschlossen in Richtung Nordtribüne aufmachte, um zusammen mit den Fans den verdienten 3:0-Erfolg gegen Hannover 96 zu feiern. Einen Sieg, der viele Gesichter hatte – aber eines, das alles überstrahlte. Denn Bakery Jatta, der in den vergangenen Wochen von bösen Verdächtigungen medial getrieben wurde und leider noch getrieben wird, konnte gar nicht aufhören, sich zu freuen. Er war es, der mit dem Treffer zum 3:0 den sportlichen Schlusspunkt gesetzt und das mit 54.732 Zuschauern gut gefüllte Volksparkstadion in Ekstase versetzt hatte. Er war es, der auch Minuten nach Schlusspfiff noch von den eigenen Fans gefeiert wurde. Womit? Mit Recht! „Wir sind heute gegen eine sehr starke Mannschaft ein wenig unter die Räder gekommen“, fasste Hannovers Trainer Mirko Slomka das Spiel zusammen. Und er hatte Recht. Aber, wie immer, der Reihe nach:

AC Mailand jagt HSV-Toptalent Borges - Jatta bleibt Thema

Ich habe es selbst im MorningCall gesagt  - das Thema Bakery Jatta wird uns noch sehr lange begleiten. Mindestens bis zur nächsten Anhörung am 9. September vor dem DFB-Kontrollausschuss werden wahrscheinlich jeden Tag neue Themen auftauchen. Wie zum Beispiel heute, wo sich Kai Schiller für das Hamburger Abendblatt die Mühe gemacht hat, die bisherigen „Zeugen“ zu durchleuchten und ihre Glaubwürdigkeit bzw. das Zustandekommen ihrer Aussagen zu hinterfragen. Mit höchst interessanten Ergebnissen, wie dem Vorwurf des zitierten Trainers Suleiman Kuyateh zum Beispiel.

75 Minuten totale Kontrolle

Dieter Hecking hat keine lange Einarbeitungszeit benötigt beim Hamburger SV. Die Saison ist erst vier Spieltage jung, und doch haben sich unter dem neuen Trainer bereits ein klares System und eine klare Stammelf etabliert. Gegen den Karlsruher SC greifen fast alle Rädchen beim HSV ineinander – zumindest bis zur unnötig spannenden Schlussviertelstunde.

Hecking kündigt Veränderungen an

Kein Tag ohne Jatta. Was auf dem Platz gut ist, ist drumherum schwierig. Vor allem für Jatta selbst. Aber auch für das Gemüt des Zuschauers. Denn wenn der HSV morgen nach Karlsruhe fährt, wo er am Sonntag um 13.30 Uhr im Wildparkstadion um die nächsten Punkte kämpft, dann wissen alle Beteiligten schon: dieses Spiel findet unter Protest statt. Zumindest hat das der ehemalige HSV-Sportchef und heute beim KSC verantwortliche Oliver Kreuzer so angekündigt. Mehrfach. Für Dieter Hecking ist das ein lästiges Thema. Das macht er schnell deutlich. Aber es beschäftigt beim HSV weiterhin alle.

Die Schwierigkeit mit dem Talent

Japaner beim HSV – das war einmal. Nach Gotoku Sakai zieht es jetzt auch Tatsuya Ito weg. Der kleine Dribbler hat beim belgischen Erstligisten VV St. Truiden einen Vertrag unterschrieben und bringt dem HSV so noch eine Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro zuzüglich etwaiger Erfolgsprämien ein. Ein guter Deal, meine ich. Aber das sehen längst nicht alle so. Auch hier bei uns im Blogforum gibt es einige, die sich gewünscht hätten, der HSV verliehe Ito, um dessen Entwicklung abzuwarten. Weil sie ihm deutlich mehr zutrauen, als er bislang zeigen konnte. Und dieser Gedanke ist nicht von der Hand zu weisen. Dennoch will ich kurz erklären, weshalb ich glaube, dass der Verkauf die richtige Entscheidung war/ist:

Keine guten Nachrichten

„Die letzten fünf Minuten hätten wir uns tatsächlich sparen können“, raunzte Trainer Dieter Hecking nach dem Training, während er die drei Stufen vom Trainingsplatz zu unserer kleinen Journalistenrunde nahm. „Das sah leider gar nicht gut aus“, so der Trainer über den Trainingsunfall unmittelbar vor dem Ende der Einheit. Christoph Moritz, der gegen Bochum eingewechselt worden war und sportlich auf einem sehr guten Weg zu sein schien, hatte per Fallrückzieher einen gegnerischen Angriff klären wollen und war dabei so unglücklich aufgekommen (siehe Foto von Udo Magsig) , dass er sich an der Schulter verletzte und rausgenommen werden musste. Erster (böser) Verdacht: Schlüsselbeinbruch. „Lass uns über sowas nicht spekulieren“, so Hecking auf die Frage, was genau mit Moritz sei. Die Ärzte würden ihn jetzt erst einmal eingehend untersuchen und man würde es dann schon erfahren. Und das haben sie inzwischen am Abend nachgeholt: Die Schlüsselbeinverletzung wurde bestätigt.

Bruchhagen: Hoffmanns Plan ist legitim

Heute war trainingsfrei. Erst morgen Nachmittag um 15.30 Uhr geht es sportlich weiter. Und während heute bis auf die Rekonvaleszenten niemand von der Mannschaft am Stadion war, tut sich innerhalb des HSV dennoch eine ganze Menge. Wie gestern bekannt wurde, kandidiert beispielsweise Bernd Hoffmann für das Amt des Stellvertretenden Sprechers des DFL-Präsidiums. Für das des dritten Sprechers wohlgemerkt, was erst einmal nicht top hochrangig klingt.

Der schmale Grat zwischen Kontrolle und Starre

Die Taktikanalyse kommt an diesem Wochenende mit etwas Verspätung. Eine Erkältung hat mich lahmgelegt. Das Spiel zwischen dem Hamburger SV und dem VfL Bochum war dabei nicht gerade die beste Medizin – oder vielleicht doch, mir fiel es am Freitagabend nämlich recht schwer wachzubleiben. Erst im zweiten Anlauf gelang es mir, das Spiel über neunzig Minuten zu schauen.

Hecking sieht personell noch Handlungsbedarf

Das Spiel gegen Bochum war eines der Spiele, aus denen der HSV alles ziehen kann: Drei Punkte, viel Selbstvertrauen, aber ebenso viele Ansatzpunkte, was noch alles besser werden muss. Trainer Dieter Hecking war mit dem Spiel nach eigener Aussage "überhaupt nicht einverstanden". Dennoch wirkte sich das Ergebnis erkennbar positiv auf die Laune von Trainer Dieter Hecking aus, der seinem Team nach dem heutigen Spielersatztraining zwei Tage freigab. Das nächste (dann auch öffentliche) Training ist am Dienstag um 15.30 Uhr.

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.