Fußball

Bilanz fällt besser aus als erwartet

Im Laufe dieser Woche wird die Bilanz veröffentlicht. Und damit ist nicht das sportliche Abschneiden, sondern nackte Zahlen gemeint. Die Finanzen werden Thema sein, oder besser gesagt: Sie sind es schon. Vorstandsboss Bernd Hoffmann hat im Hamburger Abendblatt den Anfang gemacht und die Zahlen vorab gelobt. „Der Veranstalter lobt die eigene Veranstaltung“ hätte meine Mutter jetzt gesagt - und sie hätte zunächst einmal Recht. Denn Hoffmann kann ja schon aus seiner Position als AG-Verantwortlicher nicht das eigene Ergebnis zerpflücken.

Wie dem HSV Langeweile helfen kann

Ich muss Euch alle vorwarnen: Heute wird es relativ langweilig. Normalerweise müsste ich den Stift weglegen und es das für heute lassen. Denn wenn es mal nichts Großes gibt, muss man auch nichts Großes daraus machen. Einfach mal einen Tag langweilig sein. Oder? Nein, das geht irgendwie nicht. Natürlich nicht. Denn irgendwie bietet der HSV immer etwas an. Auch diesmal.

Heckings großes Invest in Kinsombi

Da hat mein Kollege aber mal für Aufregung gesorgt. Seit 17 Uhr bimmelt mein Handy. Mal sind es Anrufe, dann sind es Whattsapps. Und zuletzt dann noch die Hinweise auf neue Kommentare unter unseren Artikeln in den sozialen Netzwerken. „Steckt der #HSV in einer handfesten Krise oder handelt es sich bloß um ein kurzes Formtief?“, hatte mein Kollege gefragt und dabei auf die Diskussion im Community-Talk hingewiesen. Und, (Achtung, Spoiler!!) eines vorweg: Ich sehe beim HSV alles mögliche - außer den Ansatz für eine Krise.

OP in München: Auch Vagnoman fehlt zum Rückrundenauftakt 2020

Am Mittwochabend landete er. Frisch aus München eingeflogen kam er an Krücken, denn Josha Vagnoman darf seinen lädierten rechten Fuß noch nicht belasten. Was bisher noch nicht bekannt ist: Der Rechtsverteidiger des HSV ist am Montag in München in der Schön-Klinik von Professor Dr. Walther „erfolgreich“ operiert worden, wie mir der HSV auf Nachfrage mitteilte. Gut sechs Wochen muss der Fuß des jungen Rechtsverteidigers vorerst unbelastet gehalten werden. Nachdem man zuerst davon ausgegangen war, den gebrochen Fußwurzelknochen, auch ohne operativen Eingriff aushebeln zu können, ergab eine zweite Untersuchung ein anderes Ergebnis. Vor allem gab es die Möglichkeit, schnell zu operieren und die Ausfallzeit somit nicht noch weiter nach hinten hinauszuzögern.

Dieses Konstrukt verdient Geduld

Der HSV hat es nicht exklusiv, dass man schnell und hitzig über seine Spiele diskutiert. Das ist überall gleich. Ich behaupte, in südlicheren Ländern ist das sogar noch deutlich schwieriger, weil deutlich emotionaler. Und auch hier ist ebenso normal wie abträglich, da es schlichtweg nicht mehr sachlich ist. So auch die Diskussion nach dem 1:1 in Wiesbaden. Da stellen sich einige hin und wollen tatsächlich alles in Frage stellen. Um es in Dieter Heckings Worten zu sagen: Was für ein Quatsch! Dafür hat die Mannschaft vorher zu konstant gespielt. Aber Fakt ist auch: Der HSV  hat in Wiesbaden Fehler gemacht. Fehler, die man so nicht gewohnt war und die man benennen muss, wenn man sie abstellen will. Denn eine so unkonzentrierte Halbzeit wie die erste in Wiesbaden habe ich seit dem Stadtderby nicht mehr gesehen. ganz im Gegensatz zu der Schwäche bei hohen Bällen in der Defensive. Die habe (nicht nur) ich vorher schon gesehen und fühlte mich bestätigt, dass der HSV hier seine Achillesferse hat. So, wie in Wiesbaden.

Hecking warnt vor Zufriedenheit - fällt Adrian Fein in Wiesbaden aus?

Er war nicht mit auf dem Platz, wobei das von Trainer Dieter Hecking schon angekündigt worden war. „Er wird definitiv nicht spielen können. Seine Oberschenkelzerrung braucht ein paar Tage. Aber wir wissen, dass er sich dann wieder rankämpft“, sagte Hecking heute. Wissend, dass Hunt genau das schon oft gemacht hat. Eigentlich sogar schon zu oft, wie ich meine. Denn der Mannschaftskapitän sollte schon seit langem eine tragende Rolle im Team und vor allem auf dem Platz übernehmen - dafür aber fehlt er schlichtweg zu oft.

Schockdiagnose: HSV-Verteidiger Vagnomann fällt monatelang aus

Zuerst dachte er an einen Krampf. So, wie der, den er schon beim Spiel in Bielefeld kurz vor Schluss hatte. Da er auch auf der Alm weiterspielen und sogar bis zum Schluss auf dem Feld stehen konnte, dachte er sich zunächst nichts Schlimmes. Zumindest nicht im ersten Moment. Dann aber bemerkte Josha Vagnoman, dass er nicht mehr richtig auftreten konnte und sackte wieder zu Boden, bis Hilfe kam. HSV-Mannschaftsarzt Wolfgang Schilling untersuchte den lädierten Fuß. Und es dauerte keine zwei Minuten, bis klar war, dass der junge Rechtsverteidiger nicht weiterspielen kann.

Heckings Personalpoker vor dem DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart

Wie so oft vor Spielen standen wir auch heute wieder beim Abschlusstraining in einer größeren Runde mit den Kollegen zusammen und spekulierten, was wohl aufstellungstechnisch passieren würde. Und während es bei Dieter Heckings Vorgänger Hannes Wolf in der vergangenen Saison immer schon anhand der Trainingseinheiten deutlich wurde, wer spielen wird, lässt Dieter Hecking hier deutlich mehr Raum für Spekulationen.

HSV gegen den VfB Stuttgart - heißer Kampf um die Zweitliga-Spitze

Das Abschlusstraining blieb unspektakulär. Wie fast immer. Einziger Höhepunkt war dien Rückkehr von Rick van Drongelen, der sich vor Beginn der Einheit noch auf dem Platz länger mit Trainer Dieter Hecking unterhielt. Dieser wiederum hatte zuletzt angedeutet, sich vorstellen zu können, van Drongelen mal eine Pause zu geben. Nachdem der Abwehrchef am Donnerstag mit einer Magenverstimmung ausgefallen war, kehrte er heute auf den Trainingsplatz zurück und dürfte in gesundem Zustand für das Spiel gegen Stuttgart gesetzt sein.

Dieser HSV hat Potenzial für mehr

Dass die ersten großen Töne vor diesem Topspiel aus Stuttgart kommen - okay. Mario Gomez klopft ein bisschen auf den Busch - allerdings mit moderaten Worten, wie ich finde. „Ich glaube, dass wir beide Spiele gewinnen werden. Wir haben das Potenzial dazu“, sagte Gomez der „Bild“. „Ich glaube, es gibt keinen besseren Zeitpunkt, um gegen Hamburg zu spielen. Es ist ein guter Moment, um eine Antwort nach den beiden Heim-Niederlagen zu geben und unser wahres Gesicht zu zeigen.“ Was soll er auch sonst sagen? Okay, er hätte schweigen können. Wäre vielleicht sogar besser gewesen. Zumal zwischen hohen Erwartungen und überhöhten Erwartungen nur ein schmaler Grat.

Harter Kampf um die Tabellenspitze

Die Verfolger haben allesamt geschwächelt - Aue im direkten Duell gegen Nürnberg mit einer unfassbaren Nachspielzeit mal ausgenommen. Aber da der VfB Stuttgart heute gegen Kiel zuhause verloren hat, steht das Spitzenspiel morgen in Bielefeld unter zusätzlich verschärften Vorzeichen. denn plötzlich kann die Arminia mit einem Sieg sogar an die Tabellenspitze rauschen, während sich der HSV seinerseits mit einer Sieg sogar vom Tabellenzweiten auf drei und auf den Dritten sogar mit fünf Punkten Vorsprung absetzen könnte.

Bielefeld-Experte Reinhardt: „Wir werden gewinnen.“

Er muss grinsen. Weniger wegen seiner einstigen „Heldentat“. Er ist halt so. Tief verankert bescheiden. Lob ist für ihn etwas rares, das war irgendwie schon immer so, wenn sich Bastian Reinhardt an seine Karriere als Fußballer zurückerinnert. Auch an diesem Tag in Bielefeld, an den er sich heute nur deshalb so detailliert erinnert, weil wir vor zehn Tagen ausgiebig darüber gesprochen hatten. Ich damals bewaffnet mit den Daten von weltfußball.de.

Wer darf neben van Drongelen gegen Bielefeld verteidigen?

Zwei Tage war Papadopoulos schon Thema. Hier und in allen anderen Medien. Was doch eigentlich nicht wahr sein kann... Oder? Doch, kann es! Der Grieche ist sogar heute indirekt Thema. Zumindest ist es seine Position, denn die ist beim HSV weiter hart umkämpft. Und während heute die erste große Frage beim Training – kann Aaron Hunt gegen Bielefeld am Montag spielen? -  schnell durch dessen Abwesenheit beim Training mit „nein“ beantwortet war, wurde im Anschluss daran weiter der Partner vom immer stärker werdenden Rick van Drongelen gesucht. Der Niederländer, der sich seit Saisonbeginn zusehends steigert, gilt inzwischen in der Innenverteidigung als gesetzt. Und da Ewerton für das Bielefeld-Spiel nach Aussage Heckings noch nicht so weit ist, streiten sich nunmehr drei Verteidiger um eine Position.

Einer der Besten sagt Tschüss...

Heute ist Pause. Auf dem Platz, in der Geschäftsstelle – und dementsprechend ausnahmsweise auch hier heute nur ein kurzes Update im Miniformat. Eine lange Woche liegt hinter uns und ich freue mich darüber. Denn mit dem Interview mit Martin Harnik hatte ich ein echtes Highlight dabei und mit dem Test in Braunschweig zudem beste sportliche  Unterhaltung.

Gute Aussichten

Um 11 Uhr war Schluss. Auslaufen für die Startelfspieler von gestern, während die Reservisten auf dem Platz ein entspanntes, launiges Kreisspiel absolvierten. Mittendrin die Cotrainer Dirk Bremser und Tobias Schweinsteiger. Wobei Letztgenannter mächtig reinholzte, wie Analyst Alexander Hahn leidlich zu spüren bekam. Der guten Laune beim HSV tat das allerdings keinen Abbruch, im Gegenteil. Alle nahmen es mit Humor. Auch Ewerton, der gestern in Braunschweig sein Debüt für den HSV feierte und dabei in der zehnten Minute das 0:1 verschuldete, wollte heute nur das Positive sehen.

Das Modell Effenberg - oder: Das Hoffen auf den einen Moment

Seine Eltern wohnen noch immer Luftlinie 200 Meter von mir entfernt. Und auf dem Gummiplatz am Sachsenweg klebt wahrscheinlich noch immer getrocknetes Blut an den Gebüschen von den harten Kämpfen, die wir als Jugendliche mit Stefan Effenberg und einem seiner Freunde gekämpft haben. „Wir zwei gegen den Ramsch“, hieß es damals, als der etwas seltsam anmutende Typ mit dem Buffkopf vom Grandplatz zu uns rüberkam und uns herausforderte. Und wenn wir (wie fast immer dank der personellen Überzahl) führten, rammte uns der groß gewachsene Blondschopf immer wieder brutal ins Gebüsch.

Schon jetzt ein Gewinn

Ich hatte ihn immer wieder beim HSV als Kandidaten genannt. Über die letzten zehn Jahre sicher vier- bis fünfmal. Immer wieder stieß ich dabei (damals noch zu Matz-ab-Zeiten) auf viel Widerstand in der Blog-Community. Harnik wollten die wenigsten Kommentierenden damals. Weshalb das so war? Das konnte mir nie jemand schlüssig erklären. Und ganz ehrlich: Heute fühle ich mich in meiner damaligen Einschätzung zu 100 Prozent bestätigt. Denn Martin Harnik ist auf dem Platz wie auch neben dem Platz für den HSV eine absolute Verstärkung.

Wo Übetreibung sogar hilfreich wird

Das 2:0 gegen Greuther Fürth hat Spaß gemacht. Also nicht nur den Spielern offenkundig, sondern auch mir auf der Tribüne. Und das aus drei Gründen. Zum einen, weil der HSV eine spielerische Dominanz an den Tag gelegt hat, die letztlich auch belohnt wurde. Zum anderen, weil sich der HSV im Gegensatz zur vorigen Saison auch in den Phasen unbeirrt zeigte, wo so ein Spiel wie aus dem Nichts hätte kippen können. Und drittens, weil man einfach merkt, dass hier ALLE an einem Strang ziehen. Trotz erkennbarer Übertreibungen.

Dominant zurück an die Spitze

Jeremy Dudziak und Sonny Kittel haben den HSV zurück an die Tabellenspitze geköpft und geschossen.  Mit 2:0 gewann der HSV auch sein viertes Heimspiel in Folge zu Null und löste damit den VfB Stuttgart vorn wieder ab. Die Schwaben hatten gestern schon gegen Wehen Wiesbaden mit 1:2 gepatzt. Eine Einladung, die der HSV mit einem sehr dominanten  Heimsieg vor 44180 Zuschauern nutzte. Hecking:  „Wir sind super dabei. Das ist nicht selbstverständlich gewesen nach der Sommerpause.

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FAQs

Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.