Wie Kinsombi zum entscheidenden Faktor wird

Mein Wiesbadener Kollege des „Kicker“ wollte es gar nicht so recht glauben. Als ich ihm erzählte, dass David Kinsombi nach nur zehn Minuten gegen den SV Wehen Wiesbaden schon mehr gute Aktionen hatte als bisher in der gesamten Saison für den HSV kam nur: „Na, das ausgerechnet heute gegen uns?“ Und auch wenn es ihn nicht beruhigte, musste ich antworten: „Ja.“ Weil Kinsombi tatsächlich endlich das machte, was sich alle von ihm schon seit Saisonbeginn erhofft hatten: Kinsombi übernahm Führung auf dem Platz. Weniger verbal - mehr spielerisch. Und ganz ehrlich: "Kinso", wie ihn seine Kollegen rufen, hätte den Zeitpunkt auch keinen Spieltag weiter nach hinten legen dürfen.

Deshalb ist Pollersbeck der Richtige

Natürlich war es überraschend. Von daher konnte Dieter Hecking mit seiner Antwort „weil ich es eben so entschieden habe“ und dass es eine ganz normale Maßnahme gewesen sei nicht wirklich Abhilfe leisten. Im Gegenteil: Auch der HSV-Coach wusste schon beim Fällen seiner Entscheidung, dass der Wechsel von Daniel Heuer Fernandes am Sonntag zu Julian Pollersbeck als neue Nummer eins für Aufsehen sorgen würde. Und selbst heute, also zwei Tage nach dem 3:2-Erfolg gegen den SV Wehen Wiesbaden, ist Pollersbeck noch Thema. Ich werde seit Sonntag ununterbrochen gefragt, was zu dieser Entscheidung geführt haben könnte. Und auch bei uns im Blog wird das Thema noch immer diskutiert. Selbst unsere Frage der Woche dreht sich um Pollersbeck - wenn auch im Zusammenhang mit den anderen Wechseln, die Hecking vorgenommen hatte. Und, Achtung Spoiler: Mir fällt die Erklärung dafür nicht einmal schwer. Ganz im Gegenteil. Ich erachte den Torwartwechsel sogar als logisch und Notwendigkeit, wenn man im Saisonendspurt nicht jedes Spiel mit dem selben Handicap starten will.

HSV auf der Suche nach Konstanz

Spiel eins nach dem Nackenschlag gegen den VfB Stuttgart. Im Kampf um den Aufstieg war der Hamburger SV zum Siegen verdammt. Das tat er – allerdings nicht annähernd so souverän wie von vielen erhofft. Auch gegen Wehen-Wiesbaden gelang es den Hamburgern nicht, über neunzig Minuten eine konstante Leistung abzuliefern. Es zeigt sich vielmehr: Kleinste Veränderungen in der Startelf bringen die Balance gehörig durcheinander.

Übernehmt endlich Verantwortung!

Warum geht das nicht? Warum gewinnt der HSV Spiele, die er lange Zeit überlegen gestaltet, nicht einfach mal mit 3:0 oder 4:1 oder sonst irgendwie klar? Diese Fragen stellen mir viele momentan. Und ich muss immer wieder antworten: Das hat der HS doch! Zumindest in der Hinrunde gab es ein 4:0 gegen Nürnberg und Aue, ein 3:0 gegen Hannover und bekanntermaßen auch das 6:2 gegen Stuttgart. In der Rückrunde gab es zu Beginn das 4:1 zuhause gegen Nürnberg und - das wars… Die anderen drei Siege aus den ersten elf Spielen waren vom Verlauf her eher (unnötig) knapp, während die überlegenen Spiele nicht gewonnen wurden. Weder gegen Pauli, noch gegen Fürth - und zuletzt eben auch nicht gegen die direkten Konkurrenten Bielefeld und Stuttgart. Zufall? Eher nicht, behaupte ich.

VfB - HSV: Mut wird belohnt

Im wohl wichtigsten Spiel der Saison die eigene Mannschaft mutig und offensiv einstellen: So viel Chuzpe muss ein Trainer erst einmal haben. Im Spitzenspiel zwischen dem Hamburger SV und dem VfB Stuttgart brachte Dieter Hecking diesen Mut auf. Doch mit dem 0:2 im Rücken entdeckten plötzlich auch die Stuttgarter ihre mutige Seite – und drehten eine verrückte Partie. Die XXL-Analyse.

Das wichtigste Spiel der Saison

Per Charterflieger ging es für die Spieler des HSV heute nach Stuttgart, wo morgen das Spitzenspiel beim VfB Stuttgart stattfindet. Bis auf Jan Gyamerah und Gideon Jung, die in Hamburg Belasttungstests absolvieren, sowie Ewerton kann Trainer Dieter Hecking auf alle Spieler zurückgreifen. Und das wird bei den extrem heimstarken Stuttgartern auch nötig sein. Im eigenen Stadion holte der VfB in 13 Partien bereits 31 Punkte (zehn Siege, ein Remis, zwei Niederlagen). Das bedeutet Platz 1 in der Heimtabelle. Der HSV konnte dagegen auswärts nur eines der letzten zwölf Auswärtsspiele gewinnen (3:1 in Bochum/20. Spieltag). Damit wird es höchste Zeit, beide Statistiken zu drehen - findet auch HSV-Trainer Dieter Hecking, der vor dem Spiel selbstbewusst davon sprach, dass man bestens gerüstet sei. Der Vergleich der beiden Topteams:

Der HSV darf nichts Besonderes sein

Ein sehr guter Bekannter, um nicht Freund zu sagen, arbeitete vor einigen Jahren beim HSV. Damals geriet er in einen sehr positiven sportlichen Kreislauf, den sich der HSV selbst durch interne Streitigkeiten zerschoss. Er bekam hautnah mit, wie groß der Druck auf dem HSV lastet. Heute sagt er: Alles kompletter Irrsinn! Das ganze Getöse um die ach so großen Erwartungen gebe es so gar nicht. Das sei ein Problem, das ausschließlich innerhalb der Hamburger Grenzen zu beobachten sei. Auch heute - aus sicherer Distanz - sagte er: „Bundesweit hat der HSV eh fast immer eine deutlich bessere Wahrnehmung als in der eigenen Stadt und den eigenen Reihen.“ Und das gilt auch heute, wo der HSV gerade darüber fabuliert, wie groß oder eben nicht groß der Druck vor dem wichtigen Topspiel beim VfB Stuttgart doch ist. Mit einer Ausnahme: Trainer Dieter Hecking.

HSV - Bielefeld: Mexican Standoff im Spitzenspiel

Als „Mexican Standoff“ bezeichnet man eine Filmszene, in der sich Kontrahenten mit gezückter Waffe gegenüberstehen, sich aber nicht trauen abzudrücken aus Angst, selbst erschossen zu werden. Der Hamburger SV lieferte sich am Sonntagnachmittag mit Arminia Bielefeld ein solches Standoff. Beide Teams ließen den Ball lange in den eigenen Reihen laufen, ohne allzu viel zu riskieren. Das folgerichtige Ergebnis war ein 0:0, mit dem vor allem die Gäste aus Nordrhein-Westfalen leben können.

Krankenhaus! Kittel droht gegen Bielefeld auszufallen

Das Wichtigste vorweg: Uwe Seeler hat die Hüftoperation gut überstanden und ist auf dem Weg der Besserung. Und diesen Weg will der HSV mit einem Sieg noch gangbarer machen. Wobei es dieses Spiel in sich hat. Im ersten Geisterspiel der HSV-Geschichte im Volksparkstadion kommt es für den HSV gleich zu einem möglicherweise schon vorentscheidenden Topspiel gegen den aktuell Tabellenersten Arminia Bielefeld. Und dieser Bedeutung sind sich tatsächlich alle bewusst. Während Arminen-Coach Uwe Neuhaus die große Chance für seine Bielefelder betont, sich schon entscheidend in Richtung Erstligaaufstieg absetzen zu können, betont HSV-Trainer Dieter Hecking, dass dieses Spiel für seine Mannschaft nur einen kurzweiligen Effekt haben werde. Ein „Zwischenziel“ sei es, den zweiten Tabellenplatz auch nach dem Duell mit den Ostwestfalen zu halten, so Hecking. Und das am besten mit einem Sieg. Auch für Seeler. Logisch.

HSV steht gegen Bielefeld unter Druck

Das Wichtigste gleich vorweg, so sah es auch HSV-Trainer Dieter Hecking, der sich vor Beginn der heutigen Video-Pressekonferenz mit aufbauenden Worten an das mit einem Hüftbruch im Krankenhaus liegende HSV-Idol Uwe Seeler wendete. „Von der Mannschaft, vom Trainerstab, von der sportlichen Leistung die besten Genesungswünsche. Uwe, bleib aufrecht! Du schaffst das. Wir sind in Gedanken bei Dir“, sagte der 55 Jahre alte Coach und versprach, dass er zusammen mit der Mannschaft am Sonntag im Spitzenspiel gegen Arminia Bielefeld alles dafür tun werde, mit einem Sieg zur Genesung beizutragen. Wie schwer das wird brauchte er dabei gar nicht zu betonen. Dennoch sagte er: „Arminia hat eine wahnsinnig geschlossene Mannschaft und es ausgenutzt, dass man sie eine Weile lang nicht so auf den Schirm hatte. Darüber hinaus verfügen sie über individuelle Qualität“, so der HSV-Coach, der insbesondere vor Bielfelds Torjäger Klos warnte, die fußballerischen Fähigkeiten von Keeper Ortega hervorhob und zudem nette Worte für seinen Kollegen Uwe Neuhaus fand. Er würde es dem Bielefeld-Coach gönnen, in der kommenden Saison in der ersten Liga zu trainieren. Das habe er sich verdient, so Hecking über seinen Trainerkollegen, der auswärts in dieser Saison erst eine Niederlage hinnehmen musste.

Augen zu - und durch...

Vatertag - damit haben bei den HSV-Profis nur die wenigsten zu tun. Von daher war es für niemanden heute ein großes Problem, statt mit Bollerwagen durch die Gegend zu ziehen auf dem Platz zu stehen. Auch nicht für Trainer Dieter Hecking, dessen Sohn ihm am Sonntag auf der gegnerischen Seite gegenübersteht. Als Chefscout arbeitet Sohnemann Jonas für Arminia Bielefeld und wird versuchen, zuhause noch mal alles aus Vater Dieter herauszuholen, was dem Tabellenführer am Sonntag helfen kann. Auf der anderen Seite versucht Trainer Dieter Hecking seinerseits, alles aus der Mannschaft herauszuholen - und dabei setzt er auf Konstanz. Zumindest stellte er heute im Training wieder so auf, wie zuletzt in Fürth. Daniel Heuer Fernandes im Tor, davor Josha Vagnoman, Timo Letschert, Jordan Beyer und Tim Leibold erneut in der Viererkette. Im Angriff stünden Jairo, Joel Pohjanpalo und Bakery Jatta auf dem Platz. Wobei Hecking hier während des Trainings eine Änderung vornahm und Lukas Hinterseer anstelle Pohjanpalos in der Sturmspitze spielen ließ. Soll heißen: Auch im Mittelfeldzentrum setzt der HSV-Trainer erneut auf sein Dreigestirn Fein/Dudziak/Hunt, das in Fürth nicht gut funktioniert hat. Sage ich. Der Trainer und viele andere sahen das anders. Ganz offensichtlich.

In der Luft geht dem HSV die Puste aus

50 Tore hat der HSV in dieser Saison geschossen. Auch in Fürth gab es zum Auftakt gleich zwei Treffer. Und obwohl man schon jetzt fünf Tore mehr erzielt hat als in der gesamten Vorsaison, sind es doch noch immer zu wenige Tore, um in der Tabelle nach ganz oben zu klettern. Wobei ich behaupte, dass die geschossenen Tore trotz der vielen ausgelassenen guten Gelegenheiten am Ende locker hätten reichen müssen, um in der Tabelle ganz oben zu stehen. Allein Bielefeld hat mit +26 ein um sechs Treffer besseres Torverhältnis. Und das größte Problem sind meiner Meinung nach auch nicht die ausgelassenen Torchancen. Es sind vielmehr die zu vielen unnötigen Gegentore. 30-mal musste HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes bislang schon hinter sich greifen. davon allein achtmal nach Standardsituationen. Wobei man hier bei der Beschreibung der Problematik durchaus den Gegentreffer vom Sonntag in der Nachspielzeit nehmen kann.

Wenn Vertrauen zum Problem wird

Dieter Hecking hat eine große Gabe: Ruhe. Der HSV-Trainer ist abgesehen vom Spielfeldrand eher schwer aus der Ruhe zu bringen. Und das demonstriert er. Im Training, bei Pressekonferenzen - eigentlich fast immer. Auch nach dem bitteren, späten Ausgleichstreffer gegen Fürth suchte Hecking das Positive am Spiel. Und er fand es auch. Die zweite Halbzeit, die Fitness - vieles habe schon gepasst, so ärgerlich der späte Ausgleich auch gewesen sei. Und auch sonst gilt für den HSV-Trainer, dass er eine hohe Verlässlichkeit nicht nur einfordert, sondern sie auch lebt. Auch mannschaftsintern. Wobei ich genau da ein Problem sehe. Denn zu einem wichtigen Spieler zu halten, kann sehr wichtig sein. Seinen Führungskräften zu vertrauen, kann letztlich auch der entscheidende Impuls sein, große Titel zu gewinnen. Ich bin auch bis heute tatsächlich ein großer Freund davon. Es ist aber leider auch immer nur ein schmaler Grat zwischen produktiven Vertrauensbeweisen und Sturheit, die letztlich kontraproduktiv wird.

Trotz Corona: Beim HSV ist alles beim Alten

Über zwei Monate war es her, seit der Hamburger SV zum letzten Mal ein Pflichtspiel bestritten hatte. Der Anpfiff zum Auswärtsspiel bei Greuther Fürth beendete die erzwungene Saisonpause. Wer nun erwartet hatte, nach dieser langen Pause eine gänzlich neue HSV-Mannschaft auf dem Rasen zu sehen, wurde enttäuscht. Auch nach der Corona-Pause zeichnet den HSV Kontinuität aus – im Guten wie im Schlechten.

Plant Hecking die große Überraschung?

Der Ball rollt. Zwar heute noch nicht für den HSV, aber zumindest schon einmal in den Bundesligen. Und normalerweise würden wir Euch heute wie sonst einen Vergleich mit dem bevorstehenden Gegner Greuther Fürth (Sonntag, 13.30 Uhr, Sportpark Ronhof) anbieten. Aber bis auf die üblichen Rahmendaten kann man heute nichts wirklich seriös vergleichen. Dafür war die Pause einfach zu lang. „Wir gehen auf eine Reise ins Ungewisse“, sagte Dieter Hecking - und damit meinte er den gesamten Ligabetrieb. Selbst für die eigenen Reihen kann der HSV-Coach derzeit nur von „einem Gefühl“ sprechen. Wie formstark sich seine Mannschaft präsentieren kann, kann auch Hecking nicht vorhersehen geschweige denn vorhersagen. Die neun Wochen ohne Spielbetrieb haben Spuren hinterlassen - oder besser gesagt: Sie haben jede Spur verwischt, die für seriöse Prognosen geeignet wäre.
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Deshalb ist Pollersbeck der Richtige

Natürlich war es überraschend. Von daher konnte Dieter Hecking mit seiner Antwort „weil ich es eben so entschieden habe“ und dass es eine ganz normale Maßnahme gewesen sei nicht wirklich Abhilfe leisten. Im Gegenteil: Auch der HSV-Coach wusste schon beim Fällen seiner Entscheidung, dass der Wechsel von Daniel Heuer Fernandes am Sonntag zu Julian Pollersbeck als neue Nummer eins für Aufsehen sorgen würde. Und selbst heute, also zwei Tage nach dem 3:2-Erfolg gegen den SV Wehen Wiesbaden, ist Pollersbeck noch Thema. Ich werde seit Sonntag ununterbrochen gefragt, was zu dieser Entscheidung geführt haben könnte. Und auch bei uns im Blog wird das Thema noch immer diskutiert. Selbst unsere Frage der Woche dreht sich um Pollersbeck - wenn auch im Zusammenhang mit den anderen Wechseln, die Hecking vorgenommen hatte. Und, Achtung Spoiler: Mir fällt die Erklärung dafür nicht einmal schwer. Ganz im Gegenteil. Ich erachte den Torwartwechsel sogar als logisch und Notwendigkeit, wenn man im Saisonendspurt nicht jedes Spiel mit dem selben Handicap starten will.

HSV auf der Suche nach Konstanz

Spiel eins nach dem Nackenschlag gegen den VfB Stuttgart. Im Kampf um den Aufstieg war der Hamburger SV zum Siegen verdammt. Das tat er – allerdings nicht annähernd so souverän wie von vielen erhofft. Auch gegen Wehen-Wiesbaden gelang es den Hamburgern nicht, über neunzig Minuten eine konstante Leistung abzuliefern. Es zeigt sich vielmehr: Kleinste Veränderungen in der Startelf bringen die Balance gehörig durcheinander.

Übernehmt endlich Verantwortung!

Warum geht das nicht? Warum gewinnt der HSV Spiele, die er lange Zeit überlegen gestaltet, nicht einfach mal mit 3:0 oder 4:1 oder sonst irgendwie klar? Diese Fragen stellen mir viele momentan. Und ich muss immer wieder antworten: Das hat der HS doch! Zumindest in der Hinrunde gab es ein 4:0 gegen Nürnberg und Aue, ein 3:0 gegen Hannover und bekanntermaßen auch das 6:2 gegen Stuttgart. In der Rückrunde gab es zu Beginn das 4:1 zuhause gegen Nürnberg und - das wars… Die anderen drei Siege aus den ersten elf Spielen waren vom Verlauf her eher (unnötig) knapp, während die überlegenen Spiele nicht gewonnen wurden. Weder gegen Pauli, noch gegen Fürth - und zuletzt eben auch nicht gegen die direkten Konkurrenten Bielefeld und Stuttgart. Zufall? Eher nicht, behaupte ich.

VfB - HSV: Mut wird belohnt

Im wohl wichtigsten Spiel der Saison die eigene Mannschaft mutig und offensiv einstellen: So viel Chuzpe muss ein Trainer erst einmal haben. Im Spitzenspiel zwischen dem Hamburger SV und dem VfB Stuttgart brachte Dieter Hecking diesen Mut auf. Doch mit dem 0:2 im Rücken entdeckten plötzlich auch die Stuttgarter ihre mutige Seite – und drehten eine verrückte Partie. Die XXL-Analyse.

Das wichtigste Spiel der Saison

Per Charterflieger ging es für die Spieler des HSV heute nach Stuttgart, wo morgen das Spitzenspiel beim VfB Stuttgart stattfindet. Bis auf Jan Gyamerah und Gideon Jung, die in Hamburg Belasttungstests absolvieren, sowie Ewerton kann Trainer Dieter Hecking auf alle Spieler zurückgreifen. Und das wird bei den extrem heimstarken Stuttgartern auch nötig sein. Im eigenen Stadion holte der VfB in 13 Partien bereits 31 Punkte (zehn Siege, ein Remis, zwei Niederlagen). Das bedeutet Platz 1 in der Heimtabelle. Der HSV konnte dagegen auswärts nur eines der letzten zwölf Auswärtsspiele gewinnen (3:1 in Bochum/20. Spieltag). Damit wird es höchste Zeit, beide Statistiken zu drehen - findet auch HSV-Trainer Dieter Hecking, der vor dem Spiel selbstbewusst davon sprach, dass man bestens gerüstet sei. Der Vergleich der beiden Topteams:

Der HSV darf nichts Besonderes sein

Ein sehr guter Bekannter, um nicht Freund zu sagen, arbeitete vor einigen Jahren beim HSV. Damals geriet er in einen sehr positiven sportlichen Kreislauf, den sich der HSV selbst durch interne Streitigkeiten zerschoss. Er bekam hautnah mit, wie groß der Druck auf dem HSV lastet. Heute sagt er: Alles kompletter Irrsinn! Das ganze Getöse um die ach so großen Erwartungen gebe es so gar nicht. Das sei ein Problem, das ausschließlich innerhalb der Hamburger Grenzen zu beobachten sei. Auch heute - aus sicherer Distanz - sagte er: „Bundesweit hat der HSV eh fast immer eine deutlich bessere Wahrnehmung als in der eigenen Stadt und den eigenen Reihen.“ Und das gilt auch heute, wo der HSV gerade darüber fabuliert, wie groß oder eben nicht groß der Druck vor dem wichtigen Topspiel beim VfB Stuttgart doch ist. Mit einer Ausnahme: Trainer Dieter Hecking.

HSV - Bielefeld: Mexican Standoff im Spitzenspiel

Als „Mexican Standoff“ bezeichnet man eine Filmszene, in der sich Kontrahenten mit gezückter Waffe gegenüberstehen, sich aber nicht trauen abzudrücken aus Angst, selbst erschossen zu werden. Der Hamburger SV lieferte sich am Sonntagnachmittag mit Arminia Bielefeld ein solches Standoff. Beide Teams ließen den Ball lange in den eigenen Reihen laufen, ohne allzu viel zu riskieren. Das folgerichtige Ergebnis war ein 0:0, mit dem vor allem die Gäste aus Nordrhein-Westfalen leben können.

Krankenhaus! Kittel droht gegen Bielefeld auszufallen

Das Wichtigste vorweg: Uwe Seeler hat die Hüftoperation gut überstanden und ist auf dem Weg der Besserung. Und diesen Weg will der HSV mit einem Sieg noch gangbarer machen. Wobei es dieses Spiel in sich hat. Im ersten Geisterspiel der HSV-Geschichte im Volksparkstadion kommt es für den HSV gleich zu einem möglicherweise schon vorentscheidenden Topspiel gegen den aktuell Tabellenersten Arminia Bielefeld. Und dieser Bedeutung sind sich tatsächlich alle bewusst. Während Arminen-Coach Uwe Neuhaus die große Chance für seine Bielefelder betont, sich schon entscheidend in Richtung Erstligaaufstieg absetzen zu können, betont HSV-Trainer Dieter Hecking, dass dieses Spiel für seine Mannschaft nur einen kurzweiligen Effekt haben werde. Ein „Zwischenziel“ sei es, den zweiten Tabellenplatz auch nach dem Duell mit den Ostwestfalen zu halten, so Hecking. Und das am besten mit einem Sieg. Auch für Seeler. Logisch.

HSV steht gegen Bielefeld unter Druck

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Augen zu - und durch...

Vatertag - damit haben bei den HSV-Profis nur die wenigsten zu tun. Von daher war es für niemanden heute ein großes Problem, statt mit Bollerwagen durch die Gegend zu ziehen auf dem Platz zu stehen. Auch nicht für Trainer Dieter Hecking, dessen Sohn ihm am Sonntag auf der gegnerischen Seite gegenübersteht. Als Chefscout arbeitet Sohnemann Jonas für Arminia Bielefeld und wird versuchen, zuhause noch mal alles aus Vater Dieter herauszuholen, was dem Tabellenführer am Sonntag helfen kann. Auf der anderen Seite versucht Trainer Dieter Hecking seinerseits, alles aus der Mannschaft herauszuholen - und dabei setzt er auf Konstanz. Zumindest stellte er heute im Training wieder so auf, wie zuletzt in Fürth. Daniel Heuer Fernandes im Tor, davor Josha Vagnoman, Timo Letschert, Jordan Beyer und Tim Leibold erneut in der Viererkette. Im Angriff stünden Jairo, Joel Pohjanpalo und Bakery Jatta auf dem Platz. Wobei Hecking hier während des Trainings eine Änderung vornahm und Lukas Hinterseer anstelle Pohjanpalos in der Sturmspitze spielen ließ. Soll heißen: Auch im Mittelfeldzentrum setzt der HSV-Trainer erneut auf sein Dreigestirn Fein/Dudziak/Hunt, das in Fürth nicht gut funktioniert hat. Sage ich. Der Trainer und viele andere sahen das anders. Ganz offensichtlich.

In der Luft geht dem HSV die Puste aus

50 Tore hat der HSV in dieser Saison geschossen. Auch in Fürth gab es zum Auftakt gleich zwei Treffer. Und obwohl man schon jetzt fünf Tore mehr erzielt hat als in der gesamten Vorsaison, sind es doch noch immer zu wenige Tore, um in der Tabelle nach ganz oben zu klettern. Wobei ich behaupte, dass die geschossenen Tore trotz der vielen ausgelassenen guten Gelegenheiten am Ende locker hätten reichen müssen, um in der Tabelle ganz oben zu stehen. Allein Bielefeld hat mit +26 ein um sechs Treffer besseres Torverhältnis. Und das größte Problem sind meiner Meinung nach auch nicht die ausgelassenen Torchancen. Es sind vielmehr die zu vielen unnötigen Gegentore. 30-mal musste HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes bislang schon hinter sich greifen. davon allein achtmal nach Standardsituationen. Wobei man hier bei der Beschreibung der Problematik durchaus den Gegentreffer vom Sonntag in der Nachspielzeit nehmen kann.

Wenn Vertrauen zum Problem wird

Dieter Hecking hat eine große Gabe: Ruhe. Der HSV-Trainer ist abgesehen vom Spielfeldrand eher schwer aus der Ruhe zu bringen. Und das demonstriert er. Im Training, bei Pressekonferenzen - eigentlich fast immer. Auch nach dem bitteren, späten Ausgleichstreffer gegen Fürth suchte Hecking das Positive am Spiel. Und er fand es auch. Die zweite Halbzeit, die Fitness - vieles habe schon gepasst, so ärgerlich der späte Ausgleich auch gewesen sei. Und auch sonst gilt für den HSV-Trainer, dass er eine hohe Verlässlichkeit nicht nur einfordert, sondern sie auch lebt. Auch mannschaftsintern. Wobei ich genau da ein Problem sehe. Denn zu einem wichtigen Spieler zu halten, kann sehr wichtig sein. Seinen Führungskräften zu vertrauen, kann letztlich auch der entscheidende Impuls sein, große Titel zu gewinnen. Ich bin auch bis heute tatsächlich ein großer Freund davon. Es ist aber leider auch immer nur ein schmaler Grat zwischen produktiven Vertrauensbeweisen und Sturheit, die letztlich kontraproduktiv wird.

Trotz Corona: Beim HSV ist alles beim Alten

Über zwei Monate war es her, seit der Hamburger SV zum letzten Mal ein Pflichtspiel bestritten hatte. Der Anpfiff zum Auswärtsspiel bei Greuther Fürth beendete die erzwungene Saisonpause. Wer nun erwartet hatte, nach dieser langen Pause eine gänzlich neue HSV-Mannschaft auf dem Rasen zu sehen, wurde enttäuscht. Auch nach der Corona-Pause zeichnet den HSV Kontinuität aus – im Guten wie im Schlechten.

Plant Hecking die große Überraschung?

Der Ball rollt. Zwar heute noch nicht für den HSV, aber zumindest schon einmal in den Bundesligen. Und normalerweise würden wir Euch heute wie sonst einen Vergleich mit dem bevorstehenden Gegner Greuther Fürth (Sonntag, 13.30 Uhr, Sportpark Ronhof) anbieten. Aber bis auf die üblichen Rahmendaten kann man heute nichts wirklich seriös vergleichen. Dafür war die Pause einfach zu lang. „Wir gehen auf eine Reise ins Ungewisse“, sagte Dieter Hecking - und damit meinte er den gesamten Ligabetrieb. Selbst für die eigenen Reihen kann der HSV-Coach derzeit nur von „einem Gefühl“ sprechen. Wie formstark sich seine Mannschaft präsentieren kann, kann auch Hecking nicht vorhersehen geschweige denn vorhersagen. Die neun Wochen ohne Spielbetrieb haben Spuren hinterlassen - oder besser gesagt: Sie haben jede Spur verwischt, die für seriöse Prognosen geeignet wäre.

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Über uns

Die Rautenperle - das ist ein Team aus jungen Medienschaffenden und Sportjournalisten mit großer Affinität zum HSV. Wir sind 24/7 bei den Rothosen am Ball und produzieren frischen Content für Rautenliebhaber.

Unser Ziel ist es, moderne, unabhängige Berichterstattung und attraktiven, journalistischen Content für junge und jung gebliebene HSV-Anhänger zu bieten. Wichtig ist uns dabei, eine neue Art des Sportjournalismus zu präsentieren: dynamisch, zeitgemäß, zielgruppengerecht. Weg von verstaubten Zeitungsspalten und immergleichen Phrasen.

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