HSV vs. Heidenheim - ein ungleiches Duell auf Augenhöhe

Viel sagen musste der Trainer vor dem Spiel beim FC Heidenheim nicht. Die Tabellenkonstellation allein gibt schon vor, was zwingend erforderlich ist. Heute im Training musste Hannes Wolf daher auch nur verhältnismäßig wenig sagen - abgesehen von den Erklärungen zu den veranstalteten Übungsformen, die gut aussahen. Standards inklusive schnelles Umschalten standen heute auf dem Plan. Und das funktionierte gut. Die Flanken kamen scharf heriengeflogen, im Zentrum gab es Abnehmer - und die zwangen den Keeper immer wieder zu Glanzparaden.

Hwang vor Comeback - Gyamerah kommt bis 2022

Geht man nur nach dem Training, sieht s so aus, als würde der HSV wie in der zweiten Halbzeit nach Santos’ Auswechslung beginnen.  Also auch mit Josh Vagnoman als Linksverteidiger. „Es gibt mehrere Optionen“, sagt Hannes Wolf,  „zum Beispiel auch Khaled Narey, der das oft gespielt hat. Auch das könnte eine Option sein, da er es schon sehr viel gespielt hat.“ Josha  Vagnoman ist ein ernsthafter Kandidat, obgleich es seine Bundesligapremiere als Linksverteidiger von Beginn an wäre. Das erste und bislang (logischerweise) letzte Mal als Linksverteidiger spielte er nach seiner Einwechslung am Montag gegen Dresden. „Josha Vagnoman hat es nach seiner Einwechslung auch gut gemacht“, lobt Wolf und hält den Konkurrenzdruck hoch, „er hinterlässt auch im Training einen stabilen Eindruck. Er interpretiert es anders als Gideon - aber er hat Power, kann verteidigen und hat die Körperlichkeit. Natürlich kann er spielen. Aber auch Josh müsste sich bis an die Decke strecken, damit wir da erfolgreich sein können.“

Tiefer Gegner, zähes Ringen

Hamburgs 1:0-Erfolg über Dynamo Dresden erinnert an die Zeiten unter Christian Titz – im Guten wie im Schlechten. In unserer Taktikanalyse blicken wir auf die Partie und erklären, wieso Dresden derart schwer zu knacken war. Fußball kann manchmal spektakulär sein wie ein Sylvester-Feuerwerk. Manchmal ist es jedoch auch zäh wie ein Mittwoch auf der Arbeit. Die Partie zwischen dem Hamburger SV und Dynamo Dresden bot wahrlich kein Spektakel. Dafür waren in erster Linie die Dresdner verantwortlich, die mit ihrer defensiven Taktik dem HSV das Leben schwer machten.

„Heidenheim ist die schwerste Aufgabe, die es aktuell gibt“

99 Tage in Folge ist der HSV nun (Stand 12.02.2019) Tabellenführer. Und das seit gestern auch wieder mit sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz drei. Auf den Tabellenzweiten, den 1. FC Köln, sind es ebenfalls vier Punkte. Allerdings haben die Kölner am 27. Februar noch ein Nachholspiel gegen Erzgebirge Aue, das sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch für sich entscheiden werden. Ergo: Ein Punkt Vorsprung auf Köln, das ist dünn. Aber der erste Platz min der Tabelle wäre für mich am Ende eher nebensächlich, solange sich der HSV und Köln die beiden ersten Plätze irgendwie aufteilen und damit direkt aufsteigen. Und ich bin  mir sicher, das wird den allermeisten ähnlich gehen. „Wir wissen, dass das noch ein sehr weiter Weg für uns wird“, so Trainer Hannes Wolf heute. Wobei, heute? Nein, eigentlich ist das bei Wolf ja nicht nur heute so, sondern immer. Immer wieder aufs Neue warnt er vor falscher Zufriedenheit, da er befürchtet, irgendwann könnte irgendwer die Überlegenheit des HSV als selbstverständlich nehmen und dadurch unnötig Fehler machen.

1:0-Sieg gegen Dynamo - Torwartfehler bricht den Bann

Knapp 7000 Fans aus Dresden heizten im Volksparkstadion ein, wie es Auswärtsfans in Hamburg in den letzten Jahren nur sehr wenige geschafft hatten. Sie verwandelten das  mit 46.924 Zuschauern gut besuchte Volksparkstadion im direkten Fan-Duell mit den nicht minder lauten Hamburgern in einen Hexenkessel, der Erstligareif war. Und auch das Spiel, das der HSV am Ende dank eines Torwartfehlers der Dresdner knapp mit 1:0 für sich entscheiden konnte, begann gut. Siegtotrschütze Lewis Holtby nach dem Spiel: "Es war ein Arbeitssieg. Ich bin froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Dresden hat im 5-4-1 agiert und stand sehr tief. Wir waren sehr geduldig, hatten einen hohen Ballbesitz-Anteil und haben den Gegner letztendlich müde gespielt. Lange hat der entscheidende Pass gefehlt, aber am Ende hatte ich das Glück auf meiner Seite. Es geht nur um die Punkte, nicht um einen Schönheitswettbewerb."

Im Viertelfinale nach Paderborn - aber vorher kommt Dresden

„Douglas Santos, Pierre-Michel Lasogga und Gideon Jung haben alle trainiert und sind damit fit für das Spiel gegen Dresden.“ Mit dem ersten Satz hatte Hannes Wolf die wichtigste Frage gleich beantwortet. Alle drei Spieler werden also morgen Abend gegen Dynamo Dresden (20.30 Uhr, Volksparkstadion) auch spielen können. Und alles andere als alle drei in der Startelf wäre eine große Überraschung. Soll heißen: Auch Fiete Arp wird seinen Platz vom Nürnberg-Spiel aller Voraussicht nach trotz der anschließenden Komplimente zunächst einmal räumen müssen. Zumindest deutet alles darauf hin. Wolf selbst lobte Lasogga heute auch noch mal explizit: „Er hat es vor seiner Verletzung sehr gut gemacht, hilft uns nicht nur mit seinen Toren, sondern auch mit seiner Präsenz bei Standards gegen uns.“

Lasogga fit für Dresden - Arp imponiert

Das ist doch gut. Dann gewinnen wir. Sicher!“ Worte eines absoluten Fachmannes, die ich gern glauben würde. Und auch sonst machte der ca. sechs Jahre junge HSV-Fan am Trainingsrand heute gute Bemerkungen. Immer wieder erklärte er seinem Vater, weshalb die Rückkehr von Pierre Michel Lasogga für den HSV am Montag gegen Dynamo Dresden einer Sieggarantie gleichkommt. Dass er nach Trainingsende ein gemeinsames Selfie mit dem Angreifer bekam - Ehrensache. Für Lasogga, der seinem Fan auch gleich noch dessen HSV-Trikot signierte. Und tatsächlich sah nicht nur das gut aus, sondern auch die kurze Einheit davor. Auch und vor allem bei Lasogga. Denn der Angreifer wirkte hochmotiviert. Er schoss aus allen Lagen, und er traf auch. Seinem Einsatz am Montag steht nichts mehr im Wege.

Und der Verlierer ist...

Der HSV ist für Krisen durchaus bekannt. In den letzten Jahren gab es genug davon. Oder besser: es gibt sie noch. Und eine weitere löste  die gestrige „BILD“-Geschichte über den feststehenden Wechsel von Fiete Arp zum FC Bayern aus. Am Vormittag hieß es zunächst, es würde eine Verlautbarung im Laufe des Tages geben. Oder eben ein Gesprächstermin. Am späten Nachmittag war von beiden Varianten nichts zu sehen bzw. zu lesen. Erst um 17.20 Uhr vermeldete der NDR dann, dass Arps Verkauf an den FC Bayern vom HSV offiziell bestätigt worden sei. Wer es dem NDR erzählt hatte? Offen. War am Ende aber auch egal, denn um 18 Uhr kam dann folgende offizielle Meldung...

Der Erstligist mit der Zweitligataktik

Über 60% Ballbesitz, 20:1 Torschüsse: Der Hamburger SV siegte im DFB-Pokal-Achtelfinale souverän gegen den 1. FC Nürnberg. Unser Taktikanalyst Tobias Escher erklärt, wieso Hannes Wolfs Team die Partie derart dominierte – und wieso sie trotzdem nur ein Tor schossen. Wenn im DFB-Pokal ein Erstligist auf einen unterklassigen Klub trifft, ist das zumeist eine undankbare Aufgabe. Der unterklassige Klub verbarrikadiert sich häufig in der eigenen Hälfte, und selbst wenn man die gegnerische Mauer knackt, erhält man selten Lob von den Fans und Medien – ein Sieg gegen einen unterklassigen Gegner sei schließlich Pflicht! Das Spiel des Hamburger SV gegen den 1. FC Nürnberg war insofern ein besonderer Kick: Nicht nur, dass der Tabellenführer der Zweiten Liga als leichter Favorit in die Partie ging. Es war am Ende der Siebzehnte der Ersten Liga, der eine Taktik spielte, die normalerweise das unterklassige Team wählt.

Wolf warnt vor Euphorie: "In der Liga zwei von drei Spielen verloren!"

„Ich dachte, es kommen nur so viele, wenn wir verloren haben“, scherzte Hannes Wolf heute, sichtlich gut gelaunt. Er wusste, dass das Spiel gegen Nürnberg neben dem Weiterkommen und den Mehreinnahmen sehr viele positive Aspekte hatte.

Hochverdient ins Viertelfinale - der HSV schlägt Nürnberg mit 1:0

Am Ende hielt es die Zuschauer nicht mehr auf ihren Plätzen. Bei der Auswechslung Bakery Jattas standen sie auf und blieben einfach stehen, bis das Spiel gegen den 1. FC Nürnberg von Schiedsrichter Harm Osmers nach drei Minuten Nachspielzeit endlich abgepfiffen worden war. „Endlich“, weil das Spiel wirklich nichts für Feinschmecker war - wobei die Schuld dafür zu 90 Prozent beim erschütternden Gegner aus Nürnberg zu suchen war, der in der 92. Minute seine erste halbwegs gefährliche Torschuss-Situation hatte. Aber vor allem auch, weil der HSV seine dünne 1:0-Führung durch den Treffer von Berkay Özcan in der 54. Minute so über die Zeit gebracht hatte.

Zu zehnt lässt sich kein Pressing spielen

Eine frühe Rote Karte wirbelt den taktischen Plan des Hamburger SV durcheinander. Unser Taktikanalyst erklärt, wie Wolfs eigentlicher Plan aussah – und wieso dieser nach der frühen Rote Karte nicht mehr aufging. „Ja, mach nur einen Plan, sei nur ein großes Licht! Und mach dann noch 'nen zweiten Plan. Geh‘n tun sie beide nicht.“ Das Zitat von Bertolt Brecht beschreibt die Misere, in der sich der HSV beim Spiel gegen Arminia Bielefeld befand. HSV-Coach Hannes Wolf hatte den Gegner intensiv beobachtet und einen detaillierten Matchplan entworfen. Nach der Roten Karte gegen Gotoku Sakai (12.) war der Plan jedoch zerstört – und damit auch das HSV-Spiel.

Personalnot zur Unzeit

Mit Beginn der heutigen Pressekonferenz hatte HSV-Trainer Hannes Wolf zur Abwechslung auch einmal eine Bitte an die Journalisten. Als er nach den Namen derjenigen Spieler gefragt wurde, die angeschlagen oder verletzt sind, fragte Wolf nach Unterstützung, falls er einen vergessen würde. Und tatsächlich präsentierte Wolf dann eine ganze Latte von Namen, die Verletzungen haben. Dass Aaron Hunt und Hee Chan Hwang mit ihren Muskelverletzungen noch einige Zeit ausfallen werden, ist bereits bekannt.

0:2 in Bielefeld - es lief schon vor dem Spiel nicht

„Scheißegal“, sagte Andreas Voglsammer nach dem Spiel, als er auf seinen umstrittenen Treffer zum 1:0 angesprochen wurde. Er sei vom Schiedsrichter auch gefragt worden, ob er bei seinem hohen Bein Gegenspieler Orel Mangala getroffen habe - aber er wusste es einfach nicht. Daher eben „scheißegal“, so der Bielefelder Angreifer, der auch an der Roten Karte für Gotoku Sakai maßgeblich beteiligt war. In der 12. Minute schon musste der Japaner nach einer Notbremse an eben jenem Voglsammer vom Platz.

Taktik-Check: Nach Sandhausen ist vor Bielefeld

Der Januar beflügelt stets die Fantasie der Fans. Schließlich bietet die Winterpause die große Gelegenheit, dass sich der Lieblingsklub neu aufstellt. Neue Spieler, neue Taktik, bessere Ergebnisse: Alles scheint möglich. Im Falle des Hamburger SV fiel die Erneuerung in der Winterpause recht klein aus. Unser Taktikfuchs Tobias Escher analysiert, an welchen Stellschrauben Hannes Wolf gedreht hat und wie die Chancen gegen Bielefeld stehen.

Bloß nicht an rosa Elefanten denken...

Es ist ein entspannendes Gefühl, wenn die Konkurrenz nachlegen muss. Umso mehr, wenn sich die Konkurrenz wie am heutigen Abend gegenseitig die Punkte abnimmt. Köln muss heute Abend bei Union Berlin ran und könnte den Rückstand als Tabellenzweiter von heute vier auf dann nur noch einen Punkt verkürzen. Klingt erstmal nicht so doll - aber auf der anderen Seite würde der HSV in dem Fall weiter neun Punkte Vorsprung auf die Berliner haben, die Rang vier belegen. Insofern wäre ein Unentschieden heute Abend sicher das Beste, was dem HSV passieren könnte, denn dann würde man auf beide Kontrahenten im Aufstiegskampf zwei Plätze gutmachen. Aber egal wie: Es wird mir eine Freude sein, das Spiel heute Abend vor dem TV zu verfolgen. Entspannt und mit Füße hoch, weil der HSV gestern seine Hausaufgaben gemacht hat.

2:1 gegen Sandhausen - der HSV startet mit Sieg

„Wir wollen sofort gut spielen und gewinnen, nicht erst in ein paar Wochen“, hatte Trainer Hannes Wolf vor dem Auftakt 2019 gegen den SV Sandhausen gefordert. Seine Mannschaft setzte das über weite Teile des Spieles auch um und gewann vor 36.564 Zuschauern (Negativrekord) verdient gegen einen Gegner, der erschreckend harmlos auftrat. Pierre Michel Lasogga war es, der mit seinen Zweitligatreffern Nummer acht und neun in dieser Saison das Spiel entschied. Trainer Hannes Wolf: „Wir haben eine gute 1. Halbzeit gespielt, auch wenn oft die finale Aktion, der finale Pass, der finale Schuss gefehlt haben. Die 2. Halbzeit war dann nicht mehr so sauber von uns. Das Spiel ist dadurch eng geblieben. Es ist nie leicht, das erste Spiel des Jahres nach einer Vorbereitung zu gewinnen. Wenn wir uns heute dennoch etwas vorwerfen müssen, dann dass wir aus den vielen guten Chancen kein Kapital in Form von mehr Toren geschlagen haben.“
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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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