Bundesliga

Zwischenzeugnis: Unbefriedigend

Das Training war sehr monothematisch angelegt. Passspiel stand auf dem Plan. Ewas, was ein Profi-Trainer wie Hannes Wolf normalerweise bei seinen Spielern voraussetzen darf. Vom ersten bis zum letzten Spieler im Kader. Allerdings schien seine Mannschaft gegen den FC St. Gallen gerade im Passspiel große Probleme zu haben. Rückblick: Es waren gerade zehn Minuten im ersten Testspiel 2019 gespielt, da sagte ich zu meinen Kollegen Kai Schiller und Simon Braasch, dass es mich verwundere, wie sicher Gotoku Sakai auf der Sechs als ständiger Anspielpunkt agierte. Der Japaner war ständig anspielbar unnd erteilte die Bälle sicher. Und damit bezweife ich nicht, dass er generell die technischen Fähigkeiten dafür hat. Nein, vielmehr ging es mir darum, dass der Japaner in den letzten Monaten oft Probleme hatte, seinerseits Sicherheit auszustrahlen. Und das auf der deutlich seltener frequentierten rechten Abwehrseite.

Holtby über seine Kritiker: „Irgendwann ist es auch mal gut!“

Wintervorbereitungen haben immer sowas von Zusammenkünften aller Profifußballer. In Belek waren es auf kurzer Distanz teilweise bis zu 40 Profimannschaften, die sich zeitgleich vorbereiteten. hier in La Manga ist der HSV vergleichsweise spät dran. Aber es reicht noch immer, um Heidenheim, Pauli, Kiel, St. Gallen, Lugano direkt vor der Haustür zu wissen - und auch sonst viele interessante Persönlichkeiten. Allein heute schaute der ehemalige Cotrainer von Ottmar Hitzfeld, Michael Henke beispielsweise, am Trainingsplatz vorbei und unterhielt sich angeregt mit dem einen oder anderen Spielerberater wie Beispielswiese Maikel Stevens, dem Sohn vom ehemaligen HSV-Trainer Huub Stevens.

Auf ein noch schöneres 2019, mit...

Heute ist Silvester. Der Tag, an dem man letztmalig noch tolle Vorsätze für das neue Jahr mit auf den Weg geben kann. Und der Tag, an dem man noch einmal kurz zurück - aber dann vor allem vorausschauen sollte. Und das machen wir heute genauso. Kurz und bündig (am Ende ist es doch etwas länger geworden…) - aber vor allem nach vorn gerichtet, ehe es am 2. Januar mit dem offensiven Mittelfeld und am Donnerstag dann mit dem Angriff noch einmal Rückblenden geben wird. Von daher hier erst einmal meine Liste mit all dem, was uns das Jahr 2019 bis zum Saisonende noch bringen soll.

Im defensiven Mittelfeld ist der HSV gut aufgestellt

Als ich las, dass sein schwierigster Moment der Moment war, als er realisierte, mit dem HSV erstmals abgestiegen zu sein, hatte ich keinen Zweifel daran, dass Gotoku Sakai es ehrlich meinte. Normalerweise steckt in derlei Aussagen immer auch viel Populismus. Immerhin wollen HSV-Fans sowas nur zu gern lesen und der Spieler untermauert damit noch einmal, wie wichtig auch ihm der Klub sei. Er steigt so in der Gunst der Anhänger. Es ist oft so ernst zu nehmen, wie nach Toren auf das Vereinswappen zu zeigen, es innig und demonstrativ vor der Fankurve zu küssen - und dann doch beim nächstbesten Angeboten den Verein zu verlassen. Selbst dann, wenn der HSV auf den laufenden Vertrag besteht. Aber bei Sakai war es andersrum. Er stieg mit dem HSV ab, hatte sich vorher schwer getan, den Vertrag zu verlängern, trotz guten Angebotes und guter Momente, in denen es nach außen wie ein Treuschwur gewirkt hätte. „Als ich dann da unten stand und die Stimmung von den Rängen mitbekam, währen klar war, dass wir abgestiegen sind, da war mir klar, dass ich bleiben werde. Ich wollte unbedingt bei dem neuen Projekt dabei sein. Und vor allem bin ich keiner, der wegläuft“, so Sakai - und ich nehme ihm jedes Wort genau so ab.

Bei den Torhütern hat der HSV die richtige Mischung gefunden

Womit wir sehr gut überleiten können zu Tom Mickel, der das Niveau unter den Torhütern als Nummer zwei hochhält. Mickel ist in etwa das, was man unter dem Begriff „Teamplayer“ versteht. Er gibt Vollgas, ist ehrgeizig, aber freut sich für seine Teamkameraden, wenn die besser sind und es am Ende für alle den gewünschten Erfolg bringt. Eine ganze Weile dachte ich, Mickel wäre nicht ehrgeizig genug. Anders konnte ich mir nicht erklären, wie man als zweiter (früher teilweise sogar dritter)  Torwart beim HSV verlängert in dem Wissen, eher keine Einsätze zu bekommen. Inzwischen weiß ich es besser: Mickels Verein ist der HSV. „Ich liebe den Klub - das lässt sich leider nicht ändern“, hatte Mickel mir zuletzt in einem unserer Tagebücher im Trainingslager gesagt.

Letzte Ausfahrt Kiel

Hannes Wolf setzte sein strahlendstes Lächeln auf. „Ich bin noch nicht urlaubsreif“, verkündete der HSV-Trainer gut gelaunt bei der heutigen Pressekonferenz vor der abschließenden Partie des Jahres am Sonntag bei Holstein Kiel. Kein Wunder – er ist ja auch erst seit 23. Oktober im Amt und feiert damit am Spieltag gerade einmal sein zweimonatiges Dienst-Jubiläum in Hamburg. Auch seine Mannschaft hat bei den vorigen Siegen wenig Müdigkeit erkennen lassen, körperliche Defizite waren nicht zu sehen. Allerdings: die eine oder andere muskuläre Problematik mehr, die sich in diesen Tagen einstellt, verdeutlicht, dass der Akku der HSV-Profis vor dem 20. Pflichtspiel dieser Saison so langsam in den orangefarbenen Bereich wechselt. Die wichtigste Personalfrage bleibt dabei nach wie vor unbeantwortet: Pierre Michel Lasogga ist weiterhin ungewiss für die Partie im Holstein-Stadion – Entscheidung wahrscheinlich nach dem Abschlusstraining am Sonnabend.

Als Keeper musst du anders sein

Heute Abend dürfen sie dann doch mal etwas feiern, obgleich das letzte Spiel des Jahres noch nicht gespielt ist. In einem sehr guten italienischen Restaurant an der Alster wird mit Spielern, Trainerteam und Vorstand samt Partnerinnen lecker gegessen und das gefeiert, was es zu feiern gibt: Das bisher erste Halbjahr 2018/2019, das am Sonntag erst mit dem späten Kick bei Holstein Kiel sein Ende findet.

Manchmal muss mit zweierlei Maß gemessen werden

Es ist entspannend, wenn man am Freitagabend vorgelegt hat. Dass es ein Spiel bei einem Gegner war, das - bei allem Respekt - schon ob der offensichtlichen Tor-Ungefahr der Gastgeber unverlierbar war, egal. Erst einmal. Genauso wie die Tatsache, dass man es trotz besserer Möglichkeiten wieder einmal nur knapp mit 2:1 gewinnen konnte ist erst einmal egal. Zumindest bis Montag, wo Trainer Hannes Wolf seine Männer wieder zum Training geladen hat.

2:1 in Duisburg - Hunts Geniestreich sichert die Herbstmeisterschaft

Die ganze Woche war er Thema - und er blieb es auch heute: Aaron Hunt. Unter der Woche lange fraglich, konnte der HSV-Kapitän gestern das Abschlusstraining schmerzfrei absolvieren und stand daher wie angekündigt in der Startelf. Wie wichtig das war, bewies der 32-Jährige dann in den heutigen 90 Minuten. Sein genialer Freistoßtreffer aus 18 Metern in der 18. Minute zum 2:1-Endstand entschied am Ende eine eher wenig spannende und niveauarme Partie beim MSV Duisburg und bescherte dem HSV die Herbstmeisterschaft.

Es gibt nur diesen einen Weg

Gestern haben wir uns anfänglich noch gewundert, wie  wenig trainiert wurde - heute wurde die Zeit schon nachgeholt. So könnte man es sehen, wenn man die Trainingszeiten bei Hannes Wolf zusammenrechnet. Denn nach den aktiv-erholenden 60 Minuten gestern folgten heute gleich mal wieder 100 Minuten Vollgas im Training. Duisburg steht auf dem Plan. Ruhrpott, Freitagabend im Vorprogramm, allein das Wetter soll ein wenig besser werden mit gelegentlichem Sonnenschein. Aber der Rasen in der „Schauinsland-Reisen-Arena“ (was’ ein Name…!) ist schon arg malträtiert und wird dem Kombinationsfußball des HSV, der mir insbesondere in der ersten Halbzeit gegen den SC Paderborn gefallen hat, abträglich sein. Ebenso wie der mögliche Ausfall von Aaron Hunt, der auch heute wegen muskulärer Probleme fehlte. Ob und inwieweit der Kapitän, der in den letzten 15 Pflichtspielen immer von Beginn an auflief (ist ihm in den drei Jahren zuvor nie gelungen) am Freitag wieder dabei sein kann ist derzeit noch offen.

Es geht schon wieder los...

Heute war schon nach 60 Minuten Feierabend. Und was bei einigen seiner Vorgänger normal war, fiel beim aktuellen HSV-Cheftrainer Hannes Wolf auf. Darauf angesprochen, gab es auch gleich die Erklärung. Es war schlicht die Reaktion auf die Besuche der Spieler bei den Fanklubs sowie das anstrengende Spiel vom vergangenen Freitag. „Die Jungs waren am Wochenende wirklich überall unterwegs“, so der Trainer, „außerdem sind sie am Freitag gegen Paderborn insgesamt 125 Kilometer gelaufen.“ Deshalb also heute „nur“ 60 statt der ansonsten üblichen 90 bis 120 Minuten.

Ruhetag? Mitnichten.

Trainingsfreier Tag - zumindest fast. Denn die Youngster Fiete Arp, Josh Vagnoman, Jonas David und Bakery Jatta zogen auch am freien Tag durch. Sie absolvierten eine Einheit am Volkspark, während die Kollegen sich behandeln ließen oder einfach nur frei hatten.

Eine Dosis HSV zum Frühstück

Heute um 16 Uhr geht es am Volkspark endlich auch sportlich weiter. Bis dahin müssen wir uns allerdings noch mit einigen Themen beschäftigen, die man als reiner Fußballfan so gar nicht mag. Hier allem voran: Football-Leaks. Die Enthüllungsplattform hat sich vor einiger Zeit auch dem HSV gewidmet und dessen Geschäfte mit einem berüchtigten Kredit-Institut gewidmet. Dazu gesellt sich natürlich - und das werden wir bis zur finalen Wahl am 19. Januar auch nicht mehr loswerden - das Thema Präsidenten-Wahl für den e.V. Ich habe mich all diesen Themen heute Morgen im MorningCall gewidmet.

Ohne Hwang gegen die Auer Fünferkette

Es wird wenig Überraschungen geben, wenn man das heutige Abschlusstraining als Indiz nimmt. Denn in der vermeintlichen A-Elf gab es gegenüber de, Köln-Sieg keine einzige Umstellung. Pollersbeck - Sakai, Lacroix, van Drongelen, Santos - Mangala - Narey, Holtby, Hunt, Arp - Lasogga. Soll heißen, Leo Lacroix agierte erneut neben Rick van Drongelen in der Innenverteidigung, während Jann Fiete Arp erneut auf der linken Außenbahn spielte. Lacroix erhält offenbar den Vorzug vor dem wieder spielberechtigten David Bates und kann damit aktiv dabei helfen, sich seine Zukunft beim HSV zu sichern.

Maue Nullnummer im Stadtderby

Der HSV begann mit zwei Veränderungen gegenüber dem 0:0 in Fürth: Hee-chan Hwang feierte seine Startelfpremiere. Ebenso wie Fiete Arp. Der 18 Jahre junge Angreifer hatte vor dem Spiel mit einem unüberlegten Post für Aufsehen gesorgt - im Spiel dann sportlich leider nicht mehr. Im Gegenteil: Arp blieb nahezu komplett wirkungslos in einem Spiel, das allen Zuschauern von Beginn an ein altbekanntes Bild bot: Der Gegner stand sehr tief, überließ dem HSV den Ballbesitz, aber der HSV blieb mal wieder ohne Zug zum Tor. Oder besser gesagt: Der FC St.

Wie sich der HSV mal wieder selbst demontiert

„Titz unter Druck“ titeln heute die Kollegen von der BILD und suggerieren dem HSV-Trainer dessen Entlassung, sofern er die nächsten beiden Spiele verliert. Und die Kollegen von der „Mopo“ erkennen darin das Gipfeln einer länger andauernden Anti-Titz-Kampagne. Sie haben den Mut, das zu benennen, wovon man übrigens auch HSV-intern auf den verschiedensten Ebenen seit Wochen und Monaten weiß. Seitdem es durch verschiedenste, auch nicht sportliche Gründe zum Bruch gekommen ist, wurde dem Trainer schon vor Wochen von den Kollegen offen prophezeit, dass er hier schnell scheitern würde.

0:5 - denkwürdiges Debakel gegen Regensburg

„Mein Hamburg lieb’ ich sehr“, stimmten die HSV-Fans in der 83. Minute lautstark an und feierten ihren HSV - obgleich es heute aber mal so gar nichts zu feiern gab. „Große Klasse von unseren Fans“ twitterte der HSV in diesem Moment - und das stimmte. Denn dieses 0:5 ging gegen den SSV Jahn Regensburg zeigte noch einmal deutlichst auf, was alles noch nicht stimmt und wie fragil diese Mannschaft trotz vier Siegen in Folge ebnen doch noch ist. Insbesondere defensiv. Mit Pfiffen wurde die Mannschaft von Trainer bei Abpfiff bedacht - um dann bei der „Ehrenrunde“ doch wieder zu applaudieren.

Das Umfeld zum Erfolg zwingen ***Hoffmann für weitere drei Jahre HSV-Vorstandschef***

Es wird eine Zeitlang dauern, bis sich alle an die neue Liga gewöhnt haben  
Bei diesem personellen Umbruch und dem Setzen auf den „jungen Weg“ wird es Rückschläge geben  
Wir müssen Geduld haben  
Es geht nur darum, wieder aufzusteigen  
Wir dürfen niemanden unterschätzen und haben viele harte Duelle vor uns  
Dieser HSV braucht wieder eine Idee, eine Philosophie

Nur eine kleine Auswahl von Aussagen, die nach dem Abstieg und vor dem Beginn der neuen S

Titz lässt rochieren

Da hat Tobias Escher mal wieder tolle Arbeit geleistet! Alle Achtung, Tobi, für diese fundiert-analytische Betrachtung des Spiels gegen Heidenheim. Mit dem Fazit liegen wir auch recht nah beieinander. Der HSV ist weiterhin defensiv mit langen Bällen und bei schnellen Kontern zu anfällig. Zudem fehlt das klare Spiel aus der Viererkette nach vorn. Vor allem auch durchs Mittelfeldzentrum kam gegen Heidenheim nahezu nichts. Und erst mit den Wechseln und angetrieben vom 0:1-Rückstand bekam das HSV-Spiel nach vorn etwas mehr Zielstrebigkeit.So weit sind wir uns einig.

Beim Nachwuchs läuft's nicht rund - aus Gründen

Länderspielpause, das ist bei einem Verein wie dem HSV immer gefährlich. Solange es nicht komplett rund läuft oder es gar irgendwas zu feiern gibt, drohen Ärgernisse. Vor allem, wenn es irgendwo nicht läuft. Wie im Unterbau. Wobei: Dass es im Nachwuchs nicht rund läuft, war zu erwarten. Die U21 wurde personell durch verschiedene Beförderungen quasi zerpflückt. Und wofür man Christian Titz auf der einen Seite („neuer Jugendstil“) feiert, will man jetzt Steffen Weiß in der U21 abwatschen? Nein. Das funktioniert nicht.

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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