Bundesliga

Hecking hält die Spannung hoch - bis zum Schluss

Es gehört eigentlich schon auf den Index, über gute Trainingseinheiten zu berichten. „Da war richtig Zug drin“, konnte man in den letzten Jahren immer wieder konstatieren - und musste am Spieltag darauf feststellen, dass es mal wieder nicht gereicht hat. Insofern waren Trainingseindrücke nur selten zuverlässige Indizien für das, was am folgenden Spieltag auf dem Platz zu sehen war. „Im Training gibt es eigentlich nie groß etwas zu bemängeln“, sagte heute auch HSV-Trainer Dieter Hecking, der beim Abschlusstraining, das noch mal vor einer sehr ordentlichen Kulisse von - für das ungemütliche Herbstwetter recht vielen - Zuschauern stattfand. Hecking zuvor bei der Pressekonferenz: „Die Jungs sind willig, versuchen Dinge direkt umzusetzen und zu zeigen. Die schwere Gyamerah-Verletzung war unser großes Thema, das müssen wir abschütteln - und das werden wir auch abschütteln.“

Jetzt spricht Jatta

Oha, manchmal wird es dann auch des Guten etwas viel. Gerade in den letzten Wochen wurde der HSV für sein soziales verhalten gegenüber seinem Spieler Bakery Jatta bundesweit über den grünen Klee gelobt - einzig in Nürnberg, Bochum und Karlsruhe gab es hier abweichende Haltungen zu verzeichnen. Von daher hätte ich mir dieses Thema heutebiund in den nächsten tagen eigentlich ausgespart. Aber: Weil er sich zuletzt stets zurückgehalten und wir ihn aus Respekt vor seiner schwierigen Situation auch komplett in Ruhe gelassen hatten, möchte ich den heutigen Blog mit den ersten Worten von Bakery Jatta beginnen, die er seit dem Wirbel und dem ersten Artikel um seine Identität heute veröffentlicht hat. Via Instagram schrieb der Angreifer heute einleitend auf deutsch: „Moin Moin. Auch wenn ich jeden Tag Deutsch lerne, werde ich das, was ich jetzt sage, auf Englisch tun.“, um dann auf englisch fortzusetzen: 

Der DFB muss jetzt handeln

Die Nachrichten sprudeln derzeit beim HSV. Als Tabellenführer ja ganz logisch, sollte man meinen. Aber es sind schon allein ob der Causa Bakery Jatta längst nicht nur gute Nachrichten. Obwohl der HSV sportlich derzeit das zeigt, was man sich erhoffen durfte, rückt das Sportliche immer nur am Wochenende in den öffentlichen Fokus. Unter der Woche wird derweil über Einsprüche der HSV-Gegner diskutiert oder wie heute darüber, dass sich der Fall Jatta verhandlungstechnisch noch lange hinziehen könne. Der DFB-Kontrollausschussvorsitzende Anton Nachreiner sagte der Tageszeitung „Die Welt“, er befürchte ein langwieriges Verfahren im Fall des geflüchteten Gambiers. „Aus meiner Sicht ist nicht klar, ob eine abschließende Entscheidung ergehen kann oder ob man nicht sagen muss, das Verfahren muss man doch wieder aussetzen, bis etwa die Ausländerbehörde zu einem definitiven Ergebnis kommt. Der Fall Jatta könnte sich zu einer unendlichen Geschichte entwickeln“, sagte der 63 Jahre alte Jurist und lässt mich kopfschüttelnd zurück.

Eine Runde weiter - darum ging's. Und mehr war's auch nicht.

Das heute wird ein kurzer Blog. Und das nicht, weil ich mit meinem klaren 6:0-Tipp voll daneben lag. Nein, ich musste das Spiel leider aus logistischen Gründen auf meinem Laptop sehen. Nicht optimal, da ich nicht parallel sehen und schreiben konnte – aber es ging leider nicht anders. Daher: Um nicht zu spät zu erscheinen, und tatsächlich auch angesichts des überschaubar guten Spiels, diesen Text in aller Kürze. Trotz des Weiterkommens. Denn schön war das heute nicht.

Fußball steht wieder im Mittelpunkt - hoffe ich...

Alles wie immer. Knapp 100 Unentwegte tun sich das wenig- bis nichtssagende Abschlusstraining an, holen sich im Anschluss an die Einheit Autogramme und auf der A7 ist Stau rund um den Volkspark. Auf dem Platz passiert nichts, was man so nicht schon mal gesehen hat. Kurzes Aufwärmen, Kreisspiel, ein paar kurze Sprints, eine taktische Passübung und ein Abschlussspiel. Wobei, hier gibt es dann doch einen ganz wesentlichen Unterschied zwischen dem aktuellen HSV-Trainer Dieter Hecking und seinen Vorgängern. Insbesondere Hecking direkter Vorgänger Hannes Wolf hatte selten ein Geheimnis aus seiner vermeintlichen Startelf gemacht und diese im Abschlusstraining zumeist auch in ein Team gesteckt. Hecking nicht. Der ließ heute zwar die vermeintliche Viererkette in einem Team zusammen beginnen - aber ansonsten wurde viel gewürfelt.

Fakten statt Emotionen, bitte!

Kurze Antworten, genervte Blicke, zurechtweisende Antworten - Dieter Hecking wird im Netz für seine Art, Pressekonferenzen zu führen, ordentlich gefeiert. Nicht erst seit der Jatta-Geschichte steht die Presse bei vielen Lesern/Hörern/Zuschauern in Misskredit gebracht. Da kommt ein erfahrener Trainer mit einer etwas schrofferen Art (beleidigend empfinde ich ihn nicht) gegenüber uns Journalisten gerade recht. Dass das Ganze in diesem Fall eigentlich komplett nebensächlich ist und die Thematik rund um den HSV nicht einmal peripher kratzt - es spielt für viele keine Rolle.

Letschert fällt länger aus - Ewerton vor Debüt

Das Spiel in Nürnberg hatte viele Gewinner – natürlich. Ein 4:0 bei einem Aufstiegsaspiranten bringt das so mit sich. Gideon Jung zum Beispiel, der überraschend für Kyriakos Papadopoulos in die Startelf gerückt war, überzeugte im Zusammenspiel mit Rick van Drongelen in der Innenverteidigung auf ganzer Linie. Und das war auch gut so. Denn angesichts der üblen Nachricht von heute kam eine weitere Alternative für die Innenverteidigung gerade recht. „Es ist leider das Innenband“, sagte Trainer Dieter Hecking heute, angesprochen auf die Verletzung von Neuzugang Timo Letschert.

Hecking lässt Amaechi und Kittel zappeln

Dass es immer wieder Härtefälle geben würde bei einem Kader von 28 Spielern - logisch. Und angesichts der Dauer-Härtefälle Julian Pollersbeck, Gotoku Sakai und dem laut „The Scottish Sun“ von den Queens Park Rangers umworbenen David Bates (deren Trainer Mark Warburton hatte Bates einst schon zu den Glasgow Rangers geholt) sowie den beiden Youngstern Josha Vagnoman und Jonas David, die heute beim 6:0-Sieg der U21 gegen Holstein Kiels U23 ein gutes Spiel machten, ist auch Berkay Özcan von Trainer Dieter Hecking vor dem Spiel beim 1. FC Nürnberg aus dem 20-Mann-Kader gestrichen worden.

Wenn der Name Programm ist

Er löst automatisch dieses ambivalente Gefühl aus, das man schon letztes Jahr beim ersten Anblick von Orel Mangala als HSV-Profi auf dem Platz haben musste. Zum einen die Freude darüber, endlich mal wieder einen richtig guten, intelligenten Fußballer zu haben, bei dem alles zu stimmen scheint, der den HSV sportlich seinen Zielen entscheidend näherbringend kann. Also einen richtig guten Neuzugang mit großer Perspektive - um dann zu merken, dass es ja doch nur eine Liaison auf Zeit ist. Denn wie Mangala ist auch der bislang für mich auffälligste HSV-Zugang, Adrian Fein, nur ausgeliehen.

Der Kampf um die Plätze spitzt sich zu

Dieter Hecking lässt sich so schnell nicht kleinkriegen. Sagt er selbst. Das gilt generell. Und auch heute im Speziellen, was das Wetter betrifft. „Es regnet Bindfäden“, sagten die einen. Dieter Hecking sah es anders. Für ihn war es nicht mehr als „erhöhte Luftfeuchtigkeit“ im Volkspark, den er am Nachmittag um 15.30 Uhr mit seinen Spielern betrat, um die letzten Vorbereitungen für das Spiel am Montag in Nürnberg einzuläuten. Heute war das voraussichtlich letzte öffentliche Training. Morgen wird noch einmal geheim trainiert, ehe am Sonntag das Abschlusstraining ansteht.

Was wird aus Bobby Wood?

Ein langer Tag mit MorningCall, Rautenperle-Talk und einer Nachmittagseinheit sowie diesem Blog geht langsam zu Ende. Und eigentlich wollte ich heute eine Beobachtungs-Geschichte über den Neuen schreiben, über Xavier Amaechi. Und das böte sich heute auch tatsächlich an, da er das erste Mal über einen längeren Zeitraum im Spiel elf gegen elf auf dem Trainingsplatz zu sehen war. Aber ich mache es kurz, was den Engländer betrifft: Er war gut. Sehr beweglich, schnell, manchmal in seinen Handlungen noch etwas zu langsam. Aber das kommt mit der Eingewöhnung.

Altmodisch? Nein, vor allem gut...

In Hamburg, das habe er schnell gelernt, sei das Glas immer eher halbleer. Ganz im Gegensatz zu seiner Sichtweise sei man in Hamburg mehr mit dem Negativen als mit dem Positiven rund um den HSV beschäftigt. Dazu passte es auch, dass man die Entscheidung ihn der Nachspielzeit von Schiri Hartmann in Frage stellte, während man die Entscheidung in der ersten Hälfte, wo dem HSV ein Elfmeter trotz nachträglicher Videokontrolle nicht gegeben wurde, gar nicht erwähnte.

1:1 in letzter Sekunde - der Videobeweis entscheidet

Bibiana Steinhaus, was bitte machen Sie da? Die Schiedsrichter-Dame, heute als Video-Assistentin im Kölner Keller eingesetzt, übersah in der 25. Minute gleich einmal ein erkennbares Foulspiel. Darmstadts Patrick Herrmann hatte Leibold auf der linken Seite des Sechszehners (aus HSV-Sicht) zu Fall gebracht – Schiedsrichter Robert Hartmann aus Wangen aber entschied auf Abstoß – und Steinhaus stimmte offenbar zu. Zumindest wurde der erste und einzige Videobeweis der ersten Halbzeit gegen den HSV entschieden – fälschlicher Weise. Und fast wäre es am Ende ein ganz bitterer Auftakt geworden.

Darmstadt-Trainer Grammozis: „HSV ist der perfekte Auftaktgegner“

Stuttgart und Nürnberg gewinnen. Nicht zu souverän - aber sie haben die ersten drei Punkte, die der HSV im Spiel am Sonntag gegen Darmstadt 98 erst noch holen muss. Zumindest erwarten das Trainer Dieter Hecking und die Spieler selbst von sich. Einer, der dem Braten beim HSV noch nicht traut, hat sich allerdings auch zu Wort gemeldet: Klaus Michael Kühne. Dem Abendblatt sagte der HSV-Anteilseigner: „So herausfordernd ein Aufstieg des HSV in die 1. Bundesliga erscheint – die von verschiedenen Beteiligten in der Saison 2018/19 gemachten Fehler sind nicht so leicht abzuschütteln, aber vielleicht gilt der Wahlspruch ’neue Besen kehren gut.’“

Hunt verletzt - HSV sucht in England nach Verstärkung

Es sah wirklich nicht gut aus, wie er da lag. Aaron Hunt krümmte sich, klopfte vor Schmerzen auf den Rasen und signalisierte bei der Erstbehandlung, dass selbst die kleinste Berührung starke Schmerzen verursachte. Mit einem dicken Eisverband wurde der Kapitän letztlich per Golfcart vorzeitig abtransportiert. Man musste Bösestes befürchten. Dachten wir. Doch es kam anders. Zum Glück. „Es tut weh, wird aber gehen“, sagte Aaron Hunt kaum 60 Minuten später und einen dicken Verband um das komplette Knie gebunden auf dem Weg zum Teammeeting im Campus. Er sei optimistisch, schon bis zum Sonntag wieder einsetzbar zu sein. Und die Diagnose am Nachmittag sollte ihn in dieser Einschätzung zumindest in Teilen stützen: Hunt hat sich bei seinem Trainingsunfall mit Ewerton heute Morgen „nur“ eine schwere Knieprellung zugezogen. Jetzt muss man die Entwicklung der Verletzung in den nächsten Tagen abwarten, heißt es. Glück im Unglück also. Keine schwere vVerletzung - aber sein Einsatz am Sonntag gegen Darmstadt 98 ist unwahrscheinlich.

Der nächste Neue ist da - Letschert unterschreibt bis Saisonende

„Der sieht ja aus wie Maxi Beister“, war sich einer der jüngeren Fans heute Nachmittag unschlüssig, als er den zehnten Neuen des HSV die Treppen zum Trainingsplatz hinabsteigen sah. Und zugegeben: Timo Letschert hat tatsächlich Ähnlichkeiten mit dem ehemaligen HSV-Offensivspieler - zumindest rein äußerlich. Vom Spielertypus her allerdings könnten die beiden kaum unterschiedlicher sein. Denn während man Beister des Öfteren zu wenig Körperlichkeit nachsagte, hat der Niederländer in der Vergangenheit davon oft sehr viel gezeigt. Manchmal sogar etwas zu viel.

Sakai-Abschied rückt näher - ein unrühmliches Ende

Er verzerrte das Gesicht, drehte den Kopf, hob beide Arme und ließ sie wieder fallen. Gotoku Sakai machte nach dem 1:1 des SV Rugenbergen im Testspiel des HSV seine in der Vergangenheit oft gesehene Pose nach Gegentoren. Diese Szene könnte eine der letzten von Sakai im Trikot des Hamburger Sportvereins gewesen sein - genau wie diese 90 Minuten gegen den Oberligisten, den die Hamburger letztlich noch mit 4:1 besiegten, wohl seine letzten Spielminuten in Hamburg waren. Der Abschied des Japaners rückt immer näher.

Es geht um alles - und dann?

Der Countdown läuft unermüdlich: In sechs Tagen trifft der Hamburger Sportverein am ersten Spieltag der zweiten Bundesliga im heimischen Volkspark auf Darmstadt 98. Die 2:3-Pleite der Vorsaison war der endgültige Startpunkt für den Zerfall des HSV und dem daraus resultierenden Nicht-Aufstieg. Nun also doch das zweite Jahr in der zweiten Bundesliga, womit sich vor der Saison und vor allem nach der Hinrunde eigentlich niemand so richtig beschäftigt hatte.

Der HSV und sein letzter Versuch?

In zehn Tagen beginnt für den sechsfachen Deutschen Meister Hamburger Sportverein die Mission „Aufstieg in die Bundesliga“ - und das bereits zum zweiten Mal. Nach dem Desaster aus der vergangenen Saison will der HSV mit aller Macht zurück ins Oberhaus des deutschen Fußballs, setzt sowohl im Trainerstab und innerhalb der Mannschaft auf den Faktor Erfahrung. Dabei gehen die Verantwortlichen ins Risiko: Scheitert die Mission erneut, stünden nicht nur sie auf dem Prüfstand, dann wäre auch der aktuelle Kader nicht mehr zu finanzieren. Der HSV und ein letzter Versuch?

Schweinsteiger ist beim HSV angekommen

Wie meine Kollegen hatte auch ich natürlich um einen Termin mit Tobias Schweinsteiger gebeten, als dieser verpflichtet werden war. Aber wie die Kollegen musste natürlich auch ich warten. Der Neue im Tradiertem sollte sich erst einmal an die neue Umgebung, die Mannschaft und den Verein gewöhnen, ehe er für eine große Interviewrunde letztlich jetzt im Trainingslager „freigeschaltet“ wurde. Unmittelbar nach dem Mittagessen im Mannschaftshotel „Kempinski „Das Tirol“ kam er dann zu uns. Zunächst zur Videointerviewrunde mit Sky and Rautenperle. Im Anschluss daran setzte er sich zu uns in die prunkvolle Lobby des Hotels und begrüßte uns mit einem „Servus“ - was nett gemeint war, was wir ihm noch ganz schnell abgewöhnen müssen. Ab jetzt immer „Moin“ bitte, Herr Schweinsteiger.

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FAQs

Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.