Hamburg

Bruchhagen: Hoffmanns Plan ist legitim

Heute war trainingsfrei. Erst morgen Nachmittag um 15.30 Uhr geht es sportlich weiter. Und während heute bis auf die Rekonvaleszenten niemand von der Mannschaft am Stadion war, tut sich innerhalb des HSV dennoch eine ganze Menge. Wie gestern bekannt wurde, kandidiert beispielsweise Bernd Hoffmann für das Amt des Stellvertretenden Sprechers des DFL-Präsidiums. Für das des dritten Sprechers wohlgemerkt, was erst einmal nicht top hochrangig klingt.

Hecking sieht personell noch Handlungsbedarf

Das Spiel gegen Bochum war eines der Spiele, aus denen der HSV alles ziehen kann: Drei Punkte, viel Selbstvertrauen, aber ebenso viele Ansatzpunkte, was noch alles besser werden muss. Trainer Dieter Hecking war mit dem Spiel nach eigener Aussage "überhaupt nicht einverstanden". Dennoch wirkte sich das Ergebnis erkennbar positiv auf die Laune von Trainer Dieter Hecking aus, der seinem Team nach dem heutigen Spielersatztraining zwei Tage freigab. Das nächste (dann auch öffentliche) Training ist am Dienstag um 15.30 Uhr.

Formcheck: Bochum kommt als Außenseiter

Er ist Reporter beim VfL Bochum - aber sein Herz schlägt seit frühester Jugend für den HSV. Eine ambivalente Situation für unseren Blogfreund und -Autor Christian Hoch, mit dem ich mich vor dem direkten Duell der beiden Klubs morgen Abend (18.30 Uhr, live bei Sky) im Volksparkstadion über die aktuelle Situation gesprochen habe. Er beschreibt sie auf Seiten des VfL Bochum, ich beim HSV. Los geht’s:

Hinterseer: Bochum ist gefährlich

„Wie jetzt“, fragte Lukas Hinterseer nach, „wenn wir beide den Ball sicher reinmachen können?“, so die Nachfrage des Stürmers auf die Frage, ob er den Ball lieber selbst reinmacht oder Bakery Jatta den Ball auflegt. Nach kurzer Klärung seiner Nachfrage ist die Antwort des Angreifers blitzschnell gefunden. „Ganz klar ich selbst!“ Und das obwohl Hinterher keine zwei Minuten vorher noch einmal lobend erwähnt hatte, wie git die Mannschaft in den letzten Tagen zusammengefunden habe.

„Bochum wird uns ärgern wollen“

Natürlich werden sie gefragt. Immer wieder. Sie wurden in den letzten tagen von nahezu allen Medien beim HSV als Interviewpartner angefragt - und um nicht 100 Einzelinterviews zu geben, wird ein Sammelinterview gemacht. Morgen Lukas Hinterseer, heute war es Jan Gyamerah. Die beiden Bochumer sollen erzählen, wie es für sie ist, gegen ihren Ex-Klub zu spielen, was ich grundsätzlich nicht allzu spannend finde. Dabei kommen fast immer dieselben Statements heraus. Vielmehr interessiert mich, was die beiden als Bochum-Spieler über den HSV gedacht haben und wie sie die beiden Spiele in der abgelaufenen Saison gegen den HSV erlebt haben. Und letzteres beantwortete Gyamerah heute - erst morgen ist Hinterseer dran. Gyamerah: „Ich kann sagen, dass man als gegnerische Mannschaft vor dem Spiel hier in Hamburg total brennt. Als wir damals hier angekommen und ins Stadion gegangen sind, auf dem Platz und umgeschaut haben, dachten wir alle ‚mega!‘. Wir wollten den HSV damals unbedingt ärgern und haben das mit einem Unentschieden geschafft. Genau das werden die am Freitag hier auch versuchen. Die wollen uns ärgern.“

Hunt fällt aus, Sakai freigestellt, Vagnoman erhält Nachwuchspreis

Kein Interview ohne Appell des Trainers. Heute auch wieder. Beim HSV würde nach dem Pokalsieg im Elfmeterschießen beim Chemnitzer FC nur von Duselsieg geschrieben, während bei anderen Favoriten, die sich ebenso schwer getan hätten, Torhüter oder Torschützen zu Helden gemacht werden. Diese negative Art sei es, die man in Hamburg verändern müsse, so Hecking heute in der Presserunde am Tag nach dem DFB-Pokalspiel in Chemnitz, das der HSV mit 8:7 nach Elfmeterschießen gewinnen konnte. „Wir haben die Chemnitzer sehr gut bespielt“, fand Hecking lobende Worte für seine Mannschaft, die erstmals in dieser Saison auf Kapitän Aaron Hunt verzichten musste. Und voraussichtlich auch weiter auf ihn verzichten muss.

Fußball steht wieder im Mittelpunkt - hoffe ich...

Alles wie immer. Knapp 100 Unentwegte tun sich das wenig- bis nichtssagende Abschlusstraining an, holen sich im Anschluss an die Einheit Autogramme und auf der A7 ist Stau rund um den Volkspark. Auf dem Platz passiert nichts, was man so nicht schon mal gesehen hat. Kurzes Aufwärmen, Kreisspiel, ein paar kurze Sprints, eine taktische Passübung und ein Abschlussspiel. Wobei, hier gibt es dann doch einen ganz wesentlichen Unterschied zwischen dem aktuellen HSV-Trainer Dieter Hecking und seinen Vorgängern. Insbesondere Hecking direkter Vorgänger Hannes Wolf hatte selten ein Geheimnis aus seiner vermeintlichen Startelf gemacht und diese im Abschlusstraining zumeist auch in ein Team gesteckt. Hecking nicht. Der ließ heute zwar die vermeintliche Viererkette in einem Team zusammen beginnen - aber ansonsten wurde viel gewürfelt.

Fakten statt Emotionen, bitte!

Kurze Antworten, genervte Blicke, zurechtweisende Antworten - Dieter Hecking wird im Netz für seine Art, Pressekonferenzen zu führen, ordentlich gefeiert. Nicht erst seit der Jatta-Geschichte steht die Presse bei vielen Lesern/Hörern/Zuschauern in Misskredit gebracht. Da kommt ein erfahrener Trainer mit einer etwas schrofferen Art (beleidigend empfinde ich ihn nicht) gegenüber uns Journalisten gerade recht. Dass das Ganze in diesem Fall eigentlich komplett nebensächlich ist und die Thematik rund um den HSV nicht einmal peripher kratzt - es spielt für viele keine Rolle.

„Baka, Du bist einer von uns…!“

Die ganze Stadt, die A7 und alles rund um den Volkspark war dicht. Stau hier, Stau da - Verkehrschaos. Dennoch hatten es rund 250 Fans pünktlich zum Trainingsstart an das Volksparkstadion geschafft und applaudierten ihrem angeschlagenen Helden, als dieser die Treppen zum Training hinabstieg. Jatta vorneweg, die Mannschaft hinter ihm her - es sollte zweifelsfrei symbolisch wirken. Vor dem Training hatte sich die Mannschaft gemeinsam überlegt, wie sie ihrem Kollegen zur Seite stehen kann - und dieser Treppenabgang war das (erste) Ergebnis.

Gleiches Recht für alle

Natürlich gibt das Thema alles her, um hier tausende Zeilen zu schreiben. Man könnte die Thematik Bakery Jatta (und nur so heißt er, solange nichts gegenteiliges bewiesen wurde) von allen Seiten beleuchten - und man würde dennoch nicht über Indizien hinauskommen. Aber das Thema Bakery Jatta ist für mich weniger erschütternd, weil sich hier eine Fußballerkarriere zerlegen könnte, oder weil der HSV einen tollen Menschen als Spieler verlieren könnte.

Letschert fällt länger aus - Ewerton vor Debüt

Das Spiel in Nürnberg hatte viele Gewinner – natürlich. Ein 4:0 bei einem Aufstiegsaspiranten bringt das so mit sich. Gideon Jung zum Beispiel, der überraschend für Kyriakos Papadopoulos in die Startelf gerückt war, überzeugte im Zusammenspiel mit Rick van Drongelen in der Innenverteidigung auf ganzer Linie. Und das war auch gut so. Denn angesichts der üblen Nachricht von heute kam eine weitere Alternative für die Innenverteidigung gerade recht. „Es ist leider das Innenband“, sagte Trainer Dieter Hecking heute, angesprochen auf die Verletzung von Neuzugang Timo Letschert.

Hecking lässt Amaechi und Kittel zappeln

Dass es immer wieder Härtefälle geben würde bei einem Kader von 28 Spielern - logisch. Und angesichts der Dauer-Härtefälle Julian Pollersbeck, Gotoku Sakai und dem laut „The Scottish Sun“ von den Queens Park Rangers umworbenen David Bates (deren Trainer Mark Warburton hatte Bates einst schon zu den Glasgow Rangers geholt) sowie den beiden Youngstern Josha Vagnoman und Jonas David, die heute beim 6:0-Sieg der U21 gegen Holstein Kiels U23 ein gutes Spiel machten, ist auch Berkay Özcan von Trainer Dieter Hecking vor dem Spiel beim 1. FC Nürnberg aus dem 20-Mann-Kader gestrichen worden.

Alles kann, nichts muss

So ungern ich es zugebe, aber unser Blogfreund HeLuecht hat in diesem Fall recht. „Dann mach doch einfach mal ’nen kürzeren Blog. Muss ja nicht jeden Tag so viel los sein…“, hatte er mir heute am Trainingsrand gesagt, als der HSV mal wieder erst nach 17 Uhr das Training beendete und mir klar war, dass es angesichts der Heimfahrt durch verschiedene Staus zeitlich wieder ein heißer Ritt werden könnte, um bis 19.30 Uhr hier online zu sein. Und heute war rund um den HSV nicht allzu viel los. Es gibt keinen Neuen, es gibt (noch) keinen Abgang - dafür waren die beiden Einheiten heute intensiv.

Altmodisch? Nein, vor allem gut...

In Hamburg, das habe er schnell gelernt, sei das Glas immer eher halbleer. Ganz im Gegensatz zu seiner Sichtweise sei man in Hamburg mehr mit dem Negativen als mit dem Positiven rund um den HSV beschäftigt. Dazu passte es auch, dass man die Entscheidung ihn der Nachspielzeit von Schiri Hartmann in Frage stellte, während man die Entscheidung in der ersten Hälfte, wo dem HSV ein Elfmeter trotz nachträglicher Videokontrolle nicht gegeben wurde, gar nicht erwähnte.

Darf Amaechi schon in Nürnberg ran?

Und plötzlich wurde er laut. „Ich bin da gestern nicht groß drauf eingegangen, aber wenn der Videoassistent ihn der ersten Halbzeit den Elfer für uns gibt, dann läuft das Spiel vielleicht auch ganz anderes. Wir müssen immer alles betrachten, nicht nur schwarzweiß“, fing HSV-Trainer Dieter Hecking noch relativ moderat an, sich über die heutige Berichterstattung zu ärgern. In der Tagespresse war des Öfteren von einem glücklichen Punkt per geschenkten Elfmeter die Rede. Und auch deshalb wurde Hecking an diesem Punkt etwas lauter, energischer: „Dass wir Glück haften ist doch Schwachsinn. Es hat noch nichts mit Hilfe oder Geschenk zu tun, dass sie da eingreift. Das ist eine Meinungsmache, die ich null akzeptiere. Da wird auch Bibiana Steinhaus (saß als Videoschiedsrichterin in Köln, d. Red.) in ein Licht gesetzt, als wolle sie uns irgendein Geschenk machen in der 95. Minute. Das geht nicht - und  das war ein klarer Elfmeter“, echauffierte sich Hecking zunehmend. „Das wird auch dem Videoschiedsrichter nicht gerecht. Das ist doch kein Geschenk gewesen! Ich hätte mich eher fürchterlich drüber aufgeregt, wenn da nichts aus Köln gekommen wäre.“ Punkt.

1:1 in letzter Sekunde - der Videobeweis entscheidet

Bibiana Steinhaus, was bitte machen Sie da? Die Schiedsrichter-Dame, heute als Video-Assistentin im Kölner Keller eingesetzt, übersah in der 25. Minute gleich einmal ein erkennbares Foulspiel. Darmstadts Patrick Herrmann hatte Leibold auf der linken Seite des Sechszehners (aus HSV-Sicht) zu Fall gebracht – Schiedsrichter Robert Hartmann aus Wangen aber entschied auf Abstoß – und Steinhaus stimmte offenbar zu. Zumindest wurde der erste und einzige Videobeweis der ersten Halbzeit gegen den HSV entschieden – fälschlicher Weise. Und fast wäre es am Ende ein ganz bitterer Auftakt geworden.

Darmstadt-Trainer Grammozis: „HSV ist der perfekte Auftaktgegner“

Stuttgart und Nürnberg gewinnen. Nicht zu souverän - aber sie haben die ersten drei Punkte, die der HSV im Spiel am Sonntag gegen Darmstadt 98 erst noch holen muss. Zumindest erwarten das Trainer Dieter Hecking und die Spieler selbst von sich. Einer, der dem Braten beim HSV noch nicht traut, hat sich allerdings auch zu Wort gemeldet: Klaus Michael Kühne. Dem Abendblatt sagte der HSV-Anteilseigner: „So herausfordernd ein Aufstieg des HSV in die 1. Bundesliga erscheint – die von verschiedenen Beteiligten in der Saison 2018/19 gemachten Fehler sind nicht so leicht abzuschütteln, aber vielleicht gilt der Wahlspruch ’neue Besen kehren gut.’“

Hunt verletzt - HSV sucht in England nach Verstärkung

Es sah wirklich nicht gut aus, wie er da lag. Aaron Hunt krümmte sich, klopfte vor Schmerzen auf den Rasen und signalisierte bei der Erstbehandlung, dass selbst die kleinste Berührung starke Schmerzen verursachte. Mit einem dicken Eisverband wurde der Kapitän letztlich per Golfcart vorzeitig abtransportiert. Man musste Bösestes befürchten. Dachten wir. Doch es kam anders. Zum Glück. „Es tut weh, wird aber gehen“, sagte Aaron Hunt kaum 60 Minuten später und einen dicken Verband um das komplette Knie gebunden auf dem Weg zum Teammeeting im Campus. Er sei optimistisch, schon bis zum Sonntag wieder einsetzbar zu sein. Und die Diagnose am Nachmittag sollte ihn in dieser Einschätzung zumindest in Teilen stützen: Hunt hat sich bei seinem Trainingsunfall mit Ewerton heute Morgen „nur“ eine schwere Knieprellung zugezogen. Jetzt muss man die Entwicklung der Verletzung in den nächsten Tagen abwarten, heißt es. Glück im Unglück also. Keine schwere vVerletzung - aber sein Einsatz am Sonntag gegen Darmstadt 98 ist unwahrscheinlich.

Der nächste Neue ist da - Letschert unterschreibt bis Saisonende

„Der sieht ja aus wie Maxi Beister“, war sich einer der jüngeren Fans heute Nachmittag unschlüssig, als er den zehnten Neuen des HSV die Treppen zum Trainingsplatz hinabsteigen sah. Und zugegeben: Timo Letschert hat tatsächlich Ähnlichkeiten mit dem ehemaligen HSV-Offensivspieler - zumindest rein äußerlich. Vom Spielertypus her allerdings könnten die beiden kaum unterschiedlicher sein. Denn während man Beister des Öfteren zu wenig Körperlichkeit nachsagte, hat der Niederländer in der Vergangenheit davon oft sehr viel gezeigt. Manchmal sogar etwas zu viel.

Sakai-Abschied rückt näher - ein unrühmliches Ende

Er verzerrte das Gesicht, drehte den Kopf, hob beide Arme und ließ sie wieder fallen. Gotoku Sakai machte nach dem 1:1 des SV Rugenbergen im Testspiel des HSV seine in der Vergangenheit oft gesehene Pose nach Gegentoren. Diese Szene könnte eine der letzten von Sakai im Trikot des Hamburger Sportvereins gewesen sein - genau wie diese 90 Minuten gegen den Oberligisten, den die Hamburger letztlich noch mit 4:1 besiegten, wohl seine letzten Spielminuten in Hamburg waren. Der Abschied des Japaners rückt immer näher.

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.