Taktikanalyse

Höher, schneller, weiter

Die taktische Weiterentwicklung unter Hannes Wolf schreitet fort. Im Spiel gegen den SC Paderborn drehte sich alles um Geschwindigkeit. Das funktionierte noch nicht über 90 Minuten. Aber es genügte für einen recht ungefährdeten 1:0-Sieg. Überzeugen konnten ein stürmender Verteidiger sowie ein Außenstürmer, der Richtung Tor zog.

HSV kommt gut zurecht mit der typischen Zweitliga-Taktik

Die Hinrunde der Zweiten Bundesliga neigt sich dem Ende entgegen. Gegen fast alle Zweitligisten durfte der HSV bereits einmal antreten. Die taktische Bandbreite der Gegner entpuppte sich als überschaubar: zwei Viererketten, kompakte Verteidigung, schnelle Konter – fertig ist die Zweitliga-Taktik. Beim 2:1-Erfolg in Ingolstadt bewies der HSV, dass er mittlerweile mit dieser Taktik umzugehen weiß.

Ideen gut, Ausführung verbesserungswürdig

So langsam, aber sicher zeigt sie sich, die Spielidee vom neuen HSV-Trainer. Hannes Wolf baut nicht nur auf der Arbeit von Vorgänger Christian Titz auf, er hat sich auch von Taktikfuchs Pep Guardiola inspirieren lassen. Noch greifen nicht alle Zahnräder innerhalb Wolfs System ineinander. Doch gegen Union Berlin zeigte der HSV eine gute taktische Grundlage.

Auf dem Weg zum Pressingmonster

Der große Hamburger SV beim kleinen Erzgebirge Aue: Das roch im Vorhinein nach dem typischen Außenseiter-Favoriten-Duell. Also wieder einmal eine Partie, in der Hamburg den Ball laufen lässt? Weit gefehlt! Während die Auer mutig nach vorne spielten, setzte der HSV gerade in der zweiten Halbzeit auf ein schnelles Umschaltspiel. Die taktische Transformation unter Hannes Wolf schreitet voran.

Der HSV zeigt sich von einer neuen Seite

Schön anzuschauen war es nicht, das Spitzenspiel der zweiten Liga zwischen dem Hamburger SV und dem 1. FC Köln. Es war auch kein „Spiel für Taktikfüchse“, wie man bei solchen Kicks gerne zu sagen pflegt. Viele Ballverluste und starke Außenverteidiger auf beiden Seiten prägten die Partie. So seltsam es klingen mag: Dass kein Spielfluss aufkam, war die vielleicht größte Stärke des HSV an diesem Abend.

Das System Wolf vor der ersten Härteprobe

Der Trainerwechsel von Christian Titz zu Hannes Wolf traf die HSV-Welt völlig unerwartet. Knapp zwei Wochen später ist der erste Schock verdaut. Für Wolf steht indes die erste echte Härteprobe an: Im Spitzenspiel geht es gegen den spielstarken 1. FC Köln. Was hat Wolf bisher beim HSV verändert? Und wie gut wird sein System gegen Markus Anfangs Kölner funktionieren? Wer nach der Entlassung von Titz auf eine große taktische Revolution gehofft hat, dürften die ersten beiden Pflichtspiele unter Wolf enttäuscht haben. Wolf baut behutsam auf dem Grundgerüst seines Vorgängers auf. So lässt auch Wolf seine Mannschaft aus einem 4-3-3-System ein ruhiges Ballbesitzspiel aufziehen, dass vornehmlich über die Innenverteidiger läuft.

Titz' letztes Spiel als HSV-Trainer - Und täglich grüßt das Murmeltier

Langsam wird es anstrengend. Spieltag für Spieltag versuche ich, einen frischen Ansatz zu finden für meine Spielanalysen der HSV-Partien; einen besonderen taktischen Aspekt, einen einzigartigen Kniff, eine Veränderung im Hamburger Spiel. Doch nachdem dem Hamburger SV nun Spiel für Spiel dieselben Fehler unterlaufen, gehen mir mittlerweile die Ideen aus. Eigentlich könnte man auch eine der vergangenen Analysen an dieser Stelle einfügen. Copy & Paste. Seit der 0:5-Niederlage verlaufen Hamburger Spiele stets nach demselben Muster: Der HSV dominiert den Ballbesitz, die Verteidiger lassen die Kugel laufen – doch nach vorne gelangt der Ball nicht. Auch gegen den VfL Bochum tat sich der HSV schwer damit, Chancen herauszuarbeiten. Ein weiteres 0:0 – das dritte aus den vergangenen vier Spielen – ist das folgerichtige Ergebnis.

Taktik-Check: Leichte Verbesserung, viel Luft nach oben

In den vergangenen Wochen schlug unsere Taktikanalyse einen etwas kritischeren Ton an: zu selten gelangen die Hamburger durch das Mittelfeld nach vorne, zu leicht lassen sie sich im Spielaufbau schachmatt setzen. Nach dem (unnötig engen) 2:1-Erfolg über Darmstadt fällt das Fazit aus taktischer Sicht etwas positiver auf. Trainer Christian Titz überzeugte vor allem als Magier von der Bank.

Titz' System ist entschlüsselt

Das Derby ist ein paar Tage her, die Emotionen kühlen langsam ab. Zeit, sich dem 0:0 sachlich zu nähern. Auch wenn das Spiel gegen Erzfeind St. Pauli kaum Höhepunkte bot, steht es doch sinnbildlich für die aktuelle Lage des Hamburger SV. Nach der Hälfte der Hinrunde scheinen Hamburgs Gegner die perfekte Anti-Titz-Taktik gefunden zu haben. Dem HSV fehlt dummerweise die passende Antwort.

Defensiv verbessert – doch der Angriff bleibt auf der Strecke

Eigentlich ist Fußball ein einfaches Spiel. Ziel ist es, möglichst ein Tor mehr zu erzielen als der Gegner. Zu diesem Ziel zu gelangen ist allerdings alles andere als einfach, wie der Hamburger SV derzeit zu spüren bekommt. Christian Titz findet einfach nicht die richtige Balance aus Toreschießen und Toreverhindern. Das 0:5 gegen Jahn Regensburg war ein Weckruf für den Hamburger SV und Trainer Christian Titz: Regensburg bewies der Liga, wie viel Angriffsfläche der riskante Spielaufbau der Hamburger bietet. Nach Ballverlusten im Aufbau verblieben meist nur zwei bis drei Verteidiger hinter dem Ball, um den Gegner zu stoppen – zu wenige angesichts der Vielzahl Hamburger Fehlpässe. Vor dem Auswärtsspiel bei Greuther Fürth wechselte Titz daher die Marschrichtung. Sein HSV gestaltete das Spiel wesentlich risikoärmer als in den vergangenen Wochen.

Regensburg bestraft die Schwächen des Titz'schen Systems

0:5 gegen Jahn Regensburg – au weia! War die deftige Klatsche nur ein einmaliger Ausrutscher? Oder stecken tiefere Probleme hinter den fünf Gegentoren? Auch, wenn es eine Hamburger Leistung voller Pleiten, Pech und Pannen war: Manche Probleme deuteten sich bereits seit Wochen an, wurden aber erstmals in dieser Saison von einem torhungrigen Gegner bestraft.

Viel Luft nach oben

Oft fragen mich Leute: „Tobi, was ist eigentlich das beste Spielsystem?“ Beantworten kann ich die Frage allerdings nicht. Fußball ist immer ein Wettstreit zweier Spielsysteme. Wie gut ein System funktioniert, hängt auch immer mit dem System des Gegners zusammen. Und damit wären wir auch schon bei Hamburgs knappem 1:0-Sieg gegen Dynamo Dresden.

Titz' Spielsystem kämpft mit zahlreichen Kinderkrankheiten

Seit seinem Amtsantritt beim Hamburger SV hat Christian Titz einem Thema besondere Bedeutung zugemessen: der Taktik. Titz hat genaue Vorstellungen, wie sein Hamburger SV spielen soll: offensiv, viel Ballbesitz, schnelle Spielzüge. Auch beim 3:0-Erfolg über Arminia Bielefeld gab es typischen Titz-Fußball zu bestaunen. Der HSV hatte über sechzig Prozent Ballbesitz, spielte 200 Pässe mehr als der Gegner und erzielte nebenbei – im Fußball nicht ganz unwichtig – drei Tore. Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt. Das Hamburger System hat noch mit vielen Kinderkrankheiten zu kämpfen.

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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