Taktikanalyse

Angriff ist die beste Verteidigung

Der Hamburger SV trifft in dieser Saison zumeist auf massierte Defensivreihen. Kaum ein Wochenende vergeht, an dem der HSV nicht die kompakt stehenden Abwehrketten des Gegners knacken muss. Der VfL Osnabrück war eine angenehme Ausnahme: Sie stellten sich nicht hinten rein, sondern verteidigten aktiv nach vorne. Mit dieser Form der Gegenwehr war der HSV jedoch über weite Strecken der Partie überfordert.

HSV: Trotz Raute zum Erfolg

Die taktische Formation des Hamburger SV war in dieser Saison meist dieselbe. Trainer Dieter Hecking bevorzugt eine Mischung aus 4-2-3-1 und 4-3-3. Gegen Dynamo Dresden wagte Hecking etwas Neues. Viel gewagt, wenig gewonnen: Erst nachdem der HSV im Spielverlauf zur Stammvariante zurückgekehrt war, dominierten sie die Partie.

Die Sache mit der Unterzahl

Der Hamburger SV und Rote Karten – das ist aktuell eine unschöne Kombination. Vergangene Woche kam der HSV gegen Wehen-Wiesbaden trotz einer Halbzeit in Überzahl nicht über ein 1:1 hinaus. Gegen Holstein Kiel musste der HSV nach einer Roten Karte gegen Bakary Jatta (26.) über eine Stunde in Unterzahl agieren. Erst spät fand der HSV die richtige Formation, um die Unterzahl zu kaschieren.

Behäbiges HSV-Spiel, trauriges Ende

Taktikanalysen sind meist wie die Spiele, die sie beschreiben. War das Spiel ein wildes Duell, fehlt auch der Analyse manches Mal die Struktur. Dominiert eine Mannschaft das Geschehen, neigt man wiederum dazu, die Taktik dieser Mannschaft in den Vordergrund zu stellen und den Gegner auszublenden. Bei der Taktikanalyse der Partie zwischen dem Hamburger SV und Wehen Wiesbaden muss ich wiederum aufpassen – dass sie nicht so behäbig wird und vor sich hin plätschert wie das Spiel selbst.

Der VfB zog die richtigen Schlüsse

Es war eine mittelschwere Überraschung, als vor dem DFB-Pokal-Spiel zwischen dem Hamburger SV und dem VfB Stuttgart die Aufstellungen eintrudelten. Dass VfB-Trainer Tim Walter vier neuen Spielern das Vertrauen schenkte, damit war nach dem 2:6-Debakel am Wochenende zu rechnen. Doch dass auch Dieter Hecking auf vier Positionen rotierte, verwunderte, schließlich hatte seine Mannschaft am Wochenende überzeugt. Die große Rotation wirkte sich auf die Partie aus: Angesichts insgesamt acht neuer Spieler auf dem Feld lief die Pokal-Partie gänzlich anders als die Liga-Partie am Wochenende.

Die defensive Meisterleistung des HSV

Die Vorbereitung auf ein Spiel gegen den VfB Stuttgart ist nicht leicht. VfB-Trainer Tim Walter hat ein ganz eigenes taktisches System entworfen, das es in dieser Form kein zweites Mal gibt. Umso beeindruckender war die Leistung des Hamburger SV. Sie ließen den VfB selten zur Entfaltung kommen und errangen einen furiosen 6:2-Erfolg. Die zweite Halbzeit zeigte jedoch, dass der HSV durchaus mit Respekt in das Pokal-Duell am Dienstag gehen sollte.

Bielefelds unorthodoxe Strategie verlangt HSV alles ab

In der Zweiten Bundesliga gibt es in jeder Saison eine Mannschaft, die alle Experten überrascht und unerwartet um den Aufstieg mitspielt. In diesem Jahr könnte diese Mannschaft Arminia Bielefeld heißen. Gegen den Hamburger SV zeigten sie eine Kostprobe, warum sie so schwer zu bespielen sind. Der HSV überzeugte zwar über weite Strecken mit einer ordentlichen Defensivtaktik. Gerade in der zweiten Halbzeit hatten sie jedoch Probleme, Bielefelds unkonventioneller Mischung aus Ballbesitz- und Kampffußball Paroli zu bieten.

Mit links zum 2:0-Erfolg

Häufig höre ich die Kritik, Taktikanalysen würden den Fußball unnötig verkomplizieren. Eigentlich sei es ein simpler Sport – warum so kompliziert beschreiben? Ich würde es aber eher andersrum betrachten: Dadurch dass sich Analysen wie meine auf den Faktor Taktik konzentrieren, werden sie der Komplexität des Fußballs nicht immer gerecht. Mentalität, Technik, Kondition – all das ist schließlich ebenso Teil des Sports wie Taktik. Ich beschreibe hier also meist nur eine Facette eines sehr facettenreichen Sports.

Hau-Ruck-System bereitet HSV Probleme

Keine zwei Gegner spielen denselben Fußball. Diese Weisheit erscheint plump. Sie erklärt jedoch, warum eine Mannschaft in einer Woche brillieren kann – und in der Woche darauf in exakt derselben Aufstellung massive Probleme hat. Nach dem starken 4:0-Erfolg über Aue brachte der HSV beim 2:2 in Regensburg nie die eigenen Stärken auf den Platz. Das lag vor allem am Gegner.

Der HSV hat alles besser gemacht

Das Thema Tiefe tauchte in meinen Taktikanalysen der vergangenen Saison häufig auf. Oder besser gesagt: die fehlende Tiefe im Hamburger Angriffsspiel. Im Vorjahr gelang es dem Hamburger SV zwar, Spiele in Abwehr und Mittelfeld zu dominieren. Doch in den Strafraum gelangten sie selten. Spieler, die hinter die gegnerische Abwehr starteten? Fehlanzeige. Der 4:0-Erfolg gegen Erzgebirge Aue bewies, wie sich das Team unter Dieter Hecking in dieser Disziplin weiterentwickelt hat. Vor allem ein Neuzugang ragte heraus.

Paulis Manndeckung stellt HSV kalt

Mit großer Vorfreude war der Hamburger SV in das Stadtderby gegangen. Unter Trainer Dieter Hecking präsentierte sich die Mannschaft zuletzt taktisch wie spielerisch auf konstant hohem Niveau. Ausgerechnet im Derby zeigte der HSV seine bisher schwächste Saisondarbietung. Ein leidenschaftlicher Gegner sowie kopfloses Agieren seitens des HSV bescherten den Rothosen eine 0:2-Niederlage.

HSV: Dominant gegen Hannover 96

Hamburg steht stabil! Dieses Fazit lässt sich vor der ersten Länderspiel-Pause der jungen Saison ziehen. Drei Gegentore musste das Team von Dieter Hecking erst hinnehmen, in drei von fünf Partien blieb der HSV ohne Gegentreffer. Auch gegen Aufstiegskonkurrent Hannover 96 legte die stabile Defensive den Grundstein für den ungefährdeten 3:0-Erfolg. Aber auch die Abteilung Attacke verstand es, die gegnerischen Schwächen auszunutzen.

75 Minuten totale Kontrolle

Dieter Hecking hat keine lange Einarbeitungszeit benötigt beim Hamburger SV. Die Saison ist erst vier Spieltage jung, und doch haben sich unter dem neuen Trainer bereits ein klares System und eine klare Stammelf etabliert. Gegen den Karlsruher SC greifen fast alle Rädchen beim HSV ineinander – zumindest bis zur unnötig spannenden Schlussviertelstunde.

Der schmale Grat zwischen Kontrolle und Starre

Die Taktikanalyse kommt an diesem Wochenende mit etwas Verspätung. Eine Erkältung hat mich lahmgelegt. Das Spiel zwischen dem Hamburger SV und dem VfL Bochum war dabei nicht gerade die beste Medizin – oder vielleicht doch, mir fiel es am Freitagabend nämlich recht schwer wachzubleiben. Erst im zweiten Anlauf gelang es mir, das Spiel über neunzig Minuten zu schauen.

HSV zerschellt (fast) an Chemnitzer Mauer

Die erste Runde des DFB-Pokals ist auch immer eine kleine Zeitreise für den Fußball-Fan. Wenn die Profi-Teams zu den Amateur-Klubs des Landes reisen, bekommt man ein Gefühl dafür, wie Fußball vor zwanzig, dreißig Jahren war, als die Stadien noch wenig Komfort boten und nicht jeder Fußball-Profi Medientrainings absolviert hat. Auch der Fußball der unterklassigen Klubs hat etwas Retro-haftes, wenn sich die Fußballzwerge mit Kampfkraft und totaler Defensive gegen die großen Klubs des Landes wehren.

Mit Dribblings & Kontern zum Erfolg

So zufrieden hatte man die Verantwortlichen des Hamburger SV lange nicht erlebt. Der 4:0-Erfolg über den 1. FC Nürnberg war – neben dem Derby-Sieg in der Vorsaison – nicht nur der höchste Sieg der (kurzen) Hamburger Zweitliga-Geschichte. Die Partie bewies auch, in welchen Bereichen sich der HSV unter Dieter Hecking weiterentwickelt hat. Wahr ist aber auch: Die schwache Leistung des Gegners war ein gewichtiger Grund für den auch in der Höhe verdienten Erfolg.

Ein alter HSV in neuem Gewand

Ein Neuanfang. Das suchte der Hamburger SV händeringend nach dem verpatzten Aufstieg in der vergangenen Saison. In der Sommerpause tauschte der HSV nicht nur das handelnde Personal aus, sondern auch die halbe Mannschaft. Beim Saisonauftakt gegen den SV Darmstadt feierten gleich sechs Hamburger Profis ihr Pflichtspiel-Debüt im blau-weiß-roten Dress. Und doch: Von der Spielweise her ähnelte der neue HSV frappierend dem alten - im Guten wie im Schlechten.

Mit Stabilität zum Aufstieg?

Platz vier, 56 Punkte und nur 45 erzielte Treffer: So lautete die Bilanz des Schreckens der ersten Zweitliga-Saison der HSV-Geschichte. Nach dem verpatzten Wiederaufstieg soll nun im zweiten Jahr die Rückkehr in die Erste Bundesliga gelingen. Trainer Dieter Hecking soll mit seiner Erfahrung die Truppe anführen. Kann der Routinier das wechselhafte Team stabilisieren? Und lernt die Mannschaft unter dem neuen Trainer endlich das Toreschießen?

Jugendstil im Spiel um die goldene Ananas

21,5. So lautete das Durchschnittsalter der zehn Feldspieler, die Hannes Wolf im finalen Saisonspiel gegen den MSV Duisburg auf das Feld schickte. Es ging für den Hamburger SV nur noch um einen versöhnlichen Abschluss einer verkorksten Saison. Da erschien es logisch, der Jugend eine Chance zu geben. Das Spezielle an der Situation des HSV: Fast alle dieser jungen Spieler waren bereits in dieser Saison fester Bestandteil des HSV-Kaders – und ein Großteil von ihnen wird im kommenden Jahr das Rückgrat der HSV-Elf stellen. Und doch wird der entscheidende Akteur den HSV verlassen. Es lohnt sich also, Hamburgs Abschlussspiel unter die Lupe zu nehmen.

Mit völlig neuer Taktik ins Verderben

Hannes Wolf hat bereits in den vergangenen Wochen taktisch viel ausprobiert – um es positiv zu formulieren. Woche für Woche schickte er eine neue Elf in einer neuen Formation auf das Feld, stets von der Hoffnung beseelt, dieses Mal die richtige Variante gefunden zu haben. Selten waren seine taktischen Wechsel katastrophal, oft brachten sie dem Team sogar eine gewisse defensive Stabilität. Doch die großen Schwächen des Teams – das Kreieren von Torchancen sowie das Aufbäumen nach Rückständen – bekam Wolf nicht behoben.

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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