HSV

Bestandsaufnahme: Die Kritik ist berechtigt

Die einen finden es gut, die anderen nicht. So ist das bei wichtigen Personalfragen immer. Umso mehr dann, wenn es um Entlassungen von Führungskräften geht. Von daher muss sich niemand darüber ärgern, wenn der oder die anderen nicht ihrer/seiner Meinung sind. Dafür muss sich niemand rechtfertigen. Da geht es mir sicher nicht anders als den meisten von Euch. Und dennoch möchte ich heute die Gelegenheit nutzen, um noch ein paar Worte  zum gestrigen Blog zu verlieren. Anfangen möchte ich damit, einmal die aktuellen Themen, die sich zur alten und zur neuen Saison beim HSV stellen, in drei Teilen zusammenzufassen und anschließend auf die einzelnen Punkte einzugehen.

Der HSV macht seinem Ruf alle Ehre

Wenn es nicht so traurig wäre, man könnte fast schon wieder lachen. Denn das, was sich beim HSV in den letzten 12 Monaten mit dem heutigen Tag als vorläufigen (Betonung auf „vorläufigen“) Höhepunkt beim HSV abspielt, hätte man sich peinlicher nicht ausdenken können. Dieser HSV steigert sich tatsächlich von einem negativen Höhepunkt zum nächsten. Und von dem proklamierten Neuanfang mit dem Ziel, in Hamburg beim HSV endlich Konstanz zu leben, ist de facto nichts mehr übrig. Imposant ist dabei, mit welchem Tempo beim HSV um Bernd Hoffmann herum die Köpfe rollen. Verantwortlich für den Misserfolg des Nichtaufstieges sind demnach tatsächlich alle - außer Hoffmann, der im steten Austausch mit den jeweils dafür Verantwortlichen die Entscheidungsträger austauscht bzw. austauschen lässt. Der finanziell klamme Verein erlaubt sich sogar weitere Abfindungen (bzw. einfach fortlaufende Bezüge) und Neuverpflichtungen im großen Stil. Denn günstig ist der ehemalige Sportdirektor Bayern Leverkusens definitiv nicht. Dass Aufsichtsratsboss Max Köttgen heute betonte, dass man es sich finanziell sehr wohl leisten könnte - logisch. Aber was soll man auch von einem Kontrollrat erwarten, der alles macht - außer zu kontrollieren? Denn statt zu kontrollieren folgen Köttgen und Co. den Vorschlägen derer, die der Rat kontrollieren sollte.

Darum sollte der HSV schnell seinen neuen Trainer finden...

Die Trainersuche ist DAS Thema derzeit. Logisch. Am Montag saßen der Vorstand und der Aufsichtsrat zusammen, um über die potenziellen Kandidaten zu diskutieren. Und wenn man dem Hörensagen glauben darf, scheint die Tendenz klar zu sein: Die Erfahrung schlägt Jugend. Damit rücken Dieter Hecking (54) und Bruno Labbadia (53) wieder in die Rolle der Favoriten. Auch Peter Stöger (53) wird in diesem Zusammenhang inzwischen genannt. Und wie Ihr unschwer habt herauslesen können, pushen die Kollegen der BILD Dieter Hecking. Zu dem ehemaligen Gladbach-Coach  pflegen die Kollegen ein sehr vertrauensvolles Verhältnis - Vorteile in der Berichterstattung inklusive.  Es wäre nach dem Winter, wo in einem Hinterzimmer eines bekannten italienischen Restaurants Bernd Hollerbach reingedrückt wurde, schon der zweite Trainer auf Wunsch des Boulevards. So abschreckend das Beispiel Hollerbach auch sein sollte…

Trainersuche setzt HSV unter Druck

Tag eins nach dem letzten Spiel der Saison 2018/2019 - oder doch eher Tag eins auf dem Weg in die Saison 2019/2020? Ich würde letzteres bevorzugen, da alles, was mit der gerade abgelaufenen Saison zu tun hat, irgendwie negativ behaftet ist. Und trotz des 3:0-Sieges gegen den MSV Duisburg zeigte sich das gestern auch noch einmal. Immer wieder mischten sich Pfiffe in den Applaus. Bei Lasoggas Einwechslung war das noch nicht allzu deutlich. Dafür aber bei Gotoku Sakais Einwechslung umso mehr. Der Japaner, der zweifellos (wie so viele andere auch!) erneut eine schwache Saison gespielt hat, fühlte sich auch heute noch schlecht. „Ich bin schon enttäuscht. Sich einen Spieler herauszupicken ist schon fragwürdig“, sagte der ehemalige Kapitän heute nach dem abschließenden Frühstück mit der Mannschaft, ehe er sich wie alle anderen auch in die Sommerpause verabschiedete. Ob er bleiben würde, nachdem es zuletzt immer wieder hieß, der HSV würde ihn zum Verkauf freigeben? Sakai: „Was meine Zukunft betrifft, ist alles offen.“

Eine Feier zum Abschluss - allein der echte Grund dafür fehlt

Was würde auf den Rängen passieren? Würde es Ausschreitungen geben? Oder ein Stimmungsboykott?  Letztlich nichts von alledem, weil der HSV das Spiel mit 3:0 ungefährdet und deutlich gewann. "Wir wollten noch einmal ein gutes Spiel machen. So war es trotz allem glücklicherweise ein relativ versöhnlicher Abschied vor einem fantastischen Publikum", so Hannes Wolf auf der abschließenden Pressekonferenz.

Klarheit schaffen

Bayern München wird Deutscher Meister und freut sich im Ruhepuls, der letzte Spieltag bringt verrückt hohe Ergebnisse - und der HSV hat sportlich mal wieder enttäuscht. Rechnet man jetzt noch die obligatorischen Trainerentlassungen beim HSV dazu - auch diese Saison schaffte man wieder zwei Übungsleiter -, dann ist sie da, die völlig normal gewordene Fußballsaison aus HSV-Sicht. Man gewöhnt sich ja an alles. Der einzige Unterschied diesmal ist dabei die Liga des HSV. Denn man hat es jetzt auch eine Liga tiefer geschafft, alle seine Ziele zu verfehlen.

Wolf muss gehen - aber die Fehler bleiben

Er behielt in der Stunde der großen Niederlage Haltung, das muss man Hannes Wolf lassen. Denn während Sportvorstand Ralf Becker knapp anderthalb Meter von dem Noch-HSV-Trainer entfernt dessen Aus nach dem Saisonende verkündete, wirke Wolf sehr ruhig. Er wirkte gefasst. Er wusste ja auch, was heute verkündet werden sollte. Man hatte es alles vorher so abgesprochen. „Hannes hatte darum gebeten, dass wir nicht erst in der kommenden sondern schon in dieser Woche eine Entscheidung fällen“, so Becker auf der Pressekonferenz vor dem letzten, inzwischen bedeutungslos gewordenen Punktspiel gegen den feststehenden Absteiger MSV Duisburg.

Rette sich, wer kann...

Geht es nach dem Trainingszuspruch, dann könnte es am Sonntag doch leerer im Stadion werden als alle vermutet. Gerade eimal 30 Zuschauer (und wir Journalisten) standen am Trainingsrand und beobachteten, wie (Noch-)Trainer Hannes Wolf seine Spieler auf verkürztem Feld spielen ließ. Und das Ganze hatte so etwas von Jugendfußball. Womit ich nicht die Qualität des Fußballs meine, sondern das, was wahrscheinlich alle von uns noch kennen, die selbst mal gekickt haben. Denn es wirkte in etwa so, wie früher in der Jugend, wenn man die letzte Einheit vor den Ferien hatte und sich als Mannschaft wünschen durfte, was gemacht wird. Meistens kam ein Spiel dabei heraus, in dem viel geflachst und nicht allzu intensive Zweikämpfe geführt wurden, während der oder die Trainer darauf verzichteten, großartig Anweisungen zu geben. Es war damals nicht mehr als ein lockerer Aufgalopp, denn es ging ja um nichts mehr - in etwa so wie beim HSV heute. So betrachtet war der Zuschauerzuspruch vielleicht sogar angemessen...

„Vielleicht“

Gut zehn Minuten lang standen Hannes Wolf und Philip Langer nach dem Training noch auf dem Platz. Letztgenannter ist Mitarbeiter der Pressestelle, die heute unter Dauerbeschuss stand. Und genau das war auch Thema beim längeren Gespräch zwischen  dem HSV-Trainer und Langer. Immerhin hatte die „BILD“ unmittelbar vor Trainingsbeginn die Geschichte veröffentlicht, dass der HSV-Trainer längst geschasst sei. Zumindest zitierte man so den Sportvorstand Ralf Becker mit dem Satz: „Ich habe Hannes nach dem 0:3 gegen Ingolstadt (4. Mai, d. Red.) gesagt, dass es für ihn hier im Sommer nicht weitergehen wird, dass wir etwas anderes machen wollen.“ Ein Zitat, das für einen empörten Aufschrei sorgte. Allerdings verpasste Wolf selbigen, denn er stand zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Platz. Eben dort, wo er sichtbar irritiert nun nach der 90-Minuten-Einheit von dem stellvertretenden Pressesprecher über alles informiert wurde.

„Das gesamte Sportsystem hat versagt“

Es sollte ein Gespräch werden, in dem der Vorstandsboss die aktuelle Situation ein wenig einordnen - und bestenfalls ausufernde Spekulationen beenden sollte. Oder besser gesagt: er wollte es. Herauskam ein interessantes Statement ohne klare Quintessenz. Außer der, dass seit Winter sportlich alles schief gelaufen ist, was schief laufen konnte und eben nie schieflachen durfte. Betonung dabei: sportlich. Denn den wirtschaftlichen Bereich, also sein Kerngebiet, hat der HSV sehr gut aufgestellt, wie Bernd Hoffmann heute noch mal klarstellte. Wer für diesen sportlichen verantwortlich sei, war eine der ersten Fragen an den Vorstandsboss, der zwei Tage nach dem Nichtaufstieg noch immer angefasst wirkte. „Wir haben den überflüssigsten Nicht-Aufstieg der Fußball-Geschichte zu verdauen. Das lässt niemanden kalt. Es geht dabei um ein Systemversagen. Mir geht es immer noch schlecht.“

Der HSV scheitert mal wieder an sich selbst

Die wirklich tiefe Niedergeschlagenheit ist irgendwie noch nicht da.  Denn noch kann keiner gänzlich überblicken, was da auf den HSV zukommt. Und damit meine ich nicht die Liga an sich - denn die habe ich in diesem einen Jahr deutlich intensiver kennengelernt als es mir recht war. Nein, es fehlt einfach noch der Überblick über das, was sich hier beim HSV in den nächsten Wochen tun wird. Denn dass sich etwas ändern muss ist logisch. Aber das wissen wir hier wie alle ehemaligen und aktuellen Verantwortungsträger seit vielen Jahren. Das erzählen die Verantwortlichen ja auch seit vielen Jahren. Auch im vergangenen Sommer hatten sich die Verantwortlichen hingestellt und davon gesprochen, dass man das Zweitligajahr zum Neuaufbau nutzen wolle. Sportvorstand Ralf Becker war im Sommer 2018 beauftragt, einen Kader zusammenzustellen, der jünger, günstiger und trotzdem erfolgreich den Wiederaufstieg schaffen sollte. Und er war nach eigenen Aussagen auch seit Saisonbeginn felsenfest davon überzeugt, dass das klappt. Mit bekanntem Ergebnis.

Gewinnen - alles andere zählt nicht

Ich hatte es gestern geschrieben - und ich meine es auch so: Manchmal muss man nichts mehr sagen. Da  ist einfach alles gesagt. So auch vor dem Spiel morgen in Paderborn. Ich hatte überlegt, hier eine Diskussion über die richtige Aufstellung zu führen. Aber ich wäre inkonsequent, nachdem ich gestern selbst geschrieben hatte, dass jetzt nicht mehr geredet oder geschrieben werden muss.

Ihr habt alles gesagt - jetzt macht endlich was!

Oh Mann, die Tage bis zum Paderborn-Spiel ziehen sich wie Kaugummi. Und so sehr mir vor heute graute, so graut es mir noch mehr vor morgen. Denn was bitteschön soll man jetzt noch schreiben? Was wurde noch nicht gesagt? Nein, es gibt sie eben einfach, diese Situationen, in denen alles gesagt ist und jedes Wort eines zu viel ist. Taten zählen. Also nichts anderes, als das nächste Ergebnis. Auf der Pressekonferenz heute wurde Hannes Wolf darauf angesprochen, dass ja auch das Trainingslager in der vergangenen Woche vor dem Ingolstadt-Spiel nicht gut für die Mannschaft gewesen sei, da man im Anschluss verlor. „Wenn sie alles am Ergebnis festmachen“, so Wolfs Antwort, ehe er ausführte: „dass man am Wochenende ein schlechtes Ergebnis hat, heißt nicht, dass das Trainingslager, das Training und die Ansprachen schlecht waren.“ Und ich behaupte: doch! Denn was auch immer Wolf an Maßnahmen vor dem Spiel ergriffen haben mag, so lehrbuchmäßig sie auch gewesen sein mögen, sie haben nicht den gewünschten und erforderlichen Erfolg gezeigt. Im Gegenteil!

Aller guten Dinge?

Nichts spricht für den HSV. Nicht die Form der vergangenen Wochen. Nicht die mentale Verfassung, die sich beim Spiel gegen Ingolstadt auf desolateste Weise zeigte. Nicht die Personalsituation. Nicht die Performance von Trainer Hannes Wolf zuletzt. Nicht die Stimmung bei den HSV-Fans. Soweit, so gut. Das alles ist bekannt – und dennoch ist in diesem einen Spiel beim SC Paderborn HSV-Hoffnung vorhanden, denn auf dem Reißbrett ist noch kein Fußballspiel entschieden worden. Fällt ein frühes Tor? Gibt es eine unglückliche Schiedsrichter-Entscheidung in die eine oder andere Richtung? Scheitert auch der SC Paderborn in seiner Rolle des Gejagten, so wie der HSV seit dem Derby-Sieg gescheitert ist (und so wie sich Paderborn zuletzt auch in Bielefeld schwer getan hat)? Findet Hannes Wolf tatsächlich wieder den Paderborn-Schalter seiner Mannschaft, den er schon zwei Mal in dieser Saison gedrückt hat?

Scheiß drauf...!!

„Wenn man gesehen hat, wie Rick van Drongelen nach dem Abpfiff gegen Ingolstadt weinend vom Platz gegangen ist, weiß man, welcher Druck dort herrscht. Der HSV muss uns schlagen. Wir sind da deutlich entspannter, haben nichts zu verlieren und können befreit aufspielen.“ Das sagt SCP-Sportchef Markus Krösche. Ein erstes Psychospielchen vor dem Finalspiel am Sonntag, denn die Parte am Sonntag ist für den SC Paderborn nicht einen Millimeter weniger wichtig als für den HSV. Zumal Paderborn vor dem HSV liegt und es in der eigenen Hand hat, sich den Aufstiegsrang zu sichern. Auch Krösche weiß das ganz sicher. Von daher sind seine Worte nichts als heiße Luft - wenn man es richtig auffasst.

Saisonaus? Der Mangala-Schock

Da ist man einmal nicht da - und schon passiert so ein Sch… Orel Mangala musste heute das Training humpelnd abbrechen und wurde mit dem Golfcart abtransportiert. Was genau passiert ist und wie schlimm die Verletzung des Belgiers ist, steht noch nicht fest. Klar ist allerdings, dass es sich um eine muskuläre Verletzung im Oberschenkel handelt. Sollte sich der erste Verdacht eines Muskelfaserrisses oder einer Zerrung bestätigen, drohen dem Belgier zwei bis drei Wochen Pause - und damit nicht weniger als das Saisonaus. Nach dem Ausfall von Leistungsträger und Kapitän Aaron Hunt, der in der Rückrunde nicht mehr eine Teilzeitverstärkung war, fällt damit der zweite - und leider letzte sportliche Anführer im Mittelfeld aus. „Bei Orel sieht es nicht gut aus, da hat es in den Muskel reingezogen“, so Trainer Hannes Wolf, „sollte er ausfallen, geht es aber trotzdem weiter. Natürlich schluckt man da einmal - aber jetzt warten wir erst einmal ab, was es ist. Und dann müssen wir es akzeptieren.“

Hoffen. Mehr bleibt nicht.

Natürlich gewinnt Darmstadt. Dieser Spieltag - nein, diese Zweitligasaison wäre nicht dieselbe, wenn heute nicht nach St. Pauli, Heidenheim, Paderborn und dem HSV auch noch Union Berlin verlieren würde. Und zack - Darmstadt haut Union Berlin 2:1 weg. Also, alles beim Alten. Als hätte es diesen Spieltag nicht gegeben. Oder? Mitnichten. Denn dieser Spieltag hat dem HSV noch mal richtig wehgetan. Das 0:3 gegen allemal nicht starke Ingolstädter offenbarte Mängel des HSV, die die HSV-Bosse darüber nachdenken ließen, ihr unumstößliches Vertrauen zu Trainer Hannes Wolf zu kippen. „Eine klare Entscheidung“, sei es am Ende gewesen, so Ralf Becker Gestern wir heute. Aber allein die Tatsache, dass der Trainer einmal so in der Diskussion war, macht das eh schon anfällige Gerüst des HSV noch ein Stück weit wackeliger.

Zum Siegen verpflichtet

Ich mag die Schlussphasen der Spielzeiten. Und das aus vielerlei Gründen. Angefangen natürlich bei der Spannung, was die Tabellensituation betrifft. Ganz klar! Aber Schlussphasen bieten vor allem die Möglichkeit, noch einmal genau zu erkennen, wer welche Qualität hat. Denn die Schlussphasen bieten Fußball in Reinkultur. Es gibt schlichtweg keine Pufferzonen mehr. Es muss gewonnen werden, wenn man sein Ziel erreichen will. Und das ist komplett alternativlos. Phrasendreschen nach Spielen zählt nichts mehr. Es ist wirkungslos. Allein das Ergebnis spricht eine nachvollziehbare Sprache. Denn während man im Laufe der Saison immer wieder Wiedergutmachung betreiben oder zumindest ankündigen kann, bringt die Schlussphase unwiderruflich Erfolge und Misserfolge mit sich. Auch morgen beim HSV gegen Ingolstadt.

Der neue Zusammenhalt - alles für den Aufstieg

Zuckerbrot und Peitsche, so heißt es. Und manchmal geht das auch andersrum. So wie in etwa bei HSV-Trainer Hannes Wolf, der mit seiner Mannschaft seit dem Schlusspfiff in Berlin hart ins Gericht gegangen war. Er holte in einer für ihn ungewohnt scharfen Weise di Peitsche heraus und kritisierte ebenso wie Sportvorstand Ralf Becker nichts geringeres als die Basis eines jeden Fußballers: die Einstellung. Einen schlimmeren Vorwurf kann man einer Mannschaft nicht machen. Und so wurde in den verschiedensten Variationen moniert, dass die Spieler den Ernst der Lage nicht angenommen hätten. Grund genug für Wolf, ein Kurztrainingslager in Rotenburg zu beziehen. Ob er es aus eigener Erfahrung in einer solchen Situation als probates Mittel ansieht? „Kritische Momente gab es natürlich schon ganz viele. Ich habe mich über den Ort informiert und dann haben wir es danach zusammengestellt, was wir brauchen. Es geht darum, dass du zusammen bist, dass du die Kernthemen ansprichst und gut trainierst. Dass du vor allem den zusammenhält und das Vertrauen in die eigene stärke stärkst. Und das machen wir.“

Probleme hausgemacht

Etwas zu beenden, wenn es einfach keinen Sinn mehr macht ist nicht Aufgeben. Es ist vernünftig. Und so erscheint mir die Entscheidung von Rene Adler, der sich von einer Verletzungspause zur nächsten hangelt, eben sehr vernünftig zu sein. Dies teilte der 34-jährige Torhüter, der von 2012 bis 2017 beim HSV 117 Erstligaspiele absolvierte und auch damals schon immer wieder verletzt ausfiel. Dem Magazin „Stern“ sagte Adler: „Das Vertrauen in den Körper ist einfach nicht mehr da, es macht deshalb keinen Sinn mehr, darum höre ich nun auf“, so der ehemalige Nationaltorwart. Adler fehlt seinem Klub aufgrund eines Knorpelschadens im Knie seit Mai letzten Jahres verletzungsbedingt. Sein letztes Pflichtspiel bestritt er am 29. April 2018 gegen RB Leipzig. „Es war ein mentaler Kraftakt. Ich habe dafür einen hohen Preis bezahlt. Mein Körper hat genug gelitten“, sagte Adler, dem wir vom Rautenperle-Team von dieser Stelle aus alles Gute für die Zeit nach dem Fußball wünschen wollen.

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.