HSV

Er hat es immer wieder betont...

Nach 114 Tagen ist der HSV das erste Mal nicht auf Platz eins der Zweitligatabelle. Läuft es wie erwartet, ist man nach dem morgigen Spieltag  - zumindest bis zum eigenen Spiel am Montag gegen Greuther Fürth - sogar nur noch Dritter.  Und die Tabellenspitze würde auch insgesamt so zusammenrücken können, dass der HSV schnell bis auf Platz fünf oder sechs durchgereicht wird, sollte man gegen Fürth und anschließend gegen den FC St. Pauli seine eigenen Hausaufgaben nicht erfolgreich erledigen. Eine Drucksituation, die der HSV als „Muss-Aufsteiger“ im Grunde von Saisonbeginn an hatte. Allerdings war man bis zuletzt sehr lange immer auch mit einem kleinen Polster ausgestattet, das einen Ausrutscher erlaubte.

Chance vertan

Das Thema wird sicherlich noch eine Weile anhalten, viele werden sich mächtig darüber aufregen - und dann ist es irgendwann alles wieder vergessen. Zumindest war es bislang in der Vergangenheit immer so, wenn der HSV mit exorbitanten Ticketpreisen auf sich aufmerksam machte. „Das ist doch okay am letzten Spieltag“, sagen die einen, während andere den Gegner als Maßstab nehmen. „Für ein Spiel gegen den aktuell Tabellenletzten ist das eine Frechheit.“ Letztlich aber ist es so, dass die Tickets trotzdem verkauft werden. Rund 45.000 Tickets sind im Vorverkauf für die Mitglieder am ersten tag weggegangen und alle rechnen damit, dass in den nächsten tagen schon „ausverkauft“ gemeldet wird. Ergo: Alles okay. Und der HSV ist im Recht. Oder?

Krise durchstehen - und daraus lernen

Das Spiel in Regensburg hat Nachwirkungen. Ganz klar. Personeller Natur durch die beiden Platzverweise für Orel Mangala und Vasilije Janjicic ohnehin. Während Mangala durch seine gelbrote Karte automatisch für ein Spiel ausfällt, wurde Janjicic heute vom Sportgericht ebenfalls für ein Spiel gesperrt. Minimalstrafe für ein Foul, das niemals Rot hätte sein dürfen, behaupte ich. Aber gut. Oder besser gesagt: nicht gut. Denn der HSV hat in Regensburg so sogar noch mehr als drei Punkte verspielt. Ob Katerstimmung vorherrsche, wurde Wolf heute gefragt. „Ja“, so der Trainer, ehe er nachschob: „Natürlich habe ich mich geärgert über den Verlauf und den Ausgang. Es ist noch nicht komplett verarbeitet. Wir müssen es am kommenden Montag besser machen.“

HSV verliert in Regensburg Spiel und Spieler - selbst verschuldet

Der HSV hat verloren. Am Ende sogar zurecht, wie die Statistik es aussagt. Aber er hat sich diese Niederlage selbst zuzuschreiben. „Es ist enttäuschend, wir haben heute nicht gut genug gespielt. Wir hatten unsere Möglichkeiten, konnten sie aber nicht nutzen“, konstatierte David Bates, der den HSV zwar in Führung bringen konnte, letztlich aber mit ansehen musste, wie sein Team noch mit 1:2 bei Jahn Regensburg verlor. 

Narey oder Hwang - das ist die Frage...

Erlaubt mir einen kurzen Rückblick: Um 13 Uhr kommt heute die Meldung per Whattsapp, „1:0 in der zweiten Minute!“ - gemeint ist Niendorfs U19, die in der Bundesliga Nord/Nordost mit 1:0 gegen den haushohen Favoriten FC St. Pauli in Führung geht. Und keine fünf Minuten später schon das nächste Highlight aus Köln, wo Dennis Diekmeier im Trikot des SV Sandhausen seine beste Aktion für den HSV seit langem hat. Mit einem schönen Flankenlauf bereitet er das 1:0 für den SV Sandhausen vor, während sich der FC St.

Der gemeinsame Weg ist alternativlos

Es ist gar nicht so lange her, genau genommen 17 Spieltage, da schrieb ich an dieser Stelle darüber, dass der HSV intern nicht hundertprozentig geschlossen zueinander stehen  würde und sich so das Leben immer wieder selbst schwermachen würde. Soweit, so richtig. Damals nannte ich den 1. FC Köln als Positiv-Beispiel, wie man es besser machen könne. Und da lag ich offenbar mächtig daneben. Denn heute wären die Kölner froh, wenn sie an der Stelle des HSV stehen würden. Und das gilt zwar auch für die Tabellenposition, aber nicht nur.

Überraschung gelungen - Mutzel kommt

Der HSV ist bemüht, öffentlich Druck aus dem Thema zu nehmen. Insolvenz, Zahlungsunfähigkeit und Konkurs – Begriffe, die intern auf dem Index stehen, die von Außenstehenden aber immer wieder genommen werden, um die finanzielle Situation des HSV zu beschreiben.

Wolf gibt zwei Tage Pause - und fordert mehr Angriffsfußball

Es läuft. Nach dem verdienten, hart erarbeiteten Punktgewinn in Heidenheim sowie dem zweifelsfrei ebenso sympathischen wie souveränen Auftritt von Marcell Jansen im Sportstudio ist der HSV nach einem erfolgreichen Sonnabend weiter auf Kurs. Vor allem dank der Niederlagen von Köln und dem FC St. Pauli konnte man den Vorsprung auf beide sogar um einen Punkt ausbauen, während Heidenheim auf Distanz gehalten wurde und Union Berlin mit dem glücklichen Sieg beim MSV Duisburg bis auf vier Zähler herausgerutscht ist.

2:2 - gerechte Punkteteilung in Heidenheim

„Wir sind zwei Mal sehr gut zurückgekommen. Wir können daher mit dem Punkt zufrieden sein“, fasste Berkay Özcan das 2:2 beim FC Heidenheim unmittelbar nach Schlusspfiff zusammen. Und das stimmte. Denn trotz mehr Spielanteile war es am Ende eine absolut gerechte Punkteteilung in Heidenheim. „Es war das erwartet schwere Spiel gegen einen sehr guten Gegner. Wir haben am Anfang vor allem Situationen verpasst, in denen wir schnell nach vorne spielen können. Dann bekommen wir durch einen Standard das 0:1, aber kommen nochmal ran“, so Trainer Hannes Wolf, der nicht zufrieden wirkte.

HSV vs. Heidenheim - ein ungleiches Duell auf Augenhöhe

Viel sagen musste der Trainer vor dem Spiel beim FC Heidenheim nicht. Die Tabellenkonstellation allein gibt schon vor, was zwingend erforderlich ist. Heute im Training musste Hannes Wolf daher auch nur verhältnismäßig wenig sagen - abgesehen von den Erklärungen zu den veranstalteten Übungsformen, die gut aussahen. Standards inklusive schnelles Umschalten standen heute auf dem Plan. Und das funktionierte gut. Die Flanken kamen scharf heriengeflogen, im Zentrum gab es Abnehmer - und die zwangen den Keeper immer wieder zu Glanzparaden.

Hwang vor Comeback - Gyamerah kommt bis 2022

Geht man nur nach dem Training, sieht s so aus, als würde der HSV wie in der zweiten Halbzeit nach Santos’ Auswechslung beginnen.  Also auch mit Josh Vagnoman als Linksverteidiger. „Es gibt mehrere Optionen“, sagt Hannes Wolf,  „zum Beispiel auch Khaled Narey, der das oft gespielt hat. Auch das könnte eine Option sein, da er es schon sehr viel gespielt hat.“ Josha  Vagnoman ist ein ernsthafter Kandidat, obgleich es seine Bundesligapremiere als Linksverteidiger von Beginn an wäre. Das erste und bislang (logischerweise) letzte Mal als Linksverteidiger spielte er nach seiner Einwechslung am Montag gegen Dresden. „Josha Vagnoman hat es nach seiner Einwechslung auch gut gemacht“, lobt Wolf und hält den Konkurrenzdruck hoch, „er hinterlässt auch im Training einen stabilen Eindruck. Er interpretiert es anders als Gideon - aber er hat Power, kann verteidigen und hat die Körperlichkeit. Natürlich kann er spielen. Aber auch Josh müsste sich bis an die Decke strecken, damit wir da erfolgreich sein können.“

„Heidenheim ist die schwerste Aufgabe, die es aktuell gibt“

99 Tage in Folge ist der HSV nun (Stand 12.02.2019) Tabellenführer. Und das seit gestern auch wieder mit sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz drei. Auf den Tabellenzweiten, den 1. FC Köln, sind es ebenfalls vier Punkte. Allerdings haben die Kölner am 27. Februar noch ein Nachholspiel gegen Erzgebirge Aue, das sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch für sich entscheiden werden. Ergo: Ein Punkt Vorsprung auf Köln, das ist dünn. Aber der erste Platz min der Tabelle wäre für mich am Ende eher nebensächlich, solange sich der HSV und Köln die beiden ersten Plätze irgendwie aufteilen und damit direkt aufsteigen. Und ich bin  mir sicher, das wird den allermeisten ähnlich gehen. „Wir wissen, dass das noch ein sehr weiter Weg für uns wird“, so Trainer Hannes Wolf heute. Wobei, heute? Nein, eigentlich ist das bei Wolf ja nicht nur heute so, sondern immer. Immer wieder aufs Neue warnt er vor falscher Zufriedenheit, da er befürchtet, irgendwann könnte irgendwer die Überlegenheit des HSV als selbstverständlich nehmen und dadurch unnötig Fehler machen.

1:0-Sieg gegen Dynamo - Torwartfehler bricht den Bann

Knapp 7000 Fans aus Dresden heizten im Volksparkstadion ein, wie es Auswärtsfans in Hamburg in den letzten Jahren nur sehr wenige geschafft hatten. Sie verwandelten das  mit 46.924 Zuschauern gut besuchte Volksparkstadion im direkten Fan-Duell mit den nicht minder lauten Hamburgern in einen Hexenkessel, der Erstligareif war. Und auch das Spiel, das der HSV am Ende dank eines Torwartfehlers der Dresdner knapp mit 1:0 für sich entscheiden konnte, begann gut. Siegtotrschütze Lewis Holtby nach dem Spiel: "Es war ein Arbeitssieg. Ich bin froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Dresden hat im 5-4-1 agiert und stand sehr tief. Wir waren sehr geduldig, hatten einen hohen Ballbesitz-Anteil und haben den Gegner letztendlich müde gespielt. Lange hat der entscheidende Pass gefehlt, aber am Ende hatte ich das Glück auf meiner Seite. Es geht nur um die Punkte, nicht um einen Schönheitswettbewerb."

Im Viertelfinale nach Paderborn - aber vorher kommt Dresden

„Douglas Santos, Pierre-Michel Lasogga und Gideon Jung haben alle trainiert und sind damit fit für das Spiel gegen Dresden.“ Mit dem ersten Satz hatte Hannes Wolf die wichtigste Frage gleich beantwortet. Alle drei Spieler werden also morgen Abend gegen Dynamo Dresden (20.30 Uhr, Volksparkstadion) auch spielen können. Und alles andere als alle drei in der Startelf wäre eine große Überraschung. Soll heißen: Auch Fiete Arp wird seinen Platz vom Nürnberg-Spiel aller Voraussicht nach trotz der anschließenden Komplimente zunächst einmal räumen müssen. Zumindest deutet alles darauf hin. Wolf selbst lobte Lasogga heute auch noch mal explizit: „Er hat es vor seiner Verletzung sehr gut gemacht, hilft uns nicht nur mit seinen Toren, sondern auch mit seiner Präsenz bei Standards gegen uns.“

Lasogga fit für Dresden - Arp imponiert

Das ist doch gut. Dann gewinnen wir. Sicher!“ Worte eines absoluten Fachmannes, die ich gern glauben würde. Und auch sonst machte der ca. sechs Jahre junge HSV-Fan am Trainingsrand heute gute Bemerkungen. Immer wieder erklärte er seinem Vater, weshalb die Rückkehr von Pierre Michel Lasogga für den HSV am Montag gegen Dynamo Dresden einer Sieggarantie gleichkommt. Dass er nach Trainingsende ein gemeinsames Selfie mit dem Angreifer bekam - Ehrensache. Für Lasogga, der seinem Fan auch gleich noch dessen HSV-Trikot signierte. Und tatsächlich sah nicht nur das gut aus, sondern auch die kurze Einheit davor. Auch und vor allem bei Lasogga. Denn der Angreifer wirkte hochmotiviert. Er schoss aus allen Lagen, und er traf auch. Seinem Einsatz am Montag steht nichts mehr im Wege.

Und der Verlierer ist...

Der HSV ist für Krisen durchaus bekannt. In den letzten Jahren gab es genug davon. Oder besser: es gibt sie noch. Und eine weitere löste  die gestrige „BILD“-Geschichte über den feststehenden Wechsel von Fiete Arp zum FC Bayern aus. Am Vormittag hieß es zunächst, es würde eine Verlautbarung im Laufe des Tages geben. Oder eben ein Gesprächstermin. Am späten Nachmittag war von beiden Varianten nichts zu sehen bzw. zu lesen. Erst um 17.20 Uhr vermeldete der NDR dann, dass Arps Verkauf an den FC Bayern vom HSV offiziell bestätigt worden sei. Wer es dem NDR erzählt hatte? Offen. War am Ende aber auch egal, denn um 18 Uhr kam dann folgende offizielle Meldung...

Wolf warnt vor Euphorie: "In der Liga zwei von drei Spielen verloren!"

„Ich dachte, es kommen nur so viele, wenn wir verloren haben“, scherzte Hannes Wolf heute, sichtlich gut gelaunt. Er wusste, dass das Spiel gegen Nürnberg neben dem Weiterkommen und den Mehreinnahmen sehr viele positive Aspekte hatte.

Hochverdient ins Viertelfinale - der HSV schlägt Nürnberg mit 1:0

Am Ende hielt es die Zuschauer nicht mehr auf ihren Plätzen. Bei der Auswechslung Bakery Jattas standen sie auf und blieben einfach stehen, bis das Spiel gegen den 1. FC Nürnberg von Schiedsrichter Harm Osmers nach drei Minuten Nachspielzeit endlich abgepfiffen worden war. „Endlich“, weil das Spiel wirklich nichts für Feinschmecker war - wobei die Schuld dafür zu 90 Prozent beim erschütternden Gegner aus Nürnberg zu suchen war, der in der 92. Minute seine erste halbwegs gefährliche Torschuss-Situation hatte. Aber vor allem auch, weil der HSV seine dünne 1:0-Führung durch den Treffer von Berkay Özcan in der 54. Minute so über die Zeit gebracht hatte.

0:2 in Bielefeld - es lief schon vor dem Spiel nicht

„Scheißegal“, sagte Andreas Voglsammer nach dem Spiel, als er auf seinen umstrittenen Treffer zum 1:0 angesprochen wurde. Er sei vom Schiedsrichter auch gefragt worden, ob er bei seinem hohen Bein Gegenspieler Orel Mangala getroffen habe - aber er wusste es einfach nicht. Daher eben „scheißegal“, so der Bielefelder Angreifer, der auch an der Roten Karte für Gotoku Sakai maßgeblich beteiligt war. In der 12. Minute schon musste der Japaner nach einer Notbremse an eben jenem Voglsammer vom Platz.

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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