Wer hat den passenden HSV-Schlüssel?

Von der zu großen Erwartungshaltung und vom ungemeinen Druck haben schon viele erzählt. Vom Druck, der von Medien, Fans und dem Umfeld ausgeht und sich wie ein viel zu enges Korsett um die Protagonisten des HSV legt und nachhaltige Erfolge erschwert oder gar verhindert. All das ist nichts Neues. Nur Staub, der immer wieder aufgewirbelt wird. Beispiel gefällig?

Psychogramm des HSV

Fans, Trainer und Funktionäre sind sich einig, dass “Psychologie” eine wichtige Rolle für Erfolg und Misserfolg spielt, denn in Interviews fallen häufig Formulierungen wie “Barriere im Kopf”, “mental nicht frei”, “im Kopf woanders gewesen”.

Die letzten paarunddreißig Jahre: Eine von vielen Leidensgeschichten

Wenn man wie ich, Mitte der 70er Jahre geboren, in einer kleinen Großstadt oder großen Kleinstadt in der Mitte Deutschlands aufwächst, dann hängt man als Kind sein Fußball-Herz nicht nur an den lokalen Club. Denn man braucht darüber hinaus ja noch einen Bundesliga-Verein. In meinem Fall war das der HSV. Das hatte familiäre Gründe und beschäftigt mich bis heute. Spoiler-Alarm: Nicht nur positiv.

Das Pferd springt so hoch, wie es muss

Die vergangenen Wochen waren beim Hamburger SV nicht nur aufgrund der einmaligen Gesamtkonstellation einzigartig - Stichwort: Aufstiegskampf in Zeiten einer Pandemie! Auch die Taktikanalysen waren stets etwas Besonderes. Das lag vor allem an Hamburgs Gegnern: Arminia Bielefeld, der VfB Stuttgart, Wehen-Wiesbaden und Holstein Kiel gehören aus taktischer Sicht zu den außergewöhnlichen Teams der Liga. Gegen Dynamo Dresden traf der HSV nach längerer Zeit mal wieder auf einen „typischen“ Zweitliga-Gegner. Das bedeutete: Die Hamburger mussten eine kompakte 4-4-2-Mauer knacken.

Der HSV muss sich selbst bezwingen

Köpfe frei bekommen, mal ablenken. Und einfach mal entspannt miteinander Spaß haben. Das alles war in den fünf Spielen nach der Coronapause bislang noch nicht drin für den HSV, der sich dafür am Mittwoch einen Trainingstag wählte. Fußball-Golf (sehr zu empfehlen!!) in Soltau stand an. „Es war gestern ein sehr schöner Tag“, sagte Trainer Dieter Hecking uns heute, einen Tag vor dem Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden (Freitag, 18.30 Uhr Rudolf-Harbig-Stadion) in der virtuellen Pressekonferenz. Und obgleich Hecking auch heute wieder versuchte, das vorhandene Kopfproblem wegzudiskutieren, gestand er ein: „Wir müssen einen guten Mix aus Anspannung und Entspannung finden.“ Auf andere Gedanken zu kommen, Gespräche jenseits des Fußballs zu führen, auch einmal vier Stunden ohne Handy auszukommen - das gehörte zu Heckings Plan. „Ich glaube, dass die Mannschaft diesen Tag gebraucht hat. Nur mit Verbissenheit und nur mit Druck werden wir es sowieso nicht schaffen.“

Auf die Feinheit kommt es an

Ich habe mir das ganze Spiel angetan. Dresden gegen Fürth. 90 Minuten. Genau genommen 94 Spielminuten, in denen mir weder Fürth noch Dresden wirklich imponierte. Wobei mein Augenmerk auch weniger auf die fußballerische Qualität des Spiels denn auf die individuellen Qualitäten der Dresdner gerichtet war. Und die sind – bei allem Respekt – zumindest nicht Angst einflößend. Lediglich der Umstand, dass man nach der Halbzeitpause zulegen konnte, passt irgendwie nicht zu dem HSV von heute, da dieser bekanntermaßen mit zunehmender Spielzeit zunehmend wackelig wird, passte mir nicht so. Laut Trainer Markus Kauczinski soll das bei den Sachsen immer wieder so sein. Kann der HSV seine Zitterbeine stabilisieren und am Freitag in Dresden mal einen ungefährdeten Sieg einfahren?

Das Rautenperle Forum ist LIVE!

Anfang Mai habe ich euch unseren neuen News-Ticker vorgestellt und dabei erwähnt, dass wir an einem Forum für die Rautenperle arbeiten. Jetzt kann ich euch sagen: das Forum ist fertig. Über die Navigation oder durch die direkte URL forum.rautenperle.com könnt ihr das Forum erreichen. Sofern ihr bereits auf der Rautenperle registriert seid, ist kein weiteres Benutzerkonto notwendig. Einfach einloggen und teilnehmen.

HSV bestätigt das Klischee

Die Unkenrufe schallten schon vor dem Anpfiff durch die Sozialen Medien. Der Hamburger SV hat die Chance, nach den Patzern von Stuttgart und Heidenheim wichtige Punkte im Aufstiegskampf zu holen? Das vergeigt der HSV doch sowieso! Leider erfüllte die Hamburger Mannschaft beim 3:3 gegen Holstein Kiel genau jenes Klischee, das besagt: Wenn es drauf ankommt, gehen dem Team die Nerven flöten. Die Taktikanalyse.

Die große Chance

Ich werde hier nicht unken, sondern mich einfach an den Fakten längshangeln, denn die sehen gut aus. Bielefeld und Stuttgart haben Unentschieden gespielt, Heidenheim und Darmstadt sogar verloren. Bedeutet: Der HSV kann sich Platz zwei zurückerobern (bei einem Sieg wäre man punktgleich mit Stuttgart) und den Abstand zu Platz vier auf vier Punkte gegenüber dem 1. FC Heidenheim (heute 1:2 bei Hannover 96 verloren) ausbauen. Aber dafür muss man gegen die Holstein Kiel erst einmal gewinnen. Also etwas schaffen, was es für den HSV in bislang drei Zweitligaduellen noch nicht gab. Und das wird schwer genug. Wobei man hoffen darf, dass Kiel sich einen seiner Aussetzer erlaubt. Zumindest muss den Fans der Störche diese Saison wie eine nie endende Achterbahnfahrt vorkommen. Das Problem: Nach kurzen Hochphasen folgten im bisherigen Saisonverlauf konsequent längere Abstürze nach unten. Der jüngste freie Fall nach dem Restart mit vier Punkten aus vier Spielen spülte die Mannschaft von Trainer Ole Werner auf den 12. Tabellenplatz. Auch die jüngste Serie von zwei Pleiten (1:2 in Bochum, 1:2 gegen Arminia Bielefeld) gibt Anlass zur Sorge. Mit 38 Zählern und acht Punkten Vorsprung bei einem Spiel weniger werden die Kieler nicht mehr in Abstiegssorgen geraten. Dennoch hatte man sich an der Förde nach dem Zwischenhoch zur Mitte der Saison durchaus erhofft, nicht im grauen Mittelmaß zu landen. Danach sieht es vor dem Spiel beim HSV jedoch aus. Und wir vergleichen beide Teams bis ins letzte Detail für Euch. Alles, was Ihr zu diesem Speil wissen müsst, hier:

Genau DAS ist der HSV von heute

Es muss eigentlich gar nicht mehr so schwer genommen werden, denn genau DAS ist der HSV von heute. Das nur vorweg. Denn ich weiß, dass das Thema Nachwuchs hier seit jeher ein sehr heiß diskutiertes Thema ist. Zugegeben: Weil der HSV sich auf diesem Gebiet in den letzten Jahren nicht besonders erfolgreich angestellt hat. Wenn mal etwas aufgebaut wurde, dann zerschossen es sich die Verantwortlichen schnell wieder selbst. Dass sich dennoch in den letzten Jahren Spieler wie Jonathan Tah und jetzt Josha Vagnoman entwickeln konnten – es ist im dreifachen Sinne sogar zunächst einmal großes Glück für den HSV. Denn zum einen gab es viel Geld für Tah, zum anderen hat man mit Vagnoman sportlich eine neue Konstante gefunden – und zuletzt können die beiden als Erfolgsgeschichten in die Vita der Nachwuchsarbeit eingetragen werden.

Vagnoman: Verkaufskandidat wider Willen

Das erste Klingeln war nicht einmal beendet, da schlug mir schon eine Frage entgegen. Dabei hatte ich eigentlich vor, meinerseits Fragen beantwortet zu bekommen. „Was wollt Ihr eigentlich alle im Moment?“, wurde ich gefragt. Und ich wusste im ersten Moment nichts Besseres zu antworten als: „Dir ein paar Frage stellen“. Nach einer kurzen Atempause kam dann glücklicherweise ein Lachen durch den Hörer, gefolgt von einem ehrlich klingenden „Okay, dann los!“. Eine Aufforderung, die ich mir nicht zweimal sagen ließ.

Rückkehrer Porath: „Das Thema HSV ist für mich abgeschlossen"

Müde ist er. Zwei Einheiten am Tag hat Finn Porath gerade hinter sich gebracht, als ich ihn am Telefon erreiche. Wir kennen uns noch aus seiner ersten Zeit beim HSV, damals hatte ich ihn schon als Jugendspieler einmal portraitiert und ihn im Anschluss immer wieder mal gesprochen. Von daher erlaube ich mir gleich zu Beginn unserer Telefonates einen kleinen Seitenhieb auf die unglückliche Niederlage seiner Kieler gegen HSV-Aufstiegskonkurrent Arminia Bielefeld. Nur um Zentimeter hatte er dabei in der Nachspielzeit den Flankenball zum Vorlagengeber verpasst. „Du hast eben zu kleine Füße“, scherze ich, „oder willst Du nicht, dass der HSV aufsteigt?“ Porath schweigt kurz – aber lacht dann. Zum Glück. Ansonsten hätte es auch eines meiner kürzesten Gespräche aller Zeiten werden können.

Wie Kinsombi zum entscheidenden Faktor wird

Mein Wiesbadener Kollege des „Kicker“ wollte es gar nicht so recht glauben. Als ich ihm erzählte, dass David Kinsombi nach nur zehn Minuten gegen den SV Wehen Wiesbaden schon mehr gute Aktionen hatte als bisher in der gesamten Saison für den HSV kam nur: „Na, das ausgerechnet heute gegen uns?“ Und auch wenn es ihn nicht beruhigte, musste ich antworten: „Ja.“ Weil Kinsombi tatsächlich endlich das machte, was sich alle von ihm schon seit Saisonbeginn erhofft hatten: Kinsombi übernahm Führung auf dem Platz. Weniger verbal - mehr spielerisch. Und ganz ehrlich: "Kinso", wie ihn seine Kollegen rufen, hätte den Zeitpunkt auch keinen Spieltag weiter nach hinten legen dürfen.

Deshalb ist Pollersbeck der Richtige

Natürlich war es überraschend. Von daher konnte Dieter Hecking mit seiner Antwort „weil ich es eben so entschieden habe“ und dass es eine ganz normale Maßnahme gewesen sei nicht wirklich Abhilfe leisten. Im Gegenteil: Auch der HSV-Coach wusste schon beim Fällen seiner Entscheidung, dass der Wechsel von Daniel Heuer Fernandes am Sonntag zu Julian Pollersbeck als neue Nummer eins für Aufsehen sorgen würde. Und selbst heute, also zwei Tage nach dem 3:2-Erfolg gegen den SV Wehen Wiesbaden, ist Pollersbeck noch Thema. Ich werde seit Sonntag ununterbrochen gefragt, was zu dieser Entscheidung geführt haben könnte. Und auch bei uns im Blog wird das Thema noch immer diskutiert. Selbst unsere Frage der Woche dreht sich um Pollersbeck - wenn auch im Zusammenhang mit den anderen Wechseln, die Hecking vorgenommen hatte. Und, Achtung Spoiler: Mir fällt die Erklärung dafür nicht einmal schwer. Ganz im Gegenteil. Ich erachte den Torwartwechsel sogar als logisch und Notwendigkeit, wenn man im Saisonendspurt nicht jedes Spiel mit dem selben Handicap starten will.

HSV auf der Suche nach Konstanz

Spiel eins nach dem Nackenschlag gegen den VfB Stuttgart. Im Kampf um den Aufstieg war der Hamburger SV zum Siegen verdammt. Das tat er – allerdings nicht annähernd so souverän wie von vielen erhofft. Auch gegen Wehen-Wiesbaden gelang es den Hamburgern nicht, über neunzig Minuten eine konstante Leistung abzuliefern. Es zeigt sich vielmehr: Kleinste Veränderungen in der Startelf bringen die Balance gehörig durcheinander.

Übernehmt endlich Verantwortung!

Warum geht das nicht? Warum gewinnt der HSV Spiele, die er lange Zeit überlegen gestaltet, nicht einfach mal mit 3:0 oder 4:1 oder sonst irgendwie klar? Diese Fragen stellen mir viele momentan. Und ich muss immer wieder antworten: Das hat der HS doch! Zumindest in der Hinrunde gab es ein 4:0 gegen Nürnberg und Aue, ein 3:0 gegen Hannover und bekanntermaßen auch das 6:2 gegen Stuttgart. In der Rückrunde gab es zu Beginn das 4:1 zuhause gegen Nürnberg und - das wars… Die anderen drei Siege aus den ersten elf Spielen waren vom Verlauf her eher (unnötig) knapp, während die überlegenen Spiele nicht gewonnen wurden. Weder gegen Pauli, noch gegen Fürth - und zuletzt eben auch nicht gegen die direkten Konkurrenten Bielefeld und Stuttgart. Zufall? Eher nicht, behaupte ich.

VfB - HSV: Mut wird belohnt

Im wohl wichtigsten Spiel der Saison die eigene Mannschaft mutig und offensiv einstellen: So viel Chuzpe muss ein Trainer erst einmal haben. Im Spitzenspiel zwischen dem Hamburger SV und dem VfB Stuttgart brachte Dieter Hecking diesen Mut auf. Doch mit dem 0:2 im Rücken entdeckten plötzlich auch die Stuttgarter ihre mutige Seite – und drehten eine verrückte Partie. Die XXL-Analyse.
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Das Pferd springt so hoch, wie es muss

Die vergangenen Wochen waren beim Hamburger SV nicht nur aufgrund der einmaligen Gesamtkonstellation einzigartig - Stichwort: Aufstiegskampf in Zeiten einer Pandemie! Auch die Taktikanalysen waren stets etwas Besonderes. Das lag vor allem an Hamburgs Gegnern: Arminia Bielefeld, der VfB Stuttgart, Wehen-Wiesbaden und Holstein Kiel gehören aus taktischer Sicht zu den außergewöhnlichen Teams der Liga. Gegen Dynamo Dresden traf der HSV nach längerer Zeit mal wieder auf einen „typischen“ Zweitliga-Gegner. Das bedeutete: Die Hamburger mussten eine kompakte 4-4-2-Mauer knacken.

Der HSV muss sich selbst bezwingen

Köpfe frei bekommen, mal ablenken. Und einfach mal entspannt miteinander Spaß haben. Das alles war in den fünf Spielen nach der Coronapause bislang noch nicht drin für den HSV, der sich dafür am Mittwoch einen Trainingstag wählte. Fußball-Golf (sehr zu empfehlen!!) in Soltau stand an. „Es war gestern ein sehr schöner Tag“, sagte Trainer Dieter Hecking uns heute, einen Tag vor dem Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden (Freitag, 18.30 Uhr Rudolf-Harbig-Stadion) in der virtuellen Pressekonferenz. Und obgleich Hecking auch heute wieder versuchte, das vorhandene Kopfproblem wegzudiskutieren, gestand er ein: „Wir müssen einen guten Mix aus Anspannung und Entspannung finden.“ Auf andere Gedanken zu kommen, Gespräche jenseits des Fußballs zu führen, auch einmal vier Stunden ohne Handy auszukommen - das gehörte zu Heckings Plan. „Ich glaube, dass die Mannschaft diesen Tag gebraucht hat. Nur mit Verbissenheit und nur mit Druck werden wir es sowieso nicht schaffen.“

Auf die Feinheit kommt es an

Ich habe mir das ganze Spiel angetan. Dresden gegen Fürth. 90 Minuten. Genau genommen 94 Spielminuten, in denen mir weder Fürth noch Dresden wirklich imponierte. Wobei mein Augenmerk auch weniger auf die fußballerische Qualität des Spiels denn auf die individuellen Qualitäten der Dresdner gerichtet war. Und die sind – bei allem Respekt – zumindest nicht Angst einflößend. Lediglich der Umstand, dass man nach der Halbzeitpause zulegen konnte, passt irgendwie nicht zu dem HSV von heute, da dieser bekanntermaßen mit zunehmender Spielzeit zunehmend wackelig wird, passte mir nicht so. Laut Trainer Markus Kauczinski soll das bei den Sachsen immer wieder so sein. Kann der HSV seine Zitterbeine stabilisieren und am Freitag in Dresden mal einen ungefährdeten Sieg einfahren?

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Anfang Mai habe ich euch unseren neuen News-Ticker vorgestellt und dabei erwähnt, dass wir an einem Forum für die Rautenperle arbeiten. Jetzt kann ich euch sagen: das Forum ist fertig. Über die Navigation oder durch die direkte URL forum.rautenperle.com könnt ihr das Forum erreichen. Sofern ihr bereits auf der Rautenperle registriert seid, ist kein weiteres Benutzerkonto notwendig. Einfach einloggen und teilnehmen.

HSV bestätigt das Klischee

Die Unkenrufe schallten schon vor dem Anpfiff durch die Sozialen Medien. Der Hamburger SV hat die Chance, nach den Patzern von Stuttgart und Heidenheim wichtige Punkte im Aufstiegskampf zu holen? Das vergeigt der HSV doch sowieso! Leider erfüllte die Hamburger Mannschaft beim 3:3 gegen Holstein Kiel genau jenes Klischee, das besagt: Wenn es drauf ankommt, gehen dem Team die Nerven flöten. Die Taktikanalyse.

Die große Chance

Ich werde hier nicht unken, sondern mich einfach an den Fakten längshangeln, denn die sehen gut aus. Bielefeld und Stuttgart haben Unentschieden gespielt, Heidenheim und Darmstadt sogar verloren. Bedeutet: Der HSV kann sich Platz zwei zurückerobern (bei einem Sieg wäre man punktgleich mit Stuttgart) und den Abstand zu Platz vier auf vier Punkte gegenüber dem 1. FC Heidenheim (heute 1:2 bei Hannover 96 verloren) ausbauen. Aber dafür muss man gegen die Holstein Kiel erst einmal gewinnen. Also etwas schaffen, was es für den HSV in bislang drei Zweitligaduellen noch nicht gab. Und das wird schwer genug. Wobei man hoffen darf, dass Kiel sich einen seiner Aussetzer erlaubt. Zumindest muss den Fans der Störche diese Saison wie eine nie endende Achterbahnfahrt vorkommen. Das Problem: Nach kurzen Hochphasen folgten im bisherigen Saisonverlauf konsequent längere Abstürze nach unten. Der jüngste freie Fall nach dem Restart mit vier Punkten aus vier Spielen spülte die Mannschaft von Trainer Ole Werner auf den 12. Tabellenplatz. Auch die jüngste Serie von zwei Pleiten (1:2 in Bochum, 1:2 gegen Arminia Bielefeld) gibt Anlass zur Sorge. Mit 38 Zählern und acht Punkten Vorsprung bei einem Spiel weniger werden die Kieler nicht mehr in Abstiegssorgen geraten. Dennoch hatte man sich an der Förde nach dem Zwischenhoch zur Mitte der Saison durchaus erhofft, nicht im grauen Mittelmaß zu landen. Danach sieht es vor dem Spiel beim HSV jedoch aus. Und wir vergleichen beide Teams bis ins letzte Detail für Euch. Alles, was Ihr zu diesem Speil wissen müsst, hier:

Genau DAS ist der HSV von heute

Es muss eigentlich gar nicht mehr so schwer genommen werden, denn genau DAS ist der HSV von heute. Das nur vorweg. Denn ich weiß, dass das Thema Nachwuchs hier seit jeher ein sehr heiß diskutiertes Thema ist. Zugegeben: Weil der HSV sich auf diesem Gebiet in den letzten Jahren nicht besonders erfolgreich angestellt hat. Wenn mal etwas aufgebaut wurde, dann zerschossen es sich die Verantwortlichen schnell wieder selbst. Dass sich dennoch in den letzten Jahren Spieler wie Jonathan Tah und jetzt Josha Vagnoman entwickeln konnten – es ist im dreifachen Sinne sogar zunächst einmal großes Glück für den HSV. Denn zum einen gab es viel Geld für Tah, zum anderen hat man mit Vagnoman sportlich eine neue Konstante gefunden – und zuletzt können die beiden als Erfolgsgeschichten in die Vita der Nachwuchsarbeit eingetragen werden.

Vagnoman: Verkaufskandidat wider Willen

Das erste Klingeln war nicht einmal beendet, da schlug mir schon eine Frage entgegen. Dabei hatte ich eigentlich vor, meinerseits Fragen beantwortet zu bekommen. „Was wollt Ihr eigentlich alle im Moment?“, wurde ich gefragt. Und ich wusste im ersten Moment nichts Besseres zu antworten als: „Dir ein paar Frage stellen“. Nach einer kurzen Atempause kam dann glücklicherweise ein Lachen durch den Hörer, gefolgt von einem ehrlich klingenden „Okay, dann los!“. Eine Aufforderung, die ich mir nicht zweimal sagen ließ.

Rückkehrer Porath: „Das Thema HSV ist für mich abgeschlossen"

Müde ist er. Zwei Einheiten am Tag hat Finn Porath gerade hinter sich gebracht, als ich ihn am Telefon erreiche. Wir kennen uns noch aus seiner ersten Zeit beim HSV, damals hatte ich ihn schon als Jugendspieler einmal portraitiert und ihn im Anschluss immer wieder mal gesprochen. Von daher erlaube ich mir gleich zu Beginn unserer Telefonates einen kleinen Seitenhieb auf die unglückliche Niederlage seiner Kieler gegen HSV-Aufstiegskonkurrent Arminia Bielefeld. Nur um Zentimeter hatte er dabei in der Nachspielzeit den Flankenball zum Vorlagengeber verpasst. „Du hast eben zu kleine Füße“, scherze ich, „oder willst Du nicht, dass der HSV aufsteigt?“ Porath schweigt kurz – aber lacht dann. Zum Glück. Ansonsten hätte es auch eines meiner kürzesten Gespräche aller Zeiten werden können.

Wie Kinsombi zum entscheidenden Faktor wird

Mein Wiesbadener Kollege des „Kicker“ wollte es gar nicht so recht glauben. Als ich ihm erzählte, dass David Kinsombi nach nur zehn Minuten gegen den SV Wehen Wiesbaden schon mehr gute Aktionen hatte als bisher in der gesamten Saison für den HSV kam nur: „Na, das ausgerechnet heute gegen uns?“ Und auch wenn es ihn nicht beruhigte, musste ich antworten: „Ja.“ Weil Kinsombi tatsächlich endlich das machte, was sich alle von ihm schon seit Saisonbeginn erhofft hatten: Kinsombi übernahm Führung auf dem Platz. Weniger verbal - mehr spielerisch. Und ganz ehrlich: "Kinso", wie ihn seine Kollegen rufen, hätte den Zeitpunkt auch keinen Spieltag weiter nach hinten legen dürfen.

Deshalb ist Pollersbeck der Richtige

Natürlich war es überraschend. Von daher konnte Dieter Hecking mit seiner Antwort „weil ich es eben so entschieden habe“ und dass es eine ganz normale Maßnahme gewesen sei nicht wirklich Abhilfe leisten. Im Gegenteil: Auch der HSV-Coach wusste schon beim Fällen seiner Entscheidung, dass der Wechsel von Daniel Heuer Fernandes am Sonntag zu Julian Pollersbeck als neue Nummer eins für Aufsehen sorgen würde. Und selbst heute, also zwei Tage nach dem 3:2-Erfolg gegen den SV Wehen Wiesbaden, ist Pollersbeck noch Thema. Ich werde seit Sonntag ununterbrochen gefragt, was zu dieser Entscheidung geführt haben könnte. Und auch bei uns im Blog wird das Thema noch immer diskutiert. Selbst unsere Frage der Woche dreht sich um Pollersbeck - wenn auch im Zusammenhang mit den anderen Wechseln, die Hecking vorgenommen hatte. Und, Achtung Spoiler: Mir fällt die Erklärung dafür nicht einmal schwer. Ganz im Gegenteil. Ich erachte den Torwartwechsel sogar als logisch und Notwendigkeit, wenn man im Saisonendspurt nicht jedes Spiel mit dem selben Handicap starten will.

HSV auf der Suche nach Konstanz

Spiel eins nach dem Nackenschlag gegen den VfB Stuttgart. Im Kampf um den Aufstieg war der Hamburger SV zum Siegen verdammt. Das tat er – allerdings nicht annähernd so souverän wie von vielen erhofft. Auch gegen Wehen-Wiesbaden gelang es den Hamburgern nicht, über neunzig Minuten eine konstante Leistung abzuliefern. Es zeigt sich vielmehr: Kleinste Veränderungen in der Startelf bringen die Balance gehörig durcheinander.

Übernehmt endlich Verantwortung!

Warum geht das nicht? Warum gewinnt der HSV Spiele, die er lange Zeit überlegen gestaltet, nicht einfach mal mit 3:0 oder 4:1 oder sonst irgendwie klar? Diese Fragen stellen mir viele momentan. Und ich muss immer wieder antworten: Das hat der HS doch! Zumindest in der Hinrunde gab es ein 4:0 gegen Nürnberg und Aue, ein 3:0 gegen Hannover und bekanntermaßen auch das 6:2 gegen Stuttgart. In der Rückrunde gab es zu Beginn das 4:1 zuhause gegen Nürnberg und - das wars… Die anderen drei Siege aus den ersten elf Spielen waren vom Verlauf her eher (unnötig) knapp, während die überlegenen Spiele nicht gewonnen wurden. Weder gegen Pauli, noch gegen Fürth - und zuletzt eben auch nicht gegen die direkten Konkurrenten Bielefeld und Stuttgart. Zufall? Eher nicht, behaupte ich.

VfB - HSV: Mut wird belohnt

Im wohl wichtigsten Spiel der Saison die eigene Mannschaft mutig und offensiv einstellen: So viel Chuzpe muss ein Trainer erst einmal haben. Im Spitzenspiel zwischen dem Hamburger SV und dem VfB Stuttgart brachte Dieter Hecking diesen Mut auf. Doch mit dem 0:2 im Rücken entdeckten plötzlich auch die Stuttgarter ihre mutige Seite – und drehten eine verrückte Partie. Die XXL-Analyse.

Das wichtigste Spiel der Saison

Per Charterflieger ging es für die Spieler des HSV heute nach Stuttgart, wo morgen das Spitzenspiel beim VfB Stuttgart stattfindet. Bis auf Jan Gyamerah und Gideon Jung, die in Hamburg Belasttungstests absolvieren, sowie Ewerton kann Trainer Dieter Hecking auf alle Spieler zurückgreifen. Und das wird bei den extrem heimstarken Stuttgartern auch nötig sein. Im eigenen Stadion holte der VfB in 13 Partien bereits 31 Punkte (zehn Siege, ein Remis, zwei Niederlagen). Das bedeutet Platz 1 in der Heimtabelle. Der HSV konnte dagegen auswärts nur eines der letzten zwölf Auswärtsspiele gewinnen (3:1 in Bochum/20. Spieltag). Damit wird es höchste Zeit, beide Statistiken zu drehen - findet auch HSV-Trainer Dieter Hecking, der vor dem Spiel selbstbewusst davon sprach, dass man bestens gerüstet sei. Der Vergleich der beiden Topteams:

Der HSV darf nichts Besonderes sein

Ein sehr guter Bekannter, um nicht Freund zu sagen, arbeitete vor einigen Jahren beim HSV. Damals geriet er in einen sehr positiven sportlichen Kreislauf, den sich der HSV selbst durch interne Streitigkeiten zerschoss. Er bekam hautnah mit, wie groß der Druck auf dem HSV lastet. Heute sagt er: Alles kompletter Irrsinn! Das ganze Getöse um die ach so großen Erwartungen gebe es so gar nicht. Das sei ein Problem, das ausschließlich innerhalb der Hamburger Grenzen zu beobachten sei. Auch heute - aus sicherer Distanz - sagte er: „Bundesweit hat der HSV eh fast immer eine deutlich bessere Wahrnehmung als in der eigenen Stadt und den eigenen Reihen.“ Und das gilt auch heute, wo der HSV gerade darüber fabuliert, wie groß oder eben nicht groß der Druck vor dem wichtigen Topspiel beim VfB Stuttgart doch ist. Mit einer Ausnahme: Trainer Dieter Hecking.

FAQs

 
 

Über uns

Die Rautenperle - das ist ein Team aus jungen Medienschaffenden und Sportjournalisten mit großer Affinität zum HSV. Wir sind 24/7 bei den Rothosen am Ball und produzieren frischen Content für Rautenliebhaber.

Unser Ziel ist es, moderne, unabhängige Berichterstattung und attraktiven, journalistischen Content für junge und jung gebliebene HSV-Anhänger zu bieten. Wichtig ist uns dabei, eine neue Art des Sportjournalismus zu präsentieren: dynamisch, zeitgemäß, zielgruppengerecht. Weg von verstaubten Zeitungsspalten und immergleichen Phrasen.

Die Rautenperle ist aber nicht nur ein Ort, um sich zu informieren, sondern soll auch immer ein Ort des Austausches und des Miteinanders sein. Wir wollen eurer Leidenschaft einen Platz im Netz bieten: zum Diskutieren, zum Mitfiebern, zum Mitmachen.

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