Jung

Der Taktgeber ist zurück

Gemessen an den Reaktionen auf den gestrigen Blog ist das Thema psychologische Hilfe noch immer nicht ausreichend integriert in unseren Alltag. Es spiegelt in Teilen auch das wieder, was sich im Profifußball noch immer hält: eine falsche Abwehrhaltung. Aber anstatt psychologische Hilfe ein Indiz für Schwäche zu sehen, sollte man die mentale Unterstützung als einen Faktor sehen, der Unterschiede ausmachen kann. „Ich persönlich hatte schon Gespräche mit Sportpsychologen beim FC Bayern, das hatte man uns angeboten“, verriet uns heute Adrian Fein, der am Sonnabend gegen seinen Ex-Klub Jahn Regensburg sein Comeback in der Startelf feiern dürfte. „Wenn man es braucht, dann ist das auf jeden Fall keine schlechte Sache.“ Wie seine Erfahrung war? Der HSV-Sechser: „Es war ein entspanntes Verhältnis, eine gute Erfahrung. Um zu wissen. ob es hilft, muss man es sicher konsequenter machen.“ Stimmt.

Heckings Wechselansage mit Bedacht

Er sagt selten bis nie etwas, was er sich nicht vorher gut überlegt hat. Dafür hat Dieter Hecking in den nunmehr knapp 20 Jahren als Trainer einfach zu viel Erfahrungswerte sammeln können. Sowohl, was seine Mannschaft betrifft als auch die öffentliche Wahrnehmung. „Jetzt beginnt die Phase, wo ich jeden brauche. In Hannover kann es Samstag zum ersten Mal Veränderungen geben. Martin schart mit den Hufen. Vielleicht ist das in Hannover ein Spiel für ihn. Ich will die ganze Qualität des Kaders nutzen…“, sagte der Trainer am Sonnabend unmittelbar nach der Pressekonferenz in einer separaten Runde mit uns Hamburger Journalisten - und das in dem fast sicheren Wissen, dass sich eine personelle Änderung schon von allein ergeben würde: Adrian Fein war zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Weg ins Krankenhaus und die Wahrscheinlichkeit, dass der Mittelfeldmann ausfällt war eher schon sehr hoch. Diesen Wink hatten ihm die Mannschaftsärzte nach Spielschluss bereits gegeben. Dass Hecking die Gelegenheit nutzte, um auch im restlichen Kader noch einmal den Konkurrenzkampf anzuheizen - taktisch clever.

HSV: Pyroaktion soll Win-Win-Situation werden

Die Laune ist gut. Wie auch sonst nach zwei Siegen aus den ersten beiden Spielen und dem Bruch der Sieglosserie auf fremdem Geläuf? Als die Mannschaft nach dem sehr ballorientierten Training in die Kabine ging, spielten beispielsweise Lukas Hinterseer, Tim Leibold und Martin Harnik spontan noch eine Runde Fußball-Golf. Vom Spielfeld aus musste der Ball dabei per Fuß bis zur Kabine gespielt werden. Immer von dort aus weiterspielend, wo der Ball liegen blieb. Und während Harnik früh den Weg über den steilen Stadionaufgang hinweg gefunden hatte, brauchte Hinterseer zwei Versuche mehr - Leibold sogar so viele, dass wir am Ende aufhörten mitzuzählen. „Was ist denn los mit Dir, Leibe“, lachte selbst Trainer Dieter Hecking, der wie die Zuschauer angesteckt wurde von der guten Laune seiner Spieler.

HSV siegt beim FC Basel - Hecking plant Veränderung

Der Tag  begann mit eher wenig positiven Nachrichten. Zuerst wurde bekannt, dass Martin Harniks Verletzung doch etwas schlimmer als erwartet ist. Der Angreifer hatte schon in Portugal nur individuell arbeiten können und war am Freitag mit uns zusammen aus Lagos nach Hamburg geflogen, um sich hier einer MRT-Untersuchung zu unterziehen. Die wiederum ergab jetzt, dass sich der 32-Jährige einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen hat und voraussichtlich die nächsten zwei nWochen noch ausfallen word. Ergo: Das Nürnberg-Spiel am 30. Januar im Volksparkstadion wird Harnik nahezu sicher verpassen. Wenn es schlecht läuft auch noch das zweite Rückrundenspiel 2020 am 3. Februar in Bochum. Zudem vermeldete der HSV heute entgegen der ersten Ankündigung, dass das Testspiel beim FC Basel nicht live via HSV TV zu sehen sein wird. Grund dafür sei, dass sich die dafür verantwortliche Heimmannschaft mit keinem Produktionsfirma einigen konnte. Bitter.  Vor allem für uns, da wir uns darauf verlassen hatten, dass das Spiel zu sehen sein wird. Wir hatten auf den kostspieligen Trip in die Schweiz verzichtet, weil wir mit einem Kollegen vor Ort verbunden sind und dazu die TV-Bilder haben  - dachten wir. Aber es kam anders.

Nicht die Packung ist entscheidend, sondern der Inhalt

Die Feier am gestrigen Abend sei ungetrübt und „sehr lustig“ gewesen. Unter dem Motto „Casino Royale“ hatten Mannschaft und Offizielle des HSV ihre Weihnachtsfeier schon vor das letzte Spiel des Jahres gelegt, um so den Spielern die Möglichkeit zu geben, unmittelbar nach Schlusspfiff am 21. Dezember in Darmstadt ihren Heimaturlaub anzutreten. „Ich freue mich immer auf solche Feiern“, hatte Trainer Hecking zuvor angekündigt. Allerdings erst, nachdem er deutliche Worte in Richtung seiner Mannschaft gerichtet hatte, was seine Erwartungen für das letzte Spiel des Jahres betreffen. Und natürlich deutliche Worte in der Angelegenheit Gideon Jung, die Hecking etwas zu drastisch gewählt hatte. Zu drastische Worte - für viele.

0:1 gegen Heidenheim - dem HSV stehen schwere Tage bevor

Allein die Gesichter der beiden Trainer bei der Pressekonferenz verrieten schon, was sich hier heute Abend im Volksparkstadion abgespielt hatte. Dieter Hecking war bedient, Gäste-Trainer Frank Schmidt auf der anderen Seite war hochzufrieden. „Wir müssen mehr zum Abschluss kommen, haben das viel zu wenig probiert“, so der HSV-Coach, „letztlich geht es darum, die wenigen Chancen zu nutzen, das Glück zu zwingen.  Das haben wir nicht.“

Wie erzwungene Maßnahmen den HSV auch besser machen

Es war nur eine Trainingseinheit. Ganz klar. Da ist maximal eine Tendenz zu erkennen. Wirklich eindeutige Rückschlüsse auf bevorstehende Spiele bzw. die Leistungen in diesen Spielen geben die Einheiten maximal in größerer Summe. Und selbst da hat man sich gerade beim HSV in den letzten Jahren sehr oft getäuscht. Dennoch behaupte ich heute das erste Mal seit langer Zeit wieder, dass ich etwas erkannt zu haben glaube. Neben dem durch viele Rückkehrer zweifellos neu befeuerten Konkurrenzkampf agierte Ewerton heute beispielsweise auffällig motiviert. Er war sich für keinen Weg zu schade, war am Ball sicher und in den Zweikämpfen sehr robust sowie bei Kopfbällen (gab es kaum) unschlagbar. Aber vor allem war zu erkennen, dass funktionierte, was sich Trainer Hecking ausgedacht hatte, als er zunächst auf verkürztem Feld auf sechs kleine und später auf noch einmal verengtem Spielfeld auf zwei große Tore spielen ließ: Es gab Zweikämpfe en masse und die Spieler waren durchgehend in Bewegung. „Sehr gut, Männer“, waren dann auch die drei Schlussworte von Trainer Dieter Hecking, dem die sehr Kräfte raubende, intensive Einheit sichtlich gefallen hatte.

Wie dem HSV Langeweile helfen kann

Ich muss Euch alle vorwarnen: Heute wird es relativ langweilig. Normalerweise müsste ich den Stift weglegen und es das für heute lassen. Denn wenn es mal nichts Großes gibt, muss man auch nichts Großes daraus machen. Einfach mal einen Tag langweilig sein. Oder? Nein, das geht irgendwie nicht. Natürlich nicht. Denn irgendwie bietet der HSV immer etwas an. Auch diesmal.

Rotiert Hecking zurück? Fein ist dabei

Das Wichtigste vorweg: Er war dabei! Adrian Fein gehörte zu den Spielern, die heute auf den Trainingsplatz kamen und dementsprechend zum Kader für das Spiel morgen beim Tabellenletzten SV Wehen Wiesbaden gehören. warum ich das erwähne? Ganz einfach: Fein hatte gestern das Training zehn Minuten vor dem Rest abgebrochen - und keiner hatte es so recht bemerkt. Zumindest meine Kollegen und ich nicht. Erst, als ich abends von einem Blog-User (bzw. dessen Tochter) darauf aufmerksam gemacht wurde, fragte ich beim HSV nach.

Wie ausgewechselt - HSV rotiert sich ins Pokal-Aus gegen starke Stuttgarter

Der HSV kann gegen den VfB Stuttgart einfach nicht gewinnen – zumindest nicht im DFB-Pokal. Wie in der Pokalgeschichte zuletzt in allen vier Duellen ging der HSV auch heute vor 45.503 Zuschauern als Verlierer vom Platz. Mit 2:1 behielten die Schwaben im zweiten Duell binnen drei Tagen die Oberhand - und das auch nicht unverdient. Der HSV war heute einfach nie in der Lage, das Spiel zu bestimmen, geschweige denn, sich echte Torchancen zu erspielen. „Die schlechteste Saisonleistung“, schrieb mir ein Ex-HSV-Prof direkt nach Schlusspfiff.

HSV feiert „verrückten“ 6:2-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart

Die schwäbischen Wochen haben begonnen - und wie! Mit einem 6:2-Sieg „in einem verrückten Spiel“ (Eröffnungssatz Pressesprecher Till Müller bei er Pressekonferenz) konnte der HSV das erste von zwei Duellen binnen dreier Tage vor allem im Ergebnis deutlich für sich entscheiden. Und das, obgleich man zwischenzeitlich zittern musste. So schwer vorstellbar das auch bei einem 6:2-Sieg erscheint, aber es war tatsächlich so. Einfach ein höchst unterhaltsames, aber auch komisches Spiel.

Wer darf neben van Drongelen gegen Bielefeld verteidigen?

Zwei Tage war Papadopoulos schon Thema. Hier und in allen anderen Medien. Was doch eigentlich nicht wahr sein kann... Oder? Doch, kann es! Der Grieche ist sogar heute indirekt Thema. Zumindest ist es seine Position, denn die ist beim HSV weiter hart umkämpft. Und während heute die erste große Frage beim Training – kann Aaron Hunt gegen Bielefeld am Montag spielen? -  schnell durch dessen Abwesenheit beim Training mit „nein“ beantwortet war, wurde im Anschluss daran weiter der Partner vom immer stärker werdenden Rick van Drongelen gesucht. Der Niederländer, der sich seit Saisonbeginn zusehends steigert, gilt inzwischen in der Innenverteidigung als gesetzt. Und da Ewerton für das Bielefeld-Spiel nach Aussage Heckings noch nicht so weit ist, streiten sich nunmehr drei Verteidiger um eine Position.

It's time to make a change

Ich habe viele tolle Erinnerungen vom Abschiedsspiel mitgenommen und freue mich, mir die Zusammenfassungen anzusehen, weil es ein Abschied war, der eine Ära abgeschlossen haben könnte, die kerngesund und euphorisch begann, im Jahr 2009 aus meiner Sicht ihren Höhepunkt hatte und am Ende leider dazu führte, dass die Ansprüche hoch blieben. Zu hoch für die Wirklichkeit und führte den HSV nach und nach dahin, wo er jetzt ist: in die Zweite Liga. Insofern ist der heutige Topkommentar von Bernie für mich eine Punktlandung.

Das Modell Effenberg - oder: Das Hoffen auf den einen Moment

Seine Eltern wohnen noch immer Luftlinie 200 Meter von mir entfernt. Und auf dem Gummiplatz am Sachsenweg klebt wahrscheinlich noch immer getrocknetes Blut an den Gebüschen von den harten Kämpfen, die wir als Jugendliche mit Stefan Effenberg und einem seiner Freunde gekämpft haben. „Wir zwei gegen den Ramsch“, hieß es damals, als der etwas seltsam anmutende Typ mit dem Buffkopf vom Grandplatz zu uns rüberkam und uns herausforderte. Und wenn wir (wie fast immer dank der personellen Überzahl) führten, rammte uns der groß gewachsene Blondschopf immer wieder brutal ins Gebüsch.

Wo Übetreibung sogar hilfreich wird

Das 2:0 gegen Greuther Fürth hat Spaß gemacht. Also nicht nur den Spielern offenkundig, sondern auch mir auf der Tribüne. Und das aus drei Gründen. Zum einen, weil der HSV eine spielerische Dominanz an den Tag gelegt hat, die letztlich auch belohnt wurde. Zum anderen, weil sich der HSV im Gegensatz zur vorigen Saison auch in den Phasen unbeirrt zeigte, wo so ein Spiel wie aus dem Nichts hätte kippen können. Und drittens, weil man einfach merkt, dass hier ALLE an einem Strang ziehen. Trotz erkennbarer Übertreibungen.

Eine Art, die Hoffnung macht

„Der Einsatz steht auf der Kippe, die Chance ist aber noch da, dass er spielen kann. Wir werden die zwei Tage bis zum Spiel jetzt nutzen. Es ist nur eine leichte Zerrung, das kann auch mal schnell gehen. Die Chance ist 50:50. Klar ist, wenn er am Freitag nicht mit der Mannschaft trainiert, wird er auch nicht spielen.“ Die Rede ist von Gideon Jung, der sich am vergangenen Wochenende in  Regensburg am Oberschenkel verletzt hatte und in den letzten Tagen nicht mit der Mannschaft trainieren konnte.

Das Problem mit den hohen Bällen

Das sind die Einheiten, die am meisten Spaß machen! Bei Nieselregen auf bestem, schneller werdenden, weichem  Rasen auf verkürztem Feld vier gegen vier mit vielen Zweikämpfen, Torabschlüssen und vorn allem Kampf bis zum Umfallen. Und die HSV-Profius, die gestern wenig oder nicht zum Einsatz gekommen waren, setzte die Einheit auch genau so um und sanken nach der Einheit erschöpft zu Boden oder stemmten die Atme auf ihre Knie, um etwas Luft zu holen. „Gut so“, war auch Trainer Dieter Hecking nach der Spielersatz-Einheit heute Vormittag zufrieden. Sehr sogar. Nicht nur, aber insbesondere für Timo Letschert seien solche intensiven Einheiten wichtig, um wieder Vertrauen und den eigenen, lang verletzten Körper zu bekommen und die Wettkampfhärte wieder zu erlangen, so der HSV-Trainer im Anschluss. Denn gestern beim 2:2 in Regensburg sei noch zu erkennen gewesen, dass (nicht nur, aber auch) Letschert beispielsweise die Abstimmung mit seinen Mitspielern noch ein wenig fehlte. Vor allem aber war zu erkennen, dass der HSV ein großes Problem hat: Hohe Bälle.

Von Regensburg wird nichts erwartet - außer Chaos

Wie vor jedem Spiel in dieser Saison stellen wir auch heute wieder einen vergleich des HSV mit dem kommenden Gegner, in diesem Fall dem SSV Jahn Regensburg, an. Dort geht es für die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking morgen ab 13 Uhr wieder um wichtige Punkte im Kampf um den Aufstieg. Christian hat sich wie immer um den Gegner gekümmert, ich mich um den HSV. Und das ist dabei herausgekommen: 

4:0 - Aues Härte allein reicht nicht

Er umarmte alle. Und alle umarmten ihn. Dieter Hecking bedankte sich bei seinen Spielern, den Offiziellen und teilte auch Gästetrainer Dirk Schuster noch schnell mit, weshalb er die anschließende Pressekonferenz auslassen stattdessen schnell in seine Heimat Hannover reisen würde. Private Gründe – wobei auch wir es belassen – ließen keine andere Entscheidung zu. So schön das 4:0 durch die Treffer von Vagnoman, Hinterseer, Harnik und Hunt und gegen Aue vor 44.021 Zuschauern vorher auch war. Aues Torjäger Pascal Testroet sprach im Anschluss sogar von einem „HSV aus einer anderen Liga“ – so chancenlos hatten sie sich selbst erlebt. Und Testroet übertrieb damit tatsächlich nicht.

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