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Bloß nicht an rosa Elefanten denken...

Es ist ein entspannendes Gefühl, wenn die Konkurrenz nachlegen muss. Umso mehr, wenn sich die Konkurrenz wie am heutigen Abend gegenseitig die Punkte abnimmt. Köln muss heute Abend bei Union Berlin ran und könnte den Rückstand als Tabellenzweiter von heute vier auf dann nur noch einen Punkt verkürzen. Klingt erstmal nicht so doll - aber auf der anderen Seite würde der HSV in dem Fall weiter neun Punkte Vorsprung auf die Berliner haben, die Rang vier belegen. Insofern wäre ein Unentschieden heute Abend sicher das Beste, was dem HSV passieren könnte, denn dann würde man auf beide Kontrahenten im Aufstiegskampf zwei Plätze gutmachen. Aber egal wie: Es wird mir eine Freude sein, das Spiel heute Abend vor dem TV zu verfolgen. Entspannt und mit Füße hoch, weil der HSV gestern seine Hausaufgaben gemacht hat.

Ganz vorn hat man alle Zutaten - es fehlt nur noch das beste Rezept

Dennis Diekmeier läuft am ersten Spieltag der Rückrunde 2019 aller Wahrscheinlichkeit nach im Volksparkstadion auf. Wer hätte das gedacht? Allerdings wird er nicht für den HSV auf dem Platz stehen, sondern für den ersten Gegner - den SV Sandhausen. Denn dort hat der zuletzt vereinslose Abwehrspieler einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020 unterschrieben, wechselt per sofort zum Tabellen-15. der Zweiten Liga. Und ist damit wie gesagt schon am 30. Januar im Volksparkstadion zu Gast. „Es tut richtig gut, wieder auf den Platz zu kommen, wieder dabei zu sein“, erzählte mir der Rechtsverteidiger und legte im Kicker nach: „Die guten Gespräche mit Trainer Uwe Koschinat und den Verantwortlichen des Vereins haben in mir eine große Vorfreude auf die neue Aufgabe am Hardtwald geweckt.

Die Chance auf das (fast) perfekte Weihnachtsfest

Köln verliert am Freitagabend und eröffnet dem HSV die tolle Gelegenheit, seinen Herbst- und Weihnachtsmeister-Titel mit drei weiteren Punkten Vorsprung auf Rang zwei auszubauen. Also alles top, oder? Ja! Denn sportlich stimmt es tatsächlich. Heute konnten Leo Lacroix und auch Pierre Michel Lasogga sowie Hee-chan Hwang wieder voll mittrainieren und stehen allesamt morgen im Kader für das Spiel bei Holstein Kiel, das das erste Spiel der Rückserie ist und als Wiedergutmachung für das 0:3 aus dem Hinspiel herhalten soll.

Es gibt nur diesen einen Weg

Gestern haben wir uns anfänglich noch gewundert, wie  wenig trainiert wurde - heute wurde die Zeit schon nachgeholt. So könnte man es sehen, wenn man die Trainingszeiten bei Hannes Wolf zusammenrechnet. Denn nach den aktiv-erholenden 60 Minuten gestern folgten heute gleich mal wieder 100 Minuten Vollgas im Training. Duisburg steht auf dem Plan. Ruhrpott, Freitagabend im Vorprogramm, allein das Wetter soll ein wenig besser werden mit gelegentlichem Sonnenschein. Aber der Rasen in der „Schauinsland-Reisen-Arena“ (was’ ein Name…!) ist schon arg malträtiert und wird dem Kombinationsfußball des HSV, der mir insbesondere in der ersten Halbzeit gegen den SC Paderborn gefallen hat, abträglich sein. Ebenso wie der mögliche Ausfall von Aaron Hunt, der auch heute wegen muskulärer Probleme fehlte. Ob und inwieweit der Kapitän, der in den letzten 15 Pflichtspielen immer von Beginn an auflief (ist ihm in den drei Jahren zuvor nie gelungen) am Freitag wieder dabei sein kann ist derzeit noch offen.

Reise ins Unbekannte - mit Bates statt Lacroix gegen Ingolstadt?

Etwas mehr als sechs Minuten hatte es gedauert - dann waren alle Fragen beantwortet. Oder besser gesagt: Es gab einfach keine Fragen mehr. Und die wohl kürzeste Pressekonferenz dieser Saison machte damit nur noch einmal deutlich, dass es vor diesem Spiel eigentlich auch nicht mehr viel zu sagen gibt. Der Tabellenführer beim Tabellenletzten - das klingt dabei auch erst einmal nach einer sehr klaren Rollenverteilung. Und doch täuscht die Situation. Denn der FC Ingolstadt galt vor der Saison nicht umsonst als eine der spielstärksten Mannschaften der Liga.

Wolf: „Wir freuen uns über die Siege - aber wir feiern noch nichts…“

Auch sonst herrscht beim HSV derzeit gute Stimmung vor. Allen voran bei Sportvorstand Ralf Becker, der nach dem Trainerwechsel viel Kritik einstecken musste. Dementsprechend erleichtert ist er nach nunmehr vier Siegen aus vier Spielen unter Wolf dann auch: „Das waren gute 14 Tage. Wir freuen uns, dass wir vor der Länderspielpause noch mal nachlegen konnten. Man muss sich das Selbstvertrauen immer hart erarbeiten. Wir sind auf einem guten Weg, merken aber von Woche zu Woche, dass uns nichts geschenkt wird. Deswegen ist es so wichtig, dass man das Gefühl des Siegens in sich hat. In der einen oder anderen Situation kann das dann auch entscheidend sein. Heute waren wir nach dem 1:1 zehn, 15 Minuten etwas unsicher. Und dann kommt man aber nach der Halbzeit raus und legt direkt nach. Das ist wichtig, dass man auch mit so einem Rückschlag gut umgeht. Das sind alles Prozesse.“

„Ich wollte vom ersten Tag an Einfluss beim HSV ausüben“

Bernd Hoffmann war auf die Fragen gut vorbereitet.  Viele kannte er noch von seiner ersten Amtszeit. Und diesmal brachte der Vorstandsvorsitzende der HSV Fußball AG  zudem noch die Gelassenheit eines frisch unterschriebenen Dreijahresvertrages im Rücken mit. Ergo: Er geriet selbst unter dem heißen Scheinwerferlicht der Mixed-Zone im Volksparkstadion bei den Fragen der knapp 15 Kollegen nicht ins Schwitzen. Im Gegenteil: Der ehemalige Interims- und seit gestern neue Vorstandsvorsitzende bis 2021 freute sich über das Interesse an seiner Person und gab sich optimistisch.

Darf Hwang von Beginn an ran?

Und los geht es. Endlich wieder Livefußball mit dem HSV. Und dann auch noch im eigenen Stadion. Heidenheim kommt - und der HSV rechnet am morgigen Sonnabend (13 Uhr) mit rund 46.000 Zuschauern, die erleben wollen, wie der HSV seinen dritten Saisonsieg einfährt. „Es wird ein schweres Spiel“, warnt Titz wie immer vor dem kommenden Gegner, der am letzten Spieltag seine erste Saisonniederlage (0:1 gegen Darmstadt) hinnehmen musste und dementsprechend auf Wiedergutmachung pocht.

Es wird noch mal spannend

„Wir werden uns sicher noch mal Gedanken machen.“

Spannende Entscheidungen stehen an

Das überrascht mich tatsächlich: Léo Lacroix ist nicht einmal im Kader für das Pokalspiel gegen TuS Erndtebrück am Sonnabend. Der Franzose soll sich – ebenso wie Christoph Moritz und Manuel Wintzheimer - bei der U21 Spielpraxis holen. Eine Entscheidung von Trainer Christian Titz, die er heute schon verkündete. Und das, obwohl ein Pokalspiel gegen einen unterklassigen Gegner wie den Oberligisten gern gerade dafür genutzt wird. Hier mit dem Vorteil, dass sich der Neue auf der einen Seite notwendige Spielpraxis holt und sich zeitgleich dabei an die neuen Mannschaftskameraden gewöhnen kann.

1:5 - herbe Klatsche gegen dänischen Erstligisten verärgert Titz

Vorstellungsrunden im Volksparkstadion. Zuerst der neue Außenspieler Jairo Samperio, dann Cotrainer Maik Goebbels. Und während die beiden jeweils sehr gute Eindrücke zu hinterlassen wussten, mussten sie auf bzw. neben dem Platz mit ansehen, wie der HSV bei seinem ersten Härtetest der Vorbereitung mächtig unter die Räder kam. Gegen den dänischen Erstligisten Aarhus GF, der in einer Woche schon in die neue Saison startet, gab es ein bitteres 1:5. Dabei stand es schon zur Halbzeit 0:4, was Christian Titz alles andere als lustig fand.

Spielfreude: 18 Tore im ersten Test gegen Büdelsdorf

Mit großer Spannung erwartet wurde der Spielplan, den die DFL heute per Liveschalte um 12 Uhr veröffentlichte. Und die DFL meint es gut mit dem HSV. Sehr gut sogar, immerhin wurde das erste Zweitligaspiel der Vereinsgeschichte zum Auftaktspiel auf den Freitag gelegt. Am 3. August um 20.30 Uhr kommt dafür ein Stück jüngster Vergangenheit von Sportvorstand Ralf Becker ins Volksparkstadion: Holstein Kiel. Der Klub, den Becker in der letzten Saison fast zum Aufstieg in die Erste Bundesliga gemanagt hatte.

Letzte Chance: Wunder oder Abstieg...

Relegation zu spielen ist hart. Zwei Spiele, in denen alles passieren kann. So, wie die HSV-Fans gegen Fürth und noch mehr gegen Karlsruhe durchleiden mussten. Jeweils mit einem glücklichen Ausgang, okay. Aber der Weg dahin war schon so, dass alle gesagt haben: „Darauf können wir sehr gut verzichten.“ Und trotzdem ist man aktuell wieder in der Situation, dass man sich das wünschen muss, was man eigentlich nie wieder haben wollte: die Relegation. Ein Sieg gegen Gladbach, parallel dazu muss Köln in Wolfsburg gewinnen - es gab zweifelsfrei schon wahrscheinlichere Szenarien.

Die Geier kreisen schon - aber noch ist es ruhig

Es ist tatsächlich noch erstaunlich ruhig beim HSV. Normalerweise kreisen die Geier deutlich länger über den potenziellen Absteigern. Sie hoffen auf eine gute Gelegenheit, gute Einzelspieler günstig herauskaufen zu können. Über den Toptalenten wie Jan-Fiete Arp, Tatsuya Ito und Joscha Vagnoman sowieso. Diese Erfahrung haben wir schon allein mit Bayer Leverkusen einige Male machen dürfen bzw. müssen. Insofern verwundert es mich nicht, dass jetzt Namen von HSV-Spielern bei anderen Vereinen gehandelt werden. Arp zu Bayern? Ja, dass da etwas dran ist, wissen wir seit Wochen.

Wählt den mutigen Weg...!

Egal, wie man es rechnet, der Abstieg des HSV ist nur noch schwer zu verhindern. In den Sat1-Nachrichten gestern Abend war der Sprecher sogar etwas voreilig und machte aus Köln und dem HSV keine Abstiegskandidaten, sondern sagte „als Absteiger fest stehen der 1. FC Köln und der HSV“. Und das, obwohl der HSV gerade den ersten Sieg seit 15 Spielen eingefahren hatte und das erste Mal seit Ewigkeiten wieder Hoffnung aufkeimt. Fünf Punkte in fünf Spielen sowie das Torverhältnis, das Mainz mit sechs Treffern besser ausweist, sind aufzuholen. Warum das passieren sollte? Keiner weiß es.

Fan-Ärger vor dem Spiel gegen Schalke 04

Die Zahlen sprechen für sich. Und es klingt alles auch echt gut. In den zwei Spielen unter Trainer Christian Titz spielte der HSV 516 Pässe pro Spiel bei einer Passquote von 83,4 Prozent. Der Bundesliga-Schnitt liegt bei 424 Pässen pro Spiel und einer Passquote von 81,7 Prozent. Zudem ging man jeweils mit 1:0 in Führung – und dennoch sprang nur ein Punkt aus den beiden Spielen heraus. Und das wiederum ist zu wenig. „Wir müssen Spiele gewinnen und Ergebnisse erzielen“, hatte Titz nach dem 1:1 beim VfB Stuttgart gefordert. Und nur darum darf es morgen gegen Schalke gehen.

Mit Personalproblemen ins Nordderby

Als der Rest zum Standards üben ins Stadioninnere ging – trotzdem kein Werder-Spion anwesend war -, blieb Vasilije Janjicic draußen. Zusammen mit den anderen Nichtnominierten (Waldschmidt, Schipplock, Thoelke) absolvierte er Zweikampf- und Schussübungen. Und um 17.17 offenbarte der HSV dann, was zu erwarten war: Der Unfallverursacher ist nicht im Kader für das Nordderby morgen bei Werder Bremen. Und das, obwohl der HSV durch den Ausfall von Ekdal und Holtby sowie der anstrengenden Rückreise Walaces aus Brasilien gerade auf seiner Position Bedarf hat. Ein klares Zeichen.

Ein kurzer Blick zurück - und dann volle Fahrt voraus...!

So, das war es dann für dieses Jahr. 365 Tage, die uns in ein voraussichtlich erneut sehr aufregendes 2018 entlassen. Sportliche Fazits hatte ich hier in den letzten Tagen gezogen und dabei noch eine Abteilung unberührt gelassen: den Angriff. Vorausgeschickt: Dass man hier aktuell noch auf der Suche nach einem Zehner ist, spricht nicht für die eigene Offensivabteilung. Im Gegenteil: Es spricht dafür, dass man in einem Jahr in Sachen Kreativität keinen Fortschritt gemacht hat. Ein Armutszeugnis, das man gleich in verschiedene Richtungen aussprechen muss.

Hätte man wenigstens alles versucht....

Letztlich blieb es beim Versuch, ihn zu halten. Der U23-Angreifer Törles Knöll wechselt im Januar, so sieht es Stand heute aus, weg vom HSV. Ob es letztlich Sandhausen wird, wie es zuletzt vermutet wurde, ist noch offen. Klar ist nur, dass der 20 Jahre alte Angreifer vom HSV nicht die Perspektive bekommt, in der Bundesliga ausreichend Spielzeit zu sammeln, während Knöll selbst nicht verliehen werden möchte. Er wolle eine Entscheidung „ganz oder gar nicht“ hieß es von Seiten seines Beraters. Und deshalb lässt der HSV seinen Toptorjäger in der U21 ziehen.

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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