Kühne

Viel zu viele Konjunktive

„Der HSV steckt in der Zwickmühle“ - so titelt die BILD heute. Und die Kollegen treffen damit voll ins Schwarze. Wobei - sie hätten damit in vielen Themen ins Schwarze getroffen, denn der HSV steckt nicht nur in der Causa Klaus Michael Kühne in einer Zwickmühle, sondern fast überall. Denn nicht zuletzt die aktuelle Champions-League-Phase zeigt: Geld schießt im Fußball eben doch Tore - wenn man es richtig einsetzt. Womit wir wieder zu einer der Zwickmühlen des HSV kommen. Denn der hat kein Geld, braucht aber welches. Und derjenige, der da helfen könnte, würde dafür Anteile kaufen wollen, die der HSV (noch?) nicht verkaufen kann, weil die Mitglieder einem Anteilsverkauf über die 24,9-Prozent-Hürde auf der letzten Mitgliederversammlung im Januar ihr Veto vorgeschoben hatten. Stattdessen sollte das sogar in der Satzung verankert werden, was bislang aber aus verschiedenen Gründen noch nicht geschehen ist.

Wolf hadert - und Kühne will 24,9-Prozent-Hürde kippen

Hochmut kommt vor dem Fall. So heißt es und viele sehen das Spiel gegen Darmstadt als den letzten Beweis dafür beim HSV. 2:0 geführt, eine Dominanz wie selten zuvor an den Tag gelegt - und dann doch noch mit 2;3 verloren. Passend hierbei: Beim FC St. Pauli fällt das 0:3,  die HSV-Fans stimmen daraufhin „Wer wird Deutscher Meister“ an - und keine 30 Sekunden später bekommt der HSV den Anschlusstreffer, der das Spiel komplett kippen ließ. „Da wird ein tiefer Ball hinten reingespielt, den gar keiner mitkriegt und wir sind alle null orientiert“, ärgerte sich Trainer Hannes Wolf heute über den Gegentreffer, bei dem Sakai und Bates pennen und der das unverlierbar wirkende Spiel kippen ließ. „Wir haben es uns komplett selbst zuzuschreiben, dass das Spiel plötzlich wieder aufgeht“, ärgerte sich Wolf heute noch über die verschenkten drei Punkte.

Überraschung gelungen - Mutzel kommt

Der HSV ist bemüht, öffentlich Druck aus dem Thema zu nehmen. Insolvenz, Zahlungsunfähigkeit und Konkurs – Begriffe, die intern auf dem Index stehen, die von Außenstehenden aber immer wieder genommen werden, um die finanzielle Situation des HSV zu beschreiben.

Der HSV in La Manga: „Hier wird keiner geschont“

Hannes Wolf machte gleich klar, worum es gehen würde. Urlaub wird es nicht, so der Trainer schon morgens vor dem Abflug. Eher das Gegenteil werde der Fall sein: „Wir wollen uns die Substanz holen. Auf allen Ebenen. Inhaltlich, taktisch - aber auch athletisch als Team.“ Soll heißen: hier in La Manga, wo die Mannschaft heute pünktlich um 14.46 Uhr einschwebte, wird die Basis für die Rückrunde geschaffen. Auch körperlich.

Was plant Wolf?

Kalt ist es. Aber dafür geht es auf dem Trainingsplatz des HSV hoch her. Der Kampf um die Plätze im Trainingskader wurde unlängst durch die Ankündigung des Trainers, selbigen zusammenkürzen zu wollen, befeuert. Zudem kehren mit Hee-chan Hwang und den Nationalspielern etliche Spieler zurück, die den Anspruch erheben, am Montag gegen Union Berlin in der Startelf zu stehen. Und sollte mich nicht alles täuschen, dann plant Wolf auch taktisch etwas Neues. Zumindest deutete heute im Training einiges daraufhin, dass er Hee-chan Hwang ohne feste Position im Angriff neben/hinter/an der Seite von Pierre Michel Lasogga spielen lassen will, während Douglas Santos auf der linken Seite mehr Freiraum für seine Ausflüge in die Offensive bekommen soll. Als Absicherung muss hierbei immer ein Spieler aus dem Zentrum kommen. Im Training heute waren das Holtby, Janjicic oder der Belgier Orel Mangala, womit ich beim Thema des Tages bin.

Das achte Minus in Folge - Besserung ist nicht in Sicht

„Wir haben die Verschuldung planmäßig abgebaut.“

Frank Wettstein, stv. Vorstandsvorsitzende und Finanzvorstand des HSV im Interview auf der Vereinshomepage  

Eure Fragen - unsere Antworten

Christoph Moritz ist angeschlagen, konnte aber nach kurzer Behandlung wieder mittrainieren. Dass der HSV-Vorstand beschlossen hat, den Anteilseigner Klaus Michael Kühne nicht mehr um Geld zu bitten, ist länger schon bekannt. Vor drei Wochen, so berichtet es die SportBild, hat man es auch Kühne selbst in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. Ansonsten gibt’s sportlich und auch sonst vom HSV heute nicht viel zu vermelden. Außer, dass morgen zunächst nicht öffentlich und dann erst wieder am Montag trainiert wird. Also Zeit genug, dass wir uns mal mit uns selbst beschäftigen.

Eure Fragen - meine Antworten...

Wir haben uns zweifelsfrei den richtigen Tag für unsere Frage-Antwort-Runde ausgesicht. Denn heute ist beim HSV tatsächlich nahezu nichts passiert. Hee-chan Hwang landet heute Abend in Hamburg und wird morgen mittrainieren, ehe er im Anschluss an die erste Einheit mit seinen neuen Kollegen seinen Medizincheck absolviert. Zudem werden Pierre Michel Lasogga und Khaled Narey morgen wieder voll mittrainieren. Offen ist noch, ob auch Fiete Arp (Knie) und Lewis Holtby (Knöchel) dabei sein können. Die Wahrscheinlichkeit ist aber hoch, dass beide bis zum Anpfiff am Sonnabend wieder fit sind.

Lieber Paulinho...

Bevor ich heute auf das Tagesaktuelle eingehe, möchte ich die Gelegenheit nutzen und stellvertretend für einige Kommentare den von unserem User „Paulinho“ beantworten. Fett gedruckt seine Fragen/Aussagen, in normaler Schrift dann meine direkten Antworten:

Scholle träumt und träumt von Kühnes Millionen.

Es könnte so einfach sein...

Endlich wieder Fußball. Beim HSV gab es heute wieder Fußball auf dem Platz, um genauer zu sein. Die erste Trainingseinheit der Woche vor dem nächsten Ligaspiel gegen Heidenheim stand an. Und das ist auch gut so, denn hier hatte binnen kürzester Zeit den HSV wieder eingeholt, was man endlich dachte, losgeworden zu sein: Übersteigerte Vereinspolitik. Denn die tritt gerade wieder los. Anstoß gegeben hatte ein Interview von Klaus Michael Kühne in der „Welt am Sonntag“, in dem er angekündigt hatte, aussteigen zu wollen.

Der eigene Nachwuchs ist die Antwort

Hier in der Rautenperle war es nur ein Absatz, und heute ist es die Topmeldung verschiedener Zeitungen: Klaus Michael Kühne möchte seine Anteile verkaufen. Klar, das stimmt und ist schon länger so. Wie ich Euch am  3. September unter dem Titel „Gut - für den Moment“ berichtet hatte, hat Klaus-Michael Künhne seine Anteile schon verschiedenen Interessenten angeboten:

Gut - für den Moment

Er hat zumindest mal frei. Abschalten, Akkus wieder aufladen. „Leider kann ich nicht einfach mit allen in den Urlaub, weil Schule ist“, sagt Ralf Becker. Dennoch sei er sich sicher, dass ihm die Pause guttun werde und er sie genießen kann. Der Sportvorstand: „Ich werde versuchen, mal ein paar Tage ohne die Thematik Fußball auszukommen. So schwierig das sein wird – es ist tatsächlich mal wieder nötig.“ Zumal die Wintertransferperiode unmittelbar nach dem Ende der Sommertransferphase vorbereitet werden will. Sagt Becker.

Es wird noch mal spannend

„Wir werden uns sicher noch mal Gedanken machen.“

Wehret den Anfängen

Das Wochenende haben die Spieler frei. Fast alle zumindest. Denn mit Lewis Holtby nimmt auch ein Spieler an der BaSpo teil. Eine Fußball-Messe, auf der Trainer Christian Titz Vorträge gehalten hat. Zudem spielten Torhüter Behrens sowie die zuletzt hochgezogenen Pfeiffer, Drawz und Testspieler Andreas Ivan heute mit der U21 gegen Drittligist Eintracht Braunschweigs in Gifhorn (Endergebnis 1:1, Torschütze: Drawz). Am Montag will Titz dem kleinen Rumänen, der am Freitag fünf Treffer beim 18:0 in Büdelsdorf beisteuern konnte, Bescheid geben, ob er bleiben kann oder gehen muss.

Kollateralschäden abarbeiten - Halilovic zum AC Mailand

Katerstimmung. Und eine gewisse Leere, die ich möglichst schnell mit möglichst viel HSV auffüllen muss. Denn ja, ich gebe es zu: Das WM-Aus nagt nachhaltig an mir. Selbst das HSV-Training bei bestem Sommerwetter heute konnte davon nur sehr bedingt ablenken. Ausscheiden in der Vorrunde, vor allem so – das tut weh. Ebenso wie  zwei Wochen WM ohne Deutschland. Alles zusammen ist für mich extrem schwer zu verdauen. Zumal es weniger an der individuellen Qualität der Spieler an sich lag, sondern am Zusammenwirken auf dem Platz, das alarmierend war.

Kühnes Rückzug kann auch eine Chance für den HSV sein

Deutschland ist ausgeschieden. Zurecht. Das heutige Spiel gegen Südkorea hat noch einmal gezeigt, dass dieser Mannschaft in vielen Teilen die Ideen und in einigen Teilen auch die richtge Einstellung fehlt. Jeder Angriff wurde erst einmal ganz ruhig begonnen, Tempo gab es in keiner Situation zu sehen. Bela Rethys Kommentar ("Das ist pbrigens keine Zeitlupe...") passte wie die Faust aufs Auge.

Müllers seltsame Abrechnung

So sehr war es sein Wunschverein. Eintracht Frankfurt, die alte Heimat hatte gerufen. Und Nicolai Müller freute sich bei seiner Präsentation über die Rückkehr an die Stätte, wo er große Teile seiner Fußballjugend verbracht hatte. Aber anstatt seine komplette Aufmerksamkeit der neuen Aufgabe widmen zu können, schwelte da noch etwas im Hinterkopf: Enttäuschung. Enttäuschung darüber, dass er in Hamburg nicht zum Bleiben überzeugt wurde. Genau genommen sagte er meinen Kollegen der BILD:

Hoffmann lehnt Kühnes Wunsch begründet ab

Dass Aussagen von Klaus Michael Kühne Reaktionen hervorrufen ist grundsätzlich. Der Multimilliardär, der dem HSV in den letzten Jahren immer wieder mit Millionenspritzen geholfen hat, polarisiert. Und das mitunter auch ganz bewusst, wie zuletzt mit seiner Aussagen im Mopo-Interview, der HSV bräuchte finanzielle Hilfe, die er bieten wolle – gegen weitere Anteile über die 24,9 Prozent hinaus. Kühne brach damit erstmals öffentlich das Tabuthema auf.

Kühne bietet Hilfe an - gegen Anteile

Und täglich grüßt das Murmeltier. In diesem Fall Klaus Michael Kühne mit einem Interview, indem er auf der einen Seite vom neuen HSV-Konstrukt mit Trainer Christian Titz im Mittelpunkt schwärmt und seine Hilfe anbietet. Auf der anderen Seite wird dabei ein Thema aufgemacht, das im Winter bei den Wahlen zum e.V.-Präsidenten schon für viel Wirbel gesorgt hatte: Senn seine Hilfe werde es nur noch geben, wenn der HSV einem Anteilsverkauf über die 24,9 Prozent hinaus zustimmt.

Becker macht, was er machen kann

Tage wie heute sind eigentlich wunderbar dafür geeignet, Dinge in eigener Sache zu formulieren. Und deshalb werde ich das auch gleich machen. Allerdings vorweg noch zwei Dinge: Zum Einen, dass, wie hier am Wochenende schon angekündigt, jetzt die Unterschrift unter dem Vertrag von Josha Vagnoman tatsächlich getrocknet ist. Der umworbene U18-Nationalpsieler unterschrieb in Hamburg einen Vertrag bis 2021. Und sollte alles so kommen, wie Sportvorstand Ralf Becker es derzeit suggeriert, dann könnte Vagnoman in der kommenden Saison zusammen mit Pierre-Michel Lasogga auflaufen.

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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