Hannes Wolf

Hannes Wolf wird Trainer in Genk - Doll und Zinnbauer im Spezial-Interview

Die Breaking-News war für den heutigen Blog eigentlich nicht vorgesehen, erreichte uns aber kurz vor Veröffentlichung unseres eigentlichen Themas: Hannes Wolf wird nach Rautenperle-Informationen am kommenden Montag als neuer Cheftrainer beim belgischen Spitzenteam und Champions League-Teilnehmer KRC Genk vorgestellt. Beim HSV wäre er damit von der Gehaltsliste, auch sein Engagement beim Fernsehsender Sky wäre damit vorübergehend beendet. Der HSV würde damit noch ein halbes Vertragsjahr Gehalt einsparen und hätte für den Winter finanziellen Spielraum für Transfers.

Jugendstil im Spiel um die goldene Ananas

21,5. So lautete das Durchschnittsalter der zehn Feldspieler, die Hannes Wolf im finalen Saisonspiel gegen den MSV Duisburg auf das Feld schickte. Es ging für den Hamburger SV nur noch um einen versöhnlichen Abschluss einer verkorksten Saison. Da erschien es logisch, der Jugend eine Chance zu geben. Das Spezielle an der Situation des HSV: Fast alle dieser jungen Spieler waren bereits in dieser Saison fester Bestandteil des HSV-Kaders – und ein Großteil von ihnen wird im kommenden Jahr das Rückgrat der HSV-Elf stellen. Und doch wird der entscheidende Akteur den HSV verlassen. Es lohnt sich also, Hamburgs Abschlussspiel unter die Lupe zu nehmen.

Mit völlig neuer Taktik ins Verderben

Hannes Wolf hat bereits in den vergangenen Wochen taktisch viel ausprobiert – um es positiv zu formulieren. Woche für Woche schickte er eine neue Elf in einer neuen Formation auf das Feld, stets von der Hoffnung beseelt, dieses Mal die richtige Variante gefunden zu haben. Selten waren seine taktischen Wechsel katastrophal, oft brachten sie dem Team sogar eine gewisse defensive Stabilität. Doch die großen Schwächen des Teams – das Kreieren von Torchancen sowie das Aufbäumen nach Rückständen – bekam Wolf nicht behoben.

Neue Formation, neue Probleme

Sechs Liga-Spiele, drei Punkte: Die Bilanz des HSV seit dem 4:0-Derby-Sieg las sich vor dem Spiel gegen Ingolstadt katastrophal. Hannes Wolf blieb gar nichts Anderes übrig, als seine Formation zu verändern. Doch seine Idee, Hee-Chan Hwang als Zehner aufzustellen, ging nicht auf. Die Nervosität der Mannschaft trug ihr Übriges dazu bei, dass der HSV bei der 0:3-Niederlage gegen Ingolstadt die Partie nie dominieren konnte.

Wolf sucht, aber findet nicht

Die Krise des Hamburger SV ist nicht wegzudiskutieren. Viele HSV-Fans fragen sich: Wie viel Schuld trifft Hannes Wolf an der Abwärtsspriale? Sein taktischer Plan gegen Union Berlin funktionierte in der ersten Halbzeit noch halbwegs stabil. Nach der Pause stellte er mehrfach um – doch keine seiner Umstellungen stabilisierte das verunsicherte Team. Bereits gegen RB Leipzig hatte Wolf mit einer neu formierten Abwehr überrascht. Die Fünferkette blieb gegen Union Berlin bestehen, doch es änderten sich die Spielerrollen: Während Vasilije Janjicic wieder auf die Sechser-Position rückte, agierte Gideon Jung zunächst als Innenverteidiger. Douglas Santos begann erneut als halblinker Sechser. Aaron Hunt und Berkay Özcan bildeten eine Doppelzehn hinter dem einzigen Stürmer Bakary Jatta. Hamburgs System ähnelte einem 5-2-3.

Taktische Flexibilität überrascht Leipzig

Überraschung! Nicht nur so mancher HSV-Fan dürfte sich verwundert die Augen gerieben haben, als er die Aufstellung von Hannes Wolf für das DFB-Pokal-Halbfinale sah. Auch Gegner RB Leipzig schien überrumpelt von Wolfs ungewohnter Taktik. Es dauerte eine Halbzeit, ehe sich Ralf Rangnick auf die Hamburger eingestellt hat. Nachdem der HSV zuletzt meist in einem 4-2-3-1- oder einem 4-3-3-System aufgelaufen war, wählte Wolf gegen Leipzig eine andere Variante. Vasilije Janjicic ließ sich gegen den Ball in die Abwehr fallen, wodurch hinten eine Fünferkette entstand. Josha Vagnoman übernahm die Linksverteidiger-Position. Auf rechts begann zunächst Bakary Jatta, ehe er nach einigen Minuten mit Khaled Narey die Positionen tauschte. Dieser hatte als zweiter, umtriebiger Stürmer neben Pierre-Michel Lasogga begonnen.

Wolf wechselt clever

Das Jahr 2019 verläuft gar nicht so, wie es sich der HSV erhofft hatte. Rang 10 in der Rückrunden-Tabelle, nur ein Punkt aus den letzten drei Spielen: Trainer Hannes Wolf stand vor dem Spitzenspiel gegen den 1. FC Köln bereits etwas unter Druck. In der Kritik standen vor allem seine Einwechslungen. Nur selten gelingt es dem HSV, nach der Pause stärker aufzutreten als vor dem Kabinengang. Das Torverhältnis im Jahr 2019 spricht Bände: 7:3 vor der Pause, 7:9 nach der Pause. Neun Punkte haben sie bereits in der zweiten Halbzeit verspielt. Das spricht nicht für Wolfs Qualitäten als In-Game-Coach.

Versagen mit Ansage

„Never change a winning team.“ So lautet die alte Weisheit, die ursprünglich aus dem Basketball stammt. Hannes Wolf hielt sich im Spiel gegen den 1. FC Magdeburg an die Regel. Er schickte dieselbe Elf auf den Rasen, die sechs Tage zuvor den SC Paderborn im DFB-Pokal 2:0 bezwang. Magdeburg ist jedoch nicht Paderborn, und so ging Wolfs Plan mächtig schief.

Schritt für Schritt vorwärts - aber auf dem richtigen Weg

Er war auch krank. Aber er wirkte deutlich fitter als ich heute. Der Trainer lag mit Magen-Darm im Bett, ich ein paar Tage mit der mehr als unsympathischen Angina. Aber während Wolf schon ehrlich erholt wirkt, bin ich nur dank einer ordentlichen Dosis Antibiotikum heute wieder halbwegs zu gebrauchen. Also noch nicht ganz, aber zumindest auf dem richtigen Weg. Eben so, wie der HSV auch, wenn man Hannes Wolf glauben darf. Taktisch hatte der Coach in Paderborn mit der Dreierkette etwas Neues probiert - und es hat geklappt. Ob er die Dreierkette dauerhaft einbauen will? „Das handhaben wir spielbezogen. Die Mannschaft hat das schnell gut umgesetzt. Ich würde die Offenheit, Dinge zu verändern, aber gerne weiter beibehalten“, sagte Wolf nach dem Training.

Mit Dreierkette zum Erfolg

Hannes Wolf warf im Pokal-Viertelfinale gegen Paderborn Kyriakos Papadopoulos einfach mal ins kalte Wasser. Das Startelf-Debüt des Griechen in dieser Saison führte zu einigen taktischen Veränderungen, was dem HSV-Spiel durchaus guttat. Unsere Taktikanalyse. Langweilig wird es beim Hamburger SV bekanntlich nie. In dieser Saison gilt das auch aus taktischer Sicht. Christian Titz und Hannes Wolf gehören zu den flexibleren Trainern des Landes. Wolf hat nach den zuletzt eher schwachen Spielen gegen Darmstadt (2:3) und Bochum (0:0) mal wieder seinen Plan über den Haufen geworfen. Im Pokal-Viertelfinale beim SC Paderborn brachte er den nach langer Verletzungszeit wieder genesenen Papadopoulos von Beginn an. Das hatte gleich mehrere taktische Veränderungen zur Folge.

Der Respekt ist (zu) groß

Nach zuletzt drei Gegentoren gegen Darmstadt gab es für den Hamburger SV nur ein Motto: Gegen den VfL Bochum musste die Null stehen. Leider vernachlässigten die Hamburger dabei die eigene Offensive. Die Taktikanalyse. Die Zweite Liga ist eine ganz eigene Herausforderung. Selbst der optimistischste HSV-Fan dürfte das nach 27 Spieltagen verstanden haben. Kampfstarke Gegner lauern darauf, den Aufstiegskandidaten aus Hamburg auszukontern. Auch gegen den VfL Bochum war dies nicht anders. Wolf ging mit seiner Taktik auf Nummer Sicherheit – vielleicht sogar eine Nummer zu sehr.

Nach Darmstadts Umstellung ging's bergab

Gegen Darmstadt 98 spielte der Hamburger SV die vielleicht beste Halbzeit der Saison. Leider hielt der Glanz nur 45 Minuten. Unser Taktikanalyst Tobias Escher verteilt ein Lob an den Gegner, der nach der Pause die richtigen Schlüsse zog. Und er kritisiert eine Hamburger Mannschaft, die nach der Führung die Zügel schleifen ließ.

Vorteil dank Raumbesetzung

Derbysieg! Es war ein überraschend einseitiges Spiel im Millerntor-Stadion. Dass der HSV die Partie derart dominieren konnte, lag auch am veränderten Spielsystem. Hannes Wolf stellte seine Mannschaft richtig ein. Wenn HSV-Fans nach zwei Dritteln der Saison eins gelernt haben, ist es die Tatsache, dass die Zweite Liga alles andere als ein Spaziergang ist. Wer als Traditionsteam aus der Ersten Liga herunter stolpert, sieht sich plötzlich einem Haufen hart arbeitender, gut verteidigender Gegner gegenüber. Der Hamburger SV tat sich in dieser Saison entsprechend schwer, gegnerische Defensivreihen zu knacken. Siege mit mehr als einem Tor Unterschied waren eine Seltenheit.

Eine Frage der Raumaufteilung

Hamburgs später 1:0-Sieg gegen Fürth war – vorsichtig formuliert – kein allzu großer Leckerbissen. Über weite Strecken des Spiels biss sich der HSV die Zähne aus an Fürths enger Manndeckung. Warum sich der HSV so schwer tat, analysiert unser Taktik-Kolumnist Tobias Escher. Wer die Schwachstelle des Hamburger SV in dieser Zweitliga-Saison sucht, muss nur einen Blick auf die Tabelle werfen. 24 Spiele sind absolviert, gerade einmal 32 Tore hat der HSV erzielt; damit stehen sie in der Liga auf Rang zehn. Auch gegen Greuther Fürth taten sich die Hamburger mal wieder äußerst schwer.

Den Umständen entsprechend

Jahn Regensburg mausert sich zum Angstgegner des Hamburger SV. Hannes Wolfs Team hat trotz der 1:2-Niederlage den Kampf angenommen. Der HSV war jedoch mit der Situation in Unterzahl überfordert. Eine kluge taktische Umstellung von Regensburg gab den Hamburgern den Rest. In der Zweiten Liga beginnt das dritte Saisondrittel. Die Hoffnung, dass es das letzte für den HSV im Unterhaus sein wird, erlitt am Wochenende einen Dämpfer.

Das Chaos und die Ordnung

35 Fouls, 29 Torschüsse, vier Tore: Ganz schön was los in Heidenheim! Rautenperle-Taktikanalyst Tobias Escher blickt auf die Partie und erklärt, wieso sich der HSV von der Hektik der Gastgeber anstecken ließ. Not macht erfinderisch. Diese Weisheit musste HSV-Trainer Hannes Wolf vor der Partie in Heidenheim beherzigen. Seine Stamm-Außenverteidigung aus Gotoku Sakai (gesperrt) und Douglas Santos (verletzt) fiel aus. Ersatz-Mann Josha Vagnoman zog sich beim Aufwärmen eine Blessur zu. Wolf musste improvisieren und seine Taktik umstellen.

Tiefer Gegner, zähes Ringen

Hamburgs 1:0-Erfolg über Dynamo Dresden erinnert an die Zeiten unter Christian Titz – im Guten wie im Schlechten. In unserer Taktikanalyse blicken wir auf die Partie und erklären, wieso Dresden derart schwer zu knacken war. Fußball kann manchmal spektakulär sein wie ein Sylvester-Feuerwerk. Manchmal ist es jedoch auch zäh wie ein Mittwoch auf der Arbeit. Die Partie zwischen dem Hamburger SV und Dynamo Dresden bot wahrlich kein Spektakel. Dafür waren in erster Linie die Dresdner verantwortlich, die mit ihrer defensiven Taktik dem HSV das Leben schwer machten.

Der Erstligist mit der Zweitligataktik

Über 60% Ballbesitz, 20:1 Torschüsse: Der Hamburger SV siegte im DFB-Pokal-Achtelfinale souverän gegen den 1. FC Nürnberg. Unser Taktikanalyst Tobias Escher erklärt, wieso Hannes Wolfs Team die Partie derart dominierte – und wieso sie trotzdem nur ein Tor schossen. Wenn im DFB-Pokal ein Erstligist auf einen unterklassigen Klub trifft, ist das zumeist eine undankbare Aufgabe. Der unterklassige Klub verbarrikadiert sich häufig in der eigenen Hälfte, und selbst wenn man die gegnerische Mauer knackt, erhält man selten Lob von den Fans und Medien – ein Sieg gegen einen unterklassigen Gegner sei schließlich Pflicht! Das Spiel des Hamburger SV gegen den 1. FC Nürnberg war insofern ein besonderer Kick: Nicht nur, dass der Tabellenführer der Zweiten Liga als leichter Favorit in die Partie ging. Es war am Ende der Siebzehnte der Ersten Liga, der eine Taktik spielte, die normalerweise das unterklassige Team wählt.

Zu zehnt lässt sich kein Pressing spielen

Eine frühe Rote Karte wirbelt den taktischen Plan des Hamburger SV durcheinander. Unser Taktikanalyst erklärt, wie Wolfs eigentlicher Plan aussah – und wieso dieser nach der frühen Rote Karte nicht mehr aufging. „Ja, mach nur einen Plan, sei nur ein großes Licht! Und mach dann noch 'nen zweiten Plan. Geh‘n tun sie beide nicht.“ Das Zitat von Bertolt Brecht beschreibt die Misere, in der sich der HSV beim Spiel gegen Arminia Bielefeld befand. HSV-Coach Hannes Wolf hatte den Gegner intensiv beobachtet und einen detaillierten Matchplan entworfen. Nach der Roten Karte gegen Gotoku Sakai (12.) war der Plan jedoch zerstört – und damit auch das HSV-Spiel.

Personalnot zur Unzeit

Mit Beginn der heutigen Pressekonferenz hatte HSV-Trainer Hannes Wolf zur Abwechslung auch einmal eine Bitte an die Journalisten. Als er nach den Namen derjenigen Spieler gefragt wurde, die angeschlagen oder verletzt sind, fragte Wolf nach Unterstützung, falls er einen vergessen würde. Und tatsächlich präsentierte Wolf dann eine ganze Latte von Namen, die Verletzungen haben. Dass Aaron Hunt und Hee Chan Hwang mit ihren Muskelverletzungen noch einige Zeit ausfallen werden, ist bereits bekannt.

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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