Bochum

Alle Uhren wieder auf Null

Öffentlich gesprochen wird erst morgen wieder. Das stellte Dieter Hecking heute schon früh klar. Es gibt auch nicht viel zu sagen, abgesehen davon, dass dem HSV am Sonnabend in Regensburg vor einer erneut schwierigen Aufgabe steht. Hecking stellte dieUhren wieder auf Null und ließ im Training erst gar keinen Zweifel daran aufkommen, dass der HSV weiter vor einem langen und steinigen Weg steht, der harte Trainingsarbeit unabdingbar macht. Zwei intensive Einheiten über jeweils 90 Minuten bei mehr oder weniger starkem Regenfall standen heute auf dem Plan. Und Hecking lobte wie immer viel - aber er wurde auch laut, wenn es mal nicht passte. Und zum Abschluss einer intensiven Nachmittagseinheit gab es für die Spieler obendrauf noch eine ganz besondere Überraschung: Streigerungsläufe von Sechzehner zu Sechzehner. 15 Sekunden hatten die Profis für die Distanz. Und das nach dem Ende der zweiten Einheit an diesem Tag, die letztlich ein teil nicht mitmachen konnte/sollte.

Jattas Leiden hat ein Ende

Na dann! Nachdem mit dem Bezirksamt Hamburg-Mitte auch staatliche Behörden die Korrektheit der Identität Bakery Jattas bestätigt haben und formaljuristisch keine Zweifel mehr bestehen, haben nun auch der 1. FC Nürnberg, der Karlsruher SC und der VfL Bochum mit einem Tag Verzögerung heute seinen Einspruch gegen die Spielwertung ihrer Partien gegen den HSV zurückgezogen. Die Mitteilung der Nürnberger, die sich in der ganzen Angelegenheit in den letzten Wochen besonders hervorgetan haben, im Wortlaut:

DFB - wo Sport und Politik eben doch nicht getrennt werden

„Da kommt er“, rief ein kleiner Junge im rosa Auswärtstrikot, als Bakery Jatta um 15.48 Uhr an der Seite von Tom Mickel die Treppen zum Trainingsplatz hinunterstiefelte.  Im Nachhinein habe ich mich geärgert, den Jungen nicht nach seinem Namen und seinem Alter gefragt zu haben, aber entscheidend sind diese Rahmendaten wie so oft im Leben auch in diesem Fall nicht. Viel wichtiger war meiner Meinung nach, dass der von mir frei auf fünf- oder sechs Jahre geschätzte Junge ganz offenbar das Bedürfnis hatte, Jatta unterstützen zu müssen.

Bruchhagen: Hoffmanns Plan ist legitim

Heute war trainingsfrei. Erst morgen Nachmittag um 15.30 Uhr geht es sportlich weiter. Und während heute bis auf die Rekonvaleszenten niemand von der Mannschaft am Stadion war, tut sich innerhalb des HSV dennoch eine ganze Menge. Wie gestern bekannt wurde, kandidiert beispielsweise Bernd Hoffmann für das Amt des Stellvertretenden Sprechers des DFL-Präsidiums. Für das des dritten Sprechers wohlgemerkt, was erst einmal nicht top hochrangig klingt.

Arp auf dem Abstellgleis

Terodde. Immer wieder Terodde. Mit seinem 27. Treffer hat der Spieler von Ex-Kühne-Berater Volker Struth den 1. FC Köln auch heute wieder auf die Siegerstraße geschossen. Ein Spieler, den der HSV (wie alle anderen Zweitligisten) nur zu gern in seinen Reihen wüsste. Aber er ist nicht hier, weil Volker Struth den Mann lieber nach Köln schickte, als ihn dem HSV (als Konkurrent zu seinen Spielern Wood und Hahn…) anzubieten. Und das in einer Phase, wo Struth als Berater von HSV-Investor Klaus Michael Kühne galt.

Zu wenig: Nur 0:0 in Bochum

Es sollte die Reaktion auf das bitter abgeschenkte Spiel gegen Darmstadt werden - und wurde eine Enttäuschung. Hannes Wolf hatte sich dementsprechend auch trotz der Niederlage gegen Darmstadt für eine identische Startelf entschieden. Wobei, was heißt hier eigentlich „trotz der Niederlage“? Mit der gewählten Startelf hatte der HSV zumindest 50 Minuten lang sehr dominant gegen Darmstadt geführt, ehe das erste Mal gewechselt wurde (Ito kam für Narey) und das Spiel anschließend völlig unerwartet kippte.

Ohne Arp, mit Köhlert: Tief im Westen...

Dass Aron Opoku den Vorzug vor Fiete Arp erhält - okay. Arp soll lieber spielen, als auf der Bank sitzen. Zudem ist Opoku in den letzten Trainingseinheiten gut drauf gewesen. So funktioniert das Leistungsprinzip. Und das gilt auch für einen Überraschungsspieler im vorläufigen 19-Mann-Kader für das morgige Spiel beim VfL Bochum: Mats Köhlert. Der U20-Nationalspieler hatte in den letzten Monaten in der U21 des HSV ebenso überzeugt wie jetzt bei den jüngsten U20-Länderspielen gegen Portugal und Polen. Grund genug für HSV-Trainer Hannes Wolf, den 20-Jährigen mit ins Profitraining einzubauen - wo Köhlers erneut überzeugte. Angesichts der Tatsache, dass der HSV keinen Ersatz für Douglas Santos hätte, sollte dieser ausfallen, und Köhler auf der linken Seite aber (eher offensiv aber auch defensiv) zuhause ist, eine logische Nominierung. Wobei noch offen ist, ob es der Youngster, der vor zwei Jahren seinen ersten Profivertrag beim HSV unterschrieb und dessen Vertrag jetzt im Sommer ausläuft, morgen auch in den finalen 18er-Kader schafft.

Wolf verspricht: „Wir nehmen keine Rücksicht“

„Der Hamburger Sportverein hat sein Interesse an David Kinsombi bei uns hinterlegt“, sagte Holsteins Sportgeschäftsführer Fabian Wohlgemuth den „Kieler Nachrichten“. Allerdings stößt der HSV mit seinem Vorstoß bei den Kielern auf Granit. Zumindest erst einmal. Denn ziehen lassen will Kiel den Mittelfeldspieler definitiv nicht. „Über den Umgang damit sind wir uns intern einig. David ist unser Kapitän und Kopf der Mannschaft, den wir nicht verlieren wollen“, sagte Wohlgemuth. Kinsombis Vertrag in Kiel läuft noch bis 2021 und die Kieler hatten zuletzt ab einer Ablösesumme von vier Millionen Euro Gesprächsbereitschaft signalisiert. der HSV hat sich intern festgelegt, nicht mehr als zwei Millionen Euro bieten zu wollen.

Hwang vor Comeback - Gyamerah kommt bis 2022

Geht man nur nach dem Training, sieht s so aus, als würde der HSV wie in der zweiten Halbzeit nach Santos’ Auswechslung beginnen.  Also auch mit Josh Vagnoman als Linksverteidiger. „Es gibt mehrere Optionen“, sagt Hannes Wolf,  „zum Beispiel auch Khaled Narey, der das oft gespielt hat. Auch das könnte eine Option sein, da er es schon sehr viel gespielt hat.“ Josha  Vagnoman ist ein ernsthafter Kandidat, obgleich es seine Bundesligapremiere als Linksverteidiger von Beginn an wäre. Das erste und bislang (logischerweise) letzte Mal als Linksverteidiger spielte er nach seiner Einwechslung am Montag gegen Dresden. „Josha Vagnoman hat es nach seiner Einwechslung auch gut gemacht“, lobt Wolf und hält den Konkurrenzdruck hoch, „er hinterlässt auch im Training einen stabilen Eindruck. Er interpretiert es anders als Gideon - aber er hat Power, kann verteidigen und hat die Körperlichkeit. Natürlich kann er spielen. Aber auch Josh müsste sich bis an die Decke strecken, damit wir da erfolgreich sein können.“

Lauerstellung allein reicht nicht

„Zu Hause wollen wir natürlich gewinnen. Das haben wir wieder nicht geschafft. Wir sind nicht zufrieden.“ Sätze, die so von jedem HSV-Spieler sowie von jedem Verantwortlichen hätten kommen können.

Nur 0:0 - HSV trifft zuhause nicht

Im sechsten Heimspiel hat der HSV zum vierten Mal keinen eigenen Treffer erzielen können. Mehr noch, der VfL Bochum hatte heute zwar weniger vom Spiel und mit etwas Glück zwei große Torchancen - aber das waren auch die besten des Spiels.

Die Qual der Wahl

Fiete Arp machte draußen weiter. Und während der Rest der Mannschaft ins Stadioninnere zog, um dort unter Ausschluss der Öffentlichkeit Standards und andere taktische  Dinge einzustudieren, absolvierte der HSV-Youngster auf dem Trainingsplatz eine ganze Menge individueller Läufe, bis hin zu längeren Sprints. Offenbar, und das bestätigte so auch der Trainer später, ohne weitere Probleme. Soll heißen: Stand heute Arp würde am Sonntag im Kader stehen, obwohl er sich einen Teilanriss des Außenbandes im Sprunggelenk zugezogen hatte.

Einfach mal normal sein

Es ist immer wieder nett, wenn sich am Fuße Uwe Seelers neue Ehrungen abspielen. Diesmal waren es der abwesende Jürgen („Joschi“) Groh, Caspar Memering, Peter Hidien und Mladen Petric, die sich mit ihren Füßen rund um den großen Seeler-Fuß verewigten. Große Namen aus größeren HSV-Zeiten. Dieter Matz hatte die Laudatio gehalten und alle waren gut drauf, selbst das Wetter spielte perfekt mit. Es stimmte einfach. Umso erstaunter zeigte sich Mladen Petric, als er darauf angesprochen wurde, dass es beim HSV aktuell etwas unruhig ist. „Unruhe? Echt jetzt? Es läuft doch super!

Taktik-Check: Leichte Verbesserung, viel Luft nach oben

In den vergangenen Wochen schlug unsere Taktikanalyse einen etwas kritischeren Ton an: zu selten gelangen die Hamburger durch das Mittelfeld nach vorne, zu leicht lassen sie sich im Spielaufbau schachmatt setzen. Nach dem (unnötig engen) 2:1-Erfolg über Darmstadt fällt das Fazit aus taktischer Sicht etwas positiver auf. Trainer Christian Titz überzeugte vor allem als Magier von der Bank.

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.