Marcus Scholz

28. März 2019

 

 

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„Der Hamburger Sportverein hat sein Interesse an David Kinsombi bei uns hinterlegt“, sagte Holsteins Sportgeschäftsführer Fabian Wohlgemuth den „Kieler Nachrichten“. Allerdings stößt der HSV mit seinem Vorstoß bei den Kielern auf Granit. Zumindest erst einmal. Denn ziehen lassen will Kiel den Mittelfeldspieler definitiv nicht. „Über den Umgang damit sind wir uns intern einig. David ist unser Kapitän und Kopf der Mannschaft, den wir nicht verlieren wollen“, sagte Wohlgemuth. Kinsombis Vertrag in Kiel läuft noch bis 2021 und die Kieler hatten zuletzt ab einer Ablösesumme von vier Millionen Euro Gesprächsbereitschaft signalisiert. der HSV hat sich intern festgelegt, nicht mehr als zwei Millionen Euro bieten zu wollen.

Also eine Situation, wie man sie kennt: es wird gepokert. Im Vorfeld wollen die einen absolut nicht verkaufen - und die anderen möglichst wenig ausgeben.  Und sollte der HSV letztlich wirklich mit der Ersten Bundesliga locken können, dürfte auch Kiel es sehr schwer haben, Kinsombi weiterhin gleichbleibend stark für die Aufgaben an der Förde zu begeistern. Dann dürften die Kieler nur schwerlich Chancen haben, Kinsombi zu halten - und dann wird es sicher nur noch darum gehen, wie viel Geld man für seinen Kapitän vom HSV - oder vielleicht bis dahin auch von anderen Interessenten einstreichen kann. Ergo: Alles Verhandlungssache. Wie immer also alles eine Frage des Geldes. Und davon hat der HSV nicht allzu viel, bekanntermaßen.

Obgleich die zweite Fan-Anleihe seit heute komplett gezeichnet ist. 17,5 Millionen Euro wurden in Anleihen gezeichnet, jeweils mit sechs Prozent bis 2026 verzinst. Die Anleihen seien aus ganz Deutschland gezeichnet worden, verrät Finanzvorstand Frank Wettstein auf der HSV-Seite und Vorstandsboss Bernd Hoffmann ergänzt: „Wir sind erfreut, wie groß die Nachfrage nach der Depot-Anleihe und den Schmuckurkunden war und danken ausdrücklich allen Zeichnern. Wir werten das als Vertrauensbeweis für den Weg, den wir gemeinsam begonnen haben und weiter beschreiten wollen.“ Und es zeigt die Leidensfähigkeit der HSV-Fans  - bis tief in die eigenen Portemonnaies.

Um die Spieler indes nicht unnötig leiden zu lassen, durften einige von ihnen heute schon nach knapp einer Stunde und einigen harmlosen Aufwärm- und Passübungen in die Kabine. Darunter die angeschlagenen Berkay Özcan und Orel Mangala sowie Kyriakos Papadopoulos, David Bates, Gideon Jung und Pierre-Michel Lasogga. Trainer Hannes Wolf will ob der Doppelbelastung  mit Bochum am Sonnabend und Dienstag Pokal in Paderborn kein unnötiges Risiko eingehen. Obgleich es sowohl bei Mangala als auch bei Özcan bis dahin sehr gut aussah. Die anderen vier hatten eh keinerlei Probleme und werden am Sonnabend dabei sein. Auch Papadopoulos, wie Wolf heute recht klar andeutete. Aber seht und hört selbst:

Wolf machte heute auch noch mal deutlich, dass er mit seiner Mannschaft in beiden Wettbewerben  ans Limit gehen wird, also weder auf den einen noch auf den anderen Wettbewerb Rücksicht nehmen wird. Das heißt: Das nächste Spiel ist immer das Wichtigste. Dass es am Sonnabend für ihn als in Bochum geborener noch eine besondere Note hat wollte Wolf heute nicht näher kommentieren. Es war ihm auf der einen Seite nicht relevant genug - andererseits auch zu privat. Denn, das muss man wissen: Persönliches  gibt Wolf nicht preis. Im Gegenteil: Was seine Familie betrifft wird ausgeklammert. Das ist schade, weil man ihn sei nicht näher kennenlernt - andererseits finde ich es sehr sympathisch und würde es an seiner Stelle nicht anders machen.

Auch der klare Umgang mit schwierigen Situationen wie bei Lewis Holtby, der von ihm sowie der HSV-Führung gesagt bekommen hat, dass er keinen neuen vertrag erhält, verdient Respekt. Völlig unabhängig von der Entscheidung ist ein klarer Umgang sicher etwas, was ankommt. Sogar bei den betroffenen Spielern selbst, die natürlich erst einmal enttäuscht oder gar in ihrer Eitelkeit verletzt sind, weil sie nicht mehr gebraucht werden. Klarheit sei wichtig, so Wolf heute zu der Entscheidung bei Holtby, der am Sonnabend schnell wieder zu einer wichtigen Alternative werden kann. Sollte von den angeschlagenen Spielern (Mangala, Özcan) einer ausfallen, wäre er sicher dabei. Aber vielleicht auch so. Zumindest durfte Holtby in den Trainingseinheiten zuletzt immer wieder auf der Zehn ran.

Interessant ist und bleibt die Situation auf der Innenverteidigerposition, wenn Papadopoulos tatsächlich zurückkehrt. Denn einerseits ist Wolf konsequent genug, als dass er den Griechen ob seiner fehlenden Spielpraxis nicht einem zuletzt ordentlich bis gut spielenden Bates vorzuziehen. Andererseits muss er zusehen, Papadopoulos zu aktivieren - und das geht eben nur auf dem Platz. Im Wettbewerb. Gegen Bochum träfe der eher langsame Papadopoulos auf einen Lukas Hinterseer, der zwar ordentliches Tempo hat, aber längst nicht zu der Gattung Sprinter zu zählen ist, wie beispielsweise Paderborns Offensive fast durchgängig - HSV-Wunschkandidat Philip Klement als Spielgestalter mal ausgenommen. Es wäre also ein gutes Spiel, um wieder reinzukommen. dennoch würde ich tendenziell bei der bisherigen Innenverteidigung bleiben, um Bates nach dessen letzten Spielen nicht zu demotivieren. Er hätte sich diesen Vertrauensvorschuss vom Trainer zumindest verdient.

Nahezu sicher bin ich mir, dass Bakery Jatta gegen Bochum wieder beginnen wird. Er links, Narey rechts, ganz vorn drin Pierre Michel Lasogga. Denn Jatta, der vor der Länderspielpause ein wenig überspielt wirkte, hat sich in eben jener Pause offenbar gut regenerieren können. Zumindest wirkt er im Training wieder spritzig, bricht seine Sprints nicht mehr ab und zieht voll durch. Von daher würde ich Stand heute auf folgende Startelf tippen: Pollersbeck - Sakai, Bates, van Drongelen, Santos - Janjicic - Narey, Mangala, Özcan, Jatta - Lasogga. Wohlgemerkt mit den geschilderten Konjunktiven. Im Training heute war ansonsten wenig bis nichts zu erkennen, was Aufschluss für Sonnabend geben könnte. Offen blieb ebenfalls, wer morgen von den Profis bei der U21 spielen wird. Trainer Wolf will das morgen festlegen, wenn er weiß, welche Wackelkandidaten in Bochum dabei sein können und welche nicht.

In diesem Sinne, anbei noch ein Interview mit Bochums Mannschaftskapitän Stefano Celozzi, der auch auf das Spiel gegen den HSV eingeht. Ich wünsche Euch dabei viel Spaß und Euch allen einen schönen Abend! Bis morgen, wo ich mich um 7.30 Uhr zunächst wie gewohnt mit dem MorningCall bei Euch melde und Euch dann am späten Nachmittag mit letzten News von der Mannschaft und vom VfL Bochum berichten werde. Mein Bochumer Freund und Kollege Christian Alexander Hoch wird mir dafür wieder Rede und Antwort stehen. Der gerade frisch mit dem dritten Platz ausgezeichnete Nachwuchs-Sportjournalist des Jahres  - Herzlichen Glückwunsch dazu noch einmal, Christian!! -  wird uns mit den allerletzten News vom VfL Bochum vor diesem Spiel versorgen und uns ein wenig eintauchen lassen in die Stimmung beim VfL vor dem „Highlight der Saison“, wie das ausverkaufte Spiel gegen den HSV dort genannt wird.

 

Bis dahin!

Scholle

 

Das Interview mit VfL-Kapitän Celozzi vor dem Spiel gegen den HSV:

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.