Rautenperle

Hunt sieht sich in der Bringschuld

„Nein, mach einfach und halt’ du doch die Fresse“, schimpfte Kyriakos Papadopoulos in Richtung von Luca Waldschmidt, der sich heute einer Ansage des Griechen mit den Worten „Halt die Fresse“ zu entziehen versuchte. Es war tatsächlich Dampf drin im Trainingsspiel. Und rechnet man jetzt noch die tiefe Platzwunde von Lewis Holtby aus dem gestrigen Training hinzu, man könnte für einen kurzen Moment glauben, hier stellt sich tatsächlich sowas wie richtige Derbystimmung ein.

Marcus Scholz

21. Februar 2018

Mehr Underdog war der HSV in Dortmund lange nicht

Das sind Situationen – die armen Dortmunder...! Da muss sich Trainer Peter Stöger doch tatsächlich die mit der schwierigen Frage auseinandersetzen, ob er Marco Reus schon wieder aufstellt, oder ob er ihn noch mal schont. „Marco trainiert diese Woche komplett mit, hat keine Rückschläge bekommen. Es geht ihm soweit gut. Werden wir kurzfristig entscheiden. Wenn ein Spieler so lange ausgefallen ist, ist es wichtig, wie es ihm geht und dass er da ein gewichtiges Wort mitzureden hat. Ich weiß, dass er gern spielen möchte und er weiß, dass wir ihn dabei haben wollen.

Marcus Scholz

9. Februar 2018

Hollerbach sucht nach der Lösung - auch im Nachwuchs

Der Tag danach tut oft noch mehr weh. Oft entfalten Enttäuschungen mit ein wenig Abstand erst so richtig ihre Wirkung. So, wie das 1:1 gestern gegen Hannover bei mir heute. Mit Blick auf die Tabelle und den Erkenntnissen von gestern im Hinterkopf wird die Luft von Wochenende zu Wochenende dünner, der Glaube an die Rettung immer schwächer. Wenn ich dann noch das dilettantische Drumherum hinzuberechne – dann ist fußballerische Existenzangst die einzig logische Konsequenz. Vorne keine Torgefahr, hinten nicht zu Null – das ist eine dramatische Mischung. Zumal der HSV kämpferisch alles gibt.

Marcus Scholz

5. Februar 2018

Der HSV zwingt sich selbst in die Knie

Die Aufregung ist groß. Und das zurecht. Ein Aufsichtsrat schreibt Kollegen an, um sie von der Notwendigkeit zu überzeugen, den Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen und den Sportchef Jens Todt zu kippen – was allein noch nicht schlimm ist. Dass diese Email aber wieder an die Öffentlichkeit lanciert wird, ist bezeichnend für die Lernunfähigkeit der HSV-Räte. Dennoch. Jens Todt hatte ich das erste Mal im Trainingslager unter vier Augen und anschließend vor zehn Tagen noch mal darauf angesprochen, dass es derartige Tendenzen gegen ihn im Kontrollgremium geben würde.

Marcus Scholz

2. Februar 2018

Gestrichen: Holtby auch bei Hollerbach chancenlos

Unter Markus Gisdol holte der HSV in 48 Bundesliga-Spielen 52 Punkte (14 Siege, 10 Remis, 24 Niederlagen); er reihte sich mit dieser Bilanz (1,08 Punkte pro Spiel) nahtlos in die seiner Vorgänger ein: Unter Bruno Labbadia waren es 1,15 Punkte, unter Joe Zinnbauer 1,04, Mirko Slomka kam auf 0,75 und Bert van Marwijk auf 0,8. Besonders in der Offensive krankte es: In den 48 Gisdol-Spielen erzielte der HSV nur 46 Tore; das ist die schwächste Ausbeute aller HSV-Trainer, die mindestens 25 Bundesliga-Spiele an der Seitenlinie standen.

Marcus Scholz

26. Januar 2018

Standortbestimmung á la Hollerbach

Nein, der Typ Magath ist er nicht. Sagt Bernd Hollerbach zumindest. Und dennoch behaupte ich, dass ich in der Mannschaft heute fünf Spieler mindestens finden würde, die das Gegenteil behaupten würden. Denn das, was Bernd Hollerbach an seinem ersten ganzen Trainingstag machte, hatte es in sich. In Vierergruppen sollten sich die Spieler zusammentun, ehe es um die beiden unteren Trainingsplätze ging. Drei Minuten waren pro Runde erlaubt. Für eine Profi absolut machbar, wenn man bedenkt, dass die geforderte Distanz rund 1000 Meter (zwei Runden á 500 Meter) betrug.

Marcus Scholz

23. Januar 2018

Gisdol und die richtige Berufswahl

HSV-Trainer Markus Gisdol setzte am Mittag sein strahlendes Lächeln auf. Ob er Sorgen oder Anspannung verspüre vor dem Start in die Bundesliga-Rückrunde, wurde der Coach gefragt. Sorge sowieso nicht, Anspannung langsam immer mehr, antwortete Gisdol. „Aber vor allem kribbelt es vor Vorfreude. Geil, dass es wieder losgeht. Ich habe mir den richtigen Beruf ausgesucht!“ Mit dieser und anderen Aussagen untermauerte Gisdol seinen Optimismus vor den anstehenden 17 Spielen. Ob dieser Optimismus berechtigt ist, scheint zweifelhaft.

Lars Pegelow

11. Januar 2018

Diese Ohnmacht nervt

So, endlich wieder in Hamburg. Kalt ist es. Zumindest kälter als in Jerez. Und auch der Frühstückstisch hat sich verändert. Allerdings fast ausschließlich zum Positiven, denn heute saßen endlich wieder meine Frau und meine Kinder mit mir am Essenstisch. Einziger Wehrmutstropfen: Die Aussichten beim HSV sind unverändert. Okay, gerade heute vielleicht nicht ganz: Denn es kommt tatsächlich ein ganz wenig Schwung in die Kaderplanung. Dominik Kaiser von RB Leipzig steht auf dem Zettel.

Marcus Scholz

9. Januar 2018

Santos: „Auch in Brasilien ist so ein Verhalten nicht normal“

So oft er diese Frage auch schon von den verschiedensten Seiten gehört haben wird, Douglas Santos bleibt gelassen. Er lächelt, nickt und antwortet in der ihm typischen, höflichen und wie immer von einem breiten, freundlichen Lächeln begleiteten Art: „Walace hat seine Entscheidung getroffen. Er hat sich entschieden, seine Sache so durchzuziehen, also hat er sie auch durchgezogen. Aber ich kann nicht für ihn antworten.“ Was soll er auch sagen über seinen Landsmann und Zimmerkameraden in Jerez, ohne diesem zu nahe zu treten?

Marcus Scholz

8. Januar 2018

Zweckoptimismus statt Plan - geht das gut?

Der Vorstandsboss war schon abgereist, als Jann-Fiete Arp auf dem Trainingsplatz sein Ständchen gesungen bekam und sich dafür mit einem flotten Spruch bedankte, der innerhalb der Mannschaft für mächtig Erheiterung sorgte, während am Rand Mama Bianca überraschend zu Gast war. Arps Mutter war am Vortag angereist und hatte ihren Sohn um Mitternacht im Mannschaftshotel überrascht. „Eine tolle Idee“, so Arp, der von seiner Mutter auch ein kleines Geschenk überreicht bekam, über dessen Inhalt wir hier lieber schweigen.

Marcus Scholz

6. Januar 2018

Ein Hoffnungsträger wird erwachsen

Für Geburtstagsfeiern bleibt nicht viel Zeit. Das weiß nicht nur Sportchef Jens Todt, der heute hier im Trainingslager in Jerez seinen 48. Ehrentag begeht. Auch Jann-Fiete Arp, der morgen in die Volljährigkeit vorstößt, ist sich dessen bewusst. Er freue sich zwar darauf, endlich Auto fahren zu dürfen, im Sommer seine erste eigene Wohnung zu beziehen und auf alle sonstigen Vorzüge der Volljährigkeit, „aber hier in Jerez stehen andere Dinge im Vordergrund.

Marcus Scholz

5. Januar 2018

Walace schwänzt Trainingslager - der HSV ist in Jerez

Augenringe gab es nicht. Die Mannschaft wirkte frisch und tatenfreudig, als sie gegen 14 Uhr den Terminal 1 des „Helmut Schmidt“- Flughafens in Fuhlsbüttel betrat. „Ich war früh im Bett“, gestand Gotoku Sakai, der das erste Mal in seinem Leben das Silvesterfest in Hamburg („Ich habe mich erschrocken, wie laut es war...“) verbracht hatte. Musste er zwangsläufig, weil er sonst den Rückflug aus seiner Heimat Japan nicht rechtzeitig geschafft hätte. Immerhin ging es am heutigen Neujahrstag schon um 15.15 Uhr mit dem Charterflieger nach Jerez ins Trainingslager.

Marcus Scholz

1. Januar 2018

Chefscout Johannes Spors wechselt zum HSV - das erste Interview

Es geht los. Und dann auch noch absolut in die richtige Richtung. Der HSV hat zum 1. Februar einen neuen Chefscout und Kaderplaner verpflichtet: Der 35 Jahre alte Johannes Spors wechselt von RB Leipzig zum HSV und übernimmt die Position des Chefscouts und des Kaderplaners. Spors unterschrieb beim HSV heute einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021. Eine interessante Veränderung in Hamburg, die bei seinem Noch-Arbeitgeber in Leipzig für einigen Wirbel sorgte, da Spors dort noch 3,5 Jahre Vertrag hatte.

Marcus Scholz

30. Dezember 2017

Hätte man wenigstens alles versucht....

Letztlich blieb es beim Versuch, ihn zu halten. Der U23-Angreifer Törles Knöll wechselt im Januar, so sieht es Stand heute aus, weg vom HSV. Ob es letztlich Sandhausen wird, wie es zuletzt vermutet wurde, ist noch offen. Klar ist nur, dass der 20 Jahre alte Angreifer vom HSV nicht die Perspektive bekommt, in der Bundesliga ausreichend Spielzeit zu sammeln, während Knöll selbst nicht verliehen werden möchte. Er wolle eine Entscheidung „ganz oder gar nicht“ hieß es von Seiten seines Beraters. Und deshalb lässt der HSV seinen Toptorjäger in der U21 ziehen.

Marcus Scholz

29. Dezember 2017

Dauerbaustelle Doppelsechs

Es ist das Herzstück im Mittelfeld. Sagt Trainer Markus Gisdol. Von hieraus wird das Spiel gelenkt. Allerdings ist es beim HSV leider auch eine Art Dauerbaustelle: die Doppelsechs. Seit Jahren sucht der HSV hier nach der richtigen Rezeptur. Auch dieses Jahr wieder. Janjicic, Jung, Ekdal, Sakai, Walace, partiell Holtby, und selbst Aaron Hunt spielte schon auf dieser Position. Allein eine Dauerlösung konnte bis heute nicht gefunden werden.

Marcus Scholz

28. Dezember 2017

Papadopoulos allein reicht nicht...

Insgesamt dürfte das Paket rund neun Millionen Euro gekostet haben. Sehr viel Geld für einen Verein, der so gar kein eigenes hat. Und dennoch war der Transfer von Kyriakos Papadopoulos, den der HSV zuvor für rund drei Millionen Euro Gesamtkosten für ein halbes Jahr lang ausgeliehen hatte, zweifelsfrei sinnvoll, da dem HSV genau dieser Spielertyp fehlte: Einer der durchgeknallten Sorte, der dazu auch noch richtig gut ist. Und das ist Papadopoulos – wenn er gesund ist. Dass der HSV bei dem Griechen mit den zwei kaputten Knien ein sehr hohes Risiko eingegangen ist, ist klar.

Marcus Scholz

27. Dezember 2017

Ausschlussverfahren bei der Torwartfrage

Von meinen Wünschen zu Weihnachten haben sich zumindest die erfüllt, die man nicht mit Geld bezahlen kann. Ich hatte alle die Menschen um mich herum, die mir wichtig sind. Und ich hoffe, den meisten von Euch erging es genau so, bzw. ich hoffe, es geht Euch auch heute und/oder morgen noch genau so. Und bevor ich mich in die Revanche für gefühlt 300 verlorene Brett- und Würfelspiele gegen meine Kinder stürze, noch ein Wort zu unserem HSV, beziehungsweise, in diesem Fall zum Thema Torhüter. Womit ich auch den Hinrundenrückblick beginnen will.

Marcus Scholz

25. Dezember 2017

Frohe Weihnachten Euch allen!!

Okay, Ihr habt natürlich Recht: Die heilige Weihnacht ist erst am Montag. Aber die Zeit zum Wünschen und zum gemütlich mit der Familie feiern ist vorher. Und genau das wünsche ich Euch heute von Herzen. Es war eine sehr kurzentschlossene Reaktion auf verschiedene Umstände. Es war sicher mutig – aber es hat sich absolut gelohnt! Ihr habt uns in diesem Mut zu 1887 Prozent bestätigt. Nach zweieinhalb Monaten „Rautenperle“ kann ich Euch versichern, dass das zwar längst noch nicht alles ist, ganz im Gegenteil. Aber bis hierhin haben sich alle unsere Hoffnungen erfüllt. Dank Euch!

Marcus Scholz

24. Dezember 2017

Einen kleinen Wunsch hätte ich noch...

„Ja, iss denn heut scho’ Weihnachten?“ Nein. Das ist erst morgen. Und deshalb haben wir hier und heute noch ein wenig Zeit und Platz, um uns ein paar Dinge zu wünschen. Wenn es für Euch okay ist, würde ich gleich mal damit anfangen, und mir vom HSV wünschen, dass sie es in diesem Jahr schaffen, das zumindest anfänglich umzusetzen, was sie (nicht erst) seit der Ausgliederung proklamieren: Professionellere Strukturen.

Marcus Scholz

23. Dezember 2017

Bernd Hoffmann ist die logische Folge

Heribert Bruchhagen bleibt, Bernd Hoffmann möchte zurück zum HSV – wenn auch erst einmal zum e.V. als Präsident – und dort den Platz von Jens Meier einnehmen, der gar nicht gehen möchte. Zudem wird der Aufsichtsrat im Februar neu besetzt, während „Football Leaks“ interne Dokumente des HSV veröffentlicht, die den HSV zu einer Strafanzeige gegen Unbekannt sowie interne Ermittlungen veranlassen. Es scheint alles gerade gut genug, um vom Wesentlichen abzulenken.

Marcus Scholz

21. Dezember 2017

Partner von

Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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