Dresden

Augen zu - und durch...

Vatertag - damit haben bei den HSV-Profis nur die wenigsten zu tun. Von daher war es für niemanden heute ein großes Problem, statt mit Bollerwagen durch die Gegend zu ziehen auf dem Platz zu stehen. Auch nicht für Trainer Dieter Hecking, dessen Sohn ihm am Sonntag auf der gegnerischen Seite gegenübersteht. Als Chefscout arbeitet Sohnemann Jonas für Arminia Bielefeld und wird versuchen, zuhause noch mal alles aus Vater Dieter herauszuholen, was dem Tabellenführer am Sonntag helfen kann. Auf der anderen Seite versucht Trainer Dieter Hecking seinerseits, alles aus der Mannschaft herauszuholen - und dabei setzt er auf Konstanz. Zumindest stellte er heute im Training wieder so auf, wie zuletzt in Fürth. Daniel Heuer Fernandes im Tor, davor Josha Vagnoman, Timo Letschert, Jordan Beyer und Tim Leibold erneut in der Viererkette. Im Angriff stünden Jairo, Joel Pohjanpalo und Bakery Jatta auf dem Platz. Wobei Hecking hier während des Trainings eine Änderung vornahm und Lukas Hinterseer anstelle Pohjanpalos in der Sturmspitze spielen ließ. Soll heißen: Auch im Mittelfeldzentrum setzt der HSV-Trainer erneut auf sein Dreigestirn Fein/Dudziak/Hunt, das in Fürth nicht gut funktioniert hat. Sage ich. Der Trainer und viele andere sahen das anders. Ganz offensichtlich.

Bitte genau so weiter, HSV...!

Er hat ja nicht Unrecht. Wirklich nicht. Wenn Trainer Dieter Hecking das Schwarzweiß-Denken in Hamburg thematisiert, ist das mit Sicherheit sinnhaft. Mit der übertriebenen Häufigkeit dieser Kritik will Hecking die Erwartungshaltung in Hamburg realistischer gestalten. Und ich für meinen Teil würde behaupten: Mission erfüllt. Der HSV ist für mich inzwischen ein Zweitligist, der das realistische Ziel Wiederaufstieg verfolgt. Und in den Bewertungen der Spiele kann ich für meine Hamburger Kollegen und mich behaupten, dass wir das auch auf genau dieser Basis bewerten. Soll heißen: Auch ein knapper Sieg gegen Dynamo Dresden kann gut sein. Denn auch wenn ein Tabellen-17. der Zweiten Liga dem HSV im eigenen Stadion alles abverlangt, heißt das längst nicht mehr, dass der HSV unter seinen Möglichkeiten geblieben ist. Das Kurioseste an dem Ganzen: Diese Erwartungshaltung kommt tatsächlich eher von denen, die Heckings Kritik an der Berichterstattung bejubeln und davon sprechen, dass der HSV endlich einen Trainer hat, „der es der Presse mal so richtig zeigt“.

Aller guten Dinge sind drei - HSV siegt 2:1 in der Nachspielzeit

Aller guten Dinge sind drei – selten passte dieses Sprichwort so gut auf ein HSV-Spiel wie heute.  Denn erst im dritten Versuch schaffte es der HSV, regulär den Siegtreffer zu erzielen. Und obgleich dieser Treffer erst in der vierten Minute der Nachspielzeit fiel, war der Sieg letztlich absolut verdient. Hart für die im Abstiegskampf steckenden Dresdner (Dresdens Coach Fièl: „Sehr bitter, wie wir das Spiel am Ende verlieren“)– gut für den HSV, der durch das parallele 1:1 der Bielefelder gegen Sandhausen wieder die Tabellenführung übernahm.

Bilanz fällt besser aus als erwartet

Im Laufe dieser Woche wird die Bilanz veröffentlicht. Und damit ist nicht das sportliche Abschneiden, sondern nackte Zahlen gemeint. Die Finanzen werden Thema sein, oder besser gesagt: Sie sind es schon. Vorstandsboss Bernd Hoffmann hat im Hamburger Abendblatt den Anfang gemacht und die Zahlen vorab gelobt. „Der Veranstalter lobt die eigene Veranstaltung“ hätte meine Mutter jetzt gesagt - und sie hätte zunächst einmal Recht. Denn Hoffmann kann ja schon aus seiner Position als AG-Verantwortlicher nicht das eigene Ergebnis zerpflücken.

„Heidenheim ist die schwerste Aufgabe, die es aktuell gibt“

99 Tage in Folge ist der HSV nun (Stand 12.02.2019) Tabellenführer. Und das seit gestern auch wieder mit sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz drei. Auf den Tabellenzweiten, den 1. FC Köln, sind es ebenfalls vier Punkte. Allerdings haben die Kölner am 27. Februar noch ein Nachholspiel gegen Erzgebirge Aue, das sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch für sich entscheiden werden. Ergo: Ein Punkt Vorsprung auf Köln, das ist dünn. Aber der erste Platz min der Tabelle wäre für mich am Ende eher nebensächlich, solange sich der HSV und Köln die beiden ersten Plätze irgendwie aufteilen und damit direkt aufsteigen. Und ich bin  mir sicher, das wird den allermeisten ähnlich gehen. „Wir wissen, dass das noch ein sehr weiter Weg für uns wird“, so Trainer Hannes Wolf heute. Wobei, heute? Nein, eigentlich ist das bei Wolf ja nicht nur heute so, sondern immer. Immer wieder aufs Neue warnt er vor falscher Zufriedenheit, da er befürchtet, irgendwann könnte irgendwer die Überlegenheit des HSV als selbstverständlich nehmen und dadurch unnötig Fehler machen.

1:0-Sieg gegen Dynamo - Torwartfehler bricht den Bann

Knapp 7000 Fans aus Dresden heizten im Volksparkstadion ein, wie es Auswärtsfans in Hamburg in den letzten Jahren nur sehr wenige geschafft hatten. Sie verwandelten das  mit 46.924 Zuschauern gut besuchte Volksparkstadion im direkten Fan-Duell mit den nicht minder lauten Hamburgern in einen Hexenkessel, der Erstligareif war. Und auch das Spiel, das der HSV am Ende dank eines Torwartfehlers der Dresdner knapp mit 1:0 für sich entscheiden konnte, begann gut. Siegtotrschütze Lewis Holtby nach dem Spiel: "Es war ein Arbeitssieg. Ich bin froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Dresden hat im 5-4-1 agiert und stand sehr tief. Wir waren sehr geduldig, hatten einen hohen Ballbesitz-Anteil und haben den Gegner letztendlich müde gespielt. Lange hat der entscheidende Pass gefehlt, aber am Ende hatte ich das Glück auf meiner Seite. Es geht nur um die Punkte, nicht um einen Schönheitswettbewerb."

Wolf warnt vor Euphorie: "In der Liga zwei von drei Spielen verloren!"

„Ich dachte, es kommen nur so viele, wenn wir verloren haben“, scherzte Hannes Wolf heute, sichtlich gut gelaunt. Er wusste, dass das Spiel gegen Nürnberg neben dem Weiterkommen und den Mehreinnahmen sehr viele positive Aspekte hatte.

Darf Hwang von Beginn an ran?

Und los geht es. Endlich wieder Livefußball mit dem HSV. Und dann auch noch im eigenen Stadion. Heidenheim kommt - und der HSV rechnet am morgigen Sonnabend (13 Uhr) mit rund 46.000 Zuschauern, die erleben wollen, wie der HSV seinen dritten Saisonsieg einfährt. „Es wird ein schweres Spiel“, warnt Titz wie immer vor dem kommenden Gegner, der am letzten Spieltag seine erste Saisonniederlage (0:1 gegen Darmstadt) hinnehmen musste und dementsprechend auf Wiedergutmachung pocht.

Stresstest - fünf Spiele in 16 Tagen

Dass es kein Vorteil sein würde, war klar. Jetzt wurde das Nachholspiel gegen Dresden terminiert. Am Dienstag den 18. September geht es um 18.30 Uhr auswärts um die drei Punkte, die man eigentlich schon am vergangenen Wochenende ausgespielt haben wollte, sich aber dem Sicherheitsrisiko der verschiedenen politischen Demos beugen musste. Das bedeutet, der HSV muss nach der Länderspielpause fünf Spiele in 16 Tagen absolvieren. Darunter auch das Stadtderby gegen den FC St. Pauli am 30. September im Volksparkstadion. Die Englischen Wochen im Überblick:

Titz: Dresden wird ein heißer Ritt!

Zwei Tage vor dem Spiel ist es immer das selbe Prozedere: Der HSV trainiert nicht öffentlich und wir stehen am Rand mit ein paar wenigen Zuschauern, um zu sehen, welche erste Elf der Trainer vorhat, im kommenden Spiel auf das Feld zu schicken. Meistens sind auch immer erste deutliche Indizien zu erkennen. Heute leider nicht. Trainer Christian Titz mischte die beiden Mannschaften im Abschlussspiel munter durch. Konstant im A-Team spielten nur Julian Pollersbeck, Rick van Drongelen, Douglas Santos – und Matti Steinmann.

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