Marcus Scholz

9. November 2018

Es wird wenig Überraschungen geben, wenn man das heutige Abschlusstraining als Indiz nimmt. Denn in der vermeintlichen A-Elf gab es gegenüber de, Köln-Sieg keine einzige Umstellung. Pollersbeck - Sakai, Lacroix, van Drongelen, Santos - Mangala - Narey, Holtby, Hunt, Arp - Lasogga. Soll heißen, Leo Lacroix agierte erneut neben Rick van Drongelen in der Innenverteidigung, während Jann Fiete Arp erneut auf der linken Außenbahn spielte. Lacroix erhält offenbar den Vorzug vor dem wieder spielberechtigten David Bates und kann damit aktiv dabei helfen, sich seine Zukunft beim HSV zu sichern. Denn wie Lacroix selbst sagte, ist in seinem Leihvertrag fest verankert, dass der HSV ihn verpflichten muss, sollte man am Ende der Saison aufsteigen. „Ich bin ausgeliehen, aber im Falle des Aufstiegs wird die Kaufoption verpflichtend. Ich bin komplett im Projekt Hamburg involviert“, verriet der Innenverteidiger gegenüber dem Portal „fussballtransfers“.

Und wie zuvor schon Bates in der „Daily Mail“ legt jetzt Lacroix nach und schwärmt in den höchsten Tönen vom HSV. „Es ist eine tolle Erfahrung. Am Anfang war es schwierig, weil ich keine richtige Vorbereitung mitmachen konnte. Jetzt funktioniert aber alles bestens und ich fühle mich gut. Die Mannschaft ist jung, sie verfügt über Qualität, der Zusammenhalt ist da, wir sind Tabellenführer. Wir müssen so weitermachen, denn wir kennen unser Ziel.“ Auch ansonsten fühlt er sich in Hamburg absolut wohl: „Die Stadt ist wunderschön, der Klub perfekt strukturiert. Wenn du ein Heimspiel hast, sind über 50.000 Leute da. Die Fans stehen hinter uns, sodass wir leichter wieder zurück in die Spur finden können. Die Atmosphäre ist großartig, auch wenn es einiges an öffentlichem Druck gibt.“

Morgen wird er im Erzgebirgsstadion in Aue auf maximal 16000 Fans treffen, knapp 2000 davon aus Hamburg. Eine andere Atmosphäre, vor der Trainer Hannes Wolf (indirekt) warnt. Man habe ein mindestens so schweres Spiel zu erwarten wie zuletzt gegen den 1. FC Köln, so der Cheftrainer, der im Abschlusstraining heute auf verkürztem Feld mit elf gegen elf trainieren ließ und das Spiel immer wieder für Standards unterbrach. Offensiv wie defensiv mussten sich beide Teams immer wieder per Standardsituation duellieren. Im A-Team waren, wie eben gesagt, genau die Spieler, die zuletzt auch gegen den 1. FC Köln begonnen hatten. „Ich kann natürlich nichts verraten“, so Wolf zum Thema Startelf/Kader, „aber ihr wisst es doch eh schon alle.“ Stimmt. Zumindest dann, wenn so gespielt wie trainiert wird. Und danach sieht es aus.

Wolf legte heute im Training zudem vermehrt Wert auf schnelles Kombinationsspiel, auf das Kreieren von Torchancen auf engem Raum. Wolf wies zudem daraufhin, dass Aue mit einer massiven Defensive arbeitet, im Defensivbereich auf eine Fünferkette setzt. Soll heißen: Viel Raum werden die Offensivspieler des HSV nicht bekommen - was wiederum zwei Theorien nahelegt. Erstens, dass es morgen massiv auf genaues Passspiel ankommen wird. Und zweitens, dass es eigentlich ein Spiel wie gemalt für „Strafraumstürmer“ Pierre Michel Lasogga werden könnte, wenn seine Mitspieler den Pass in den Sechzehner suchen. Mit Arp über links, wobei ich mir sich vorstellen könnte, dass der HSV angesichts der zu erwartenden Fünferkette der Auer auf zwei Stürmer umstellt.

Aues Trainer hatte auf der Pressekonferenz bereits angedeutet, dass es für den HSV nur wenig Raum geben wird und dass es weh tun könnte. Aber seht und hört selbst: 

Nicht mit nach Aue gereist ist Hee-chan Hwang. Der Südkoreaner laboriert weiterhin an muskulären Problemen. Gestern musste er das Training vorzeitig beenden, heute stand er gar nicht erst auf dem Platz. Und morgen in Aue ist er nicht einmal im Kader. Ob Hwang dennoch zur Nationalmannschaft reisen wird ist noch unklar. Der HSV hat über Sportvorstand Ralf Becker aber bereits Kontakt aufgenommen, um den Spieler hier zu behalten und hier wieder aufbauen zu können. Vor allem würde man Hwang damit Reisestrapazen (er spielt gegen Australien und Usbekistan) ersparen, die den Heilungsverlauf ebenfalls negativ beeinflussen könnten. Ebenfalls ausfallen werden für morgen Matti Steinmann (Adduktoren) und Vasilije Janjicic nach seinem gerade erst ausgeheilten Infekt.

In diesem Sinne, ich melde mich morgen nach dem Spiel wieder bei Euch und wünsche Euch noch einen schönen Freitagabend!

Scholle

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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