Marcus Scholz

3. März 2019

 

Personell ist eigentlich alles klar. Auch der Rückkehr von Fiete Arp scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Oder besser gesagt seiner Reservistenrolle morgen Abend (20.30 Uhr, Volksparkstadion) gegen die SpVgg Greuther Fürth, denn die Startelf scheint festzustehen. Pollersbeck - Narey, Bates, van Drongelen, Santos - Sakai - Hwang, Holtby, Hunt, Jatta - Lasogga  - so hatte der Trainer eigentlich die ganze Woche über seine A-Elf trainieren lassen. Und er wird davon aller Voraussicht nach auch morgen Abend nicht von abrücken. Womit ich den Blog für heute an sich schon wieder abschließen könnte - das aber natürlich nicht mache. Denn zwei zuletzt hier beschriebene Themen scheinen bei einigen für Diskussionsbedarf gesorgt zu haben: Alex Meier und Gotoku Sakai.

Letztgenannter wird gegen Fürth auf der Sechs die beiden gesperrten Vasilije Janjicic und vor allem Leistungsträger Orel Mangala ersetzen. Ob  der Trainer davon eine Beeinträchtigung des eigenen Spiels erwarte, wurde er heute gefragt, oder ob es einfach ein Eins-zu-Eins-Tausch würde. Hannes Wolf versuchte sich moderat und beantwortete die Frage mit Komplimenten in Richtung Sakai. „Er ist ein absoluter Leistungsträger und ich bin froh, dass ich nach so vielen Ausfällen so einen Spieler zur Verfügung habe“, sagte der HSV-Trainer und sprach damit genau das aus, was ich auch geschrieben hatte. Denn: Nach zwei Ausfällen einen dritten Spieler für diese Position mit der Qualität Sakais zu haben, das ist ein Luxus, den in dieser Liga kaum eine andere Mannschaft hat. Die Betonung liegt hierbei auch auf „in dieser Liga“ - denn diese Relation ging/geht hier vielen in dieser Diskussion verloren.

Was ich meine? Ganz einfach: Wir dürfen bei der Einordnung von Leistungsstarken nicht die Aufstiegsränge der Zweiten Liga mit den Plätzen 1 bis 15 der Ersten Bundesliga vermischen. Denn dazwischen liegt noch einmal ein ganzes Stück, wie der letztjährigen Erstligaaufsteiger 1. FC Nürnberg in der Bundesliga gerade beweist. Deshalb sehe ich die Argumentation „okay, hier reicht es vielleicht für ganz oben, aber für die Erste Liga ist das zu wenig“ als eine Tatsachenbeschreibung an, die ebenso normal wie allen Verantwortlichen sehr wohl bewusst ist. Denn niemand beim HSV hat auch nur im Ansatz vor, mit dieser Mannschaft aufzusteigen und dann unverändert die neue Saison spielen zu wollen.

Und das gilt auch für die Personalie Alex Meier, dessen Nicht-Verpflichtung dem einen oder anderen angesichts seiner Torquote aktuell vielleicht wehtut. Auch ich behaupte, dass dem HSV ein derart kühler, außergewöhnlich effektiver Knipser geholfen hätte. Wohlgemerkt als Nachjustierung einer Fehleinschätzung des Sommers, wo man (auch ich) glaubte, mit Lasogga, Arp und Hwang ausreichend gut aufgestellt zu sein. Soll heißen, Meier wäre für mich nur von jetzt bis Saisonende interessant gewesen, nicht darüber hinaus. Denn darüber hinaus muss der HSV seinen eingeschlagenen Weg über junge Spieler mit Potenzial weitergehen.

Dieser Weg ist angesichts der weiterhin sehr schwierigen Finanzen ohne irgendein Wunder alternativlos. Und das in beiden Ligen. Und um das hier abschließend auch noch mal klarzustellen und festzuhalten: Ich sehe in ALLEN Mannschaftsteilen (sollte Pollersbeck gehalten werden können, wäre er sicher eine gute Nummer eins) zwingend Nachbesserungsbedarf für den Fall des Aufstieges. So schwierig das ohne finanzielle Mittel auch sein wird, auch das ist alternativlos. Und damit meine ich Spieler, die jung und mit großen Potenzial ausgestattet sind. Also nicht 36 Jahre alte Routiniers wie Meier.

Einer, der sich mit dieser Problematik (offiziell) noch so gar nicht beschäftigen will ist Hannes Wolf. Der Trainer wurde und wird nicht müde, zu betonen, wie wichtig das nächste Spiel ist. Selbst dann, wenn das übernächste Spiel das Stadtderby ist. Wolf mag für den einen oder anderen langweilig vernünftig rüberkommen, aber er meint das, was er sagt. Wolf ist weit davon entfernt, die Situation zu unterschätzen bzw. die eigene Leistungsstärke zu überschätzen. Nicht umsonst mahnt er seit Amtsantritt davor, dass jeder Gegner in der Lage sei, dem HSV Probleme zu bereiten. Auch jetzt Greuther Fürth. Die hätten durch den Trainerwechsel so einiges umgestellt und würden deutlich mutiger agieren als zuvor. Aber seht und hört selbst:

Pressekonferenz mit HSV-Trainer Hannes Wolf vor dem Heimspiel gegen Fürth

Zum Schluss noch mal der Hinweis, dass wir uns morgen früh wieder um 7.30 Uhr mit dem MorningCall (um auf die Seite zu kommen, klickt hier) bei Euch melden, ehe ich mich nach dem Spiel mit dem Blog sowie natürlich etwas später auch mit dem Blitzfazit bei Euch melden werde. Und, nicht minder interessant: Am Dienstag nach dem Fürth-Spiel haben wir den Sportvorstand Ralf Becker im Rautenperle-Talk, den Ihr am Dienstagabend zur gewohnten Zeit um 20 Uhr auf unserem Kanal sehen könnt. Dann hoffentlich mit dem erfreulichen Thema eines Heimsieges im Rücken. Denn der wird angesichts der Ergebnisse dieses Wochenendes extrem wichtig sein. Denn nachdem Union Berlin und der FC St. Pauli ihre Spiele gewinnen konnten, legte der 1.FC Köln heute mit einem 2:1-Sieg in Ingolstadt ebenfalls vor. Und so sieht es vor dem Spiel gegen Fürth in der Tabelle aus:

In diesem Sinne, bis morgen!

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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