Marcus Scholz

12. Oktober 2018

Es ist Länderspielpause - und wir haben einen Grund zum Feiern. Wir alle zusammen wohlgemerkt. Denn wir feiern unseren ersten Geburtstag. Am Sonntag vor einem Jahr, am 14. Oktober 2017, wurde die Rautenperle aus der Traufe gehoben. Feierlich eröffnet mit knapp 50 Blog-Usern, die (soweit ich weiß) auch heute noch alle aktiv dabei sind. Sie zusammen mit vielen neuen Userinnen und Usern, die täglich dazukommen. Und wenn man schon mal Geburtstag hat, dann darf man sich auch mal was wünschen - haben wir uns zumindest so gedacht. Den Wunsch, gemeinsam darauf anzustoßen, werden wir uns im Team morgen Abend schon erfüllen. Wir feiern ein wenig rein. Und damit fühlen wir uns für den Moment absolut ausreichend bedient. Den Rest überlassen wir daher Euch. Soll heißen: Wir bitten Euch heute, Eure Wünsche aufzuschreiben. Ob es am Ende nette Glückwünsche sind, redaktionelle Wünsche, oder einfach Wünsche an den HSV - wir überlassen es Euch. Ich werde aber zusehen, dass ich am Abend alle Wünsche noch einmal in Blogform zusammentrage. Kurz ergänzt mit dem Tagesaktuellen wird es also morgen einen Blog geben, den Ihr geschrieben habt. Sollte jemand mehr schrieben wollen, vielleicht sogar einen ganzen Blog, schickt ihn mixpersönlich zu an marcus.scholz@rautenperle.com. Wobei, bevor Ihr hier loslegt, haben wir dann doch ein paar kleinere Wünsche. Ich schreibe sie einfach mal auf…:

 

  1. Die Langzeitverletzten beim HSV mögen bitte möglichst schnell und  vollständig gesund zurückkehren.  
  2. Der HSV möge bitte wieder in die Erste Liga aufsteigen. Denn bei allem Respekt vor Heidenheim, Bochum und Co.: Es ist doch noch etwas schöner da oben…  
  3. Der HSV möge dafür wiederum endlich einmal die Geduld aufbringen, einen neuen Weg bis zum Ende zu gehen. Dieser Verein braucht diesen Neuanfang - wirtschaftlich wie in der Wahrnehmung nach außen. Es wäre ein Traum, wenn aus der finanziellen Not heraus eine Tugend gemacht wird und dieser HSV tatsächlich über fundierte Arbeit zum Erfolg zurückfindet. Daraus könnte tatsächlich das entstehen, was man hier seit Jahrzehnten vermisst: Ein Verein mit einer klaren, gesunden Philosophie. Das könnte bam Ende auch zu einer engeren Verein/Fan-Bindung führen. Denn der gemeine Fan verzeiht eher zehn Niederlagen mit Mut zum eigenen Talent und zum eigenen Weg, als eine einzige Niederlage mit überbezahlten Gehaltsmillionären, die uninspiriert wirken.  
  4. Wirtschaftliche Stabilität: Eine Abnabelung von Klaus Michael Kühnes Millionenspritzen (reines Sponsoring ausgenommen) ist lobenswert - sofern sie realistisch umsetzbar ist. Dafür andere Investmentmodelle aufzurufen, die die HSV AG in eine andere Abhängigkeit bringen, sind widersinnig und auszuschließen. Hierzu ein Schreiben, das derzeit beim HSV kursiert:  
  5. Ich wünsche mir, dass der HSV mit der Mannschaft die ersten, sehr sympathischen Schritte auf die Fans zu auch weitergeht. Die aktuelle Nähe von Mannschaft zu Fans ist erfrischend. Vor allem ist sie das letzte große Pfund dieses HSV. Glücklicherweise ein außergewöhnlich großes Pfund, wie die aktuellen Besucherzahlen (trotz der horrenden Preise) verdeutlichen.  
  6. Ich wünsche mir, dass der HSV seinen Weg in der Jugendarbeit weitergeht und sich nicht von den Zahlen schockieren lässt, mit denen aktuell der Eindruck erweckt wird, der HSV würde mehr Geld verbrennen als sinnvoll einsetzen. Acht Millionen Euro in die Jugendarbeit zu stecken ist viel, wenn Schalke beispielsweise „nur“ sechs Millionen Euro in die eigene Jugend steckt. Klar. Aber es ist entscheidend, dabei auch die richtige Legende anzugeben. Beispiel: Schalke hat eine zweite Mannschaft in der Oberliga, also dort, wo beispielsweise meine Niendorfer spielen. Der HSV indes ist mit seiner zweiten Mannschaft (der U21) in der Regionalliga und hat allein dadurch schon einen gut fünfmal so hohen Etat für diese eine Mannschaft. Und ehrlich gesagt bin ich beim HSV noch immer davon überzeugt, dass man lieber einen Euro zu viel in die Nachwuchsarbeit steckt, als dass man es überteuerten Profis und dessen Beratern in die Taschen steckt. Kurzum: Ich hoffe, dass sich der HSV endgültig als Ausbildungsverein versteht und dementsprechend konsequent diesen einen Weg geht. Noch viel intensiver als in den letzten Jahren. Ansonsten verzettelt man sich wieder in überteure, unerfüllbare Träumereien, deren Folgen unbezahlbar sein werden. Und wenn man irgendwann in unabsehbaren Jahren in der Lage sein sollte, über die dann aktuellen Messis, Ronaldos und Co. nachdenken zu können, dann werden wir sagen können, dass man 2018 den richtigen Weg eingeschlagen hat.

 

Aber okay, das nur als Anriss. Mir würden noch 100 Wünsche mehr einfallen. Aber bevor wir alle Wünsche rund um den HSV an eben selbigen vergeben, noch ein interner Rautenperle-Wunsch: Wir wünschen uns für Euch und für uns alle hier, dass die vorherrschende Diskussionskultur weiterhin so hoch gehalten wird. Trotz immer wiederkehrender Ausnahmen, herrscht hier inzwischen ein sehr angenehmer, oft auch konstruktiver Umgangston. Auch uns Blogbetreibern gegenüber. Die dabei geäußerten Meinungen werden inzwischen auch außen sehr wohl wahr- und ernstgenommen. Ein Verdienst, den wir feiern werden - den wir aber vor allem auch als Maßstab und Motivation für die nächsten Rautenperle-Jahre nehmen werden. Versprochen.

In diesem Sinne werde ich jetzt wieder einen Topkommentar verfassen, unter dem Ihr Eurer Fantasie freien Lauf lassen könnt. Ich sammle bis morgen Abend alles und integriere es dann in einem Beitrag in den aktuellen Tagesblog.

Bis dahin!

Scholle

PARTNER VON

Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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