Marcus Scholz

12. April 2018

Das sind die Trainingseinheiten, die am allermeisten Spaß machen bzw., die mir am meisten Spaß gemacht haben. Alles in Spielform, mit Ausnahme des kurzen Warmmachprogrammes wurde Fußball gespielt. Also das, was Trainer Christian Titz auch am Sonnabend beim Spiel gegen die TSG Hoffenheim sehen will. Ballbesitz, Kombinationsfußball mit einem Torwart als ersten Anspielpunkt und schnelles Spiel in die Spitze mit Torabschluss. Zunächst mit einer vorgegebenen Anzahl von Ballkontakten, später komplett frei. Und insbesondere in dem letzten Spiel wurde erkennbar, wie Titz spielen lassen will: Mit Gideon Jung für den gesperrten Kyriakos Papadopoulos. Ansonsten mit der identischen Startelf des Schalke-Sieges und eben jener der Taktik.

Auch mit Tatsuya Ito, der heute wieder ins Training einsteigen konnte und nach der Prellung offensichtlich keine Probleme mehr hat. Insofern deutet sehr viel daraufhin, dass der HSV in Hoffenheim wie folgt beginnt: Pollersbeck – Sakai, Jung, van Drongelen, Santos – Steinmann – Ito, Holtby, Waldschmidt, Kostic – Hunt. Mehr noch: Auf der Pressekonferenz wurde der neue HSV-Trainer auch zu seiner Hierarchie im Team befragt und antwortete, dass er in Jung, Steinmann und Holtby auch verbal seine Führungsspieler ausgemacht habe (s. Video), was mich sofort zu der Frage kommen lässt: Was passiert am kommenden Wochenende, wenn Papadopoulos, der heute wieder ins individuelle Training einstieg, auch wieder dabei ist. Muss van Drongelen dann für den Griechen weichen? Oder baut Titz sein System dann auf Dreierkette um? Denn dass er Jung draußen lässt erscheint ebenso unwahrscheinlich wie eine Herausnahme von Papadopoulos. Und van Drongelen hat mir gerade in den letzten Trainingswochen sowie auch am Wochenende gegen Schalke sehr gut gefallen. Egal wie, es wäre ja tatsächlich mal ein Luxusproblem für den Trainer.

Ansonsten gibt es tatsächlich nicht viel Neues. Die Personalie Titz/Kiel – die übrigens nicht ich ins Leben gerufen habe, sondern meine Kollegen von der BILD - ist alles andere als heiß, wie ich Euch gestern schon geschrieben habe. Und das weiß ich von einem Entscheidungsträger der Kieler. Vielmehr hat der HSV bei Titz alle Trümpfe in der Hand. Sollte die HSV-Führung an Titz festhalten wollen, würde dieser bleiben und lieber gestern als morgen seinen neuen Vertrag unterschreiben. Anders ist das bei Fiete Arp, dem verschiedene Angebote vorliegen. Unter anderem auch erneut eines vom FC Bayern München, über das sich jeder Fußballer auf diesem Planeten Gedanken machen würde. Zumal dann, wenn der Herzensklub sportlich schwer angeschlagen ist und man selbst als derartiges Toptalent noch am Anfang seiner tollen Karriere steht. Womit ich zu dem Punkt komme, den ich nicht nachvollziehen kann. Ich habe sogar kurz überlegt, ob derlei Kommentare hier tragbar sind, wenn einem Fiete Arp vorgeworfen wird, er sei ein Söldner der „sich verpissen“ solle.

Mehr daneben liegen kann man gar nicht!

Denn wäre dem so, wäre Arp schon lange irgendwo unter Vertrag und hätte allein mit dem Handgeld für seine Zusage finanziell für den Rest seines Lebens ausgesorgt. Hat er aber nicht! Stattdessen freut sich Arp noch immer über ein Trainingstor so wie andere Profis über das entscheidende Tor im Champions-League-Finale. Arp gibt in jedem Training, das er trotz des Abi-Stresses mitnehmen kann, Vollgas. Ohne Ausnahme. Er hat in den letzten Wochen sportlich Probleme gehabt, zweifelsohne. Aber wenn Ihr Euch mal das Video von 1887VDV23 anseht, wie Arp abgeht, als Holtby zur Führung gegen Schalke trifft, dann wisst Ihr, wie dieser Junge wirklich tickt. Immer. Denn Arp hat genau das, was wir hier immer wieder vermissen: echtes Herzblut für den HSV. Er ist vielleicht noch jugendlich-naiv in einigen Dingen – aber er ist auch erst 18 Jahre jung!! Mehr noch: Genau das mag ich an ihm. Denn Arp ist ehrlich. Er ist HSV-Fan und Spieler in einem. Und er würde sich nichts mehr wünschen, als hier beim HSV die besten sportlichen Entwicklungsmöglichkeiten zu haben, damit er auch aus karrieretechnischen Gründen hier bleiben könnte. Aber dem ist nun mal aktuell nicht so.

 

Deshalb: Wenn Ihr irgendwem den Wechsel von Arp vorwerfen wollt, fangt bei den Vereinsführungen und Trainern der letzten acht Jahre an, aber ganz sicher nicht bei dem Jungen.

 

Pressekonferenz mit Julian Nagelsmann vor dem Spiel gegen den HSV

 

Ansonsten gibt es auch erste positive Nachrichten von der Transferfront, denn der HSV hat seinen ersten Neuen für die kommende Saison unter Dach und Fach gebracht. Wie der HSV heute mitteilte, wechselt der schottische Verteidiger David Bates von den Glasgow Rangers zum HSV. Der 1,93 Meter große Innenverteidiger unterschrieb heute einen Vertrag bis 2022. „David bringt in der Kombination aus Körpergröße, Geschwindigkeit, Mentalität und Verantwortlichkeit Merkmale für die Defensive mit, die dem HSV sicher guttun werden. Er ist ein bodenständiger Typ, der seine Karriere aktiv entwickeln und dafür hart arbeiten will“, so Chefscout Johannes Spors.

Herzlich Willkommen! Anbei ein kurzes Video mit dem Neuen in Hamburg:

will ich es dabei belassen und stelle Euch hier neben dem (wie immer) sehr gelungenen Stimmungsmacher von 1887VDV23 auch die Videos der Pressekonferenzen in Hamburg sowie von der TSG Hoffenheim mit Julian Nagelsmann ein. Zudem hat mein Praktikant Jan-Paul Siegesmund wieder einen Zusammenschnitt des Trainings gemacht, den ich Euch nicht vorenthalten möchte. Und auch hier nur noch mal für alle Nörgler: In diesem Video sind keine taktischen Geheimnisse zu erkennen, die Hoffenheim helfen und das HSV-Spiel am Sonnabend schwächen könnten.

 

In diesem Sinne, bis morgen! Da wird wieder unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert, ehe es nach Sinsheim geht. Bis dahin!!

Scholle

Partner von

Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

Kategorien