Marcus Scholz

5. Juni 2018

Tage wie heute sind eigentlich wunderbar dafür geeignet, Dinge in eigener Sache zu formulieren. Und deshalb werde ich das auch gleich machen. Allerdings vorweg noch zwei Dinge: Zum Einen, dass, wie hier am Wochenende schon angekündigt, jetzt die Unterschrift unter dem Vertrag von Josha Vagnoman tatsächlich getrocknet ist. Der umworbene U18-Nationalpsieler unterschrieb in Hamburg einen Vertrag bis 2021. Und sollte alles so kommen, wie Sportvorstand Ralf Becker es derzeit suggeriert, dann könnte Vagnoman in der kommenden Saison zusammen mit Pierre-Michel Lasogga auflaufen. „Er ist ein absoluter Torjäger, mit seiner Qualität könnte er uns in der Zweiten Liga richtig guttun. Natürlich nimmt man da Kontakt auf, um darüber zu sprechen. Fakt ist: Der Spieler hat beim HSV einen Vertrag und wir können uns sehr gut vorstellen, auch mit ihm zu arbeiten“, so Becker gegenüber „Sky“.

Und wie gestern bereits geschrieben, angesichts des für die Zweite Liga völlig utopischen Jahresgehaltes von 3,5 Millionen Euro im Jahr kann ich mir eine normale Rückkehr des bulligen Angreifers nicht vorstellen. Vielmehr sehe ich die netten Worte Beckers in Richtung Lasogga als den Versuch an, ihn anderen schmackhaft zu machen. Bei angepeilten 33 Millionen Euro Personalkosten in der zweiten Liga würde schon jeder zehnte Euro an Lasogga ausgezahlt werden müssen. Für mich völlig unvorstellbar. So sehr ich auch davon überzeugt bin, dass Lasogga in der Zweiten Liga helfen könnte.

Helfen könnte nur ein externer Finanzier Lasoggas. Und da Becker und Titz derzeit ebenso wie Vorstandsboss Bernd Hoffmann zu Klaus Michale Kühne Kontakt pflegen, ist es nicht auszuschließen, dass man sich darauf verständigt, Lasogga das eine Jahr mitzunehmen, sofern Kühne mitfinanziert. Denn Fakt ist: Aktuell gibt es für Lasogga keinen Abnehmer. Auch nicht aus England, wo er zuletzt in der zweiten Liga für Leeds aufgelaufen ist. Und es gilt als ausgeschlossen, dass irgendein Verein auf diesem Planeten dieses Mondgehalt zahlen würde. Geschweige denn zusätzlich noch eine Ablösesumme bezahlen, was gleichbedeutend mit einem Geldzuschuss ist, den man leisten müsste, um Lasogga woanders unterzubringen.

Anbei der Sommerfahrplan des HSV:

Wobei man hier klar festhalten muss, dass weder der aktuelle Vorstandsvorsitzende, noch der Sportvorstand und auch nicht das Trainerteam verantwortlich dafür sind. Im Gegenteil: Sie treten nur das schwere Erbe ihrer Vorgänger an. Dietmar Beiersdorfer hatte diesen unfassbaren Vertrag einst ausgehandelt, der den HSV-Etat noch bis Ende Juni 2019 belastet. Was also tun?

Genau das, was Becker macht. Becker macht, was er machen kann: sich mit dem Unabänderlichen arrangieren und es versuchen, offensiv anzugehen. Soll heißen: Allen klar machen, dass diese Personalie keinen Notfall sondern eher einen Glücksfall darstellt. Nur so bewahrt man sich überhaupt die Chance, Lasogga entweder angemessen loszuwerden, oder ihn hier als gewollten Spieler ungeschwächt einzubauen. „Wir haben erste Gespräche geführt, aber wir haben noch nicht im Detail alles durchgearbeitet. Das wird man in den nächsten Tagen und Wochen sehen. Er hat sportlich eine wahnsinnige Qualität und daher ist es mir wichtig, mich intensiv darum zu kümmern und zu bemühen“, sagte Becker, der nach dem klärenden Gespräch weiterhin auf eine klare Reaktion von Bernhard Peters wartet.

Aber bevor ich hier Spekulationen anheize, komme ich zum oben angekündigten „in eigener Sache“. Wir schreiben hier jetzt seit einigen Tagen unter unserem neuen Relaunch. Heute Vormittag haben wir uns zum Frühstück mit einigen Blog-Usern getroffen, um die Reaktionen und Denkanstöße aufzunehmen. Unter anderem kam dabei heraus, dass vielen noch gar nicht wirklich klar ist, dass sie beleidigende oder einfach aus verschiedenen Gründen unerwünschte Kommentatoren für sich ausblenden können. Soll heißen: Wenn unter Eurem Kommentar jemand beleidigend antwortet, könnt ihr ihn ganz einfach ausblenden/löschen, indem ihr auf die Punkte rechts neben dem Kommentar klickt und auf „verbergen“ klickt.

Ebenso könnt Ihr auf dem PC beim Schreiben Eurer Kommentare das sichtbare Schreibfeld vergrößern, indem ihr mit der Maus geklickt am Rand des Kommentarbereiches zieht. Das macht das Schreiben übersichtlicher. Und das sind nur zwei Fragen gewesen von sicherlich noch einigen mehr. Und deshalb werde ich hier in bekanntem Maße am Freitag wieder in einer „Rede- und Antwort-Runde“ Eure Fragen versuchen in Gänze zu beantworten. Und zwar ganz genau genommen

am Freitag zwischen 10 und 12 Uhr

Wie das funktioniert? Ganz einfach: Ihr schreibt einen Kommentar – ich beantworte ihn so schnell es geht. Zumindest alle ernst gemeinten Fragen und Anregungen.

 

In diesem Sinne, bis morgen!

Scholle

PARTNER VON

Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

Kategorien