Marcus Scholz

15. Mai 2018

Alle versuchten, anhand derjenigen, die zum Laktattest fuhren, zu erkennen, wer gehen würde. Dabei war alles viel einfacher. Denn der HSV verabschiedete seinerseits diejenigen schon heute, die sicher gehen werden. Dennis Diekmeier, Sejad Salihovic, Andreas Hirzel, Bjarne Thoelke und Sven Schipplock werden den SV verlassen. Ihre Verträge laufen aus und werden nicht verlängert. Ebenfalls als Abgänge feststehen Mergim Mavraj und Walace, bei denen HSV-Trainer Christian Titz heute deren Rückkehr zu den Profis ausschloss. Allein sie haben noch laufende Verträge und noch keinen neuen Abnehmer, daher keine offizielle Verabschiedung. Und auch zu allen anderen Spielern nahm Trainer Christian Titz im Nachhinein Stellung und man merkte ihm an, dass er komplett in die Planungsphase abgetaucht ist. Wer kommt, wer bleibt, wer geht? Fragen, die nicht nur den Trainer in den nächsten Wochen begleiten werden – sondern auch uns hier. Deshalb eine erste Einschätzung:

Torwart:

Julian Pollersbeck soll die Nummer eins bleiben. Trotz der Gerüchte um einen England-Angebot sagt Titz: „Wir planen fest mit ihm“, und antwortet auf die Frage nach einer kolportierten Ausstiegsklausel, dass der HSV es in der Hand habe, Pollersbeck zu halten. Die Nummer zwei hinter Pollersbeck wird Tom Mickel, während die Nummer drei ein junger Nachwuchskeeper werden soll. Für Christian Mathenia bedeutet das, dass er sich einen neuen Verein suchen soll. Und das macht Mathenia auch schon seit einigen Wochen.

Abwehr:

Mavraj ist wie gesagt raus. Dafür wurde David Bates von den Glasgow Rangers als neuer Innenverteidiger verpflichtet und Stephan Ambrosius sowie Patrick Pfeiffer werden zur neuen Saison zum Kader der Zweitligamannschaft stoßen. Darauf legte sich Titz heute schon fest. Hinzu kommen mit Tobias Knost und Josha Vagnoman, dessen Unterschrift unter einen über 2019 hinaus bis 2021 datierten Profivertrag in den nächsten Tagen erwartet wird, zwei weitere Außenverteidiger, die zum letztlich 25 Mann starken Kader stoßen sollen. Sid alle sollen den Verbleibenden Rick van Drongelen, Gideon Jung und eventuell sogar Kyriakos Papadopoulos Druck machen. Wobei ich gestern bereits angedeutet hatte, dass ich eher vom Abgang des Griechen ausgehe. Zum einen, weil er nicht bezahlbar ist und von sich aus erstklassig bleiben will. Aber auch aus sportlichen Gründen. Denn Papadopoulos ist nicht der spielstarke Innenverteidiger, den Titz bevorzugt. Auf den Außenbahnen erhofft sich Titz einen verbleib von Gotoku Sakai und Douglas Santos. Wobei Sakai bleiben will, während Santos’ Verbleib ein unglaublich hartes Stück Arbeit werden dürfte. Dafür hat sich der Brasilianer zuletzt einfach zu gut angeboten.

Mittelfeld:

Hier steht der erste Zugang nahezu fest: Christoph Moritz wird aller Voraussicht nach vom 1.FC Kaiserslautern zum HSV wechseln. Der zentrale Mittelfeldspieler ist ablösefrei und ein alter Bekannter des Trainers, der Moritz früher Individualtraining gab. Zudem will Titz mit allen Mitteln versuchen, Lewis Holtby und Aaron Hunt zu halten. „Beide haben bewiesen, dass sie ein ganz wichtiger Bestandteil des Teams sind. Und Spieler mit dieser Qualität muss man erst einmal finden“, so Titz, der aber auch weiß, dass beide Spieler mit 3,4 und 3,6 Millionen Euro Jahresgage zu den Topverdienern zählen und drastische Einschnitte hinnehmen müssten, wenn sie denn bleiben. Albin Ekdal dürfte als Abgang feststehen, es sei denn, ihn will niemand. Moritz Kwarteng und Arianit Ferati sollen aus der U21 dazustoßen, während Matti Steinmann als gesetzt gilt. Vasilije Janjicic soll bleiben, während es für Walace definitiv kein Zurück mehr geben wird, wie Titz heute noch mal betonte.

Angriff:

Tatsuya Ito ist ein wesentlicher Baustein in den Zukunftsplanungen Titz’, das stellte der Trainer auch heute noch mal heraus. Dazu soll Nicolai Müller gehalten werden, sofern es finanziell machbar ist. Bei Filip Kostic scheint der Verbleib nahezu ausgeschlossen, während Titz bei Bobby Wood offenbar noch Gedanken hegt, den US-Amerikaner zu halten. Inwieweit das bei einem Jahresgehalt von drei Millionen Euro machbar ist, ist offen. Ebenso offen scheint zu sein, ob Fiete Arp kommende Saison noch in Hamburg spielt. Bei dem Youngster, den Titz gern behalten würde, könnte es tatsächlich auf einen verkauf hinauslaufen, der eine sofortige Leihe an den HSV beinhaltet. Soll heißen: Ablösesumme kassieren und den Spieler (auf Leihbasis) trotzdem hier behalten. Zudem steht mit Manuel Wintzheimer, der aus der A-Jugend des FC Bayern nach Hamburg kommt, bereits ein Neuer fest. Weder für das Mittelfeld noch für den Angriff plant der HSV mit Alen Halilovic und Pierre Michel Lasogga.

Ansonsten war heute großer Abschied am Volksparkstadion. Die Mannschaft bekommt zwei Wochen komplett frei, ehe die Spieler für die danach verbleibenden drei Wochen Sommerpause ihre individuellen Trainingspläne umsetzen. Im Laufe der Sommervorbereitung soll es dann ein Trainingslager am Anfang (voraussichtlich 22.6. – 30.6.) und ein weiteres, noch zu bestimmendes Trainingslager vom 8. – 14. Juli geben.

Das alles dann auch mit dem neuen Vorstand Sport. Am Sonntag hatte Bernd Hoffmann in aller Ruhe erklärt, dass man hier sehr optimistisch sei, diese Personalie kurzfristig zu lösen. Und wenn das stimmt, was man sich in Hamburg und inzwischen auch in Kiel erzählt, dann läuft alles auf Holsteins Direktor Sport, Ralf Becker, hinaus.

In diesem Sinne, bis morgen. Dann mit einem Gastbeitrag, auf den ich mich schon sehr freue.

Bis dahin!

Scholle

 

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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