Marcus Scholz

25. Juli 2019

Xavier Amaechi

 +++ Wir hatten hier exklusiv von dem Interesse berichtet, jetzt hat sich der HSV den englischen Nachwuchsspieler Xavier Amaechi (18) von Arsenal London gesichert. Der Flügel-Stürmer kostet nach Infos der BILD 2,5 Mio Euro Ablöse und ist HSV-Neuzugang Nummer Elf. +++ 

 

Es sah wirklich nicht gut aus, wie er da lag. Aaron Hunt krümmte sich, klopfte vor Schmerzen auf den Rasen und signalisierte bei der Erstbehandlung, dass selbst die kleinste Berührung starke Schmerzen verursachte. Mit einem dicken Eisverband wurde der Kapitän letztlich per Golfcart vorzeitig abtransportiert. Man musste Bösestes befürchten. Dachten wir. Doch es kam anders. Zum Glück. „Es tut weh, wird aber gehen“, sagte Aaron Hunt kaum 60 Minuten später und einen dicken Verband um das komplette Knie gebunden auf dem Weg zum Teammeeting im Campus. Er sei optimistisch, schon bis zum Sonntag wieder einsetzbar zu sein. Und die Diagnose am Nachmittag sollte ihn in dieser Einschätzung zumindest in Teilen stützen: Hunt hat sich bei seinem Trainingsunfall mit Ewerton heute Morgen „nur“ eine schwere Knieprellung zugezogen. Jetzt muss man die Entwicklung der Verletzung in den nächsten Tagen abwarten, heißt es. Glück im Unglück also. Keine schwere vVerletzung - aber sein Einsatz am Sonntag gegen Darmstadt 98 ist unwahrscheinlich.

Hunt hatte Glück im Unglück - fällt Sonntag aber wohl aus

Der erste Rückschlag vor dem ersten Spiel - und die Chance für Sonny Kittel, zu zeigen, dass er die Rolle des Lenkers auf dem Feld schon intus hat. Früher als erwartet - aber wer weiß, wozu das am Ende auf den Saisonverlauf betrachtet gut sein wird. Zusammen mit Dudziak und vor Fein dürfte er die erste Alternative für den Hunt-Ersatz sein. Dass er sowohl Chancen kreieren, als auch den Abschluss selbst suchen kann, hat er in den letzten Wochen schon mehrfach angedeutet. Jetzt muss er auch im Ligabetrieb zeigen, was er heute im Training bot, wo neben Kittel übrigens Jairo Samperio spielte. Eine Variante, die ich nicht als wahrscheinlich erachte. Aber wichtiger war auch, dass Kittel seine potenziell neue Rolle gut annahm - und das war der Fall.

 

Ebenfalls schon sehr gut dabei waren übrigens zwei, die in Zukunft beim HSV noch wichtige Rollen übernehmen sollen: Ewerton, der Hunt beim Foul unglücklich mit dem Knie am Knie traf. Und Timo Letschert, der sich heute bei uns vorstellte. Der Niederländer deutete in den Zweikämpfen gleich mal an, was ihn auszeichnet: Härte. Er hasst es, zu verlieren. In seiner Heimat, den Niederlanden, wird er als Skandal-Profi betitelt, weil er seine Mannschaftskollegen vom FC Utrecht in der Halbzeitpause bepöbelte. „Ich will nicht verlieren! Dafür kämpfe ich. Klar, manchmal wäre es besser, nicht zu laut zu werden, die Ruhe zu bewahren. Ich war einfach frustriert und habe mich in diesem Moment nicht im Griff gehabt. Aber es war ein schlechtes Spiel, wir lagen zur Pause mit 0:3 hinten. Da sah ich einen Grund zu Diskussionen. Und ich wollte meine Mitspieler damit aufwecken, sie motivieren, genau so zu sein wie ich. Und ich tue wirklich alles, um zu gewinnen, im Spiel - und im Training.“

Letschert - der Vikinger aus Holland untermauert seine Ansprüche

Damals ging es etwas schief - zunächst einmal wurde er suspendiert, bis er sich öffentlich entschuldigt hatte. Und seinen Ruf hat er seitdem weg. In Italien wurde der Blondschopf mit dem Rauschebart als „Vikinger“ betitelt - in Anlehnung an sein Äußeres. Dass bei Beschreibungen für ihn immer auch alles mit Kampf zu tun hat, ist kein Zufall. Letschert ist der Typ Innenverteidiger, den man braucht, wenn man Abwehrschlachten zu spielen hat. Einer, der in letzten Minuten mit seinem Kampfeswillen noch mal alle mitreißt, wenn diese müde zu werden drohen. „Ich motiviere, ich bin laut“, sagt er selbst über sich und betont, dass er neben der deutschen Sprache auch dabei sei, zu lernen, seine Ansagen richtig einzusetzen. Unabhängig von der Landessprache. „Der HSV ist ein guter Schritt für mich und meine Entwicklung“, so Letschert heute nach dem Videointerview über seinen Wechsel. Er wolle hier die Coolness entwickeln, die ihm damals noch gefehlt hat.

Der verheiratete Vater eines fast vierjährigen Sohnes macht deutlich, dass er auf dem Platz keine Freunde kennt - und er liebt es privat eher ruhig. „Ich bin ein Familientyp, gehe gern essen“, so Letschert, der an seinem ersten Trainingstag abends von Rick van Drongelen eingeladen wurde. Das war schon bei seinem ersten Aufenthalt in Hamburg vor vier Wochen fast so. „Damals hat er mich angeschrieben, als er gehört hatte, dass ich da bin. Er hat mir gesagt, ich solle mich beeilen, zum HSV zu kommen“, so Letschert heute.

 

Letschert würde spielen können - Jairo gilt als Joker

Damals habe er auch ein Gespräch mit Sportvorstand Jonas Boldt gehabt und sei schnell vom HSV überzeugt gewesen. Dennoch zögerte sich die Verpflichtung noch hinaus. Auch, weil der HSV zunächst gehofft hatte, andere Spieler abzugeben, bevor der zehnte Neue kommt. Als man sich dann mit dem abgebenden Klub Sassuolo auf eine fünfstellige Ablöse mit möglicher Prämie im Aufstiegsfall für die Italiener einigen konnte, ging es schnell. Ob er schon bereit sei, am Sonntag zu spielen? Immerhin habe er ja erst seit zwei Wochen in Italien wieder trainiert. „Wenn der Trainer es so entscheidet, klar. Ich bin bereit. Aber die Entscheidung liegt allein beim Trainer.“ Und der scheint noch auf das Duo Kyriakos Papadopoulos/Rick van Drongelen zu setzen.

Und während Letschert schon in seinem ersten Auftritt im Mannschaftstraining sportlich seine Ansprüche zu untermauern wusste, ist der HSV auf dem Außenbahnen weiter auf der Suche.  Da bei Khaled Narey die Option als Rechtsverteidiger beim Trainer eine Rolle spielt, bleiben hier nur Jatta und Kittel - wobei Letztgenannter jetzt ja Hunt ersetzen soll. Da Jairo Samperio nach einem Jahr Ausfallzeit nicht fest einzuplanen ist, gilt er indes noch als Joker. der Spanier könnte eine Bereicherung werden - aber man plant noch vorsichtig mit ihm.

HSV jagt in Englands Nachwuchsteams nach Verstärkungen

Und nachdem ich gestern geschrieben hatte, dass Außenbahnspieler gesucht werden, werden heute auch schon erste Namen gehandelt. Allesamt aus England, wobei einer davon der beim Testgegenr Huddersfield spielende Abdelhamid Sabri sein soll. Zudem sollen mit Tahiti Chang (Manchester United U23) und Xavier Amaechi (Arsenal London U23) zwei Youngster auf dem Wunschzettel des HSV stehen. Fakt aber ist, dass man intern weiter Druck verspürt, personell noch mal nachzulegen. Völlig zurecht, wie ich finde.

Ob die Namen beim HSV auf dem Zettel stehen? „Es wird derzeit viel spekuliert“, lässt sich Jonas Boldt nicht in die Karten schauen. Und ich bin mir sicher, dass in den nächsten Tagen noch andere Namen gehandelt werden. Aber ich lege mich auch fest, dass offensiv noch etwas passiert. Ebenso wie auf der Abgabeseite. Dort steht Gotoku Sakai als Abgang intern fest. Der Japaner verhandelt derzeit mit japanischen Erstligisten und soll möglichst bald den verein verlassen.  Problem hierbei: Beim HSV hat sich noch kein verein gemeldet. Vasilije Janijicic hat sogar um Sonderurlaub gebeten, um sich einen neuen verein zu suchen, während Julian Pollersbeck bleiben will. Zumindest noch. Denn kommt es, wie einige erwarten, dazu, dass er am Sonntag auf der Tribüne sitzt, während Daniel heuer-Fernandes im Tor steht und Tom Mickel als Nummer zwei auf der Bank Platz nimmt, dürfte auch er wissen, dass sein verbleib sportlich sinnfrei wäre.

 

Morgen um 15.30 Uhr ist noch einmal öffentliches Training. Bislang hat Trainer Hecking in den Einheiten die Mannschaften immer wieder durcheinander geworfen. Aber je näher der Sonntag und der Zweitligaauftakt gegen Darmstadt rücken, desto wichtiger wird es, der Mannschaft die Möglichkeit zu geben, sich einzuspielen. Ich werde Euch auf jeden Fall auch morgen wieder berichten, wer sich seinen Platz in der Startelf gesichert hat.

Bis dahin Euch allen einen schönen Donnerstagabend. Ich melde mich morgen früh um 7.30 Uhr wieder bei Euch mit dem MorningCall, ehe es am Mittag um 13.30 bei Facebook die Pressekonferenz live via Facebookseite von uns gibt. Zudem kann ich Euch einen spannenden Blog von unserem Taktikexperten Tobias Escher versprechen. Tobi wird erklären, welche Taktik Dieter Hecking beim HSV spielen lassen will und inwieweit der HSV damit für die bevorstehenden Aufgaben gewappnet ist. Es lohnt sich also, morgen bei uns dranzubleiben…

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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