Stadtderby

Hecking hält die Spannung hoch - bis zum Schluss

Es gehört eigentlich schon auf den Index, über gute Trainingseinheiten zu berichten. „Da war richtig Zug drin“, konnte man in den letzten Jahren immer wieder konstatieren - und musste am Spieltag darauf feststellen, dass es mal wieder nicht gereicht hat. Insofern waren Trainingseindrücke nur selten zuverlässige Indizien für das, was am folgenden Spieltag auf dem Platz zu sehen war. „Im Training gibt es eigentlich nie groß etwas zu bemängeln“, sagte heute auch HSV-Trainer Dieter Hecking, der beim Abschlusstraining, das noch mal vor einer sehr ordentlichen Kulisse von - für das ungemütliche Herbstwetter recht vielen - Zuschauern stattfand. Hecking zuvor bei der Pressekonferenz: „Die Jungs sind willig, versuchen Dinge direkt umzusetzen und zu zeigen. Die schwere Gyamerah-Verletzung war unser großes Thema, das müssen wir abschütteln - und das werden wir auch abschütteln.“

Publikumsliebling Petric über seinen Derby-Moment

Fünfmal schellen - dann nimmt Mladen Petric (38) am anderen Ende der Leitung ab: „Hallo?“ Er isst gerade zu Mittag, daher ist es für ihn zunächst unpassend, um über das anstehende Stadtderby zu sprechen: „Ruf gerne noch einmal in einer halben Stunde an.“ Gesagt - getan. Mit dem 61-fachen Torschützen für den HSV haben wir über seinen persönlichen Derby-Moment, die aktuelle Situation in der zweiten Liga und seine eigene Zukunft gesprochen.

Die Anspannung steigt - nur bei Hecking nicht

Er ist gut drauf. Sehr gut sogar. Ralf Becker bekommt die Zeit ohne HSV offenbar gut. Er genießt die Zeit, die er mit seiner Familie nachholen kann. und er genießt die Freiheit, selbst zu entscheiden, wann er welches Fußballspiel sieht. Zum Stadtderby beispielsweise geht er nicht. Wobei das nicht daran liegt, dass das Spiel nicht interessant ist. Auch Tickets hätte er sicher bekommen. Nein, Becker genießt den Abstand zur Pflicht. Und auch wenn er es so nicht zugeben wird, glaube ich, dass er so recht noch nicht weg ist vom HSV. Zumindest hatte ich heute beim Interview (siehe Video) genau diesen Eindruck.

Der Moderator

Manchmal reicht eine kurze Ansage. Zumindest schien es fast so, als gäbe es einen Zusammenhang zwischen den Worten des Trainers am Vormittag und der Leistung des Spielers am nachmittag. „Wichtig ist, dass er jetzt Spielzeit bekommt“, hatte Trainer Dieter Hecking über Xavier Amaechi gesagt, der beim HSV trotz großer Vorschusslorbeeren bislang nicht durchstarten konnte. Weder in den Spielen  - noch in den Trainingseinheiten. Mit Ausnahmen selbstverständlich. Und die beiden heutigen Trainingseinheiten zähle ich dazu, denn sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag wusste der junge Engländer (mir) zu gefallen. Dennoch, das machte Hecking deutlich, wird das Toptalent vom FC Arsenal in den kommenden Wochen wohl mehr bei Regionalligaspielen zu sehen sein als in der Zweiten Liga. „Gut möglich, dass er dort Spielpraxis bekommt“, so Hecking.

Vorteil dank Raumbesetzung

Derbysieg! Es war ein überraschend einseitiges Spiel im Millerntor-Stadion. Dass der HSV die Partie derart dominieren konnte, lag auch am veränderten Spielsystem. Hannes Wolf stellte seine Mannschaft richtig ein. Wenn HSV-Fans nach zwei Dritteln der Saison eins gelernt haben, ist es die Tatsache, dass die Zweite Liga alles andere als ein Spaziergang ist. Wer als Traditionsteam aus der Ersten Liga herunter stolpert, sieht sich plötzlich einem Haufen hart arbeitender, gut verteidigender Gegner gegenüber. Der Hamburger SV tat sich in dieser Saison entsprechend schwer, gegnerische Defensivreihen zu knacken. Siege mit mehr als einem Tor Unterschied waren eine Seltenheit.

Titz' System ist entschlüsselt

Das Derby ist ein paar Tage her, die Emotionen kühlen langsam ab. Zeit, sich dem 0:0 sachlich zu nähern. Auch wenn das Spiel gegen Erzfeind St. Pauli kaum Höhepunkte bot, steht es doch sinnbildlich für die aktuelle Lage des Hamburger SV. Nach der Hälfte der Hinrunde scheinen Hamburgs Gegner die perfekte Anti-Titz-Taktik gefunden zu haben. Dem HSV fehlt dummerweise die passende Antwort.

Maue Nullnummer im Stadtderby

Der HSV begann mit zwei Veränderungen gegenüber dem 0:0 in Fürth: Hee-chan Hwang feierte seine Startelfpremiere. Ebenso wie Fiete Arp. Der 18 Jahre junge Angreifer hatte vor dem Spiel mit einem unüberlegten Post für Aufsehen gesorgt - im Spiel dann sportlich leider nicht mehr. Im Gegenteil: Arp blieb nahezu komplett wirkungslos in einem Spiel, das allen Zuschauern von Beginn an ein altbekanntes Bild bot: Der Gegner stand sehr tief, überließ dem HSV den Ballbesitz, aber der HSV blieb mal wieder ohne Zug zum Tor. Oder besser gesagt: Der FC St.

Auf ein Fest - mit einem neuen Stadtmeister...!

„Es ist wirklich großartig, wie Mannschaft und Fans zusammengewachsen sind in den vergangenen Monaten. Wenn sie vor dem Derby kommen, um uns noch einmal zusätzlich zu pushen und zu unterstützen, dann freuen wir uns. So bekommen die Spieler noch einmal mit, wie wichtig dieses Spiel ist.“  

Christian Titz, HSV-Cheftrainer

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.