Onana

Die neue Bescheidenheit beim HSV

Wettertechnisch hätte es der HSV kaum besser treffen können. Das erste Mal seit einer gefühlten Ewigkeit strahlend blauer Himmel, dazu 28 Grad und eine nahezu perfekt dosierte Dosis Nordwind. „Sowas nennt ihr also Schietwetter?“, lachte HSV-Trainer Daniel Thioune nach seiner ersten knapp zweistündigen Trainingseinheit mit dem HSV auf dem ebenfalls perfekt präparierten Rasen neben dem Volksparkstadion. Dem neuen Coach hat bislang gefallen, was er bei seinem neuen Arbeitgeber vorgefunden hat. Es würde ihn nicht überraschen, sagte er uns heute, aber eben doch sehr freuen. Bei Thioune sind es auch die kleinen Dinge, die große Freude bereiten können. Und genau so äußerte sich der neue HSV-Trainer auch heute, als er auf die Ziele mit dem HSV angesprochen wurde.

Das Herzstück des HSV braucht mehr Spezialisten

Als der HSV vor Beginn der abgelaufenen Saison Sonny Kittel als Zugang präsentierte, war ich ähnlich begeistert, wie ich es dieses Jahr über eine Verpflichtung von Heidenheims defensiven Mittelfeldspieler Niklas Dorsch gewesen wäre. Ich hatte die Hoffnung, dass sich der HSV tatsächlich auf der Position des zentralen Mittelfeldspielers offensiv neu aufstellt – und das mit einem herausragend veranlagten Fußballer wie dem jungen Kicker, der aus Ingolstadt zum HSV wechselte. Dass es am Ende anders kam wissen wir. Aner Daniel Thioune deutete schon an, dass er Kittel woanders als außen einplane. Die die Gefahr, dass es dennoch auch in der bevorstehenden Saison so kommt, besteht. Klar. Aber es gibt sie eben schon – die anderslautende Ansage von Neu-Trainer Daniel Thioune.

Dieser HSV hat Zukunft

Ich hatte Jonas Boldt gerade danach gefragt, ob es neben den üblichen verdächtigen noch Überraschungen geben könnte am Transfer-D-Day, als hinter uns Xavier Amaechi von Boldts Sportchef Michael Mutzel vom Platz geholt wurde. Der junge Engländer hatte bis hierhin mit den Reservisten von gestern Spiel-Ersatztraining absolviert. Und nachdem Boldt erst nicht viel sagen wollte, kam er jetzt nicht mehr wirklich drumherum. „Ich persönlich bin da ja eher bei Julian Nagelsmann und glaube, dass es manchmal besser ist, sich durchzubeißen“, so der Sportvorstand des HSV, ehe er andeutete, dass der bislang sportlich enttäuschende Youngster vor einem Wechsel auf Leihbasis nach England stünde. Es gäbe dort noch einen großen Markt für ihn, so Boldt, der keine zwei Stunden später schlauer war: denn Amaechi wechselt nun doch nicht. Nicht auf Boldts Wunsch hin - sondern, weil das Angebot (dem Vernehmen nach ein Klub aus Englands Zweiter Liga)  einfach nicht passte.

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