Dynamo Dresden

Das Pferd springt so hoch, wie es muss

Die vergangenen Wochen waren beim Hamburger SV nicht nur aufgrund der einmaligen Gesamtkonstellation einzigartig - Stichwort: Aufstiegskampf in Zeiten einer Pandemie! Auch die Taktikanalysen waren stets etwas Besonderes. Das lag vor allem an Hamburgs Gegnern: Arminia Bielefeld, der VfB Stuttgart, Wehen-Wiesbaden und Holstein Kiel gehören aus taktischer Sicht zu den außergewöhnlichen Teams der Liga. Gegen Dynamo Dresden traf der HSV nach längerer Zeit mal wieder auf einen „typischen“ Zweitliga-Gegner. Das bedeutete: Die Hamburger mussten eine kompakte 4-4-2-Mauer knacken.

Der HSV muss sich selbst bezwingen

Köpfe frei bekommen, mal ablenken. Und einfach mal entspannt miteinander Spaß haben. Das alles war in den fünf Spielen nach der Coronapause bislang noch nicht drin für den HSV, der sich dafür am Mittwoch einen Trainingstag wählte. Fußball-Golf (sehr zu empfehlen!!) in Soltau stand an. „Es war gestern ein sehr schöner Tag“, sagte Trainer Dieter Hecking uns heute, einen Tag vor dem Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden (Freitag, 18.30 Uhr Rudolf-Harbig-Stadion) in der virtuellen Pressekonferenz. Und obgleich Hecking auch heute wieder versuchte, das vorhandene Kopfproblem wegzudiskutieren, gestand er ein: „Wir müssen einen guten Mix aus Anspannung und Entspannung finden.“ Auf andere Gedanken zu kommen, Gespräche jenseits des Fußballs zu führen, auch einmal vier Stunden ohne Handy auszukommen - das gehörte zu Heckings Plan. „Ich glaube, dass die Mannschaft diesen Tag gebraucht hat. Nur mit Verbissenheit und nur mit Druck werden wir es sowieso nicht schaffen.“

Auf die Feinheit kommt es an

Ich habe mir das ganze Spiel angetan. Dresden gegen Fürth. 90 Minuten. Genau genommen 94 Spielminuten, in denen mir weder Fürth noch Dresden wirklich imponierte. Wobei mein Augenmerk auch weniger auf die fußballerische Qualität des Spiels denn auf die individuellen Qualitäten der Dresdner gerichtet war. Und die sind – bei allem Respekt – zumindest nicht Angst einflößend. Lediglich der Umstand, dass man nach der Halbzeitpause zulegen konnte, passt irgendwie nicht zu dem HSV von heute, da dieser bekanntermaßen mit zunehmender Spielzeit zunehmend wackelig wird, passte mir nicht so. Laut Trainer Markus Kauczinski soll das bei den Sachsen immer wieder so sein. Kann der HSV seine Zitterbeine stabilisieren und am Freitag in Dresden mal einen ungefährdeten Sieg einfahren?

HSV: Trotz Raute zum Erfolg

Die taktische Formation des Hamburger SV war in dieser Saison meist dieselbe. Trainer Dieter Hecking bevorzugt eine Mischung aus 4-2-3-1 und 4-3-3. Gegen Dynamo Dresden wagte Hecking etwas Neues. Viel gewagt, wenig gewonnen: Erst nachdem der HSV im Spielverlauf zur Stammvariante zurückgekehrt war, dominierten sie die Partie.

Der HSV baut gegen Dresden um - in allen Mannschaftsteilen?

Mehr als 50.000 Zuschauer werden beim Spiel des HSV am Sonnabend (13 Uhr) im Volksparkstadion gegen Dynamo Dresden erwartet. Zudem ein Gegner, der sich bislang nie darauf beschränkte, sich hinten reinzustellen. Im Gegenteil: Mit 6.244 gespielten Pässen und 87 Prozent Passgenauigkeit belegen die Dresdner ligaweit Rang 3 bzw. Platz 2. Zum Vergleich: Der HSV rangiert mit 6.150 Pässen und 86 Prozent Passquote in den beiden Kategorien jeweils auf Platz 4. Insofern bietet das Duell gegen die Sachsen eine Basis, die zumindest auf ansehnlichen Fußball schließen lässt. Allerdings muss der HSV morgen umbauen. Was es ansonsten noch vor diesem Duell an interessanten Daten gibt, hier:

HSV-Trainer Heckings Startelf-Poker - Hinterseer droht auszufallen

Und das in einem Spiel, in dem erst nach mehr als einer Stunde eingewechselt wurde und das sogar noch mit 0:1 gegen Fußballzwerg Lettland verloren ging: Lukas Hinterseer hat es doch ein wenig doller erwischt. „Eine stärkere Prellung“ sei der Grund, weshalb der Angreifer auch heute nicht mittrainieren konnte. Das ließ der HSV zumindest offiziell so verlautbaren. Ergo: Es läuft aktuell wirklich nicht rund für Lukas Hinterseer, der beim HSV nach nur zwei Treffern aus den letzten neun Ligaspielen intern wie extern in die Kritik geraten ist.

Tiefer Gegner, zähes Ringen

Hamburgs 1:0-Erfolg über Dynamo Dresden erinnert an die Zeiten unter Christian Titz – im Guten wie im Schlechten. In unserer Taktikanalyse blicken wir auf die Partie und erklären, wieso Dresden derart schwer zu knacken war. Fußball kann manchmal spektakulär sein wie ein Sylvester-Feuerwerk. Manchmal ist es jedoch auch zäh wie ein Mittwoch auf der Arbeit. Die Partie zwischen dem Hamburger SV und Dynamo Dresden bot wahrlich kein Spektakel. Dafür waren in erster Linie die Dresdner verantwortlich, die mit ihrer defensiven Taktik dem HSV das Leben schwer machten.

Viel Luft nach oben

Oft fragen mich Leute: „Tobi, was ist eigentlich das beste Spielsystem?“ Beantworten kann ich die Frage allerdings nicht. Fußball ist immer ein Wettstreit zweier Spielsysteme. Wie gut ein System funktioniert, hängt auch immer mit dem System des Gegners zusammen. Und damit wären wir auch schon bei Hamburgs knappem 1:0-Sieg gegen Dynamo Dresden.

Hauptsache, es wird gewonnen

Oh Mann, was habe ich diesen Satz immer gehasst: „Es kommt eben immer auch auf die Art und Weise an“, hieß es oft, wenn ich mal wieder etwas aufbrausender in der Diskussion war. Auch, wenn ich inhaltlich Recht hatte. Für mich war es oft nur Ablenkung vom Wesentlichen, irgendwie eine Art Alibi für diejenigen, die Unrecht hatten (jedoch etwas ruhiger als ich waren). Aber mit dem Alter kommt die Reife und heute weiß ich, dass es stimmt. Gestern sogar, was den HSV-Sieg betrifft. Denn die Art und Weise, wie dieses 3:2 gegen Heidenheim am Ende zustande kam, kann Gold wert sein.

Warum?

„Wir wollen das Spiel schnellstmöglich nachholen“

Spielfreier Sonnabend – mitnichten. Statt des Topspiels in Dresden stand heute für die HSV-Spieler ein interner Vergleich an. Elf gegen Elf, wobei im B-Team auch Co-Trainer Andre Kilian (sehr stark!) mitmischte. Am Ende stand ein 2:1-Sieg für das vermeintliche A-Team fest. Wobei das nicht so interessant war wie der Umstand, dass heute im vermeintlichen B-Team Orel Mangala und Pierre Michel Lasogga mitmischten und die A-Elf wohl genau die Elf war, die in Dresden begonnen hätte.

Absage in Dresden, Hwang verpflichtet - der D-Day hatte es in sich

Das Spiel des HSV bei Dynamo Dresden wurde angesagt. Die Politik hat den Sport lahmgelegt. Hintergrund: In Dresden werden bei verschiedenen, politisch orientierten Demonstrationen morgen alle Polizeikräfte benötigt. So viele, dass nicht mehr ausreichend für die Sicherheit rund um das HSV-Spiel gesorgt werden kann, wie das sächsische Polizeipräsidium mitteilte. Deshalb sagte die DFL das Spiel heute gegen 18.30 Uhr offiziell ab. Zu einem Zeitpunkt, wo sicherlich schon einige der 3000 erwarteten HSV-Fans nach Dresden gereist waren.

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