Aufstieg

Es geht um alles - und dann?

Der Countdown läuft unermüdlich: In sechs Tagen trifft der Hamburger Sportverein am ersten Spieltag der zweiten Bundesliga im heimischen Volkspark auf Darmstadt 98. Die 2:3-Pleite der Vorsaison war der endgültige Startpunkt für den Zerfall des HSV und dem daraus resultierenden Nicht-Aufstieg. Nun also doch das zweite Jahr in der zweiten Bundesliga, womit sich vor der Saison und vor allem nach der Hinrunde eigentlich niemand so richtig beschäftigt hatte.

Der HSV und sein letzter Versuch?

In zehn Tagen beginnt für den sechsfachen Deutschen Meister Hamburger Sportverein die Mission „Aufstieg in die Bundesliga“ - und das bereits zum zweiten Mal. Nach dem Desaster aus der vergangenen Saison will der HSV mit aller Macht zurück ins Oberhaus des deutschen Fußballs, setzt sowohl im Trainerstab und innerhalb der Mannschaft auf den Faktor Erfahrung. Dabei gehen die Verantwortlichen ins Risiko: Scheitert die Mission erneut, stünden nicht nur sie auf dem Prüfstand, dann wäre auch der aktuelle Kader nicht mehr zu finanzieren. Der HSV und ein letzter Versuch?

„Das gesamte Sportsystem hat versagt“

Es sollte ein Gespräch werden, in dem der Vorstandsboss die aktuelle Situation ein wenig einordnen - und bestenfalls ausufernde Spekulationen beenden sollte. Oder besser gesagt: er wollte es. Herauskam ein interessantes Statement ohne klare Quintessenz. Außer der, dass seit Winter sportlich alles schief gelaufen ist, was schief laufen konnte und eben nie schieflachen durfte. Betonung dabei: sportlich. Denn den wirtschaftlichen Bereich, also sein Kerngebiet, hat der HSV sehr gut aufgestellt, wie Bernd Hoffmann heute noch mal klarstellte. Wer für diesen sportlichen verantwortlich sei, war eine der ersten Fragen an den Vorstandsboss, der zwei Tage nach dem Nichtaufstieg noch immer angefasst wirkte. „Wir haben den überflüssigsten Nicht-Aufstieg der Fußball-Geschichte zu verdauen. Das lässt niemanden kalt. Es geht dabei um ein Systemversagen. Mir geht es immer noch schlecht.“

Zum Siegen verpflichtet

Ich mag die Schlussphasen der Spielzeiten. Und das aus vielerlei Gründen. Angefangen natürlich bei der Spannung, was die Tabellensituation betrifft. Ganz klar! Aber Schlussphasen bieten vor allem die Möglichkeit, noch einmal genau zu erkennen, wer welche Qualität hat. Denn die Schlussphasen bieten Fußball in Reinkultur. Es gibt schlichtweg keine Pufferzonen mehr. Es muss gewonnen werden, wenn man sein Ziel erreichen will. Und das ist komplett alternativlos. Phrasendreschen nach Spielen zählt nichts mehr. Es ist wirkungslos. Allein das Ergebnis spricht eine nachvollziehbare Sprache. Denn während man im Laufe der Saison immer wieder Wiedergutmachung betreiben oder zumindest ankündigen kann, bringt die Schlussphase unwiderruflich Erfolge und Misserfolge mit sich. Auch morgen beim HSV gegen Ingolstadt.

Ohne Mangala und Holtby nach Berlin

Harte Entscheidungen kann er treffen. Das hatte Hannes Wolf in den letzten Wochen immer wieder bewiesen. Und das machte er auch diesmal, indem er Lewis Holtby aus sportlichen Gründen nicht einmal mehr für den Kader nominierte. Der Linksfuß blieb überraschenderweise in Hamburg. Für ihn rückte im Vergleich zum Pokalspiel am Dienstag gegen RB Leipzig wieder Berkay Özcan in den 18-Mann-Kader.  Besonders bitter für den fitten und gesunden Holtby: Er blieb sogar zuhause, obwohl parallel Orel Mangala verletzungsbedingt nicht mitreisen und damit ein weiterer erfahrener, zentraler Mittelfeldspieler ausfällt. Für den Belgier rückte derweil Youngster Mats Köhlert in den Kader.

Lasogga fällt aus - Wolf setzt in Köln auf "falsche Neun"

Pierre-Michel Lasogga wird nicht spielen können. Es ist einfach so, dass er nicht bei 100 Prozent ist – und dann macht es keinen Sinn.“ Deshalb reiste der HSV ohne seinen Toptorjäger nach Köln. Für Lasogga nominierte Hannes Wolf Manuel Wintzheimer. „Manuel Wintzheimer wird in Köln dabei sein, er hat zuletzt in der Regionalliga gut gespielt und auch getroffen“, so die Begründung von Trainer Hannes Wolf heute. Wintzheimer also, der bislang 22 Minuten in Kiel ran durfte. Sonst noch nicht. Und das wird sich, so deute ich die heutige Pressekonferenz, vorerst auch nicht ändern.

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