Sport

Kampf den Funktionären - Zeit für eine Revolution

Die Fußballsaison soll fortgesetzt werden. Und die Kritik an der Entscheidung der DFL und der 36 Erst- und Zweitligisten wird lauter. Auch im Fußball selbst. Und obwohl ich wirklich sehr viel von Ralf Rangnick als Fußballfachmann halte, diesmal hat er ganz schwer danebenegegriffen und all denen Wasser auf die Mühlen gespült, die den Fußball schon längst als realitätsfremd erachten. „Ich glaube, dass das eine große Signalwirkung für die Gesellschaft haben würde“, sagte Rangnick gegenüber dem SWR. Es sei nicht nur aus finanzieller Sicht für die Vereine wichtig, sondern auch aus psychologischer Sicht „für die gesamte Menschheit“.

Fußball in Erklärungsnot

Für Fußballer und Fußballfans wird Christian Seifert derzeit fast in einem Atemzug mit Politikerinnen und Politikern wie Angela Merkel, Markus Söder und Armin Laschet genannt. Auch seine Pressekonferenzen erhalten derzeit überproportional Beachtung. So auch heute, als der Geschäftsführer der DFL über die vorausgegangene Sitzung mit den 36 Profiklubs referierte. Und im Gepäck hatte er zunächst einmal eine sehr beruhigende Nachricht für für den HSV und alle anderen Bundesligaklubs. Vor allem für die, die akut vor einer drohenden Insolvenz standen. Die DFL hat wie erwartet die Mediengelder der Rechte-Inhaber erhalten. Durch die rund 300 Millionen Euro ist die Liquidität der Vereine laut Seifert bis zum 30. Juni gesichert. „Wir haben intensive Gespräche geführt, die waren geprägt von Respekt. Mit einer Ausnahme wurden mit allen Partnern Einigungen erzielt. Es wurden auch Vereinbarungen getroffen, wie damit umzugehen ist, sollte die Saison nicht zu Ende gespielt werden können. Klar ist auch: Sollte die Saison nicht wieder starten, greifen gewisse Mechanismen zur Rückzahlung.“

Geisterspiele: Vor- oder Nachteil für den HSV?

Morgen ist noch mal frei. Für die Spieler. Und während die Sportminister Deutschlands über etwaige Lockerungen für den Breiten- und Amateursport konferieren, haben die Trainer und die HSV-Offiziellen eine Menge zu tun. Kaderplanung in Zeiten der Coronakrise - es gibt leichteres. Zudem stehen diese Woche weitere Termine mit DFL und Bundesregierung an. Okay, Letztgenanntes wiederum für die DFL im Auftrag der 36 Bundesligaklubs. Aber vom Ergebnis dieses Gespräches könnte maßgeblich abhängen, ob und wann die Saison für den HSV fortgesetzt werden darf. Vor allem aber wird es darum gehen, dass etliche Klubs (auch Werder Bremen soll akut insolvenzgefährdet sein) wirtschaftlich gerettet werden könnten. Mit Geisterspielen - so viel steht fest. „Uns geht es vor allem darum, dass wir nicht von der Couch aus eine Saison beenden wollen“, hat mir Tom Mickel heute noch einmal gesagt. Der Keeper, der heute seinen 31. Ehrentag feiert, hat uns im Videochat einmal einen Einblick in das Training unter Sonderbedingungen gegeben und dabei noch einmal deutlich gemacht, dass man zwar schon mit Kleinigkeiten in diesen Zeiten zufrieden sei und diese Sonderbedingungen sehr zu schätzen wisse - aber eben auch, dass der Fußball in Wettkampfform fehlt.

Was der HSV nie vergessen darf

Um gleich einmal mit dem Wichtigsten zu beginnen: Frohe Ostern, Euch allen! Oder besser gesagt: Uns allen! Genießt die zwei Osterfeiertage heute und morgen und vor allem: bleibt gesund! Und während beim HSV sowohl heute als auch morgen noch frei gemacht wird, werde ich an dieser Stelle die kleine Serie fortsetzen und mich noch einmal an meine Anfangszeit als HSV-Reporter zurückerinnern, bzw. über die Dinge berichten, von denen ich glaube, dass sie früher nicht nur besser gehandhabt wurden und waren, sondern heute noch helfen würden. Diesmal geht es um einen verstorbenen HSVer, den ich heute nur zu gern wieder hier hätte bzw. dessen Vermächtnis einfach weiterleben sollte. Sein Name: Hermann Josef Rieger. Der ehemalige Physiotherapeut ist bis zu seinem Tod im Februar 2014 für mich der Inbegriff des Guten gewesen. Und dafür fiel mir neben vielen Geschichten, die mir von seinen Freunden und Bekannten über ihn erzählt wurden, eine Geschichte ein, die ich gleich zu Beginn meiner Zeit als HSV-Reporter miterlebt habe und die ich Euch nicht vorenthalten will.

Die Mär vom Zoff beim HSV

Es sind andere, schwierige Zeiten. Das ist jeden Tag im Alltag erkennbar. Und auch beim HSV ist derzeit alles anders.Es wird in kleinen Gruppen mit Sicherheitsabstand trainiert, jeden Morgen wird Fieber gemessen, Zuschauer sind unter Androhung von Strafen verboten - und es wird einfach nicht gespielt. Der Volkspark wirkt tagtäglich verwaister, da die Mitarbeiter des HSV  fast alle im Homeoffice in Kurzarbeit sind. Und mehr als Gerüchte, wann und wie die Saison fortgesetzt wird, gibt es nicht. Und in diese Szenerie recht sich der HSV nach einem kurzen unerfreulichen „Zwischenspurt“ mit einem Führungswechsel auf Vorstandsebene nahtlos ein. Trainings- und Spielberichte sowie daraus abzuleitende Entwicklungen und Beobachtungen gibt es schlichtweg nicht. Auch beim HSV sprießen stattdessen Gerüchte, weil handfeste Geschichten mangels öffentlicher Veranstaltungen rar werden. Und zu allem Überfluss kommen dann auch noch persönliche Nummern ins Spiel. Aber dazu später mehr. Denn auch heute war wieder so ein Tag.

Verzichtet der DFB auf Pyrostrafen beim HSV?

Es sind tatsächlich nur zehn Meter für ihn bis zu dem Bereich, der derzeit vielleicht zu den begehrtesten Sportplätzen in Hamburg zählt. Und zu den am besten gepflegten, wie Trainer Dieter Hecking gestern noch einmal  herausstellte. „Wenn die Coronapause für uns irgendwas Gutes hatte, dann unsere Plätze“, lobte Hecking die Arbeit der HSV-Greenkeeper.  Diese wiederum gehörten zu der kleine  Gruppe von HSV-Mitarbeitern, die nicht ins Homeoffice gewechselt. Ebenso wenig wie Kurt Krägel, dessen Büroräume nur zehn Meter vom B-Rang der Osttribüne entfernt sind. „Als ich gestern kurz auf der Tribüne stand wurden unten alle ganz unruhig“, so Krägel über seine kurze Stippvisite beim Geheimtraining der HSV-Profis. Da dies unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattzufinden hat, sei HSV-Coach Hecking etwas nervös geworden. Deswegen habe er schnell wieder den Rückzug angetreten. In sein Büro im obersten Stockwerk der Geschäftsstelle. Genug zu tun gibt es für den Stadionchef auch jetzt. „Gerade jetzt“, so Krägel, der zusammen mit zwei Kollegen derzeit versucht, das Stadion abzuriegeln wie Fort Knox. Alle Stadiontore sind geschlossen, zudem achten Ordner im Umlauf darauf, das niemand auch nur den Hauch einer Möglichkeit hat, die Auflagen der Stadt zu verletzen.

Kein normaler HSV-Tag

Als Trainer Dieter Hecking um 10.58 Uhr mit seinem weißen Dienst-Audi am Volksparkstadion vorfuhr, war die erste Gruppe schon fast durch mit der ersten Einheit seit der Corona-Pause. Ihm ginge s gut, so der Trainer auf Nachfrage gut gelaunt. Auch er freute sich offensichtlich darüber, endlich wieder dem Job vor Ort und in der Praxis nachgehen zu können, nachdem er samt seiner Mannschaft die letzten drei Wochen zwangsweise im Homeoffice verbracht hatte. Wie Hecking die erste Einheit unter den Auflagen empfunden habe? „Es war wie eine kleine Befreiung, das hat man auch bei den Jungs gemerkt. Aber es ist noch weit weg von der Normalität.“ Stimmt. Immerhin mussten die Spieler selbst beim Gang von der Campus-Seite zum Stadion und zurück immer im Sicherheitsabstand bleiben, am Morgen mussten sich zudem alle Spieler und Trainer zunächst bei der medizinischen Abteilung melden, um dort auf Fieber und sonstige verdächtige Beschwerden getestet zu werden.

Endlich wieder Fußball beim HSV

Endlich wieder so etwas wie ein bisschen Normalität. So und so ähnlich klingt es zumindest, wenn man mit den Spielern des HSV spricht, die am Montag das erste Mal wieder seit Beginn der Corona-Pause auf den Platz dürfen. Alles per Ausnahmegenehmigung und mit strengen Auflagen, versteht sich. Aber es geht endlich wieder an den Ball. Eine Lösung für die beiden Profiklubs in Hamburg, damit sie sich halbwegs ordentlich auf die weiterhin von der DFL angestrebte Fortsetzung der Saison vorbereiten können, obgleich noch immer offen ist, ob das letztlich auch möglich ist. „Es wird nicht leicht sein“, so Trainer Dieter Hecking zu der bevorstehenden Trainingsphase, deren Steuerung ihn und sein Trainerteam vor ungekannte Probleme stellen wird, da man die Gestaltung und die Dosierung der Einheiten nicht auf einen bestimmten Tag genau ausrichten kann. Hecking via Vereins-Podcast; „Der Tag X ist nicht da. Es gibt kein klares Ziel, auf das wir hinarbeiten können“, so der HSV-Cheftrainer, der mit seinen Cotrainern Dirk Bremser und Tobias Schweinsteiger ebenso wie mit den Athletik- und Rehatrainern vor zwei Wochen schon einen etwaig angedachten Trainingsstart vorbereitet hatte. Pläne, die jetzt ab Montag endlich auch angewendet werden können.

Kühne beim HSV auszusperren wäre fahrlässig - mehr denn je

Heute wurde den Spielern mitgeteilt, wie sie am Montag trainieren werden. In kleinen Gruppen wird es geschehen - so viel stand vorher schon fest. Es ist der erste, kleine Schritt zu einer gefühlten Normalität, die beim HSV derzeit wie überall auf der Welt nicht vorhanden ist. Wobei, in den letzten Wochen und seit der Entlassung von Vorstandsboss Bernd Hoffmann noch ein bisschen weniger als eh schon. Denn aus dem vorher aktivierten Wahlkampf pro und contra Hoffmann ist ein Nachtreten geworden, das zuletzt in dem gezielten Streuen von Gerüchten und dementsprechend auch vielen Unwahrheiten mündete. Neben Klaus Michael Kühne standen dabei auch die zu Meuterern hochstilisierten Frank Wettstein und Marcell Jansen. Letztgenanntem wurde inzwischen sogar ein angespanntes Verhältnis zu Trainer Dieter Hecking nachgesagt, was dieser gestern noch einmal vehement dementierte. Und zwar in folgendem Interview der Deutschen Presse Agentur (dpa), das die Kollegen Frank Koitzsch und Claas Henning geführt haben und das ich Euch hier von Gänze zur Verfügung stellen möchte. Aber lest selbst:

Bindzus - plötzlich in der ersten Reihe beim HSV

Auch heute morgen klingelte der Wecker wieder früh. Um 4.45 Uhr ist die Nacht für Henning Bindzus in aller Regel beendet. Aufstehen, frisch machen, eine Runde mit dem Hund, kurzes Frühstück - und ab in die Firma heißt es für den 36 Jährigen mindestens fünfmal die Woche. Manchmal, wenn am Wochenende gespielt wird, ist der zweifache Familienvater auch dann noch einmal im Volksparkstadion, mit dem der einstige Amateurfußballer des SC Schwarzenbek eine ganz besondere Erinnerung verbindet. „Mein erstes Livespiel im Stadion war ein Nordderby gegen Werder Bremen im Volksparkstadion, dem alten noch“, so Bindzus. Seine Leidenschaft für den Fußball und insbesondere für den HSV hat er bis heute behalten. Dass er einmal für den HSV arbeiten würde war schon damals sein Traum. Allerdings als Spieler, wie er zugibt. Dass es dennoch für eine nicht minder wichtige Rolle beim HSV gereicht hat, kann man Bindzus nicht absprechen. Im Gegenteil: Aktuell ist der studierte Sportökonom operativ wichtiger denn je. Als „Direktor Business Relations & Marke“ des HSV ist Bindzus derjenige, der die Schnittstelle zum Club-Vermarkter Lagardère Sports bildet. Bindzus berichtete bis zuletzt an Bernd Hoffmann, den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des HSV. Neuerdings ist Frank Wettstein sein direkter Ansprechpartner.

Wettstein und Boldt: So funktioniert der neue HSV

Besondere Zeiten, besondere Maßnahmen. Und so folgte nach der ersten Video-Pressekonferenz der Vereinsgeschichte mit Marcell Jansen am Montag heute die zweite interaktive Videoschalte. Diesmal mit den beiden HSV-Vorständen Frank Wettstein und Jonas Boldt. In sicherem Abstand auf der Empöre des PK-Raumes platziert, saßen Boldt und Wettstein. Sie hatten sich sowohl mit den tagesaktuellen Medien als auch mit Bundesliga-Rechteinhaber Sky darauf verständigt, jeweils rund 20 Minuten Fragen zu beantworten. Zu zweit. Im Team. So, wie sich der HSV in Zukunft präsentieren will. „Die persönliche Ebene stimmt“, so Wettstein auf die Frage, wie sich die Zweierkonstellation im Vorstand darstellt. Auf die bFrage, wie man denn zu einer Entscheidung kommen wolle, wenn man inhaltlich mal nicht einer Meinung sein würde, wich Wettstein ebenso aus wie Jansen bereits am Montag: „Kontroverse Diskussionen gehören dazu, die wird es geben. Aber Ziel für uns im Vorstand war und ist es, einstimmig  zu agieren.“ Und dann sagte Wettstein einen Satz, der angesichts des Rausschmisses Bernd Hoffmanns etwas seltsam anmutet: „Das ist uns in der Vergangenheit schon ganz gut gelungen.

Holpriger Start in den HSV-Neuanfang

Es war längst nicht das erste Mal, dass Marcell Jansen vor die Kameras trat. Aber sehr wohl die erste Pressekonferenz ohne direktes Publikum auf den Stuhlreihen vor ihm im Presseraum des Volksparkstadions. Stattdessen waren wir alle in einer in diesen Tagen nicht seltenen Videokonferenz zugeschaltet. Wer eine Frage hatte, meldete sich im Chat an und wurde anschließend aufgerufen. Das begann ein wenig holprig - kam letztlich aber gut in Fahrt. Eben so wie Jansen selbst. Denn natürlich musste der Exprofi und Neu-Aufsichtsratsvorsitzende heute ein ganzes Stück Zeit nehmen, um alle Fragen zu beantworten - was allerdings nur teilweise gelang. Denn nicht selten verlor sich Jansen in Öberflächlichkeiten und schob inhaltlich wichtige Themen gern unbeantwortet auf den Vorstand, der für das operative Geschäft verantwortlich ist. Vor allem aber musste Jansen heute deutlich erkennen, was in den nächsten Wochen und Monaten auf ihn zukommen würde. Es ist die Hypothek, mit der der nächste Neuanfang beim HSV beginnt: Das Thema Machteinfluss seitens Klaus Michael Kühne. Ob direkt oder indirekt.

Vorstand nicht zu retten - Entscheidung am Sonnabend?

Es gibt sie doch, die guten Nachrichten rund um den HSV. Denn während der HSV in Person der Aufsichtsräte Max Arnold Köttgen, Andreas Peters und Marcell Jansen gerade die Vorstände Bernd Hoffmann, Jonas Boldt und Frank Wettstein vorgeladen und zur Aussprache gebeten hatte, wurde bekannt, dass der Vertrag von Josha Vagnoman endlich fix ist. Nachdem man im Winter schon vor der Jahreswende mit der Unterschrift gerechnet hatte, soll diese jetzt in den nächsten Tagen gesetzt werden. Der junge Rechtsverteidiger verlängert seinen eh noch bis 2021 laufenden Vertrag demnach vorzeitig bis 2024. Ein gutes Zeichen in schweren Tagen der Corona-Krise. Offiziell mitgeteilt hatte Boldt das bislang noch nicht. Wohl auch, um den Verdacht zu vermeiden, mit derlei Meldungen die bevorstehenden Entscheidungen des Aufsichtsrates subtil beeinflussen zu wollen.

Keine falsche Arroganz mehr!

HSV-Vorstandsboss Bernd Hofffmann hatte es deutlich gesagt: Der HSV steckt ein einer Krise. Und glaubt man der Definition, Die Krise bezeichnet im Allgemeinen einen Höhepunkt oder Wendepunkt einer gefährlichen Konfliktentwicklung in einem natürlichen oder sozialen System, dem eine massive und problematische Funktionsstörung über einen gewissen Zeitraum vorausging und die eher kürzer als länger andauert… …nimmt die Entwicklung einen dauerhaft negativen Verlauf, so spricht man von einer Katastrophe (wörtlich in etwa „Niedergang“). dann hat Hoffmann sicher Recht. Die Frage ist aber, wie man sich dieser Krise entledigt. Sportlich. Denn Fakt ist, dass die Krise in den letzten Wochen nicht kleiner wird, sondern größter. Trotz gleichbleibender - nein: gerade wegen der gleichbleibenden Thematik.

Reaktion zeigen - Charakter beweisen!

Wenn es mal eng wird, wird schnell vom Charaktertest gesprochen, den die Mannschaft in Form von Sieg oder eben Niederlage erfolgreich oder nicht bestehen kann. Heute, ein paar Tage nach der bitteren Derbypleite und dem tabellarischen Abrutschen auf Rang drei, sehen nicht wenige Anhänger in dem Spiel beim FC Erzgebirge Aue am Sonnabend sowas ähnliches wie einen Charaktertest. Und das nicht ganz zu Unrecht.

Alte Probleme - neue Wege

Wenn Jonas Boldt immer sagen könnte, was er denkt, wäre es einfacher. Für ihn. Allerdings ist seine exponierte Position als Vorstand Sport beim HSV auch immer mit Politik verbunden. Er muss Situationen so erklären können, dass die Öffentlichkeit das Gefühl hat, er habe alles im Griff. Und aktuell muss Boldt erklären, wie es passieren konnte, dass der HSV gegen den Stadtrivalen zwei Niederlagen einfuhr und statt sechs (eingeplanten) Punkten genau keinen einfuhr. Vor allem aber muss ich Boldt als Mittler zwischen den Extremen verdingen. Denn die vernünftige Mitte gibt es im Fußball selten. „Jeder verarbeitet Frust auf seine Art und Weise. Ich habe meinen Weg dafür“, sagt Boldt, „aber es geht in meiner Position auch darum, die Mannschaft und die Fans wieder mitzunehmen und zu gucken, dass die Wunde heilt, auch wenn die Derbyniederlage zweifellos ein schwerer Schlag war.“

HSV verliert 0:2 - historische Pleite gegen den FC St. Pauli

Als Schiedsrichter Manuel Gräfe das 103. Stadtderby nach fünf Minuten Nachspielzeit abpfiff, waren von den 57.000 Zuschauern längst nicht mehr alle im Stadion. Und die, die noch da waren , mussten sich Jubelgesänge des FC St. Pauli-Anhanges gefallen lassen, der den letztlich sogar verdienten 2:0-Auswärtssieg feierte. „Die Nummer eins der Stadt sind wir“, sagen die Fans in der Süd-Westkurve, während Rick van Drongelen und Co. auf der anderen Seite von den eigenen Fans mit Pfiffen bedacht in die Kabine geschickt wurden.

Ein Stadtderby, das alle zu Gewinnern machen kann

In den letzten Tagen habe ich immer wieder über die fehlende Derbystimmung schwadroniert bzw. wie langsam sich selbige bei mir einzustellen vermochte. Aber sie ist da. Das kann ich heute sagen. Gänzlich anders als sonst - aber sie ist da. Denn das Spiel des HSV am Sonnabend gegen den FC St. Pauli im Volksparkstadion wird mehr zu bieten haben als spannende, hitzige und unterhaltsame 90 Minuten. Dieses Stadtderby ist geprägt von einer Rivalität, die höher kaum sein kann.

Ein Derby auf Kollisionskurs?

Wenn man sich an der Zuschauerzahl der Trainingseinheiten beim HSV orientiert, ist nicht zu erkennen, dass am Wochenende e DAS Saisonspiel der Spiele im Volksparkstadion ansteht. Un d obgleich weder ich noch viele andere Es wird wohl auf Schwerstarbeit für die Polizei hinauslaufen, die schon beim HSV-Fanmarsch Richtung Millerntorstadion beim Hinspiel mit Hundertschaften im gefühlten G-20-Modus agierten. Denn nachdem die Ultras des FC St.

Nach dem Derby ist vor dem Derby

Zugegeben: Normalerweise sollte man doch heute schon heiß sein. Heiß auf das Derby am Sonnabend. Aber irgendwie ist diese Anspannung noch nicht bei mir angekommen. Schon im Hinspiel dauerte es bis kurz vor den Spieltag selbst, bis sich diese Vorfreude einstellte. Weil es eben kein Erstliga-Derby mehr ist, sondern „nur“ auf Zweitligaebene. Da ist es wahrscheinlich wie mit allem, was man schon größer, doller, besser erlebt hat - Abstufungen mag keiner. Zumindest ich nicht.

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