Hamburg

Der HSV und sein letzter Versuch?

In zehn Tagen beginnt für den sechsfachen Deutschen Meister Hamburger Sportverein die Mission „Aufstieg in die Bundesliga“ - und das bereits zum zweiten Mal. Nach dem Desaster aus der vergangenen Saison will der HSV mit aller Macht zurück ins Oberhaus des deutschen Fußballs, setzt sowohl im Trainerstab und innerhalb der Mannschaft auf den Faktor Erfahrung. Dabei gehen die Verantwortlichen ins Risiko: Scheitert die Mission erneut, stünden nicht nur sie auf dem Prüfstand, dann wäre auch der aktuelle Kader nicht mehr zu finanzieren. Der HSV und ein letzter Versuch?

HSV enttäuscht gegen Oberligist Rugenbergen - das war überhaupt nichts

In einem kurzfristig angesetzten Testspiel hat der Hamburger SV 4:1 (3:1) gegen den Oberligisten SV Rugenbergen gewonnen. Die Leistung war dabei enttäuschend.

Janjicic und Ito - zwei unerfüllte Versprechen mehr

​​​​​15 Minuten mussten sich die geschätzten 250 Fans am Volkspark gedulden. Dann hörten sie endlich das Klackern von den Stollen der HSV-Spieler auf den Treppen, die vom Stadion zum Trainingsgelände führen. Während Aaron Hunt, Tom Mickel und Co. dann so langsam ihren Dienst auf dem Platz aufnahmen, lief parallel schon die Einheit der U21-Mannschaft auf dem Nebenplatz. Aufmerksame Kiebitze schauten sich da jedoch vergeblich nach zwei Spielern um, die in Zukunft aber definitiv häufiger dort zu sehen sein werden: Tatsuya Ito und Vasilije Janjicic.

Im Soll - aber für die Spitze muss nachgebessert werden

An jedem Ende der Trainingslager werden in aller Regel erste Fazits gezogen. So auch diesmal. Allerdings muss man klar festhalten, dass dieser Kader in der Form eher nicht in die Saison starten wird. Denn sowohl auf der Ein- als auch auf der Verkaufsliste befinden sich weiterhin Namen, die von Sportvorstand Jonas Boldt umgesetzt werden sollen. Hierbei werden immer auch Gotoku Sakai und David Bates genannt, mit denen ich das Kitzbühel-Fazit beginnen möchte.

Schweinsteiger ist beim HSV angekommen

Wie meine Kollegen hatte auch ich natürlich um einen Termin mit Tobias Schweinsteiger gebeten, als dieser verpflichtet werden war. Aber wie die Kollegen musste natürlich auch ich warten. Der Neue im Tradiertem sollte sich erst einmal an die neue Umgebung, die Mannschaft und den Verein gewöhnen, ehe er für eine große Interviewrunde letztlich jetzt im Trainingslager „freigeschaltet“ wurde. Unmittelbar nach dem Mittagessen im Mannschaftshotel „Kempinski „Das Tirol“ kam er dann zu uns. Zunächst zur Videointerviewrunde mit Sky and Rautenperle. Im Anschluss daran setzte er sich zu uns in die prunkvolle Lobby des Hotels und begrüßte uns mit einem „Servus“ - was nett gemeint war, was wir ihm noch ganz schnell abgewöhnen müssen. Ab jetzt immer „Moin“ bitte, Herr Schweinsteiger.

Neue Saison, alte Sorgen: HSV hat ein Torproblem - 0:1 gegen Huddersfield

Der arme Platzwart: Pünktlich zum letzten Test des HSV in Kitzbühel fing es wieder ordentlich an zu regnen. Der Platz, eh schon aufgeweicht von den letzten Regentagen, wurde dementsprechend umgepflügt. Problem für den Platzwart: Mit dem 1. FC Köln kommt in der kommenden Woche schon die nächste Deutsche Mannschaft, um hier zu trainieren. Viel Arbeit also für den Platzwart  aber sicher auch nicht mehr als für Trainer Dieter Hecking. Der hatte schon vor dem Spiel betont, wie wichtig ihm der heutige Test gegen den Erstligaabsteiger aus England, Huddersfield Town, ist.

Papadopoulos: Vom Ausfall zur Konstante

„Das geht gleich wieder“, versuchte Kyriakos Papadopoulos dem sich am Boden krümmenden Manuel Wintzheimer nach einem härteren Zweikampf Mut zu machen, „du musst auftreten, dann tut nicht mehr weh.“ Und Papadopoulos meinte es tatsächlich ernst. Er wollte dem Angreifer, der dem ersthelfenden Tom Mickel wiederholt „das tut so weh, das tut so weh“ entgegenbrachte, Mut machen. Es war für den Griechen ein ganz normaler Zweikampf, der letztlich schmerzhaft endete. Auf dem rutschigen Rasen war „Papa“ aus Versehen in Wintzheimers Schienbein knapp oberhalb des Knöchels reingerutscht.

HSV setzt Lotto ab - und muss nachbessern

Der Ruf nach Veränderungen beim HSV ist in den letzten Jahren von Saison zu Saison lauter geworden. Alles, was anders ist, zählt beim HSV als potenziell besser. Auf dem Platz führte das zu den irrwitzigsten Profipremieren in den letzten Jahren. Spieler kamen und gingen. Aus „Toptalenten“ wurden schnell Rohrkrepierer. Und teure Soforthilfen gingen nicht selten vor Vertragende mit Abfindung. Ebenso Trainer. Der HSV verfeuerte die geliehenen Millionen von Klaus Michael Kühne, als stünde im Keller des Volksparkstadions eine Gelddruckmaschine. Und plötzlich war nichts mehr da. Die Führungen sind gegangen, das Geld ist weg - und der HSV ist zweitklassig. Leichtes Spiel für diejenigen, die sich an die Macht hieven wollen, hieß es. Und so kam es dann ja auch. Bernd Hoffmann katapultierte sich im Eiltempo an die Klubspitze. Aber: „Leicht“ war nur der Weg an die Spitze. Denn auch Hoffmann steht inzwischen unter dem Zwang, erkennbare Veränderungen herbeizuführen - und vor allem, damit auch Erfolg zu haben.

Hecking "bedingt zufrieden" - 1:1 gegen Olympiakos Piräus

Er ist zwar schon seit fast vier Monaten da, und er ist aktuell auch zweifelsfrei einer der wichtigsten HSV-Entscheider - allein so wirklich in Erscheinung getreten ist er noch nicht. „Das muss ich auch nicht“, sagt Michael Mutzel bescheiden. Der Kaderplaner des HSV, den der inzwischen geschasste Ralf Becker aus Hoffenheim nach Hamburg gelotst hatte, hat genug zu tun. Öffentlichkeitsarbeit zählte bislang nicht dazu. Und sie wird erst einmal auch in einem stark eingeschränktem Maße wahrgenommen. Wenigstens bis der neue Kader komplett steht, soll das auch erst einmal so bleiben.

Papadopoulos trifft alte Freunde - und wagt den Neuanfang

Interviews sind nicht so sein Ding. Das weiß man. Trotzdem blieb der durchgeschwitzte Kyriakos Papadopoulos heute mal stehen, stellte sich den Fragen. Zum einen, weil es am Mittwoch mit Olympiakos Piräus gegen eine Mannschaft geht, die er sicher am besten von allen beim HSV kennt. „Die sind saustark, spielen Champions-League-Quali und haben einen brieten, starken Kader. Das wird ein hartes Spiel“, weiß der Innenverteidiger von seinen Landsleuten zu berichten. Aber allein deswegen wäre Papadopoulos vor einem Jahr noch nicht stehen geblieben. Vielmehr ist es auch sein aktueller Status beim HSV, der ihn wieder Spaß an der Sache haben lässt. „Es ist anstrengend, klar. Aber ich bin gut. Alles fit, geht gut. Ich komme langsam zurück“, sagt er kurz und lächelt dabei. Er weiß, dass er so auch außen wieder wahrgenommen wird.

Trainingslager in Kitzbühel - ein Hauch von Internationalität

Reisetage sind immer wenig produktiv Viel Zeit am Flughafen, im Flugzeug, auf der Autobahn - wenig Text am Ende. So auch heute. Leider sind wir erst seit 19 Uhr in Kitzbühel, daher an dieser Stelle nur ein kurzes Update. Das wiederum ist auch nicht ganz so schlimm, denn heute war eh kein Training. Die Spieler sollten sich alle noch einmal erholen, ehe es dann morgen Früh auch für sie ins Trainingslager nach Kitzbühel geht. Früh um neun Uhr soll es per Chartermaschine vom Flughafen Fuhlsbüttel gen München und von dort mit dem Mannschaftsbus weiter ins verregneten Kitzbühel. Wetterprognose hier: konstant wechselhaft…

Aller guten Dinge sind drei...

Rick van Drongelen, Gideon Jung, Aaron Hunt, Sonny Kittel, Adrian Fein, Tim Leibold, Lukas Hinterseer, Jairo Samperio und Jeremy Dudziak trainierten individuell der Rest stand heute noch mal auf dem Platz. Auch die beiden Neuzugänge Daniel Heuer-Fernandes (er beendete das Training etwas früher als die Kollegen) und Ewerton, der auf dem Nebenplatz mit Rehatrainer Sebastian Capel arbeitete. Knapp zwei Stunden wurde trainiert, morgen ist noch einmal für alle frei, ehe es dann am Montag für eine Woche nach Kitzbühel ins Trainingslager geht. Dann noch mit der aktuellen Kapelle, wobei sich schon jetzt Neuverpflichtungen andeuten.

Sakai könnte noch Gold wert sein...

Ich hatte hier schon am letzten Spieltag meine Meinung geschrieben: Die Pfiffe gegen Gotoku Sakai waren daneben. Total. Und dazu stehe ich auch heute. Genauso wie zu der Meinung, dass der Japaner zuvor zu lange den Vorzug vor anderen Spielern erhalten hatte, obgleich er das in den Spielen über einen sehr langen Zeitraum sportlich nicht zu rechtfertigen wusste. Sportlich hat Sakai in den letzten Jahren viele - wahrscheinlich sogar zu viele -  Argumente geliefert, weshalb man nicht an ihm festhalten sollte. Aber: Menschlich und vor allem in Sachen Einstellung und Loyalität indes hat er nie auch nur den Ansatz geliefert, ihn zu kritisieren. Und da wir hier letztlich noch über Profifußball sprechen wäre die logische Konsequenz, Sakai mit einem großen Blumenstrauß herzlichst zu verabschieden. Es sei denn: Er bleibt.

Hecking sieht Ewerton als Schlüsselspieler

Einfach hier bleiben ist nicht. Zumindest nicht für diese beiden. Gemeint sind David Kinsombi, der mit Muskelfaserriss zwei bis drei Wochen  och ausfallen wird. Und natürlich Neuzugang Ewerton, der seit gestern seinen Vertrag beim HSV bis 2021 (zzgl. ein Jahr auf Option) unterschrieben hat und aktuell noch mit Leistenproblemen ausfällt. Unmittelbar vor dem Trainingslager zweifellos ein sehr ungünstiger Moment.

Ewerton unterschreibt - Kinsombis Saisonstart ist in Gefahr

Und plötzlich ist er da. Der Stehsatz in Sachen Ewerton - dass es für seinen Wechsel weiter letzte Details zu klären gibt - kann also nicht mehr bemüht werden, denn der Innenverteidiger steht seit heute offiziell beim HSV unter Vertrag. Die bestehenden Probleme in der Abrechnung der beiden Exklubs Sporting Lissabon und Nürnberg wurden geklärt und der 30-Jährige konnte endlich seinen Vertrag beim HSV bis 2021 unterschreiben. Darin inbegriffen ist eine Option auf ein weiteres Jahr, die der HSV ziehen kann. Sofern er denn am Ende mit den Leistungen von Ewerton zufrieden ist.

Leibold debütiert - gehen Santos und van Drongelen?

Er war beim HSV schon mehrfach auf dem Wunschzettel - jetzt hat es geklappt. Tim Leibold ist beim HSV. Zuletzt hatte der ehemalige Sportchef Jens Todt vor zwei Jahren um die Dienste des ehemaligen Nürnbergers gekämpft - erfolglos. Diesmal reichte der Anruf von Trainer Dieter Hecking, um Leibold zu überzeugen. „Der Trainer hat sich gemeldet. Er hat mich persönlich über Handy angerufen und das war ausschlaggebend für mich. Das ist eine neue Chance, eine neue Herausforderung für mich, was ich machen will.“ Wie Hecking ihn überzeugt habe?

Der neue Spielplan meint es gut mit dem HSV

Der Spielplan hat es in sich - wenn man so von der Zweiten Liga sprechen darf. Denn zum einen geht es für den HSV wieder daheim im Volksparkstadion los, zum anderen steht gleich am zweiten Spieltag in Nürnberg ein Spitzenspiel an. Und, on top sozusagen, hat der HSV am fünften und am sechsten Spieltag zwei Derbys. Zuerst zuhause gegen Hannover 96, dann  auswärts beim Stadtrivalen FC St. Pauli. Für Trainer Dieter Hecking im doppelten Sinne besonders, denn er trifft vor seinem ersten Stadtderby mit dem HSV am Millerntor noch auf alte Bekannte, wenn es gegen Hannover geht.

Adrian Fein: Thiago als Vorbild, den HSV als Sprungbrett

Dass mit seinem Nachnamen Wortspiele gemacht werden, das kennt er schon. Adrian Fein, das bietet sich natürlich auch an. Und es beschreibt ihn auch sehr gut. Denn der Defensivallrounder gilt als feiner Techniker, als Stratege im Mittelfeld. Der U20-Nationalspieler soll beim HSV ein jähr auf Leihbasis versuchen, sich für die U21 zu empfehlen - und auch für seinen Klub FC Bayern, wo er noch bis 2021 unter Vertrag steht. Und das schon seit seinem achten Lebensjahr - und nach einem frühen Wechsel von Ortsrivalen 1860 München. Und war es bei Jeremy Dudziak noch die Mutter, die ein wenig verärgert war über den Wechsel ihres Sohnes, war es bei Fein sein Vater Oliver - seines Zeichens Anhänger der Löwen. Dennoch bereuen weder Vater noch Sohn diesen frühen Vereinswechsel, denn seither spielt Fein für die Bayern und hat seinen Vater sogar mit auf dem Platz. Ehrlich gesagt hat er sogar die ganze Familie inklusive vier Geschwister, Großvater und heimatliche Bilder mit - in Form von verschiedenen Tätowierungen auf den Armen und dem Oberkörper.

Der (riskante) Plan mit Wood

Es ist ein riskanter Plan, den Dieter Hecking da schmiedet. Dachte ich zunächst. Aber ehrlich gesagt ist er das gar nicht. Vielmehr macht Hecking nur das, was ihm die Situation vorschreibt, wenn er davon spricht, auf Bobby Wood setzen zu wollen. Denn der US-Amerikaner ist nunmal noch ein Jahr beim HSV unter Vertrag, kassiert dafür etwas mehr als zwei Millionen Euro. Und solang es keinen Abnehmer für den Angreifer gibt und der HSV keinen  neuen Angreifer parat hat - so lange wird Hecking auch nichts anderes machen, als zu versuchen, Wood für den HSV zu (re)aktivieren. Kurzum: Hecking macht in diesem Fall alles anders als seine Vorgänger - und damit macht er alles richtig. Er orientiert sich an den Möglichkeiten und akzeptiert Gegebenheiten. Auch die, die er nur zu gern ändern würde.

Hecking sortiert den HSV

Er wusste genau, was der Sinn der Übungen war. „Jetzt macht er Regeneration“, sagte Ivica Olic, der sich zusammen mit seinem Sohn Antonio heute das Nachmittagstraining ansah. Das wiederum bestand aus einer kleinen Gruppe, die laufen musste - aber dafür früher in die Kabine durfte. Zudem hatten HSV-Trainer Hecking und seines Assistenten Dirk Bremser sowie Tobi Schweinsteiger vier Dreierteams zusammengestellt, die nach dem Aufwärmen ein Fußballtennis-Turnier absolvierten. „Er will, dass die Jungs sich bewegen und Spaß haben. Er will, dass sie nicht gleich zumachen“, so der ehemalige HSV-Angreifer, der unter Dieter Hecking 2,5 Jahre in Wolfsburg spielte und zuletzt sogar als Assistenztrainer Heckings hier beim HSV im Gespräch war. Olic war übrigens die letzten Tagen auch immer wieder mal da. Und er will auch weiter kommen. Heckings Training interessiert ihn - ebenso wie der HSV seinen Sohn Antonio, der seit frühester Kindheit ein Riesenfan ist. „Bin ich immer noch“, so Antonio mit einem gequälten Lächeln, das zeigen sollte, dass er es „trotzdem“ noch ist.

PARTNER VON

FAQs

Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.