Arp

Zwischenzeugnis: Unbefriedigend

Das Training war sehr monothematisch angelegt. Passspiel stand auf dem Plan. Ewas, was ein Profi-Trainer wie Hannes Wolf normalerweise bei seinen Spielern voraussetzen darf. Vom ersten bis zum letzten Spieler im Kader. Allerdings schien seine Mannschaft gegen den FC St. Gallen gerade im Passspiel große Probleme zu haben. Rückblick: Es waren gerade zehn Minuten im ersten Testspiel 2019 gespielt, da sagte ich zu meinen Kollegen Kai Schiller und Simon Braasch, dass es mich verwundere, wie sicher Gotoku Sakai auf der Sechs als ständiger Anspielpunkt agierte. Der Japaner war ständig anspielbar unnd erteilte die Bälle sicher. Und damit bezweife ich nicht, dass er generell die technischen Fähigkeiten dafür hat. Nein, vielmehr ging es mir darum, dass der Japaner in den letzten Monaten oft Probleme hatte, seinerseits Sicherheit auszustrahlen. Und das auf der deutlich seltener frequentierten rechten Abwehrseite.

Van Drongelen: „Es ist für uns alle gut, dass Gideon wieder fit ist“

Während sich der eine und andere die Arme in die Hüften stemmte, den Kopf in den Nacken fallen ließ und erschöpft durchatmete, ging Rick van Drongelen mit einem Lächeln vom Platz. Nach einer intensiven, knapp 100 Minuten andauernden Trainingseinheit mit vielen Zweikämpfen ließ Trainer Hannes Wolf seinen Worten Taten folgen. Er hatte eine intensive, anstrengende vierwöchige Vorbereitungszeit avisiert - und die langen Tempoläufe zum Abschluss einer eh schon lauf- und zweikampfintensiven Einheit sind genau das, was ein Spieler am wenigsten mag. Denn sie tun noch mal richtig weh. Müde Knochen noch mal aufraffen - aua. „Ein bisschen auslaufen ist doch ganz okay“, sagte van Drongelen zu den langen Läufen auf Zeit, die alle Spieler noch abreißen mussten, bevor sie unter die Duschen durften. Die meisten (Lasogga war wie abgesprochen schon vor Trainingsende in die Kabine gegangen) waren erschöpft - van Drongelen lächelte, als er vom Platz schlenderte: „Das ist schon okay. Das ist sogar ganz wichtig. Es gehört einfach harte Arbeit dazu. Wir wollen ja fit bleiben.“

Ganz vorn hat man alle Zutaten - es fehlt nur noch das beste Rezept

Dennis Diekmeier läuft am ersten Spieltag der Rückrunde 2019 aller Wahrscheinlichkeit nach im Volksparkstadion auf. Wer hätte das gedacht? Allerdings wird er nicht für den HSV auf dem Platz stehen, sondern für den ersten Gegner - den SV Sandhausen. Denn dort hat der zuletzt vereinslose Abwehrspieler einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020 unterschrieben, wechselt per sofort zum Tabellen-15. der Zweiten Liga. Und ist damit wie gesagt schon am 30. Januar im Volksparkstadion zu Gast. „Es tut richtig gut, wieder auf den Platz zu kommen, wieder dabei zu sein“, erzählte mir der Rechtsverteidiger und legte im Kicker nach: „Die guten Gespräche mit Trainer Uwe Koschinat und den Verantwortlichen des Vereins haben in mir eine große Vorfreude auf die neue Aufgabe am Hardtwald geweckt.

Offensiv ist der HSV gut aufgestellt - für den Moment

Das neue Jahr bei uns beginnt - und es beginnt vergleichsweise ruhig. Obwohl es nur noch etwas mehr als zwei Wochen bis zur Wahl des Präsidenten für den e.V. sind, sind die Kandidaten selbst weiterhin ruhig. Ebenso kommt der Transfermarkt ohne den HSV aus. Denn laut kann hier vom HSV eh keiner werden, dafür fehlen bekanntermaßen die Finanzen. Und verkauft wird derzeit auch nicht, dafür soll aber verhandelt werden: Mit Barry Jatta. Der Vertrag des Gambiers läuft am Saisonende aus und soll verlängert werden. Und ich weiß nicht, ob es der Umstand ist, dass in den letzten Jahren in der Regel mehr Personalien diskutiert wurden. Aber die Tatsache, dass Jatta hier für wiederholte Titelgeschichten sorgt, bevor überhaupt eine Entscheidung bezüglich seines Vertrages gefallen ist, das verwundert mich. Mehr noch: Es ist meiner Ansicht nach deutlich zu viel Theater um einen Fußballer, der als Typ ganz sicher eine außergewöhnliche (Lebens-)Geschichte erzählen kann - der aber sportlich zweifelsfrei limitiert ist. Trotz erkennbarer Steigerung.

Letzte Ausfahrt Kiel

Hannes Wolf setzte sein strahlendstes Lächeln auf. „Ich bin noch nicht urlaubsreif“, verkündete der HSV-Trainer gut gelaunt bei der heutigen Pressekonferenz vor der abschließenden Partie des Jahres am Sonntag bei Holstein Kiel. Kein Wunder – er ist ja auch erst seit 23. Oktober im Amt und feiert damit am Spieltag gerade einmal sein zweimonatiges Dienst-Jubiläum in Hamburg. Auch seine Mannschaft hat bei den vorigen Siegen wenig Müdigkeit erkennen lassen, körperliche Defizite waren nicht zu sehen. Allerdings: die eine oder andere muskuläre Problematik mehr, die sich in diesen Tagen einstellt, verdeutlicht, dass der Akku der HSV-Profis vor dem 20. Pflichtspiel dieser Saison so langsam in den orangefarbenen Bereich wechselt. Die wichtigste Personalfrage bleibt dabei nach wie vor unbeantwortet: Pierre Michel Lasogga ist weiterhin ungewiss für die Partie im Holstein-Stadion – Entscheidung wahrscheinlich nach dem Abschlusstraining am Sonnabend.

Sieger-Mentalität

Wie oft haben wir das in den vergangenen Jahren gehört und gesehen: Beim HSV werden die Spieler kontinuierlich schlechter. Hier in Hamburg sind alle zu schnell zufrieden. Aufblühen – das tun sie erst wieder bei einem neuen Verein. Hier will jeder nur Geld abzocken. Keiner entwickelt sich. Und: Es gibt keine Gewinner-Mentalität.

Stürmerschwund vor Offensivspektakel

So, da ist sie also. Die jährliche Grippe. Gerade noch rechtzeitig vor dem letzten Spiel des Jahres 2018. Und zum Glück auch noch rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest hat es mich erwischt. Aber, was hilft. So schlimm Misses dann auch wieder nicht. Eine Runde Gripostad, viel heißer Tee  mit Honig - und weiter geht’s! Denn wo der HSV keine Pause macht, ist selbige auch hier nicht drin. Und wenn ich so die Anzeichen vor dem letzten Spiel des HSV in 2018 richtig deute, steht uns sogar ein außergewöhnlich stürmischer Vorweihnachtstag bei Holstein Kiel bevor. „Wir spielen immer auf Sieg.

Es gibt nur diesen einen Weg

Gestern haben wir uns anfänglich noch gewundert, wie  wenig trainiert wurde - heute wurde die Zeit schon nachgeholt. So könnte man es sehen, wenn man die Trainingszeiten bei Hannes Wolf zusammenrechnet. Denn nach den aktiv-erholenden 60 Minuten gestern folgten heute gleich mal wieder 100 Minuten Vollgas im Training. Duisburg steht auf dem Plan. Ruhrpott, Freitagabend im Vorprogramm, allein das Wetter soll ein wenig besser werden mit gelegentlichem Sonnenschein. Aber der Rasen in der „Schauinsland-Reisen-Arena“ (was’ ein Name…!) ist schon arg malträtiert und wird dem Kombinationsfußball des HSV, der mir insbesondere in der ersten Halbzeit gegen den SC Paderborn gefallen hat, abträglich sein. Ebenso wie der mögliche Ausfall von Aaron Hunt, der auch heute wegen muskulärer Probleme fehlte. Ob und inwieweit der Kapitän, der in den letzten 15 Pflichtspielen immer von Beginn an auflief (ist ihm in den drei Jahren zuvor nie gelungen) am Freitag wieder dabei sein kann ist derzeit noch offen.

Wohltuend langweilig

Er ist keiner, mit dem man täglich Schlagzeilen produzieren kann. Für den Boulevard also eher genau das Gegenteil: Hannes Wolf relativiert gern, wenn Dinge in die eine oder andere Richtung seiner Meinung nach zu extrem ausschlagen. „Und das ist ja nicht nur hier so, sondern generell im Fußball üblich“, sagt der Trainer, dem das Schwarz-Weiß-Denken ganz offensichtlich gegen den Strich geht. Wenn er sich in die Fragerunden begibt, achtet er stets darauf, immer wieder die goldene Mitte zu finden. Beispiel gefällig?

Vagnoman ist aktuell der bessere Arp

Es hat immer auch etwas von Resignation, wenn der Trainer nach den geheimen Einheiten mit uns spricht. „Ach, was erzähl ich euch - ihr habt es ja selbst gesehen“, ist dann immer einer seiner Aussprüche. Zumeist mit einem leicht gequälten Lächeln dazu. Heute, wo eigentlich wieder eine nicht öffentliche Trainingseinheit anstand, verzichtete der Trainer schon ganz auf verschlossene Türen. Ebenso auf taktische Geschichten während der Einheit. kein Abschlussspiel, keine Standrads - nur technische Übungen mit viel Torabschlüssen. Die Psychologie des Erfolges - immer wieder gab es Torerfolge.

Reise ins Unbekannte - mit Bates statt Lacroix gegen Ingolstadt?

Etwas mehr als sechs Minuten hatte es gedauert - dann waren alle Fragen beantwortet. Oder besser gesagt: Es gab einfach keine Fragen mehr. Und die wohl kürzeste Pressekonferenz dieser Saison machte damit nur noch einmal deutlich, dass es vor diesem Spiel eigentlich auch nicht mehr viel zu sagen gibt. Der Tabellenführer beim Tabellenletzten - das klingt dabei auch erst einmal nach einer sehr klaren Rollenverteilung. Und doch täuscht die Situation. Denn der FC Ingolstadt galt vor der Saison nicht umsonst als eine der spielstärksten Mannschaften der Liga.

Der Entscheider

Vier Spiele sind es noch. Erstmals geht eine HSV-Saison dabei sogar bis zum Vortag des Heiligabends. Also so lange wie noch nie. Und dennoch muss Sportvorstand Ralf Becker (nicht erst) jetzt ein klares Fazit der Hinrunde ziehen um zu sehen, ob, wo und wie nachgebessert werden muss in der Winterpause.  Dass man immer wieder betont, mit dem aktuellen Kader zufrieden zu sein, ist normal. Als Tabellenführer ist man zudem voll im Soll. Dennoch gibt es intern schon längst eine Prioritätenliste - allerdings mit außergewöhnlich vielen Konjunktiven.

Ruhetag? Mitnichten.

Trainingsfreier Tag - zumindest fast. Denn die Youngster Fiete Arp, Josh Vagnoman, Jonas David und Bakery Jatta zogen auch am freien Tag durch. Sie absolvierten eine Einheit am Volkspark, während die Kollegen sich behandeln ließen oder einfach nur frei hatten.

Hunt fehlt, Hwang dabei - morgen kommt die Bilanz

Oh Mann, das wird wieder unschön. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Wahl zum Präsidenten des e.V. zum großen Politikum wird.Und auch ich muss dieses Thema hier weiter behandeln, da es täglich Neues gibt - und geben wird. Dennoch will ich diesen Blog heute sportlich beginnen. Denn das ist und bleibt der Kern des Ganzen, angefangen beim Training der Profis, die sich heute Nachmittag nach drei freien Tagen wieder am Volkspark einfanden und von 16 Uhr an die finale Phase der Vorbereitung auf das nächste Topspiel begannen. Union Berlin steht in genau einer Woche auf dem Plan.

Vorhang auf für ein kleines bisschen Horrorshow...

Wie gestern angekündigt, kommt der Blog heute in einem anderen Format, als Podcast. Klickt einfach drauf, dann könnt Ihr Euch anhören, was heute so über den HSV berichtet wird - und wie ich das eine oder andere Thema einsortiere. Unter anderem gibt es schon jetzt Äußerungen von Verantwortungsträgern vor der Wahl, die dieser eine unnötige Schärfe beifügen. Kurz gesagt: Sie sind einfach unpassend. Wie sangen schon die Toten Hosen vor ein paar Jahrzehnten? "Vorhang auf für ein kleines bisschen Horrorshow..." Aber hört selbst:

Wer gewinnt, hat recht...

Es ist jetzt nicht gerade so, dass er die Kamera sucht oder morgens aufwacht und sich der ganzen Welt unbedingt mitteilen will. Nein, Hannes Wolf redet zwar gern über Fußball. Allerdings will er dafür auf den Platz, in die Kabine - er will zur Mannschaft sprechen. Und selbst dann hält er sich betont kurz. „Das Prinzip ist am Anfang aber immer gleich: Du solltest nicht zu viel auf die Spieler einreden. Ganz klar und auf den Punkt und dann erst einmal raus und trainieren“, sagte er heute im Interview mit dem Abendblatt. „Daraus entwickeln sich dann die Themen, die du bearbeiten musst. So war es in Stuttgart, so war es beim HSV – und so war es auch bei der SG Eintracht Ergste in der Kreisliga.“

Wolf: „Wir freuen uns über die Siege - aber wir feiern noch nichts…“

Auch sonst herrscht beim HSV derzeit gute Stimmung vor. Allen voran bei Sportvorstand Ralf Becker, der nach dem Trainerwechsel viel Kritik einstecken musste. Dementsprechend erleichtert ist er nach nunmehr vier Siegen aus vier Spielen unter Wolf dann auch: „Das waren gute 14 Tage. Wir freuen uns, dass wir vor der Länderspielpause noch mal nachlegen konnten. Man muss sich das Selbstvertrauen immer hart erarbeiten. Wir sind auf einem guten Weg, merken aber von Woche zu Woche, dass uns nichts geschenkt wird. Deswegen ist es so wichtig, dass man das Gefühl des Siegens in sich hat. In der einen oder anderen Situation kann das dann auch entscheidend sein. Heute waren wir nach dem 1:1 zehn, 15 Minuten etwas unsicher. Und dann kommt man aber nach der Halbzeit raus und legt direkt nach. Das ist wichtig, dass man auch mit so einem Rückschlag gut umgeht. Das sind alles Prozesse.“

Das riskante Spiel mit Lacroix

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber für mich ist es immer noch sehr ungewohnt, um 13 Uhr den Fernseher anzumachen, um die HSV-Konkurrenz live zu erleben. Mein Bio-Rhythmus ist noch immer auf 15.30 Uhr getrimmt. Wobei ich mir das auch inzwischen 43 Jahre lang antrainiert habe. Dennoch, heute war ich wieder zu spät dran mit der Zweiten Liga live. Aber aus gutem Grund, denn der HSV hat heute Vormittag schon trainiert.

Lauerstellung allein reicht nicht

„Zu Hause wollen wir natürlich gewinnen. Das haben wir wieder nicht geschafft. Wir sind nicht zufrieden.“ Sätze, die so von jedem HSV-Spieler sowie von jedem Verantwortlichen hätten kommen können.

Warum nicht einfach mal einfach?

Heute kommen wir gleich mal in dreifacher Ausführung rüber. Zunächst mit der Taktikanalyse von Tobi am Morgen, jetzt mit einem kurzen Schriftblog - und parallel dazu mit einem Video-Blog, den ich heute mit Kevin aufgenommen habe und der hier ab 20 Uhr zu sehe sein wird. Darin behandeln wir eigentlich alle Themen, die sich rund um den HSV ergeben haben und weiterhin aktuell sind. Deshalb kann und werde ich diesen Blog hier auch kurz halten.

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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