Marcus Scholz

26. August 2018

Sie kamen nur leicht verspätet – und sorgten für einen tiefen Atemzug bei den wenigen Zuschauern am Rande des Volksparkstadions: Tatsuya Ito und Douglas Santos schlenderten knapp zehn Minuten nach dem Rest der Mannschaft auf den Trainingsplatz. 20 Minuten hatte man vorher im Stadion Standards geübt, bevor es auf den Nebenplatz zum Abschlusstraining ging. Torabschlussübungen standen auf dem Plan. Und  in der vermeintlichen A-Elf durfte Pierre Michel Lasogga plötzlich vorne ran. Hinter ihm wechselten sich Aaron Hunt und Lewis Holtby auf der zehn immer wieder ab. Ergo: Titz lässt sich vor dem Spiel gegen Bielefeld am Montagabend um 20.30 Uhr nicht in die Karten schauen.

Auch hinten ist es offen. Zuletzt hatte Titz immer wieder mit Rick van Drongelen und Leo Lacroix geübt. Er wollte sehen, inwieweit der neue Schweizer sich schon eingefunden hat. Ob das auch für das Spiel gegen Bielefeld gilt? Tendenziell nicht. Ich glaube, dass Titz erneut auf David Bates setzt. Ich glaube, dass Titz morgen wie folgt spielen lässt: Pollersbeck – Sakai, Bates, van Drongelen, Santos – Mangala – Narey, Holtby, Hunt, Ito – Lasogga. Wobei es rein von der taktischen Aufstellung her heute fast so aussah, als würde Youngster David Jonas auf der Sechs beginnen...

Ansonsten war es recht unspektakulär beim Abschlusstraining. Oder einfach nur unaufgeregt – was gut wäre. Denn morgen gegen die Arminia aus Bielefeld geht es auch darum, den Fehlstart gegen Holstein Kiel zu revidieren. So sieht es auch Titz. Zudem geht es erneut unter Flutlicht ran, erneut vor großer Kulisse. Zum einen an den TV-Geräten – zum anderen die rund 45.000 Fans im Stadion (Bislang sind 43.500 Tickets abgesetzt). Josha Vagnoman, Matti Steinmann sowie die Langzeitverletzten Jairo, Jung und Papadopoulos werden nicht dabei sein.

„David und Leo haben beide gut trainiert“, so Titz, „das wird eine schwere Entscheidung. Für morgen wäre beides vorstellbar, beide bewegen sich auf Augenhöhe.“ Und beide bringen das mit, was man morgen gegen die beiden hoch gewachsenen Bielefelder Offensivspieler braucht: Kopfballstärke. „Es ist definitiv eine Überlegung, da Bielefeld viel über die hohen Bälle kommt“, sagt Titz, der den Gegner wie gewohnt lobte und seine Mannen warnte: „Bielefeld ist sehr kompakt, hat zwei fleißige Sechser im Mittelfeld, die die Räume eng machen“, warnte HSV-Trainer Christian Titz heute und ließ auch bei der Pressekonferenz offen, wie er spielen lassen wolle. Er erwähnte die jeweiligen Qualitäten und lobte die vorhandene Vielfalt.

 

Und da kann ich mitgehen. Ich würde morgen tatsächlich das Momentum bei Lasogga nutzen, der gegen Erndtebrück doppelt getroffen hatte und im Training auch den abschlussstärksten Eindruck machte. Fiete Arp ist der spielstärkste Stürmer, Manuel Wintzheimer offenbar zumindest für Bielefeld keine Alternative. Das wiederum ist Hunt, wie Titz heute noch mal betonte. Allein, weil er im Training nicht ganz vorn wirkte, glaube ich, dass diesmal noch Lasogga vorn beginnt und helfen darf, den Dreier zu holen, der den HSV nebenbei auch am FC St. Pauli vorbeiziehen lassen würde. „Ich würde unseren Fans gern diesen Wunsch erfüllen. Aber das wird ein hartes Stück Arbeit – der Rest ist zweitrangig“, warnt Titz.

Gewarnt ist der HSV auch vor Wehen Wiesbaden – dem Gegner in der zweiten Runde des DFB-Pokals, wie es die Auslosung heute ergeben hat. „Wir sind durch die 1. Runde gewarnt, dass man im Pokal bei einem Drittligaverein absolut fokussiert sein muss. Wir müssen unsere Leistung zu 100 Prozent abrufen, um in die nächste Runde einzuziehen. Wir wollen unbedingt das Achtelfinale erreichen“, forderte Sportvorstand Ralf Becker heute. Das Spiel findet am 30.10. oder 31.10. in der Brita-Arena bei Wehen Wiesbaden statt.

Stattfinden wird auch wieder unser Rautenperlen-Talk. Diesmal am Dienstag – und auch diesmal wieder mit einem sehr spannenden Gast: Cheftrainer Christian Titz erweist uns die Ehre! Und der Trainer wird auch einige Eurer Fragen beantworten, sofern Ihr uns diese an kontakt@rautenperle.com schickt. Wir werden dann einige Fragen aussuchen und sie dem Trainer stellen. Zudem wird erstmals mein Freund und Kollege Tobias Escher dabei sein. Der Taktikfuchs und Analyst wird uns das Spiel gegen Bielefeld analysieren und sicher die eine oder andere sehr interessante Frage daraus an den Trainer ableiten! Ich freue mich auf jeden Fall riesig darauf! Fast so, wie auf das Spiel morgen Abend gegen Arminia Bielefeld...!

 

Bis dahin!

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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