Christian Hoch

15. Oktober 2019

Die Vorbereitungen auf die Mega-Wochen für den HSV in der zweiten Bundesliga laufen. Ab Montag geht es innerhalb von nur elf Tagen gegen Arminia Bielefeld (21.10.) und zweimal gegen den VfB Stuttgart (26.10. in der Liga; 29.10. im DFB-Pokal). Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking geht mit 20 Punkten nach neun Partien und der Tabellenführung im Rücken in diese richtungsweisenden Spiele. Doch Zweifel sind noch nicht gänzlich ausgeräumt. So besteht der HSV die Mega-Wochen.

Am Dienstagabend konnte schon einmal der erste HSV-Spieler seinen ersten Sieg in dieser Woche feiern. Rick van Drongelen spielte mit der niederländischen U21-Nationalmannschaft auswärts in Norwegen. Endstand 4:0 für die Niederlande. Torschütze zum 1:0 in der 30. Minute: Rick van Drongelen. Selbstvertrauen und positive Gefühle für die kommenden Aufgaben in Hamburg und beim HSV. Auch Rechtsverteidiger Josha Vagnoman wird gestärkt von seiner Länderspielreise mit der deutschen U21 zurückkehren. Gegen den amtierenden Europameister Spanien durfte Vagnoman 72 Minuten lang spielen und machte seine Sache beim 1:1 mehr als ordentlich. Auf jeden Fall sah sich U21-Trainer Stefan Kuntz bestätigt, den schnellen und talentierten Mann vom HSV nominiert zu haben und lobte ihn dafür, dass er flexibel einsetzbar sei. Spätestens wenn van Drongelen und auch Vagnoman in den nächsten zwei Tagen von ihren Nationalmannschaften zurück sind, wird die Intensität auf dem Trainingsplatz beim HSV noch einmal steigen. Grund: Die Mega-Wochen in der zweiten Liga stehen an.

Gegner Nummer eins: Arminia Bielefeld

Am kommenden Montag trifft der HSV im Montagsspiel auf Arminia Bielefeld. Trotz jahrelanger Freundschaft, die diese beiden Klubs sowohl sportlich als auch auf den Fantribünen begleitet, birgt dieses Auswärtsspiel eine gewisse Bilanz. Die Arminia liegt nur zwei Zähler hinter dem HSV auf Platz drei in der Tabelle und wird alles versuchen, am Favoriten vorbeizuziehen. Beim Duell der Ostwestfalen mit den Rothosen werden außerdem zwei völlig verschiedene Transfer-Herangehensweisen im Sommer aufeinandertreffen. Die erste Mannschaft von Bielefeld ist die mit Abstand eingespielteste Elf der zweiten Liga. Im Sommer verpflichtete der DSC nominell nur sechs Zugänge. Zum Vergleich: Der HSV schlug auf der Zugangsseite gleich doppelt so oft zu, vollzog insgesamt wohl den größten Umbruch der Vereinsgeschichte.

Gegen Bielefeld darf der HSV vor allem nicht sein „Auswärtsgesicht“ aus den vergangenen beiden Partien beim FC St. Pauli (0:2) und beim SSV Jahn Regensburg (2:2) zeigen. Sonst wird die Partie mit ziemlich großer Sicherheit verloren gehen. Arminia ist stabil, hat einen souveränen Trainer mit Uwe Neuhaus und weiß, wie man den HSV schlägt. In der vergangenen Rückrunde gewann die Neuhaus-Elf verdient mit 2:0 zuhause gegen die Hamburger.

Gegner Nummer zwei: VfB Stuttgart

Höchster Marktwert der aktuellen Saison- check. Höchste Transferausgaben im vergangenen Sommer - check. Ehemalige Stars wie Mario Gomez - check. Der VfB Stuttgart ist und wird auch die gesamte Saison in der zweiten Bundesliga der turmhohe Aufstiegsfavorit sein. Mit enormen finanziellen Aufwendungen soll der direkte Wiederaufstieg in die Bundesliga um jeden Preis gelingen. Doch die Mannschaft von Neu-Trainer Tim Walter wirkt noch nicht stabil. Das hat nicht nur zuletzt die überraschende 1:2-Pleite gegen Abstiegskandidat Wehen Wiesbaden gezeigt, sondern wurde auch schon in Phasen der Partien deutlich. Im Video schätzt Ex-HSV-Trainer Bruno Labbadia die Chancen vor der Partie ein. Er trainierte unter anderem auch die Stuttgarter.

 

Dennoch liegen die Stuttgarter punktgleich mit dem HSV an der Tabellenspitze - die beiden kommenden Spiele gegen die Schwaben werden also sicherlich zum absoluten Giganten-Treffen des deutschen Unterhauses. Vorteil HSV: Beide Partien - sowohl in der Liga als auch im DFB-Pokal - finden im heimischen Volksparkstadion statt. In dieser Saison ist die Hecking-Elf zuhause noch ungeschlagen. Damit das so bleibt braucht es gegen den VfB eine Top-Leistung in allen Mannschaftsteilen.

Nach diesen drei Partien kann - nach dann 13 Pflichtspielen - eine erste aussagekräftige Standortbestimmung des HSV getätigt werden. Wie reif ist die Mannschaft wirklich? Wie gut ist sie im direkten Duell gegen die Mitfavoriten auf den Aufstieg? Wer sticht hervor? Wie können die nächsten Wochen bestritten werden? Auf alle diese Fragen wird es nach diesen drei Spielen Antworten geben. Der HSV muss dem Druck standhalten - das traue ich der Mannschaft nach dem bisherigen Saisonverlauf auch absolut zu. Und ihr?

Frage an die Community: Was sind Eure Prognosen für die Mega-Wochen?

An dieser Stelle ein kleiner Einschub und eine Frage an euch, liebe Leserinnen und Leser: Schreibt gerne Eure Meinung in die Kommentare: Wie werden die drei Spiele gegen Bielefeld und den VfB Stuttgart ausgehen? Wir sind gespannt auf Euer Feedback.

Papadopoulos und Hunt individuell - Jung und Moritz wieder voll dabei

Personell machte beim HSV zu Wochenstart vor allem eine Personalie Sorgen: Kapitän Aaron Hunt. Am vergangenen Montag konnte der Routinier überhaupt nicht mitwirken. Grund: muskuläre Probleme. Immerhin am Dienstag absolvierte er gemeinsam mit Kyriakos Papadopoulos eine individuelle Einheit auf dem Trainingsplatz - ein Hoffnungsschimmer. Sein Einsatz gegen Bielefeld ist dennoch weiter fraglich. Anders sieht die Situation dafür bei Gideon Jung und Christoph Moritz aus. Nach ihren Verletzungen sind beide Defensivakteure wieder zurück im Mannschaftstraining. Während Jung kürzer ausgefallen war, dürfte es bei Moritz nach seinem Schlüsselbeinbruch noch etwas länger dauern, bis er zu seinem Rhythmus gefunden hat.

Zum Abschluss in eigener Sache:

Scholle hat es kurzfristig gesundheitsbedingt ordentlich erwischt. Er liegt mit einer Mandelentzündung im Bett und kuriert sich aus. An dieser Stelle soll ich euch von ihm aber trotzdem ganz lieb grüßen, er arbeitet am Comeback und wird gestärkt wiederkommen - da bin ich mir sicher. Gute Besserung, lieber Scholle!

Deswegen müsst ihr auch morgen um 7:30 Uhr mit meiner Stimme beim gewohnten Morning-Call Vorlieb nehmen. Ich freue mich darauf, euch mit allen Informationen rund um den HSV versorgen zu dürfen.

Bis dahin!

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.