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Die HSV-Anleihe funktioniert

15,4 Millionen Euro – diesen Wert hat die neue HSV-Anleihe inzwischen erreicht. Das verkündete der HSV-Vorsitzende Bernd Hoffmann gestern bei der Küchenparty mit Sponsoren im Elysée Hotel stolz. Damit sind von der neuen Fan-Anleihe 2019/26 nur noch gut zwei Millionen Euro übrig. Und selbst wenn das Tempo der Anleihen-Verkäufe diesmal etwas langsamer ist als bei der alten Jubiläums-Anleihe vor sieben Jahren, so deutet sich nun auch diesmal eine Vollplatzierung an, die bei 17,5 Millionen Euro liegt.

Was wird aus Fiete Arp?

Sorgen um den Nachwuchs muss man sich tatsächlich machen. Behaupte ich. Aber längst nicht nur ich. Dabei wurde gerade hier in Hamburg für die fehlenden Toptalente Deutschlands gern Fiete Arp als Beispiel genommen. Mit der Fritz-Walter-Medaille höchstdekoriert, schafft er beim HSV nicht den Sprung in die Startelf. „Wenn der es schon beim HSV nicht schafft…“ heißt es oft, wenn mir fachkundige Kollegen und Freunde erklären wollen, dass das Beste aus den jeweiligen Jahrgängen - in Arps Fall ist es der 2000er-Jahrgang - dem internationalen Vergleich nicht standhalten könnte. England, die Niederlande, Frankreich, Portugal und Spanien seien doch sehr viel weiter. Und sowieso, Fiete Arp sei eine große Enttäuschung. Zehn Tore hätte man sich intern von dem Mann versprochen, der schon beim FC Bayern unterschrieben hat. Gekommen sind bis heute: Null. Okay, im Pokal gegen einen unterklassigen Gegner hatte Arp zuletzt für den HSV getroffen, aber das zählt nicht…

Viel zu viele Konjunktive

„Der HSV steckt in der Zwickmühle“ - so titelt die BILD heute. Und die Kollegen treffen damit voll ins Schwarze. Wobei - sie hätten damit in vielen Themen ins Schwarze getroffen, denn der HSV steckt nicht nur in der Causa Klaus Michael Kühne in einer Zwickmühle, sondern fast überall. Denn nicht zuletzt die aktuelle Champions-League-Phase zeigt: Geld schießt im Fußball eben doch Tore - wenn man es richtig einsetzt. Womit wir wieder zu einer der Zwickmühlen des HSV kommen. Denn der hat kein Geld, braucht aber welches. Und derjenige, der da helfen könnte, würde dafür Anteile kaufen wollen, die der HSV (noch?) nicht verkaufen kann, weil die Mitglieder einem Anteilsverkauf über die 24,9-Prozent-Hürde auf der letzten Mitgliederversammlung im Januar ihr Veto vorgeschoben hatten. Stattdessen sollte das sogar in der Satzung verankert werden, was bislang aber aus verschiedenen Gründen noch nicht geschehen ist.

Nach Darmstadts Umstellung ging's bergab

Gegen Darmstadt 98 spielte der Hamburger SV die vielleicht beste Halbzeit der Saison. Leider hielt der Glanz nur 45 Minuten. Unser Taktikanalyst Tobias Escher verteilt ein Lob an den Gegner, der nach der Pause die richtigen Schlüsse zog. Und er kritisiert eine Hamburger Mannschaft, die nach der Führung die Zügel schleifen ließ.

Wolf hadert - und Kühne will 24,9-Prozent-Hürde kippen

Hochmut kommt vor dem Fall. So heißt es und viele sehen das Spiel gegen Darmstadt als den letzten Beweis dafür beim HSV. 2:0 geführt, eine Dominanz wie selten zuvor an den Tag gelegt - und dann doch noch mit 2;3 verloren. Passend hierbei: Beim FC St. Pauli fällt das 0:3,  die HSV-Fans stimmen daraufhin „Wer wird Deutscher Meister“ an - und keine 30 Sekunden später bekommt der HSV den Anschlusstreffer, der das Spiel komplett kippen ließ. „Da wird ein tiefer Ball hinten reingespielt, den gar keiner mitkriegt und wir sind alle null orientiert“, ärgerte sich Trainer Hannes Wolf heute über den Gegentreffer, bei dem Sakai und Bates pennen und der das unverlierbar wirkende Spiel kippen ließ. „Wir haben es uns komplett selbst zuzuschreiben, dass das Spiel plötzlich wieder aufgeht“, ärgerte sich Wolf heute noch über die verschenkten drei Punkte.

2:3 nach 2:0 gegen Darmstadt - ein unverlierbares Spiel verloren

Wenn sich die 54.668 Zuschauer im Stadion nach zehn Minuten das erste Mal komplett von den Sitzen erhebt, das nach 19 Minuten wiederholt, dann muss schon einiges ganz gut gelaufen sein. So, wie heute beim HSV, der seinen Gast Darmstadt 98 von der ersten Sekunde an nicht daran glauben ließ, hier etwas Zählbares mitnehmen zu können. Dass die Gäste am Ende nicht nur einen sondern gar alle drei Punkte mitnahmen, es war einem Spiel geschuldet, das ich so schon lange nicht mehr gesehen habe. Im negativen Sinne.

Endlich wieder Fußball...!

Die Lizenzunterlagen sind schon vor dem letzten Abgabetermin eingereicht gewesen und der HSV setzt weiter auf die Erteilung der Lizenz ohne Bedingungen und Auflagen. Im April wird das Ergebnis der DFL erwartet und bis dahin werden die Verantwortlichen weiter versuchen, die noch offenen Baustellen abgearbeitet zu haben. Fan-Anleihe (es fehlen knapp fünf Millionen Euro), der Verkauf des Stadionnamens (vier Millionen Euro) und der Hauptsponsor (Erste Liga 7 Millionen, Zweite Liga drei Millionen Euro) fehlen und sollen, Stand heute, durch Spielerverkäufe gedeckelt werden. Genauer genommen durch den Verkauf von Douglas Santos und den feststehenden Verkauf von Fiete Arp  (3,5 Millionen Euro vom FC Bayern). Hinzugerechnet wurden in den Finanzierungsplänen des HSV für die neue Saison relevante Einsparungen an Gehältern bei Spielern sowie Trainern (Verträge von Gisdol, Hollerbach und Titz  laufen am Saisonende aus).

Wolfs Appell vor den Wochen der Wahrheit

Da isser wieder, der schöne, triste Zweitligaalltag. Hamburger Schmuddelwetter, Training am Volksparkstadion und einen Hammergegner wie Darmstadt 98 vor der Brust. Sollte man meinen. Aber in diesem Fall ist es anders, denn der HSV hat ganz entscheidende vier Wochen vor sich. Sportlich und wirtschaftlich. So müssen die HSV-Verantwortlichen bis Freitag die Lizenzunterlagen bei der DFL einreichen. Mit vielen offenen Baustellen im Gepäck aber gewohnt optimistisch. Vorstandsboss Bernd Hoffmann äußerte sich dazu sogar sehr deutlich, indem er die Hoffnung aussprach, ohne jede Auflage und Bedingungen die Lizenz zu bekommen. Mehr noch: Das Szenario der Zahlungsunfähigkeit schloss er definitiv aus. Derart eindeutige Worte des Vorstandsbosses, dass diese nur einen Schluss zulassen: Hoffmann hat einen Plan B ohne Klaus Michael Kühnes Hilfe in der Hinterhand. Und solange der keine (noch immer möglichen) Verkäufe von AG Anteilen über die 24,9 Prozent hinaus oder andere teure Schulden beinhaltet - der HSV wäre tatsächlich das erste Mal seit langem auch finanziell auf einem guten Weg.

Vorteil dank Raumbesetzung

Derbysieg! Es war ein überraschend einseitiges Spiel im Millerntor-Stadion. Dass der HSV die Partie derart dominieren konnte, lag auch am veränderten Spielsystem. Hannes Wolf stellte seine Mannschaft richtig ein. Wenn HSV-Fans nach zwei Dritteln der Saison eins gelernt haben, ist es die Tatsache, dass die Zweite Liga alles andere als ein Spaziergang ist. Wer als Traditionsteam aus der Ersten Liga herunter stolpert, sieht sich plötzlich einem Haufen hart arbeitender, gut verteidigender Gegner gegenüber. Der Hamburger SV tat sich in dieser Saison entsprechend schwer, gegnerische Defensivreihen zu knacken. Siege mit mehr als einem Tor Unterschied waren eine Seltenheit.

Jetzt kommen die wirklich heißen Tage

Natürlich ist es ein schönerer Wochenbeginn als sonst. Siege verschönern die Arbeitswoche gerade bei uns Journalisten - zumindest fast immer. Und Derbysiege umso mehr. Wenn diese dann auch noch so deutlich wie gestern ausfallen - besser hätte man es sich gar nicht ausdenken können. Sieben Punkte Vorsprung, wieder drei Punkte vor Union Berlin auf Rang zwei geklettert und nur noch einen Punkt hinter Tabellenführer 1. FC Köln - der Sonntag hat dem HSV das Maximum an Positivem gegeben, was er hätte erreichen können. Und das gilt auch für die Spieler, die spontan heute und morgen (morgen war allerdings eh geplant) frei bekommen haben. Erst am Mittwoch geht es für die Spieler und Trainer am Volksparkstadion weiter. Gut für die siegreichen Akteure von gestern, die die Nacht über feiern durften und das im „Zwick“ und anderswo auch ausgiebig gemacht haben sollen, wie ich gehört habe. Allerdings ist dieser spontan freie Tag eher kontraproduktiv für unseren Rautenperlen-Talk, der dadurch spontan auf seinen Gast verzichten muss. Es ist allerdings eine Absage, um die schon gestern gebeten wurde - und die wir sehr gut akzeptieren können. Man muss die Feste auch mal feiern dürfen, wie sie fallen.

Starkes 4:0 am Millerntor - HSV gewinnt Stadtmeisterschaft

Das wird eine angenehme Arbeitswoche. Dank der Torschützen Pierre Michel Lasogga (2), Khaled Narey, Santos und auch sonst allen HSV-Profis, die das erste Mal in dieser Saison einen Sieg einfuhren, an dem es so gar nichts zu rütteln gibt. Gleich mit 4:0 wurde das so heiß erwartete Stadtderby im mit 29.546 Zuschauer restlos ausverkauften Millerntor gewonnen. „Ich hatte schon viele schöne Tage im HSV-Trikot. Aber heute war es ein ganz besonders schöner“, freite sich Lasogga nach dem Spiel und Kollege Berkay Özcan ergänzte: „Es ist unglaublich, ein Derby mit 4:0 zu gewinnen. Es war insgesamt eine starke Mannschaftsleistung“, so der Mittelfeldspieler, während Keeper Pollersbeck über den Derby-Doppeltorschützen Lasogga scherzte: „Vielleicht bauen sie ihm ja jetzt eine Statue auf der Reeperbahn...“

Ein außergewöhnliches Spiel bei einem ganz normalen Zweitligisten

Manchmal ist weniger mehr.  Und auch diesmal wäre etwas weniger schon deutlich besser gewesen. Finde ich. Denn beim Lesen der Tageszeitungen fiel mir das Doppelinterview von St. Paulis Klubpräsident Oke Göttlich mit Marcell Jansen auf. Immer wieder betonte Göttlich darin, wie viel Geld der HSV ausgegeben habe. Er deutete an, dass die Stadt den Verein finanziell bevorzugen würde und dass die unterschiedlichen Etathöhen den Wettbewerb ungleich werden ließen. Der Diplom-Sportwirt versuchte in diesem Interview ein Bild zu bemühen, das es so schon längst nicht mehr gibt. das von dem etwas anderen Fußballverein.  Denn eines steht fest: Der „etwas andere Klub“ vom Millerntor ist inzwischen ein komplett normaler Zweitligist geworden. Finanziell erfolgreich und kommerzialisiert bis ins kleinste Teilchen - und das ist auch völlig okay. Solange man es nicht leugnet.

Noch ist alles sehr harmonisch

Das war zu knapp geplant. Und ich hätte es eigentlich auch besser wissen müssen. Denn so ein Stadtderby ist eben kein normales Spiel. Im Gegenteil: Es kurbelt die Berichterstattung rund um die beiden Hamburger Zweitligaklubs so an, als würde man Erste Liga, wenn nicht gar in der Champions League spielen. Vereinspräsidenten werden gegeneinander geschnitten, ehemalige Toptorjäger wie Ivan Klasnic und Sergej Barbarez sind bei Sky ebenso gefragt, wie in unserem Rautenperle-Talk, den Ihr morgen ab 16 Uhr auf unserem Kanal sehen könnt. Zudem werden alle Parallelen und Schnittmengen zwischen beiden Klubs aufgezeigt.

Eine Frage der Raumaufteilung

Hamburgs später 1:0-Sieg gegen Fürth war – vorsichtig formuliert – kein allzu großer Leckerbissen. Über weite Strecken des Spiels biss sich der HSV die Zähne aus an Fürths enger Manndeckung. Warum sich der HSV so schwer tat, analysiert unser Taktik-Kolumnist Tobias Escher. Wer die Schwachstelle des Hamburger SV in dieser Zweitliga-Saison sucht, muss nur einen Blick auf die Tabelle werfen. 24 Spiele sind absolviert, gerade einmal 32 Tore hat der HSV erzielt; damit stehen sie in der Liga auf Rang zehn. Auch gegen Greuther Fürth taten sich die Hamburger mal wieder äußerst schwer.

Bitter: Hwang fällt vier Wochen aus

Welch bittere Diagnose: Hee chan Hwang fällt für mindestens vier Wochen aus. Dass er gegen den FC St. Pauli am Sonntag nicht dabei sein würde, war ziemlich klar. Dass er sich allerdings gleich die Sehne im hinteren Oberschenkelmuskel angerissen hat und mindestens vier Wochen ausfallen wird ist dann doch ein Schock für den HSV. Damit fehlt der Angreifer, der schon seit der Winterpause bis in den Februar hinein verletzt war (Hüfte). Nach gerade mal drei Einsätzen also schon wieder das Aus für Hwang und der Startschuss für die alte Diskussion: Wie viel Spiele verträgt ein Fußballer? Immerhin hat Hwang seit knapp zwei Jahren keine richtig echte Erholungsphase gehabt - abgesehen von den Verletzungspausen, die sich langsam häufen. Mindestens die nächsten drei Spiele (St. Pauli, Darmstadt, Bochum) wird Hwang ausfallen. Glücklicherweise liegt zwischen Darmstadt und Bochum noch eine seit Jogi Löws Neustrukturierung (Hummels, Boateng und Müller sind raus) sehr interessante Länderspielpause, womit Hwang wenigstens eine spielfreie Woche zum Regenerieren dazugewinnt.

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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