Marcus Scholz

29. Oktober 2018

Es waren nur noch wenige Minuten bis zum Trainingsende, als es dann doch passierte: Hee-chan Hwang musste das Training abbrechen. Er fasst sich an den Oberschenkel, humpelte an den Rand und wurde behandelt. Zum Weitermachen allerdings reichte das nicht. Der Südkoreaner verließ daher (kurz) vor den Teamkollegen den Platz vorzeitig. Und er war dann auch nicht in dem 18 Mann starken Aufgebot, das Trainer Hannes Wolf für das Spiel beim SV Wehen Wiesbaden berief. Pollersbeck, Lacroix, van Drongelen, Bates, Douglas, Narey, Holtby, Lasogga, Ito, Mickel, Moritz, Hunt, Arp, Janjicic, Jatta, Sakai, Mangala und Wintzheimer, der für Hwang nachnominiert wurde, reisten mit nach Wehen, um den Einzug in die dritte Runde des DFB-Pokals zu schaffen. Und wie ernst Trainer Wolf das morgige Pokalspiel nimmt, machte er  bereits gestern in der Pressekonferenz deutlich.

Und im heutigen Training unterstrich Wolf, was er gestern meinte. Bis zur Verletzung von Hwang ließ er die identische Startelf des Magdeburg-Spiels auch heute im A-Team trainieren. Also auch David Bates, der sich gegen Magdeburg eine Gelbrote Karte eingehandelt hatte und daher am Montag in der Liga gegen Köln gesperrt ist. Leo Lacroix, der als Ersatz für den gesperrten Schotten in Wiesbaden theoretisch etwas Eingewöhnungszeit bzw. Spielpraxis hätte sammeln können, scheint morgen zunächst nur Ersatz zu sein. Soll heißen, die Startelf würde dem heutigen Training entsprechend so aussehen: Pollersbeck - Sakai, Bates, van Drongelen, Santos - Mangala - Narey, Holtby, Hunt, Ito - Lasogga.

Bei meinem heutigen MorningCall war ich leider nicht auf das Interview von Bernd Hoffmann im NDR Sportclub vom Vorabend eingegangen. Und ich habe mit großem Interesse gelesen, was Ihr hier und in den sozialen Netzwerken über den Auftritt des Vorstandsbosses geschrieben habt. Ich persönlich muss sagen, dass ich den Auftritt als sehr souverän und gut vorbereitet empfunden habe. Hoffmann hat die Titz-Diskussion mit Komplimenten an den Extrainer weggelächelt und den neuen Trainer parallel gelobt. Dass er selbst angegangen wurde schien Hoffmann nur wenig zu tangieren. Zumindest widmete er den Protestierenden kaum bis keine Beachtung. Hoffmann wirkte auf mich auf jeden Fall hochprofessionell. In etwa so, wie Wolf in den letzten Tagen auch.

Und damit komme ich noch mal kurz zum Sportlichen. Es sei keine Englische Woche, Rotation daher nicht nötig, hatte Wolf angekündigt. Mehr noch: Er nannte Wechsel im Hinblick auf das Köln-Spiel abwertend. Dem Gegner und vor allem der Wertigkeit des Pokalspiels gegenüber. Meine erste Reaktion war skeptisch. Ich hätte als Trainer sehr wohl in Erwägung gezogene, dem Ersatz das Pokalspiel zu geben, um sich an Mannschaft und Spiel zu gewöhnen. Zumal Lacroix, der das wahrscheinlich sein dürfte gegen Köln, im Training einen wenig sicheren Eindruck auf mich macht. Man merkt ihm einfach an, dass ihm die Spielpraxis fehlt und er ob der Nichtberücksichtigungen spielerisch Zeit brauchen wird, um wieder ins Team zu finden.

 

Andererseits würde die (wahrscheinliche) Maßnahme, Bates trotz folgender Sperre dem Schweizer vorzuziehen nur unterstreichen, wie ernst Wolf den Wettbewerb nimmt und wie er dem Schotten vertraut. Das wäre zunächst natürlich erst einmal bitter für Lacroix. Andererseits ist so eine Maßnahme durchaus auch ein Fingerzeig an alle Spieler, also auch an Lacroix, dass der Trainer gute Leistungen nicht wegen einer dummen Aktion vergisst. Es ist vertrauensfördernd und sicher gerade zu Beginn der Zusammenarbeit mit der Mannschaft ein sehr gutes Stilmittel.

Aber zum Thema Wolf könnt Ihr hier an dieser Stelle noch ein wenig mehr hören und sehen, wenn unser „Recap“ ab 20 Uhr online geht. Dann werde ich Euch übrigens zusammen mit Kevin auch ein Angebot machen, das Ihr hoffentlich zahlreich annehmt. Ab 20 Uhr werde ich dazu auch einen Topkommentar einstellen, unter den Ihr mit Euren Antworten teilnehmen könnt.

Bis später!

Scholle

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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