Marcus Scholz

6. April 2019

Ich hatte auf ein Remis gehofft, erst danach als Ergebniswunsch einen Sieg der Kieler getippt. Dann hätte der HSV auf beide Mannschaften zwei Punkte geholt. Aber so hat der HSV zumindest die Möglichkeit, den Stadtrivalen weitere Drei Punkte hinter sich zu lassen und den Vorsprung auf den vierten Tabellenrang auf 9 Punkte auszubauen. Man mag es ehrlich gesagt gar nicht so laut betonen, weil der HSV irgendwie ein zuverlässiger Chancen-Liegenlasser ist in dieser Serie - aber ich glaube, diesmal werden sich Hannes Wolf und seine Spieler diese Chance nicht nehmen lassen.

Und das, obwohl es heute zwei Schreckmomente im Training gab. Erst der Abwehrhüne, dann der Rechtsverteidiger. Was aussah, als würden zwei Stammspieler ausfallen, entpuppte sich aber letztlich als  koordinierte Aktion. „Alles okay. Ich sollte früher rein“, so Gotoku Sakai, den es kurz nach Rick van Drongelen vor Trainingsende schon in die Kabine zog. Rückenprobleme zwangen den Japaner gestern auszusetzen und heute noch einmal kürzer zu treten.  Morgen soll er wieder voll mittrainieren. „Es wird auch gehen, kein Problem“, so der ehemalige HSV-Kapitän, während van Drongelen zuletzt gegen Paderborn am Dienstag mit muskulären Problemen ausgewechselt werden musste. Aber auch der Niederländer wird am Montag einsetzbar sein. Damit hat Wolf, der heute bis auf den Magen-Darm-kranken Vasilije Janjicic sowie die drei zur U21 geschickten Fiete Arp, Aaron Opoku und Manuel Wintzheimer tatsächlich alle Feldspieler auf dem Platz hatte, die Qual der Wahl.

In der Offensive, so deutete es sich heute im Training an, wird es voraussichtlich wenig Änderungen geben. Unter den Augen der individuell trainierenden Aaron Hunt, Jairo Samperio, Hee Chan Hwang und Josh Vagnoman ließ Wolf auch heute Bakery Jatta in den verschiedenen Abschlussübungen neben Pierre Michel Lasogga vorne ran, während Lewis Holtby die Position dahinter bekleiden dürfte. Eben spricht vieles dafür, dass Wolf es auch am Montag gegen Magdeburg bei der Dreierkette lässt. Zum einen, weil es das Spiel nach vorn flexibler macht. Zum anderen, wesentlichen aber auch, weil Kyriakos Papadopoulos bei allen verdienten Komplimenten für sein Comeback in Paderborn noch nicht die Wettbewerbsfitness hat, die er braucht, um über 90 Minuten in Eins-gegen-Eins-Situationen gehen zu können.

Zumindest werde ich dieses Risiko noch nicht zu früh eingehen. Zumal dann nicht, wenn die Dreierkette so funktioniert wie in Paderborn. Einzige Gefahr: David Bates wusste sich heute auch offensiv zu empfehlen. Neben Lasogga war der Schotte einer der sichersten Torschützen bei der Torabschlussübung. Aber im Ernst: Abgesehen von Janjicics Krankheit hat Wolf wenig Grund zu wechseln. Bedeutet: Janjicic raus, van Drongelen wieder rein und fertig ist die Startelf: Pollersbeck - Bates, Papadopoulos, van Drongelen - Sakai, Jung, Mangala, Santos - Holtby - Jatta, Lasogga.

Und Magdeburg? Ehrlich gesagt weiß ich über die aktuellen Magdeburger recht wenig, habe sie wenig spielen sehen. Im Hinspiel waren sie aus meiner Sicht einer der schwächsten Gegner der gesamten Saison. Aber das hat nicht s zu bedeuten. Nach dem Trainerwechsel hin zu Ex-HSV-Trainer Michael Oenning haben sich die Elbstädter stabilisiert. Am Montag reist der FCM mit rund 6000 Fans im Gepäck an und einer davon wird Alexander Schnarr sein, der seinerseits einen Blog über die Magdeburger verfasst und mir schon vor dem Hinspiel als Ansprechpartner und Informant zur Verfügung stand. Er wird am Montag einer der 6000 magdeburg-Fans sein, die ihr Team im Abstiegskampf unterstützen. Und mit ihm habe ich heute über das Spiel am Montag gesprochen. Wer also wissen will, weshalb das Rückspiel gegen Magdeburg nichts mehr mit dem Hinspiel gemein haben wird, der sollte dringend mal in den heutigen „MorningCall Spezial“ reinhören. Es lohnt sich!

In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Restabend, bis morgen!

Scholle

 

P.S.: Erfreuliche Nachrichten von der U21, bei der heute Arp sowie die beiden Torschützen Wintzheimer und Opoku maßgeblichen Anteil daran hatten, dass der Tabellendritte Weiche Flensburg mit 4:3 geschlagen werden konnte. Glückwunsch!

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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