Marcus Scholz

18. Dezember 2018

So, da ist sie also. Die jährliche Grippe. Gerade noch rechtzeitig vor dem letzten Spiel des Jahres 2018. Und zum Glück auch noch rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest hat es mich erwischt. Aber, was hilft. So schlimm Misses dann auch wieder nicht. Eine Runde Gripostad, viel heißer Tee  mit Honig - und weiter geht’s! Denn wo der HSV keine Pause macht, ist selbige auch hier nicht drin. Und wenn ich so die Anzeichen vor dem letzten Spiel des HSV in 2018 richtig deute, steht uns sogar ein außergewöhnlich stürmischer Vorweihnachtstag bei Holstein Kiel bevor. „Wir spielen immer auf Sieg. Auch gegen den HSV“, lässt Holstein Kiels Sportchef Fabian Wohlgemut via „BILD“ verlauten und kündigt an, man werde wie immer auch am Sonntag voll auf Angriff setzen. „Unser Fußball ist durch und durch Offensive“, so Wohlgemuth,  während HSV-Trainer Hannes Wolf beim HSV-Training heute schnelle Torabschlüsse üben ließ.

Immer wieder feuerte Wolf seine Spieler an, den Abschluss zu suchen. Nicht dabei: Pierre Michel Lasogga, der individuell trainierte sowie Fiete Arp, der ebenso wie Christoph Moritz heute nicht mittrainieren konnte. Leider. Denn ich bleibe dabei, dass Fiete Arp der Spieler im Kader ist, dem man mehr Vertrauen schnellen muss. Alles, ohne den aktuellen Erfolg zu gefährden, ganz klar. Soll heißen: Trainieren die anderen Angreifer besser, müssen die spielen.

Aber da Lasogga weiterhin nicht bei 100 Prozent ist und Hee-chan Hwang weiterhin nicht ins HSC-Spiel gefunden hat, wäre ein Einsatz des HSV-Youngsters an der Zeit. Und dann das: „Fiete Arp war heute krank mit einer Halsentzündung“, so Trainer Wolf nach der Einheit, „da müssen wir schauen. Christoph Moritz ist ebenfalls krank. Er muss das jetzt richtig auskurieren. Es ist bei beiden offen, ob sie am Wochenende spielen können.“ Die Grippe grassiert derzeit. Auch beim HSV. Neben Arp und Moritz hatte es auch Cotrainer Mike Goebbels erwischt, der sich ob der Schwere der Grippe zuhause sogar ärztlich behandeln lassen musste.

Auch Pierre Michel Lasogga wackelt wieder. Der Angreifer, der wegen eine Faserrisses in der Wade zuletzt aussetzen musste, trainierte bislang nur individuell. Wolf: „Bei ihm wird es eher knapp. Wir werden auf keinen Fall den Januar zerschießen und etwas verrücktes machen. Er wird nur mittrainieren, wenn er wirklich fit ist.“ Soll heißen: Sollte Lasogga am Donnerstag oder spätestens Freitag wieder voll ins Mannschaftstraining einsteigen können, stünde seiner Kadernominierung für Sonntag in Kiel nichts im Weg.

Er würde dann voraussichtlich von der Bank kommen, während Hwang beginnt - und so zumindest seine an Einsätze gekoppelte Leihsumme, die der HSV am Ende an RB Salzburg zahlen muss, weiter drückt. Irgendwie passend zur Sturm-Kränkeln: Heute musste Manuel Wintzheimer, der bislang noch gänzlich ohne Ligaeinsatz ist, nach einem (unabsichtlichen) Foul von Bakery Jatta länger behandelt werden und hatte Schmerzen am Knöchel.

Glücklicherweise ist der HSV zumindest offensiv sehr breit aufgestellt. Vor allem auch dank des Formhochs von Aaron Hunt, bei dem meine Kollegen vom Abendblatt heute die ansteigende Form an einer Ernährungsumstellung (häufiger mal vegan  statt Fleisch essen) festmachte. Und an der persönlichen Belastungssteuerung. Beides Aspekte, die durchaus plausibel klingen. Zumal es Fakt ist, dass Aaron Hunt das erste Mal seit Ewigkeiten (auf jeden Fall das erste Mal beim HSV) 15 Spiele am Stück in der Startelf stehen konnte und zuletzt sogar wieder zur den laufstärksten Spielern gehörte.

Vor allem aber hat Hunt derzeit eine Qualität wiederentdeckt, die beim HSV seit van der Vaart kein Spieler mehr so ausspielte und die jedes Spiel entscheiden kann: Seine direkten Freistöße. Übrigens etwas, was Hunt in den letzten Monaten  zusammen mit Santos, Lasogga und - Fiete Arp gern auch mal nach der Einheit separat üben. Insgesamt muss man festhalten, dass dieser Kader ein hohes Maß an Eigenmotivation besitzt. Nicht erst seit dem Abstieg kommt es immer wieder vor, dass der Trainer (zuvor schon Christian Titz) seine Spieler auffordern muss, das Training zu beenden, damit es nicht zu viel wird. Mit Spaß geht alles leichter - auch beim HSV. Und Erfolg macht Spaß.

 

Selbigen hatten gestern auch die Verantwortlichen der HSV-Gremien im e.V. auf ihrer Weihnachtsfeier. Auch die beiden Vizepräsidenten Thomas Schulz und Moritz Schäfer waren dabei und äußerten sich zu dem am vergangenen Freitag eingegangenen Antrag, der vorsieht, sie abwählen zu lassen. „Der Antrag von Herrn Grzesik ist eingegangen. Wir werden den Mitgliedern im Präsidiums-Bericht unsere Arbeit offenlegen und sind überzeugt, dass die gute Arbeit honoriert wird“, so Vize Thomas Schulz, der mir heute noch mal bestätigte, dass man sich sicher sei, gut aufgestellt zu sein und dass der Antrag so nicht durchgeht. So schien auch der Tenor auf der Gremien-internen Weihnachtsfeier.

Und abgesehen von der Wahl des neuen Präsidenten sowie diesem Abwahlantrag der Vizepräsidenten, der die ganze Veranstaltung sehr schnell auf den Kopf stellen könnte stehen auch wenig brisante Themen auf der Tagesordnung, die heute veröffentlicht wird (ggf. melde ich mich dann noch mal!).

So, das war es für heute. Kurz und bündig, während es morgen um 11 Uhr am Volksparkstadion weitergeht. Da wird wieder öffentlich trainiert.

Bis dahin! Scholle

 

P.S.: Stand jetzt wird es morgen leider keinen frühen MorningCall geben können. Ich werde aber versuchen, den gegen Mittag nachzuholen. Vielleicht dann auch schon angereichert mit frischen Eindrücken vom Vormittagstraining.

PARTNER VON

FAQs

Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.