Marcus Scholz

13. Dezember 2018

 

Er hat durchgehalten und damit die letzten Zweifel beseitigt. Aaron Hunt ist wieder gesund und wird aller Voraussicht nach morgen in Duisburg auflaufen können. Der Kapitän konnte nach überstandenen muskulären Problemen heute die komplette Abschlusseinheit mitmachen. Und das offensichtlich ohne Probleme. Von daher das Wichtigste vorweg,  so wird der HSV voraussichtlich auflaufen: Pollersbeck – Sakai, Bates, van Drongelen, Douglas Santos – Mangala – Narey, Hunt, Holtby, Jatta – Hwang. Also komplett unverändert gegenüber dem Spiel vom vergangene Freitag gegen den SC Paderborn. Einzig Vasilije Janjicic fehlt im Vergleich zur Vorwoche. Für den verletzten Schweizer rückte Matti Steinmann nach und ich hoffe, dass der HSV den äußerst motivierten Duisburgern mit einer ähnlich aggressiven, spielstarken und dominierenden Anfangsphase wie eben am vergangenen Freitag gegen den SC Paderborn früh alle Euphorie nimmt.

Einen an sich guten Start hat auch der Präsidentschaftswahlkampf gestern genommen. Keiner der drei Kandidaten ist vorgeprescht, alle drei hielten sich gestern noch weitgehend zurück, während sich zwei der abgelehnten Kandidaten/-innen zwar enttäuscht zeigten, das aber nicht lautstark kommunizierten. Und wenn sich schon von den Internen niemand daneben benimmt, dann wird halt von außen nachgeholfen. „Was läuft da gegen Jansen“ war zuletzt eine Zeile über einer Geschichte, der Beirat plane die Ablehnung Marcell Jansens. Eine Zeile, die inhaltlich nicht gestützt werden konnte. Und eine Zeile, die am Ende widerlegt wurde, denn Marcell Jansen wurde zugelassen. Heute nun der nächste Verdacht. Es wird berichtet, dass ein Ratskollege des noch amtierenden Aufsichtsrates etwas gegen Jansen gesagt und den Beirat sogar gewarnt haben soll, Marcell Jansen zu berufen. Obwohl das in diesem Fall sogar ganz direkt dementiert wird.   „Marcell Jansen ist ein hoch geschätzter Kollege und toller Sportler. Ich würde niemals etwas Negatives über ihn beim Beirat äußern“, dementiert der beschuldigte und ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Michael Krall höchstselbst.

Also eigentlich alles gut, oder?

Eher nicht. Es stellt sich vielmehr die Frage, warum überhaupt erst geschrieben wird, was vor dem Drucken der Geschichte schon dementiert ist? Zumal man damit Bedenken bei den Lesern hervorruft, die der Verdächtigte nie wieder ganz abschütteln kann. Im Zweifel erinnert sich ein Skeptiker später an eben diesen Fall und ist davon (fälschlicherweise) beeinflusst. Ich würde wetten, dass selbst hier trotz allem noch User/-innen dabei sind, die glauben, dass im Hintergrund etwas gegen Jansen läuft, obgleich es dafür bislang absolut keinen Anhaltspunkt gibt. Kurzum: Sowas nennt man „Wahlkampf“. Und der ist leider schon längst befeuert worden - allerdings nur von Außenstehenden, die ihrem jeweiligen Favoriten damit helfen wollen. Und nur um das klarzustellen: DAS wird es IMMER geben. Erst recht, wenn es um ein derart wichtiges und mit Entscheidungsgewalt ausgestattetes Amt geht. Selbst dann, wenn ich hier - und so soll es auch bleiben - weiterhin davon Abstand nehme, mich selbst für einen der drei Kandidaten auszusprechen.

Vielmehr habe ich in meiner  ersten Reaktion gedacht, dass der viel diskutierte Beirat drei sehr unterschiedliche Kandidaten gewählt hat. Ob das Beiratssystem für einen auf Basisdemokratie ausgelegten e.V. ausreichend demokratisch ist, bezweifle ich. Und ich sage das, obwohl ich es für sehr sinnvoll erachte, das nicht jeder Kandidat bzw. jede Kandidatin zugelassen wird. Denn das wiederum könnte die Wahlen unnötig verwässern bzw. die Wahlen zu einem quälend langen Event werden lassen, an deren Ende nur noch ein Bruchteil der eh zumeist nur wenigen Mitglieder auch wirklich ihren Stimmzettel abgeben. So könnte es am Ende tatsächlich eine Entscheidung geben, die zumindest von einem Großteil des letztlich ja auch nicht mehr als Bruchteils der 85.000 Mitglieder getroffen wird.

Ich hoffe auf jeden Fall, dass wir mit der Präsidentschaftsdebatte in der zweiten Januarwoche unseren Teil dazu beitragen können, allen Wähler/-innen die Inhalte der drei Kandidaten noch einmal verdeutlichen können. Denn nur darauf sollte es allen am Ende gehen. Unabhängig von persönlichen Vorteilen.

Aber es gibt heute neben der Rückkehr von Aaron Hunt auch noch weitere positive Nachrichten, die Hunt betreffen. Eine davon dreht sich um die elf Jahre junge Madita. Die Schülerin hatte einen HSV-Kalender von ihrer Mutter geschenkt bekommen, der mit Werder-Bremen-Fragen anstelle von Fragen zu ihrem HSV bestückt war. Heute dann die coole Reaktion des HSV, der die Kalender in einer Firma produzieren ließ, die auch Werder-Bremen-Kalender produzierte. Hierbei war es, so der Marketingleiter des HSV, zu einem bedauerlichen Fehler gekommen, den der HSV heute ausbügelte.

Und das auf souveräne Art. Am frühen Nachmittag meldete sich Pressesprecher Till Müller bei Maditas Eltern, um ihnen mitzuteilen, dass Madita zu Rückrundenbeginn vom HSV zu einem Spiel eingeladen wird. Aber das allein war es noch nicht. Madita, die selbst ein großer Fan von Aaron Hunt ist, darf bei diesem Spiel auch noch an der Hand ihres Lieblingsspielers mit auflaufen. „Eine ganz tolle Reaktion des HSV“, freut sich Stiefvater Marcus Bokelmann, „Madita freut sich auf jeden Fall riesig über die Einladung.“ Und ich könnte wetten, Madita wird den Werder-Kalender, der ihr eben noch so unendlich peinlich war, inzwischen als eine vielmehr extrem glückliche Fügung ansehen…

In diesem Sinne, der Familie Bokelmann/Böck steht ein freudiges Weihnachtsfest ins Haus und uns hoffentlich morgen ein weiteres gutes Auswärtsspiel des HSV beim MSV Duisburg, der neben dem gelbgesperrten Kapitän Kevin Wolze auch auf Mittelstürmer John Verhoek verzichten muss. Der 29-jährige Angreifer fällt wegen eines grippalen Infekts aus. „Das Spiel gegen den HSV ist für alle ein Highlight“, freut sich MSV-Trainer Lieberknecht, „aber es muss zugleich auch allen bewusst sein, dass hier jeder einzelne seine 100 Prozent abrufen muss. Es wird sicher ein sehr kampfbetontes Spiel werden.“ Wohl wahr. Und ich bin sehr gespannt, wie der HSV die morgigen (Platz-)Bedingungen in Duisburg annehmen wird.

Euch allen wünsche ich jetzt erst einmal einen schönen Donnerstagabend und ich melde mich morgen früh mit dem MorningCall sowie natürlich nach dem Spiel mit dem Blog bei Euch. Bis dahin!

Scholle

 

P.S.: Schlechte Neuigkeiten gab es heute zu Stephan Ambrosius. Der Youngster hat sich einen Riss des vorderen Kreuzbands zugezogen und wird am Montag in Hamburg operiert. Wir wünschen dir eine schnelle Genesung, Stephan! 

 

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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