Marcus Scholz

13. Juli 2019

Der arme Platzwart: Pünktlich zum letzten Test des HSV in Kitzbühel fing es wieder ordentlich an zu regnen. Der Platz, eh schon aufgeweicht von den letzten Regentagen, wurde dementsprechend umgepflügt. Problem für den Platzwart: Mit dem 1. FC Köln kommt in der kommenden Woche schon die nächste Deutsche Mannschaft, um hier zu trainieren. Viel Arbeit also für den Platzwart  aber sicher auch nicht mehr als für Trainer Dieter Hecking. Der hatte schon vor dem Spiel betont, wie wichtig ihm der heutige Test gegen den Erstligaabsteiger aus England, Huddersfield Town, ist. Und er dürfte nach dem 0:1 heute wieder nur sehr bedingt zufrieden gewesen sein. „Am Ende zählen die Tore, nicht die Torchancen. Chancen hatten wir viele, was schon mal gut ist. Aber Tore haben wir leider nicht erzielt, was nicht gut ist. Da fehlte uns die Gier, der Wille, unbedingt das Tor zu machen. Daran waren wir noch weiter arbeiten müssen.“

HSV überlegen, hat Chancen - und gerät nach Standard in Rückstand

Und das, obwohl der HSV auch gegen den englischen Zweitligisten gut begann. In der Viererkette bekam Jonas David den Vorzug vor seinen Konkurrenten, was der Youngster sehr wohl als Belohnung für seine Trainingsleistungen betrachten darf. David ließ nach hinten nichts zu und war Teil der Mannschaft mit deutlich mehr Ballbesitz und mehr Torchancen. Aber es trafen dennoch die Engländer. Vor den Augen von Darmstadts Trainer Dimitrios Grammozis und 98-Sportchef Carsten Wehlmann fiel in der 22. Minute das 0:1 - wie zuletzt gegen Olympiakos Piräus auch heute wieder nach einem Standard, den der HSV schlecht (bis gar nicht) verteidigte. Der von den Engländern scharf getretene Ball segelte ohne Berührung auf Höhe des Fünfmeterraumes durch den Strafraum, fiel am zweiten Pfosten runter und von dort per Abpraller Huddersfields Diakhaby vor die Füße. Der heute seit dem ersten Test in Meiendorf erst das zweite Mal im Kasten stehende Neuzugang Daniel Heuer-Fernandes hatte keine Chance.

 

Wieder einmal hatte der HSV das Spiel hier grundsätzlich im Griff. Und im Gegensatz zum Piräus-Spiel erarbeitete sich die Mannschaft von Dieter Hecking in der ersten Hälfte Torchancen - aber sie traf nicht. Tim Leibold (9.), Aaron Hunt 16./36.) und Berkay Özcan hatten Möglichkeiten und verzogen. „Weiter Männer, weiter“, forderte Hecking vom Rand aus auf. Und seine Mannen folgten ihm - aber auch nach 60 Minuten (in der Halbzeit kam Narey von Özcan) stand es im Stadion Langau vor 728 Zuschauern weiter 0:1 aus Sicht des HSV.

Sakai und Bates wurden als einzige gar nicht eingesetzt

Grund genug für Hecking, viermal zu wechseln. Jatta, Wintzheimer, Papadopoulos und Vagnoman kamen für Leibold, David, Gyamerah und Jairo - später dann auch noch Wood, Moritz und Dudziak für Fein, Hunt und Hinterseer. Bis auf Heuer-Fernandes, van Drongelen und Kittel hatte der  HSV komplett durchgewechselt. So, wie die Engländer zur Halbzeit. Lediglich Gotoku Sakai und David Bates blieben heute komplett ohne Einsatzzeiten. Und obgleich Hecking betonte, dass es nur deshalb war, weil er nicht tu oft wechseln wollte, war es eher kein Zufall, dass es zum einen den Innenverteidiger traf, der hier im Trainingslager den Anschluss ein wenig verloren hat. Zum anderen scheinen die Zeichen bei Sakai weiter auf Abschied gestellt zu sein.

 

Aber zurück zum Spiel, wo der HSV die spielbestimmende Mannschaft bleib. Man ließ wenig Chancen zu - verwertete aber seine eigenen weiterhin nicht. Dudziak scheiterte gleich dreimal aussichtsreich (72., 75., 90.), Narey per Direktabnahme nach einer Ecke nur knapp (83.) gegen tief stehende Engländer, die es zwar über Konter versuchten, aber in der zweiten Halbzeit lediglich in der 85. Minute nach einer Kopfballverlängerung zu einer halben Torchance kamen. Wie gegen Piräus und heute in der ersten Hälfte wieder nach einem Standard.

 

Am Ende blieb es bei dem 0:1. Weil man offensiv seine Chancen nicht nutzte, und hinten wieder einmal nach einer Ecke pennte. Aber seht selbst:

 

Am Sonntag geht es vor der Abfahrt der Mannschaft noch einmal zum regenerativen Training auf den Platz. Am späten Nachmittag geht es um 17 Uhr per Charterflieger wieder zurück nach Hamburg. In Hamburg sollen dann Gideon Jung und auch David Kinsombi wieder ins Training einsteigen. Jung nach Möglichkeit schon am Dienstagnachmittag (Montag wird frei sein), während der Trainer bei Kinsombi auf dessen Teilnahme zum Wochenende hin hofft. „Wenn es gut läuft, kann er schon am Freitag Teile des Mannschaftstrainings wieder mitmachen“, hofft Hecking und Kinsombi selbst zeigt sich zuversichtlich: „Ich fühle mich gut,  bin gut im Plan. Mal sehen, nächste Woche kann ich vielleicht schon wieder einsteigen. Auf jeden Fall scheint der Einsatz Kinsombis gegen Darmstadt am ersten Spieltag nicht mehr ganz ausgeschlossen.

In diesem Sinne, bis morgen! Da melde ich mich dann mit dem Schlussfazit zum Trainingslager bei Euch. Denn einige Entscheidungen in Sachen Stammplätze dürften geafllen sein, wie uns Hecking heute erriet. Damit und natürlich auch mit dem letzten Teil des Tagebuches mit Tom Micke melde ich nich morgen. Und das könnte spannend werden…

Bis dahin!

Scholle

 

Das Spiel in ganzer Länge noch einmal im Relive:

PARTNER VON

FAQs

Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

Archiv

  • Array
  • Array
  • Array
  • Array
  • Array
  • Array