Marcus Scholz

10. Februar 2019

 

„Douglas Santos, Pierre-Michel Lasogga und Gideon Jung haben alle trainiert und sind damit fit für das Spiel gegen Dresden.“ Mit dem ersten Satz hatte Hannes Wolf die wichtigste Frage gleich beantwortet. Alle drei Spieler werden also morgen Abend gegen Dynamo Dresden (20.30 Uhr, Volksparkstadion) auch spielen können. Und alles andere als alle drei in der Startelf wäre eine große Überraschung. Soll heißen: Auch Fiete Arp wird seinen Platz vom Nürnberg-Spiel aller Voraussicht nach trotz der anschließenden Komplimente zunächst einmal räumen müssen. Zumindest deutet alles darauf hin. Wolf selbst lobte Lasogga heute auch noch mal explizit: „Er hat es vor seiner Verletzung sehr gut gemacht, hilft uns nicht nur mit seinen Toren, sondern auch mit seiner Präsenz bei Standards gegen uns.“

 

 

Fiete Arp wird also von der Bank aus kommen. Und die Frage, wie der Trainer mit dem Wirbel um Fiete Arps Wechsel zum FC Bayern umgeht, beantwortete dieser kurz und bündig - aber eindeutig pro Spieler: „Fiete hat nichts falsch gemacht, verhält sich in der Gruppe einwandfrei und hat unsere volle Unterstützung. So ein Wechsel ist doch ganz normal, das kann man schon nachvollziehen. Charakterlich ist er top, top, top – und er wird weiter Vollgas geben. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es Pfiffe gegen ihn gibt. Der HSV liegt ihm am Herzen, das weiß ich, und daran wird sich nichts ändern. Pfiffe hätte er sicher nicht verdient.“

Was bei allen Diskussionen zuletzt etwas zu kurz kam, ist, dass Arp sportlich in den letzten Monaten leider stagniert. Obgleich man ihm im Training fast immer 100 Prozent Einsatz attestieren muss, muss man auch festhalten, dass Arp sich nicht zu empfehlen weiß. „Der Schlüssel ist“, hofft Wolf, „dass er so weiterarbeitet wie bisher. Dazu bräuchte er ein Quäntchen mehr Glück, dass er vielleicht mal zu einem leichten Tor kommt.“ Ein Tor würde Wunder wirken, so der Trainer, der gegen Dresden aber auf Lasogga setzen dürfte.

So könnte der HSV gegen Dresden beginnen:
Pollersbeck - Jung, Bates, van Drongelen, Santos - Mangala - Narey, Özcan, Holtby, Jatta - Lasogga. 

Zumindest ließ Wolf so trainieren. Mit Lasogga ganz vorn und Jatta links sowie Narey rechts dahinter. Im Zentrum spielten wie schon gegen Nürnberg Lewis Holtby und Berkay Özcan, da Aaron Hunt weiterhin ausfallen wird. Und das nicht nur gegen Dresden, sondern mindestens auch noch gegen Heidenheim am Sonnabend. Ebenso wie Hee-chan Hwang. „Es ist extrem wichtig, dass Hee-Chan Hwang und Aaron Hunt in dieser Phase der Reha gut arbeiten, aber für die beiden nächsten Spiele sind sie kein Thema“, so Wolf heute auf der Pressekonferenz.

Wieder dabei ist indes Gideon Jung. Diesmal allerdings auf der - ich hatte es der in den letzten Tagen schon angedeutet - auf der Position des Rechtsverteidigers. Eine Position, die Jung noch nicht oft gespielt hat, die er sich aber problemlos zutraut.Und auch Hannes Wolf versuchte gar nicht erst, ein Geheimnis aus der Besetzung des durch die Rote Karte Gotoku Sakais frei gewordenen Rechtsverteidigers zu machen: „Wir können ja nichts geheimhalten. Wir hatten Probleme bei defensiven Standards, wenn Lasogga und jetzt auch Jung dabei sind, dann hat man im Schnitt eine größere Mannschaft. Ich denke nicht, dass es etwas Verrücktes ist, wenn er als Rechtsverteidiger spielt, weil er sich in den Räumen auskennt. Ebenso problemlos stellt sich der Ausfall von Douglas Santos dar, der heute nach zwei Tagen Pause wieder ins Training eingestiegen ist. Wolf: „Er hatte einen Infekt, der war einen Tag akut, aber es ging ihm gestern schon wieder besser und er hat heute im Training auch keine Probleme mehr gehabt.“

Probleme hat indes der morgige Gegner. Personell. Unter der Woche sind viele Spieler ausgefallen. Selbst der Trainer war (ist?) krank, wie ihr hier sehen und hören könnt. Interessant: Stürmer Koné, den ich als einen der besten Angreifer der Liga und potenzielle Verstärkung auch für den HSV in Betracht ziehen würde, droht wegen Leistenproblemen auszufallen.

 

Die Pressekonferenz Dynamo Dresdens vor dem Spiel beim HSV

Sollte das der Fall sein, würde ich meinen Tipp, dass der HSV ein Gegentor kassiert, fast schon wieder revidieren. Denn den hatte ich Koné zugetraut… Für Hannes Wolf ändert das Ganze aber nichts daran, wie er gegen Dresden auftreten wird. „Wir sind in den beiden Heimspielen gegen Sandhausen und im Pokal gegen Nürnberg sehr dominant aufgetreten“, so der HSV-Trainer, „daran wollen wir anknüpfen und den Schwung mitnehmen. Wir wollen ein dominantes Spiel machen, müssen im Umschaltspiel aber extrem aufpassen.“

Das muss der HSV auch bei einer der schnellsten Offensive der Liga. Denn heute zog der Handball-Nationalspieler Fabian Böhm die Lose für das Viertelfinale im DFB-Pokal. Und hier muss der HSV am 2./3. April zum Ligakonkurrenten SC Paderborn. Ein machbares Los, wenn auch nicht leicht und auch nicht das Heimspiel, das sich Hannes Wolf heute Mittag noch gewünscht hatte. Sportvorstand Ralf Becker: „Leider hat es nicht mit einem Heimspiel geklappt. Sportlich gesehen ist Paderborn eine richtig gute Zweitligamannschaft. Es wird eine schwierige Aufgabe, aber wir wollen natürlich weiterkommen.“ Und dafür bietet - bei allem Respekt vor den Paderbornern - die Revanche für das von Skandalschiedsrichter Hoyzer vor 14 Jahren verschobene Pokalspiel in Paderborn gute Voraussetzungen.

Allerdings sind es bis dahin noch siebeneinhalb Wochen und sieben Ligaspiele - von 14 verbliebenen. Inklusive Dresden morgen Abend. Und darauf müsse sich jetzt der gesamte Fokus richten, so Trainer Hannes Wolf heute. Mit geballter Offensivkraft und dem Mut zur Offensive warnte er dennoch davor, sich zu lange mit anderen Dingen als mit dem nächsten Gegner zu beschäftigen: „Wir haben keine Zeit, daher heißt es Vollgas voraus. Der Druck, gegen Dresden gewinnen zu wollen, ist auf jeden Fall da.“ Wer diesem Druck am Ende ausgesetzt wird und dabei sein darf, entscheidet sich erst morgen erst. Da wird Wolf den Kader für das Heimspiel, für das schon 44.000 Tickets verkauft wurden, bekanntgeben.

In diesem Sinne, bis morgen. Da wird endlich wieder der Ball rollen und nach dem ganzen Arp-Theater der Fußball im Mittelpunkt stehen. Ich freue mich darauf und melde mich natürlich morgen früh um 7.30 Uhr noch mit allen letzten News vor dem Spiel im MorningCall bei Euch. Und für all diejenigen, die uns zuletzt geschrieben haben: Solltet Ihr diesen Kanal abonnieren wollen, einfach https://soundcloud.com/user-238686077 anklicken und rechts unter dem Rautenperle-Banner auf „Folgen“ klicken. Oder eben einfach hier morgen früh auf den eingestellten Link klicken und auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder wo auch immer schnellstmöglich alles erfahren, was so über den HSV berichtet wird. 

Bis morgen! Scholle

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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