Marcus Scholz

28. Juni 2019

Der Spielplan hat es in sich - wenn man so von der Zweiten Liga sprechen darf. Denn zum einen geht es für den HSV wieder daheim im Volksparkstadion los, zum anderen steht gleich am zweiten Spieltag in Nürnberg ein Spitzenspiel an. Und, on top sozusagen, hat der HSV am fünften und am sechsten Spieltag zwei Derbys. Zuerst zuhause gegen Hannover 96, dann  auswärts beim Stadtrivalen FC St. Pauli. Für Trainer Dieter Hecking im doppelten Sinne besonders, denn er trifft vor seinem ersten Stadtderby mit dem HSV am Millerntor noch auf alte Bekannte, wenn es gegen Hannover geht. „Die Konstellation in der sportlichen Leitung mit Slomka und Schlaudraff, mir zwei sehr vertraute Menschen, ist schon speziell. Aber genau das macht ja auch den Reiz aus.“

Der HSV-Spielplan 2019/2020

 

Das - und die Vorfreude, die alle Mannschaften bei ihren Fans zu wecken versuchen. Hier in Hamburg gelingt es den Verantwortlichen um Sportvorstand Jonas Boldt und Hecking recht gut. 23.000 verkauften Dauerkarten sprechen hier eine deutliche Sprache. „Mit einem Heimspiel zu starten, ist immer gut. Die Voraussetzung ist da, dass man ein volles Stadion hat, dass die Fans neugierig sind“, weiß Hecking auch um die Bedeutung des ersten Heimspieles, das der HSV am Wochenende vom 26. bis zum 29. Juli austragen wird. „Und gegen Darmstadt hat der HSV auch nicht die besten Erinnerungen, da kann man gleich was gutmachen.“ Zudem hat der HSV somit wieder ein Heimspiel am letzten Spieltag - diesmal gegen den SV Sandhausen mit Dennis Diekmeier, der dort voraussichtlich zum Kapitän ernannt werden wird, wie ich gehört habe. Aber mal abwarten.

Gestern habe ich zudem mit einem ehemaligen HSVer gesprochen, den der HSV am zweiten Spieltag wiedersehen wird: Christian Mathenia. Der ehemalige HSV-Keeper hat beim 1. FC Nürnberg sein Glück gefunden - und war so gar nicht erfreut darüber, dass der HSV mit Ewerton und Tim Leibold zwei Leistungsträger wegverpflichtet hat. Just, nachdem er selbst einen Fünfjahresvertrag bei den Franken unterschrieben hatte. „Ich habe nur gehört, dass es wahrscheinlich so kommen soll“, blieb Mathenia zuerst noch vorsichtig, fügte dann aber hinzu: „Wenn es so kommt - und davon müssen wir ja ausgehen - dann hat der HSV sich da zwei richtig gute Jungs geholt.“ Ewerton sei zwar kein Trainingsweltmeister, sei aber gerade in der abgelaufenen Saison zum besten Feldspieler avanciert. „Er hat eine unfassbare Qualität im Zweikampf, ist ruhig und gut am Ball - der hilft jeder Mannschaft.“ Und Leibold? „Der ist eine Maschine“, sagt Mathenia, „ein super Fußballer mit einer tollen Einstellung. Sehr schade, dass er geht.“

Mathenia lobt den HSV für die Einkäufe Ewerton und Leibold

Wobei das intern zwar als geklärt gilt, extern verkündet wurde der Wechsel des Linksverteidigers allerdings bislang ebenso wenig wie der Transfer von Ewerton, der sich weiter zieht. Wie es heißt, hakt es noch immer an einer Unterschrift von Sporting Lissabon. Von den Portugiesen war Ewerton zum 1. FCN gewechselt. Und wie es weiter heißt, müssen die den Transfer zum HSV via Ausstiegsklausel (Ablöse von zwei Millionen Euro) „nur noch“ absegnen. Wobei das „nur“ in diesem Fall sehr relativ ist. Allein für Ewerton könnte es sogar ganz gut sein, da er bekannt dafür ist, immer mal mit ein paar Kilos zu viel aus dem Urlaub zurück zu kommen - und dieses Übergewicht könnte er so erst einmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit abtrainieren…

Heute im Training fehlten die beiden auf jeden Fall noch immer. Und auch ihr Einsatz morgen im zweiten Testspiel beim Hamburger Oberligisten TSV Buchholz mit Marinus Bester als Trainer und einer bereits mit 2300 Zuschauern ausverkauften Otto-Koch-Kampfbahn ist mehr als  unwahrscheinlich. Douglas Santos hingegen soll spielen. So heißt es heute. Dass man den Brasilianer heute schonte, soll nichts mit einem möglichen Verkauf zu tun haben. Das hatte ich zunächst vermutet und gefragt. Aber es wurde mir versichert, dass der Trainier solange mit Santos plant, bis bei dem Brasilianer eine endgültige Entscheidung gefällt ist. Und wie Hecking mit einem Zwinkern sagte: „Glauben sie mir, ich habe wirklich überhaupt nichts dagegen, wenn er bei uns bleibt.“

Verpasst haben Heuer-Fernandes und Santos heute nicht viel. Nach einem kurzen Aufwärmprogramm gab es ein Kreisspiel und ein Spiel auf kurzem Raum, während die Defensivspieler Diagonalbälle schlugen. Nach einem Abschlussspiel 11 gegen 11 mit Trinkpausen war nach 75 Minuten Schluss.

Wieder dabei und eventuell bald weg ist indes Julian Pollersbeck. Der Keeper, der in den letzten Tagen mit Muskelproblemen nur individuell trainieren konnte, war heute wieder voll dabei. Und während nach RB Salzburg jetzt angeblich auch der FC Porto seine Fühler nach dem jungen HSV-Keeper ausgestreckt haben soll, ist es gut möglich, dass er morgen sein Saisondebüt feiert, da Neuzugang Daniel Heuer-Fernandes heute ausfiel - mit muskulären Problemen. Ob der HSV morgen auch seine neuen Trikots einweiht, ist unklar. Nachdem man den Vertrag mit „Emirates“ für 1,8 Millionen Euro im Jahr bis 2022 verlängert hat, steht der Einweihung grundsätzlich nicht mehr viel im Wege.

 

Sollte es am Ende tatsächlich das von der dafür bekannten und ansonsten recht zuverlässigen Website „footyheadlines.com" geleakte Trikot sein - herzlichen Glückwunsch. Ich konnte mit dem ersten rosafarbenen Trikot schon nichts anfangen. Aber dieses Trikot ist mal so komplett gar nichts für mich. Aber wie gesagt: das ist Geschmacksache. Wie findet Ihr es?

Das neue HSV-Trikot 2019/2020?

 

In diesem Sinne, ich bin für heute raus. Der letzte Freitag war wie eben dieser für mich nicht der schönste - dank meines Kiefers. Und für den nächsten Freitag ist schon die nächste Mammutsitzung angesetzt. Montag ebenso. Aber dann soll es erst einmal vorbei sein und ich fürs Erste durch sein mit meinem Zahnarzt, den ich heute knapp fünf Stunden lang auf seinem Stuhl liegend verflucht habe. Nein, ehrlich gesagt, ich verfluche ihn noch immer. Denn jetzt, wo die Betäubung aus dem Kiefer weicht, geht’s erst richtig los. Wie angekündigt von meinem Arzt, den ich gefragt habe, ob er schon immer ein schlechter Mensch war. Oder wie sonst erklärt ihr es, Zahnarzt zu werden? Wie kann man sich den Bohrer tagtäglich anhören, ohne dass es einen jedesmal zusammenzieht? Ich könnte das nicht… Noch weniger könnte ich den Bohrer bedienen.

Aber im Ernst: Ich habe einen überragend guten Zahnarzt. Zum Glück. Besser zu ertragen als das vermeintlich neue Trikot allemal. Er hat sogar gelacht, als ich ihm gesagt habe, dass ich ihn trotzdem nie zu meinem Geburtstag einladen würde…

Bis morgen!

Scholle

 

UPDATE Sonnabend, 29.06.2019: Leibold ist da! Der HSV hat den Wechsel am Sonnabendmorgen offiziell verkündet. 

 

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.