Marcus Scholz

31. Mai 2018

***19.05 Uhr und nur zur Info: Wie gestern bereits angekündigt, werde ich heute aus privaten Gründen keinen neuen Blog schreiben. Bis morgen!!***

Es geht zur Sache beim HSV. Personell zumindest. Nachdem gestern bereits einige Entscheidungen verkündet worden waren, legte Nicolai Müller heute Vormittag via Instagram nach. Dort teilte der gerade wieder genesene Außenstürmer mit, dass er den HSV in diesem Sommer verlassen werde. Bis zuletzt hatten viele Fans gehofft, dass der Offensivspieler doch noch mal seinen vertrag in Hamburg verlängert. Erfolglos. Und während einige Fans empört darüber sind, dass Müller nach einem kompletten Verletzungsjahr jetzt den Verein verlässt, glaube ich, dass diese Entscheidung für beide Seiten nicht verkehrt sein muss.

Denn Fakt ist zum einen, dass Müller finanziell massive Abstriche hätte machen müssen. Und dazu war er (noch) nicht  bereit. Denn noch buhlen einige Vereine um den 30-Jährigen. Mit deutlich besser dotierten Verträgen, als sie der HSV bieten konnte. Hinzukommt, dass Müllers Knieverletzung nicht zu unterschätzen ist. Wie gesund er nach seinem Kreuzbandriss zurückkommt, ist noch offen. Auch deshalb soll der FC Schalke, der Müller schon vor einem Jahr verpflichten wollte, Abstand genommen haben. Insofern tut sich der HSV trotz aller sportlicher Qualität eines gesunden Nicolai Müllers vielleicht sogar einen Gefallen, wenn er auf den Außen neue Wege geht.

Generell gilt bei Kaderzusammenstellungen eh, dass die jeweilige Mannschaft zuerst einmal eine richtig gut funktionierende Mittelachse braucht. Und die glaubt der HSV inzwischen weitgehend gefunden zu haben. Mit Julian Pollersbeck im Tor, Gideon Jung und Rick van Drongelen hinten in der Innenverteidigung, mit Matti Steinmann, Christoph Moritz und/oder Lewis Holtby auf der Doppelsechs, Aaron Hunt davor auf der Zehn sowie einem der bislang noch vier Stürmer - Arp, Wood, Lasogga, Wintzheimer - davor. Weil man noch abwarten muss, was mit Albin Ekdal passiert (alle rechnen mit seinem Verkauf im Zuge oder nach der WM), wird noch ein spielstarker Sechser gesucht. Ein Achter, um in der Fußballersprache zu sprechen.

Zudem sucht der HSV noch nach zwei Außenstürmern. Die beiden U19-Kicker Niklas Schneider (19) und Stürmer Justin Huber (19) sind das noch nicht. Beide wechseln aus der U19 von Dynamo Dresden zum HSV und werden zukünftig die U21 verstärken. „Wir freuen uns sehr, dass wir beide von unserem Konzept überzeugen konnten. Mit Justin und Niklas bekommen wir zwei talentierte, sehr gut ausgebildete Spieler, die wir bei uns gerne weiterentwickeln möchten. Es hat sich in der vergangenen Saison gezeigt, dass unsere U21 ein Sprungbrett für junge Spieler ist. Wir würden uns freuen, wenn Justin und Niklas dieses nutzen können“, schwärmt Dr. Dieter Gudel, seines Zeichens Leiter des Nachwuchsleistungszentrums.

Apropos NLZ: Dorthin zieht es jetzt auch wieder Bernhard Peters. Das Krisengespräch mit dem neuen Vorstand Sport, Ralf Becker, verlief wie viele erwartet – und befürchtet hatten. Becker machte Peters deutlich, dass er derjenige ist, der die Philosophie vorgibt, während Peters sie im Nachwichs umsetzt bzw. von seinen Trainern umsetzen lässt. Ein Szenario, das Peters so ablehnt. Insofern scheint es hier schwer zu bleiben, eine gemeinsame Lösung zu finden. Bitter für Peters, der sich Becker hierarchisch nun mal unterordnen muss. Und ganz bitter für den HSV, dessen Nachwuchskonzept in den letzten Jahren zu greifen begann - und bekanntermaßen maßgeblich von Peters geprägt war. So verliert der HSV aller Wahrscheinlichkeit nach wieder einmal einen guten, Erfolg versprechenden Mitarbeiter, weil falsche Eitelkeiten im Spiel sind...

Aber zurück zum Kader. Gestern hatten meine Freunde von HSV1887TV herausgefunden, dass der HSV Interesse an Holstein Kiels Kingsley Schindler hätte und es angeblich eine Kaufoption über 850.000 Euro gibt. Parallel dazu schrieben meine Kollegen, dass der Schweizer Christian Fassnacht auf dem Sprung zum HSV steht. Beide Personalien schienen kurz vor dem Abschluss. Und wenn es stimmt, was ich heute gehört habe, haben sich beide Personalien schon wieder zerschlagen. An Schindler besteht wohl nach internen Diskussionen kein Interesse mehr, während die Ablöseforderung der Young Boys Bern noch immer zu hoch für den HSV ist. Dennoch sollen zeitnah zwei neue Außenstürmer gefunden werden.

In diesem Sinne, vielleicht bis morgen. Vielleicht deshalb, weil ich morgen einer Hochzeit im nächsten Familienkreis beiwohne und mir dieses Ereignis sehr wichtig ist. Daher kann es passieren, dass ich morgen keinen ganzen Blog schreibe, sondern Euch am Abend nur ein Update hier reinstelle, sollte morgen etwas passieren. Und das wiederum ist angesichts der letzten Tage nicht allzu unwahrscheinlich.

 

Scholle

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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