Marcus Scholz

6. Juli 2019

Rick van Drongelen, Gideon Jung, Aaron Hunt, Sonny Kittel, Adrian Fein, Tim Leibold, Lukas Hinterseer, Jairo Samperio und Jeremy Dudziak trainierten individuell der Rest stand heute noch mal auf dem Platz. Auch die beiden Neuzugänge Daniel Heuer-Fernandes (er beendete das Training etwas früher als die Kollegen) und Ewerton, der auf dem Nebenplatz mit Rehatrainer Sebastian Capel arbeitete. Knapp zwei Stunden wurde trainiert, morgen ist noch einmal für alle frei, ehe es dann am Montag für eine Woche nach Kitzbühel ins Trainingslager geht. Dann noch mit der aktuellen Kapelle, wobei sich schon jetzt Neuverpflichtungen andeuten.

In einer Woche, so hatte es Trainer Dieter Hecking gestern ach dem Spiel angedeutet, würden auch die Erstligisten allen Spielern ihre Stände mitgeteilt haben. Das bedeutet, dass dann die ersten Rochaden stattfinden werden und eine ganze Menge Erstligaspieler  auf den Markt kommen, die für den HSV potenziell interessant sein werden. „Wenn einer dabei ist, der zu uns will und der uns besser macht, dann werden wir es machen“, so Hecking gestern. Hecking machte auch deutlich, dass der HSV erst einmal aufgestellt ist, dass der große Druck erst einmal genommen werden konnte. Aber, und das betonte er dabei auch, es besteht weiter Bedarf. Zumal bekannt ist, dass der HSV tatsächlich noch für alle Mannschaftsteile sucht.

Aller guten Dinge sind drei - und genau diese drei fehlen noch

Also auch für den Angriff, wo man in diesem Jahr einen Komplett-Wechsel vorgenommen hat. Mit Fiete Arp, Hee-Chan Hwang und Pierre-Michel Lasogga  sind die drei Stürmer aus der Vorsaison gegangen. Mit Bobby Wood kommt ein verliehener Spieler zurück und mit Lukas Hinterseer wurde ein weiterer Neuer verpflichtet - dazu gesellt sich noch Manuel Wintzheimer, den Hecking aber zumeist über die Außenbahn kommen lässt. zumindest bisher. Und wenn man bedenkt, das die Dreierbesetzung aus dem Vorjahr nicht ausreichte - dann dürfte die aktuelle Zwei-Mann-Besetzung meiner Meinung nach auch nicht ausreichen, um große Ziele zu verfolgen.  Wobei, zum Glück nicht nur meiner Meinung nach, denn der HSV sucht weiter nach einem dritten Angreifer. Und zwar nach dem Format „Soforthilfe“.

 

 

Gestern hatte ich ich an dieser Stelle lobend über Adrian Fein geäußert, der auf der Sechs gegen Aarhus ein sehr gutes Spiel machte und auch sonst in den Trainingseinheiten überzeugt. Aber: Angesichts der Verletzung Kinsombis und dessen Verletzungsanfälligkeit muss der HSV auch hier aufpassen. Gideon Jung wird vom Trainer auch deshalb wieder stark geredet, nachdem der vom HSV zuvor einen Wechsel nahegelegt bekommen hatte, weil Fein (ebenso wie Kinsombi) kein klarer Sechser ist, sondern eher als spielstarker Spieler über die Acht kommen soll. Genau genommen lässt Hecking im Mittelfeld gern mit einem Sechser und zwei Achtern hinter einer Dreier-Offensivreihe spielen. Jung wäre ein Typ Abräumen, ebenso Janjicic. Aber reicht das? Ich glaube nicht. Und wenn meine Infos stimmen, dann ist der HSV ebenso wie nach ner klaren Neun auch auf der Suche nach einer klaren Sechs.

Friedrich wechselt zu Union Berlin - Letschert bleibt ein Kandidat

Hinten hängt das Transferverhalten mit dem Verbleib von Rick van Drongelen eng zusammen. Geht der Niederländer, wird der HSV nachlegen müssen. Bleibt van Drongelen, könnte trotzdem noch ein neuer Innenverteidiger geholt werden, wie ich gehört habe. Und das macht auch Sinn, angesichts der Verletzungsanfälligkeit bei Kyriakos Papadopoulos und Ewerton, die neben van Drongelen einzigen echten Innenverteidiger. Dass man hier mit Jung und dem jungen David Jonas noch „umfunktionierte“ Innenverteidiger hat - okay. Aber nicht optimal. Daher gilt Timo Letschert weiter als einer der Kandidaten, nachdem mit Marvin Friedrich, der bei Union Berlin bis 2022 unterschrieben hat, ein weiterer Kandidat gestrichen werden muss. „Wir haben überhaupt keine Veranlassung, hektisch zu werden“, so Hecking, der weiter auf die noch bis zum 2. September laufende Transferphase hinweist. Wichtig sei nicht, mit wem man nächste Woche trainiert, sondern dass man am Ende mit einer starken Mannschaft in die Saison geht. Soll heißen: Es kann sehr wohl noch Last-Minute-Transfers geben.

 

 

Egal wie, ich habe aktuell ein gutes Gefühl bei den handelnden Personen. Hecking demonstriert in allem eine Klarheit, die guttut - weil sie überlegt wirkt. Es sieht alles nach einem kontrollierten Vorgehen aus. Und sollte man am Ende die drei oben beschriebenen, noch offenen Baustellen stark besetzen können - man hätte seine Hausaufgaben gut gelöst.

Reisetag! Morgen geht's nach Kitzbühel

Ich für meinen Teil verabschiede mich für heute bei Euch und weise noch einmal daraufhin, dass wir ab Montag für Euch aus Kitzbühel live vom Trainingslager berichten werden. Wir - das sind Kevin und ich - werden Euch vom MorningCall über Trainings-Berichte, Interviews Live-Bilder bis zum spätabendlichen Tagesblog sowie dem Tagebuch durchgehend berichten. Morgen ist unser Reisetag, den ich auch dafür nutzen werde, um Euch nach der Ankunft erste Impressionen aus Kitzbühel sowie natürliche eine ausführliche Vorschau auf die anstehende Trainingslagerwoche zu liefern.

Bis dahin Euch allen einen schönen Abend!

Scholle

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.