Marcus Scholz

24. Februar 2018

Um es vorwegzunehmen, dieses Spiel zählt wie so viele in dieser Saison zu denen, die man nicht verlieren musste. Wirklich nicht. Aber der HSV hat es verloren. Mit 0:1 durch einen umstrittenen, abseitsverdächtigen Gegentreffer in der 86. Minute. Und das trotz einer defensiv stabilen Leistung. Aber auch das kennen wir. Hinten wird gelobt - vorn passiert wenig bis nichts. Sio kann man nicht gewinnen. Und deshalb gewinnen sie nicht nur seit elf Spielen keine Bundesligapartie mehr, sondern verlieren auch den Glauben daran, dass sich das noch mal ändert in dieser Saison.  Ebenso wie ich. Aber der Reihe nach:

Die Überraschung war früh bekannt: Bakery Jatta durfte das erste Mal unter Bernd Hollerbach mitreisen - und dann auch noch beginnen. Ebenso wie Andre Hahn, der ganz vorne drin anstelle der zuletzt schwächelnden Bobby Wood und Fiete Arp begann. Und beide Umstellungen funktionierten zu Beginn. Insbesondere Jatta wirkte belebend. Sehr sogar. Von daher wares auch kein Zufall, dass der Gambier, der seit mehr als fünf Monaten nicht mehr in der Bundesliga spielen durfte, an den zwei Chancen der ersten Halbzeit maßgeblich beteiligt war. Ihn der 17. Minute kam er nach einer Kopfballvorlage von AaronHunt einen Moment zu spät. Moisander konnte gerade noch klären. Und in der 24. Minute war er es, derWerder-Keeper Pavlenka  entscheidend störte, sodass in dem anschließenden Durcheinander Hahn beinahe zum Torschuss gekommen wäre.

Wobei Ihr anhand der Formulierung der zwei gefährlichsten Szenen schon erahnen könnt, wie wenig in der ersten Hälfte passierte - abgesehen von den unschönen Szenen auf den Rängen. Denn von dort wurden immer wieder Feuerwerkskörper in Richtung Spielfeld abgefeuert. In der vierten Minute musste Schiedsrichter Felix Zwayer das Spiel aaserste Mal kurz unterbrechen. Und da es anschließend nicht besser wurde, gab es in der 43. Minute die nächste Zwangspause, weil es im HSV-Block eben immer wieder diese Idioten gibt, die unbelehrbar sind. Erschütternd, zumal sie einen Spielabbruch provozierten. Aber okay, geben wir den Idioten nicht noch mehr Raum, als sie sich eh schon verschafft haben.

Sportlich gab es allerdings nicht allzu viel zu erzählen. Auer eben, dass Jatta auch mit Beginn der zweiten Hälfte wieder der auffälligste HSVer war. In der 51. Minute eroberte der pfeilschnelle Rechtsoffensive Inder eigenen Hälfte den Ball und zog das Tempo an. Leider nicht bis zum Schluss, denn Jatta legte quer auf Hunt, der aus 18 Metern links vorbei zielte. Hunt wear es auch, der in der 60. Minute knapp rechts (aus seiner Sicht) vorbeischoss.

Auch wenn das Spiel fußballerisch kein Leckerbissen war, es wurde in der zweiten Hälfte offener. Dass Hollerbach in der 77. Minute wechselte notwendig. Dass er aber Jutta runternahm - aus meiner Sicht falsch. Müde war Jutta zumindest nicht, wenn ich seine Reaktion auf die Auswechslung richtig gedeutet habe. Dennoch, für den besten HSVer kam Bobby Wood. Gefährlich wurde aber Werder, wieder durch Eggestein, der Mathenia in der 82.Minute mit einem Kopfball zu einer Parade zwang.

Und dann kam, was nicht kamen durfte. Das 1:0 für Werder. Belfodil wurde als Torschütze angegeben, und der war aus meiner Sicht (ich habe nur die eine Wiederholung auf Sky gesehen) zuerst im Abseits und am Ende nicht am Ball. Ich glaube, van Drongelen hat den Ball letztlich (bedrängt von Belfodil) ins Tor geschossen. Leider. Denn es zählte.

Und so verlor der HSV das Nordderby und hat nunmehr neun Punkte Rückstand auf Werder sowie sieben Punkte auf den Relegationsplatz. Der Worstcase ist eingetreten. Wir melden uns um 20.45 Uhr live aus den Studiosi dem Livetalk „Rautenperle.tv live“.Meine Gäste sind der ehemalige Aufsichtsrat Bernd Enge,Blog-User Joachim „Scorpion“ Woyke sowie Sky-Reporter Jurek Rohrberg. Bis gleich.

 

Scholle

 

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Marcus Scholz

Der HSV stand und steht immer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt des Blogs Rautenperle.com ebenso wie natürlich beim Blogautor Marcus Scholz, der sich ein Leben ohne den HSV gar nicht mehr vorstellen kann. Von klein auf an vom HSV-Virus infiziert, zog es Marcus „Scholle“ Scholz nach seinem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt, wo er von Beginn an die Stelle des HSV-Reporters der auflagenstärksten Tageszeitung Hamburgs innehatte. In dieser Zeit erwarb sich der ehemalige Leistungsfußballer einen Namen in der deutschen Sportjournalistenbranche und ist ein gern gesehener Gast in den verschiedensten TV-Formaten.
Nach vier Jahren als verantwortlicher Blogautor des damals größten, täglichen Fußballblogs Deutschlands hat sich um Scholle herum eine große, fachkundige und diskussionsfreudige Gemeinde gebildet, die hier ihre Heimat gefunden hat. Scholle hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seinem Co-Autor Lars Pegelow 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für Euch beim HSV am Ball zu bleiben. Beim Training, bei den Spielen, in Interviewterminen mit den Spielern und Vereinsbossen – die Rautenperle ist immer dabei und liefert Euch exklusive Inhalte, täglich die neuesten Nachrichten sowie alle wesentlichen Entwicklungen in und um den HSV herum.
Und dabei scheuen wir uns nicht, immer bis tief auf den Grund zu tauchen und langen Atem zu beweisen. So, wie einst die berühmten Perlentaucher. Für Euch. Für uns. Für den HSV.

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