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Ist das Fußball - oder kann das weg?

Ein guter Bekannter von mir, nicht ganz so fußballverrückt wie ich, fragte mich neulich: “Guido, was hat es eigentlich mit dieser Nations League auf sich? Ist die wichtig? Oder muss man die nicht sehen?” Es klang in meinen Ohren wie: “Ist das Kunst - oder kann das weg?”, und ich musste lauthals auflachen. Ich erklärte ihm, dass es eine bessere Art von Freundschaftsspielen sei. “Besser” im Sinne von “lukrativer”. Und wer immer auch über diese - zugegeben - etwas dürre Information hinaus den Modus dieses Wettbewerbs wirklich verstehen und nachvollziehen wolle, dem sei ein mehrtägiges Seminar, finanziert vom imaginären Bund deutscher Fußballfans, empfohlen. Und wenn es tatsächlich jemand schaffen sollte, ihn zu kapieren und auch anderen Leuten (wie mir) verständlich zu erklären, bliebe mir nur noch, ihm gegenüber meinen imaginären Hut zu zücken.

Am Besten nichts Neues

Letzte Woche hab ich noch darüber geschrieben, wie viel innerhalb kurzer Zeit passieren kann. Jetzt liegt die ereignisloseste HSV-Woche seit langem hinter uns. Auch gut. Denn wie oft hat der HSV in letzter Zeit solche Pausen genutzt, um Querelen im Vorstand, der Mannschaft oder dem Aufsichtsrat auszufechten? Manchmal sind keine Neuigkeiten auch die besten Neuigkeiten. Wobei, ein paar Themen gab es doch noch. Die vielleicht beste Nachricht vorneweg: Die Cléber-Millionen sind da. In der letzten Zeit waren die ausstehenden 3,1 Mio., die der FC Santos dem HSV schuldete fast zum Running Gag geworden. Doch jetzt wurden ca. 2 Mio. auf einen Schlag überwiesen. Der Rest folgt in Raten. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.

Nur zwei Konkurrenten bieten dem HSV die Stirn

„Wir haben zwar gesagt, dass wir kleinere Brötchen backen müssen, aber das heißt ja nicht automatisch, dass die Brötchen nicht auch schmecken dürfen“, sagte HSV-Sportvorstand Jonas Boldt nach der überraschenden wie spektakulären Verpflichtung von Bayern-Keeper Sven Ulreich. Wenn die Verantwortlichen des Klubs bis zu diesem Deal versuchten hatten, ihre Ambitionen herunterzuspielen, so war spätestens nach diesem Transfer auch dem letzten Beobachter klar: Es geht für den HSV auch in Jahr drei in Liga zwei ausschließlich um die Rückkehr in die herbeigesehnte Bundesliga. Entwicklung der Spieler? Klar, wäre schön und sehr hilfreich. Entwicklung des Vereins? Die hat auf direktem Wege stattzufinden und im Aufstieg zu münden, und zwar nicht irgendwann, sondern ganz eindeutig schon 2020/21.

Uns Ulle

Das Transferfenster ist zu und der Königstransfers des HSV ist ein Ersatztorwart aus der Bundesliga. Das könnte ein Zeichen sein, dass unser Verein bescheidener geworden ist. Und dass Transfers beim inzwischen eindeutiger auf die Lücken im Kader reagieren. Denn einen Torwart, der dem HSV Spiele gewinnt und Punkte rettet haben wir hier lange nicht mehr gesehen. In meinem Porträt lest ihr, wie Sven Ulreich an Drucksituationen gewachsen ist – und was er sich nicht gefallen lässt.

Der Deadline Day des HSV im Check

Die Würfel sind gefallen. Zumindest was die Zugänge von anderen Vereinen betrifft, können deutsche Klubs jetzt nicht mehr zuschlagen. Oder, um es an einem trüben Herbsttag mit Rilke zu sagen: Wer jetzt keinen Kader hat, baut sich keinen mehr. Somit natürlich auch nicht der HSV. Verkäufe sind dagegen in bestimmte Ligen auch über den heutigen Tag hinaus noch möglich. 

Pause nervt

Was ist das schlimmste Ereignis in der Fußballsaison für das der HSV nicht selber etwas kann? Natürlich die Länderspielpause zu Saisonbeginn. Da geht die Liga gerade erst los und schon wird sie wieder für Länderspiele unterbrochen. Mich nervt diese Pause ungemein.

HSV - AUE fällt aus

Das für heute geplante Heimspiel des HSV gegen den FC Erzgebirge Aue muss aufgrund von zwei Corona-Fällen im Team der Auer ausfallen. Entsprechend werden wird unsere geplante Livecouch ebenfalls nicht stattfinden. Die Rothosen haben stattdessen um 10 Uhr eine Trainignseinheit absolviert. Mit von der Partie: Neuzungang im Tor Sven Ulreich.

Aue ist Alltag

Der HSV ist mit zwei Siegen gut in die Saison gestartet. Zumindest auf dem Papier. Das Spiel gegen Düsseldorf war tatsächlich auch souverän. Und es hätte die Pokalniederlage gegen Dresden fast vergessen gemacht, wenn es im Spiel gegen Paderborn nicht die Gegentore in der Vorwärtsbewegung gegeben hätte, die erschreckend stark an das Spiel in Dresden erinnert haben. Und genau nach diesen Gegentoren hab ich Daniel Thioune auch auf der gestrigen Pressekonferenz gefragt. Aber dazu komme ich gleich.

Torwart, Trikots und Transfers

Im Fußball passiert oft so viel, dass ich am Ende einer Woche schon fast ihren Anfang vergessen habe. Also nicht aktiv vergessen. Ich erinnere mich schon noch an den Montag und das Spiel in Paderborn, in dem mein Herz mehrmals stillstand. Erst nach dem erlösenden 4:3 und dem Schlusspfiff war ich mir halbwegs sicher, dass es weiter schlagen würde. Aber es ist doch so, dass manches durch die täglichen Neuigkeiten in den Hintergrund rückt, was eben noch wichtig schien. Weil so viel passiert ist, möchte ich noch einmal die Woche mit rekapitulieren. Wobei die spannendsten Dinge dann doch am Freitag passiert sind. Damit meine ich neben den Ulreich-Meldungen auch ein Interview, das Sportvorstand Jonas Boldt der FAZ gegeben hat.

Thioune lässt Leistner und Heuer Fernandes zappeln

Die Corona-Zahlen in Hamburg steigen signifikant. Nicht wenige rechnen damit, dass es in Sachen Stadionbesuch nach der kurzen Lockerung seitens der Stadt schon bald wieder neue Einschränkungen geben wird. Und auch im Umfeld vom nächsten HSV-Gegner FC Erzgebirge Aue ist ein Mitarbeiter positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Aues Profis zuletzt nur individuell trainieren. „Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme unsererseits. Nach einem weiteren Test können wir hoffentlich wieder in das Mannschaftstraining einsteigen. Alles andere wäre sehr kontraproduktiv für uns“, sagte FC-Trainer Dirk Schuster. Dass die Sachsen als Tabellenzweiter zum Spitzenreiter nach Hamburg reisen, wollte Schuster angesichts des frühen Zeitpunkts nicht überbewerten. „Ich möchte trotz der Tabellenkonstellation nach dem zweiten Spieltag nicht von einem Spitzenspiel sprechen. Die Unterschiede zwischen beiden Vereinen sind einfach zu groß“, erklärte der 52-Jährige.

Zeit für Tacheles

Die nächsten Tage werden nur zwei Themen haben: Wer kommt noch – und wer geht? Wobei auch klar ist, dass das eine das andere beim HSV bedingt. Soll heißen: Durch den Abgang von Julian Pollersbeck braucht der HSV auf der Torwartposition noch einen Zugang. Die Frage hier ist nur: Kommt eine neue  Nummer eins oder holt sich der HSV einen jungen, talentierten Mann? Zuletzt wurden unerschwinglich scheinende Kandidaten wie Bayerns Ersatzkeeper Alexander Nübel und Sven Ullreich genannt. Beide suchen offenbar nach einem Verein ohne Manuel Neuer vor sich – und der HSV könnte das bieten. Allerdings sind sie preislich nicht realisierbar. Und die Frage ist auch: Wäre einer der beiden auf Leihbasis sinnvoll? Ich sage: nein.

Chaos gegen Chaos

0:2, 3:2, 3:4: Ganz schön was los bei Hamburgs Gastspiel in Paderborn! Trainer Daniel Thioune stellt auch im zweiten Saisonspiel unter Beweis, dass er den HSV taktisch umkrempeln will. Noch hakt es aber an allen Ecken und Enden, was gegen Paderborn zu einem ganz schön chaotischen Spiel führte.

Paderborn - HSV LIVE

Der HSV darf nach dem Liga-Auftakt gegen Düsseldorf direkt wieder gegen einen Erstliga-Absteiger ran. Was für ein Start in die neue Saison! Aber auch eine gute Möglichkeit für Revanche: die Rothosen haben mit dem Team aus Ostwestfalen noch ein Hühnchen zu rupfen. Der SCP hat mit dem 4:1 am 33. Spieltag der Saison 2018/19 den bitteren Nichtaufstieg des HSV besiegelt. Jetzt treffen beide Teams unter komplett neuen Vorzeichen aufeinander. Wird der HSV diesmal siegreich vom Platz gehen? Seid live dabei, wenn es auf der Rautenperle LIVECOUCH drüber und drunter geht. Fiebert mit und haut im Chat ordentlich was raus!

Kevin

28. September 2020

HSV will Tabellenführung - geht Hinterseer?

Trainer Daniel Thioune weiß, dass das nächste Spiel schwer wird. Er nimmt den nächsten Härtetest mit dem nächsten Absteiger aus der Fußball-Bundesliga aber offensiv an. „Ich freue mich auf das Spiel gegen den SC Paderborn und meinen Kollegen Steffen Baumgart. Das ist eine echte Herausforderung, denn die Paderborner werden bei der Vergabe der ersten Plätze mitreden“, sagte der Coach vor dem zweiten Zweitliga-Spieltag. Dass man vielleicht sogar die Tabellenspitze übernehmen kann, steht für ihn nicht im Vordergrund. Ganz im Gegenteil! „Die Tabelle zählt nur einmal im Jahr - am 34. Spieltag“, so der 46-Jährige. „Wenn ich dann Platz eins oder zwei belege oder übernehmen kann, dann freue ich mich. Dann hätten wir nämlich nicht viel verkehrt gemacht. Morgen Abend interessiert es mich dagegen herzlich wenig, ob wir auf Platz eins, zwei oder fünf stehen.“

Man erntet, was man sät

Ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeit, als Rafael van der Vaart den HSV unbedingt verlassen wollten gen Valencia. Ausgerechnet der Kleine Engel, dessen Karriereknick in den Niederlanden mit dem Wechsel zum HSV ein Happy-End nah. Er führte den HSV in der Bundesliga in die Spitzengruppe, blühte in der niederländischen Nationalmannschaft auf und schien einer der glücklichsten Menschen der Welt zu sein. Er war es, der bei seinen Toren immer wieder die Raute auf dem Trikot küsste und von Hamburg als seine neue „Heimat“ sprach. Es schien alles so unerschütterlich – und dann das! Ein Skandal, der sich mit einer ominösen Rückenverletzung steigerte.

Wann ist ein Typ ein Typ?

Die Transferstrategie im letzten Sommer war eindeutig. Es sollten erfahrene Spieler her. Dazu sollten sie kräftig und kampfstark sein, um Spiele die auf der Kippe stehen zu Gunsten des HSV zu wenden. Die ablösefreien Verpflichtungen von Simon Terodde, Klaus Gjasula und Toni Leistner waren das Ergebnis dieser Strategie. Zusammen kommen sie auf 381 Spiele in der 2. Bundesliga. Sie sind alle mindestens 1,90m groß und Klaus Gjasula trägt obendrein noch einen Helm, der ihn wie einen Krieger aus dem antiken Sparta aussehen lässt. Sie lassen sich nichts gefallen. Nach der internen Analyse haben anscheinend genau solche Typen im letzten Aufstiegsrennen gefehlt. Schließlich hat der HSV, vor allem nach dem Restart, mehrere Spiele in der Verlängerung … aber das wissen wir ja alle.

„Wenn ich auf den Platz gehe, macht es klick“

Der Helm macht schon was aus. Optisch macht es den sympathisch wirkenden 30-Jährigen tatsächlich deutlich gefährlicher, wenn man ihn in voller Montur auf dem Platz sieht. Jetzt, aber, in kurzer Hose, weißen Sportsocken und Badelatschen unterhalb seiner alles andere als beängstigend muskulösen Beine wirkt Klaus Gjasula erstaunlich harmlos. Vom knüppelharten Rüpel auf dem Platz ist rein gar nichts zu erkennen. „Irgendwann macht es klick“, verrät der defensive Mittelfeldspieler des HSV, der mit 17 Gelben Karten in der abgelaufenen Saison einen unrühmlichen Rekord in der Bundesliga aufstellte. „Eigentlich immer dann, sobald ich den Platz betrete.“

Das Feintuning beginnt

Das Thema Finanzen wird den HSV ganz sicher noch viele Jahre im Griff behalten. Und die Corona-Pandemie hat dieses Thema zusätzlich erschwert. Heute äußerte sich Finanzvorstand Frank Wettstein zu dem Thema: „Im nun abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichnen wir im Vergleich zu 2018/19 einen Rückgang um etwa 30 Millionen Euro. Aufgrund der fünf Geisterspiele, weiterer Verschiebungen auf der Erlösseite bis hin zu dem Ausfall von Konzerten in unserem Stadion haben wir das Jahr mit einem Fehlbetrag abgeschlossen. Ohne Corona-Pandemie hätten wir ein ausgeglichenes Jahresergebnis erzielen können.“

Ein Heyer für alle Fälle

Trainer Daniel Thioune kann sich ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen, als er auf seinen jüngsten Neuzugang angesprochen wird. Immerhin ist es nicht das erste Mal, dass er auf Moritz Heyer angesprochen wird. Schon bei seinem Amtsantritt galt der Innenverteidiger vom VfL Osnabrück als Wunschspieler des HSV-Trainers, der den 25-Jährigen in der vergangenen Saison vom Halleschen FC geholt und im Anschluss zu einem der besten Innenverteidiger der Zweiten Liga entwickelt hatte. „Als ihr mich am Anfang gefragt hattet, war es nicht darstellbar. Inzwischen ist der Spieler mit einem Preisschild vom VfL ausgestattet auf den Markt gekommen – und da konnten wir uns einbringen“, so Thioune. Die Dynamik, dass auch andere Teams um Heyer geworben hätten, hätte den VfL letztlich doch dazu bewogen, den Innenverteidiger auf dem Markt anzubieten, so Thioune.

Aller guten Dinge sind drei

Führung ist beim HSV ein großes Thema. Schon lange. Und immer wieder. Denn während auf Führungsebene des HSV in den letzten Jahren eine ungesund hohe Fluktuation an den Tag gelegt wurde, war man im mannschaftlichen Bereich für viele zu lange zu tatenlos. Hier hätten sich nicht wenige schon vor Jahren einen echten Leader gewünscht, der leider nicht gefunden wurde. Auch deshalb entfachten sich insbesondere an Kapitän Aaron Hunt immer wieder neue Diskussionen. Gleichermaßen. So nach dem 1:4-Debakel in Dresden mit ihm ebenso wie nach dem überzeugenden 2:1-Sieg zum Saisonauftakt gegen Fortuna Düsseldorf ohne ihn. Beide Male waren viele der Meinung, dass der Spielverlauf seinetwegen so gewesen sei.

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